Elizabeth City

08:10 legen wir ab. Ich war schon früh auf, weil ich von Stechmücken belästigt wurde, die irgendwie den Weg in unser Moskitonetz gefunden hatten. Wir wollen heute versuchen, einen der kostenlosen Liegeplätze im Zentrum von Elizabeth City zu ergattern. Bis dorthin sind es knapp 30 nm und es ist Wochenende. Eigentlich hätte es ein super Segel Tag werden können, aber da es fast windstill ist, Motoren wir zuerst ein Stück auf dem Alligator River und dann auf dem Albemarle Sound über weites, spiegelglattes Wasser geradewegs dem Ziel entgegen. Als wir um 13:00 ankommen sind nur zwei von den acht freien, im Herzen der „Stadt“ gelegenen Liegeplätzen belegt.

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Von unseren jungen Schweizer Nachbarn erhalten wir die Zugangscodes zu den Toiletten und Duschen und erfahren, dass das Liegen hier ab Mittag bis ca. 20:00 sehr unruhig ist. Tatsächlich zerrt Lucky wie verrückt an den Festmachern und wir sind froh das Schiff für einen langen Spaziergang verlassen zu können. Auch hier finden wir sehr viel schöne Architektur, allerdings sind die meisten Häuser in keinem guten Zustand.

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Wir finden wieder ein Billard-Cafe und spielen eine Runde.

Abends besuchen wir das Lokal neben unserem Schiff, wo es zum ordentlichen Essen gute Life-Musik gibt.

Sonntag, 31. Mai 2015 

Wir beschließen noch einem Tag zu bleiben und fahren am Nachmittag mit unseren Nachbarn zu Walmart. Abends sitzen wir noch auf ein paar Drinks zusammen.

Alligator River

09:05 Abfahrt Neben den weiten Flächen durchfahren wir heute sehr lange schnurgerade Kanalabschnitte.

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Um 17:00 erreichen die Drehbrücke im Alligator River. Direkt dahinter liegt eine kleine Marina in der wir tanken und für die Nacht festmachen. Zum ersten Mal auf unserer Reise treffe ich bei der Anmeldung auf eine unfreundliche Dame. Die eigentlich sehr schönen geräumigen Bäder sind offensichtlich seit Ewigkeiten nicht gereinigt worden. Schade drum.   . . . aber das Wifi arbeitet hervorragend!

Belhaven Waterway Marina

Wir haben wirklich in Betracht gezogen zu bleiben, die Häuser sehen so schön aus, die Menschen sind alle freundlich, aber dann kommen wir ja nie in New York an. Also sagen wir früh im Büro Bescheid, dass unsere Arbeit getan ist und wir so bald wir möglich zurück ins Wasser wollen. Unsere Leistung wird allgemein anerkannt und um kurz vor 09:00 hängt Lucky wieder in den Gurten.

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09:10 verlassen wir das Hafenbecken und fahren vorsichtig zwischen den Tonnen zum ICW, der hier durch die breite offene Wasserfläche führt. Dank der Hinweise von Rita bleiben wir in diese Richtung nur einmal stecken und kommen auch wieder frei. Heute wechseln sich schmale Kanalabschnitte (100m breit) mit großen Flächen (20nm) ab. Um 14:00 Uhr haben wir soviel Platz und passenden Wind, das wir 2 ½ Stunden segeln können. Herrlich!

Um 16:30 legen wir in der Belhaven Waterway Marina an.  Ein freundliches Hafenmeisterpaar nimmt die Leinen an und begrüßt uns. Wieder nicht billig, aber mit liebevoll eingerichteten Waschräumen mit Handtüchern.

Die Marina liegt im Zentrum des sehr kleinen Ortes. Nach dem Festmacher und dem obligatorischen „Ankerbier“ wandern wir los. Der Ort ist wirklich sehr übersichtlich, aber durch den Eintritt in eine Billard-Kneipe haben wir plötzlich das Gefühl auf einer Zeitreise in den 70ern gelandet zu sein. Drei Billardtische, ein Flipper eine kleine Bar und eine riesen Musikbox. Die Luft ist schwer vom Zigarettenqualm. Natürlich setzen wir uns auf einen Drink an die Bar und Andrea genießt die „neue“ Freiheit des Indoor-Rauchens. Die Musik passt, alles alt, von Rock bis Country.

Irgendwann stellt sich Jeff zu uns, der Inhaber der Bar, selbst Segler,  fragt nach dem „woher wohin“ und hat wieder einige Tipps für unsere Weiterreise.

Später gehen wir selbst zu einem freien Billardtisch und machen zwei Spiele. Aufgrund unseres „Könnens“ haben wir lange Spaß für zwei Dollar.

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Schiffs Reinigung

Bei der Einfahrt zu der kleinen Werft bleiben wir gleich dreimal im weichen Schlick stecken, mitten im betonnten Fahrwasser, kommen aber immer wieder frei. Trotzdem hängt Lucky um kurz vor elf in den Gurten. Wir melden uns bei Rita im Büro, auch eine deutsche, die seit 22 Jahren hier lebt. Sie zeigt uns die Sanitäranlagen, den Aufenthaltsraum und wo die Schlüssel für den Dodge Durango liegen, den wir zum Einkaufen und so benutzen dürfen. Wir sollen nur den verfahrenen Sprit auffüllen. Auch für die abendliche Unterhaltung hat sie einen Tipp.

Ich glaube meinen Augen nicht zu trauen, als ich das beinahe saubere Unterwasserschiff sehe. Wo ist unser „prächtiger“  Bewuchs geblieben. Scheinbar ist vieles schon durch den hohen Süßwasseranteil im Intracoastal verschwunden, den Rest erledigt jetzt der Hochdruckreiniger. Für uns bleiben später noch ein paarhundert Seepocken, die wir vor dem Anstrich entfernen.

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Ziemliche Drecksarbeit, schwarzer Staub hält gut auf unserer nassgeschwitzten Haut.

Dummerweise reicht eine Gallone Antifouling für den neuen Anstrich nicht ganz aus, aber von dem Farbton ist nicht mehr am Lager, und kleine Dosen gibt es sowieso nicht. Also wird Lucky beim nächsten Mal auf zwei Quadratmetern etwas mehr Bewuchs haben. Was soll‘s.

Nach der Arbeit setzen wir uns erst mal auf unser aufgebocktes Schiff und frühstücken. Das hatten wir irgendwie vergessen. Dann wird intensiv geduscht und entspannt, d. h. ich schreibe diesen blöden Bericht. Es ist 19:00 Uhr.

Idealerweise dürfen wir hier auch auf dem Schiff wohnen. Morgen gehen wir vielleicht wieder ins Wasser, oder wir bleiben einfach auch hier!

Abends laufen wir Ritas Empfehlung folgend zum Restaurant „Silos“. Hier ist heute „Open Mike“, d.h. wer musizieren kann, darf auf die Bühne. Die dargebotene Country-Music kann sich durchaus hören lassen. Dazu genießen wir Bier vom Fass, Salat und eine ausgezeichnete Pizza. Beim Verlassen des Lokals werden wir noch eingeladen, am Freitag ins „Red Rooster“ zu einer ähnlichen Veranstaltung zu kommen. Ein toller Abend!

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Beaufort

Gegen 08:00 erreichen wir das Fahrwasser nach Beaufort. Luckys Leistung hoch am schwachen Wind lässt mich b. a. w. von der Behandlung des Unterwasserschiffes absehen. Bei der Einfahrt winkt uns die Besatzung einer 44er Jeaneau mit deutscher Flagge freundlich zu. Um kurz vor 09:00 legen wir in der Marina Beaufort Docks an. Diese ist zwar nicht ganz billig, aber wir erhalten zwei Wertmarken für ein Bier vom Fass im angeschlossenen Restaurant und dürfen zum Einkaufen einen der Marina eigenen Kombis benutzen.

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Lucky liegt in der Marina, direkt am Stadtufer mit seinen kleinen Geschäften und Restaurants.

Kaum festgemacht begrüßt uns Thomas, der Eigner der Jeaneau, schon am Steg. Er ist mit seiner Frau Sabine bereits seit mehr als zwei Jahren unterwegs, Ihre dreijährige Auszeit endet bald. Wir unterhalten uns über unsere Reisen, erhalten wieder ein paar Tipps für die Weiterfahrt und dann will er von netten Bekanntschaften unterwegs erzählen und beginnt mit Nili und Julio einem sehr netten Pärchen, dass ebenfalls unter deutscher Flagge mit ihrem Katamaran Richtung New York reist. Von diesem netten Paar habe ich mein Schiff gekauft!  Wie klein die Welt ist. Thomas verspricht, die beiden bei nächster Gelegenheit von mir zu grüßen.

Hinter der Geschäftsstraße schließt sich sofort die entzückende Wohngegend der alten Stadt an.

Dienstag, 26. Mai 2015    08:35 legen wir wieder ab. Eigentlich wollten wir heute mal weiter kommen, aber als wir uns mittags Oriental näheren, frage ich beim dortigen Yachtservice doch mal nach einer Kran- und Arbeitsmöglichkeit. Wir werden uns schnell einig und verabreden einen Krantermin für den nächsten Morgen 10:30. Für heute legen wir uns in die Oriental Marina, auch nicht billig, aber wieder mir Pool.

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Mit dem Fahrrad vom Chef fahre ich zur Werft, um noch Einzelheiten zu klären. Nachmittags kommen verschiedene, immer sehr nette Bewohner des Ortes an unser Schiff. Die deutsche Flagge fällt auf. Einige sind selbst vor vielen Jahren aus Deutschland gekommen und geblieben, andere sind auch Segler, und wieder bekommen wir gute Tipps.  Oriental ist die Hauptstadt des Segelsports von North Carolina, 800 Einwohner – 3.000 Boote.

Angeblich sind hier auch schon viele Weltumsegler am Ende ihrer Reise  hängen geblieben. Nach einem Spaziergang durch den kleinen Ort können wir uns das gut vorstellen.

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Hier wurde Pleasantville oder die Truman Show gedreht – bestimmt! Den Scheinwerfer haben wir noch nicht gefunden.

Mansboro-Inlet

legen wir um 11:35 ab, um am Nachmittag das Mansboro-Inlet zu erreichen. Von hier aus wollen wir den Kurs direkt auf Beaufort richten, voraus gesetzt der Wind bläst, wie angesagt. Zunächst werden wir jedenfalls von der Flut geschoben und kommen um 15:40 beim Inlet an. Um nicht zu früh in Beaufort zu sein ankern wir hier, chillen, kochen, essen.

18:10 setzen wir die Segel und verlassen das Inlet. Auf dem Atlantik empfängt uns ein leichter ESE-Wind und eine kurze Welle. Einmal eingestellt passt der Trimm für die ganze Strecke. Wir gleiten leise plätschernd in die Nacht.

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Myrtle Beach

Wir fahren nur  4,5 Meilen weiter auf dem ICW und machen um halb eins bei der „Barefoot Landing Marina“ fest, gehört immer noch zu Myrtle Beach. Zu unserem Erstaunen gibt es hier keine Duschen und man benutzt die öffentlichen Toiletten des direkt dahinter liegenden Zentrums mit vielen Geschäften und Restaurants. Vom Steg aus laufen wir an einem Steakhouse vorbei und sind sofort im Zentrum. Sehr nett und eben nah. Zum Duschen nutzen wir den Wasseranschluss am Steg mit unserem Schlauch, es ist ja wieder sehr warm. Um 13:30 setzt wiedermal ergiebiger Regen ein. Andrea lässt sich unter der Traufe unseres Sonnenschutzes abkühlen. Nach dem ersten Schauer beobachte ich hinter unserem Boot eine Wasserschlange.

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Bald regnet es wieder. Am frühen Abend besuchen uns Max und Miriam, die nach ihrem Auslandssemester in Massachusetts die Ostküste der USA bereisen.

Wir verbringen zusammen einen netten Abend.

Auch am Donnerstag kommen wir nicht weit. Wir haben in der Nähe eine günstige Marina mit Swimmig-Pool gefunden, die wollen wir uns ansehen. Obwohl wir erst mittags losfahren, erreichen wir den Hafen bereits um halb drei, waren ja auch nur 6,5 nm. Alles prima hier, große saubere Duschen und ein schöner angenehm temperierter Pool mit vielen freien Liegen zum Entspannen.

Max und Miriam holen sich in der Zwischenzeit einen schicken Sonnenbrand am Strand. Abends essen wir zusammen an Bord.

Bevor wir am Freitag weiterfahren reservieren wir einen Liegeplatz in Southport, weil das Memorial Day Wochenende bevorsteht. Um 15:30 kommen wir in der „Indigo Plantation Marina“ an. Sehr ruhig gelegen, dafür ist es weit in die kleine Stadt zu laufen.

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Samstag wandern wir in die City. Auf dem Weg läuft uns ein Reh über den Weg.

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Ein netter Ort mit vielen Geschäften, Restaurants und einer Eisdiele.

Der nette Dockmaster

Um 10:30 fahren wir weiter zur 13 Meilen entfernten Grand Dunes Marina, Myrtle Beach.

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Sehr freundliche Helfer nehmen unsere Leinen an und beantworten später bei der Anmeldung unsere Fragen zu Myrtle Beach. Ohne Auto ist man hier offensichtlich aufgeschmissen, aber die Dockmaster wollen uns gerne dahin fahren, wo es was zu sehen gibt. Wir nehmen das Angebot  an und sind um 15:00 am „Broadway“, einem der Zentren der riesigen Stadt. Die Fahrt dauerte bestimmt 15 Minuten, unmöglich zu laufen. Der Fahrer bietet sogar an, uns abzuholen, falls wir vor 18:00 zurück wollen.

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Broadway ist vergleichbar mit Oberhausens CENTRO, allerdings viel größer, und das Warenangebot zielt  mehr auf Urlauber. Viele Restaurants, Kinos, Aquarium und coole Schnick-Schnack- und Vintage Läden.  Nach einem schönen Spaziergang nutzen wir die Happy Hour einer Brauerei. Zwei „Vorspeisen“ machen uns mehr als satt. Um 18:00 werden wir abgeholt. Der nette Dockmaster macht mit uns noch eine ausgiebige Rundfahrt, weil wir ja kein Auto haben. Klasse!

What a deal!

Um 10:00 verlassen wir den kleinen Hafen und setzen die Fahrt auf dem ICW fort. Es ist wieder sonnig und warm. Viel Natur, wenig Verkehr.

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Die wenigen großen Motoryachten die uns überholen, verringern ihre Geschwindigkeit bei dem Vorgang deutlich, um uns nicht zu sehr durchzuschaukeln. Auf Bäumen und einigen Seezeichen haben Greifvögel ihren Horst errichtet.

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Nachmittags sehen wir wieder einen Alligator.

Um 16:00 machen wir in der netten Osprey Marina fest.

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Hier liegen wir vergleichsweise preiswert und erhalten bei der Anmeldung noch eine Tüte mit verschiedenen Goodies: Ein Glas Marmelade, Seife, Shampoo, Waschmittel, Gebäck, Cracker, und Infomaterial über den ICW. Am nächsten Morgen gibt es kostenlos Kaffee und Donats. What a deal!

Georgtown

Obwohl uns im Bett ein Moskitonetz schützt, waren die zahlreichen Mücken in der Nacht lästig und haben auch einige Stiche hinterlassen. Sonst war die Nacht ruhig wie kaum eine andere. Um 08:10 lichten wir den Anker und folgen weiter dem ICW, der sich heute von seiner wild romantischen Seite zeigt. Keine Anzeichen von Zivilisation über weite Strecken.

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Keine Krokodile.

Um kurz vor elf erreichen wir Georgtown, wo wir erst mal kostenfrei an einem öffentlich Steg vermachen können, um uns im Ort umzuschauen.

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Wir finden eine nette kleine Stadt vor und verholen uns um 13:00 zum Übernachten in die hübsche Harborwalk Marina.

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Andrea wäscht und ich suche im Internet nach einer Werft, in der wir den Unterwasseranstrich erneuern können.