Bei der Einfahrt zu der kleinen Werft bleiben wir gleich dreimal im weichen Schlick stecken, mitten im betonnten Fahrwasser, kommen aber immer wieder frei. Trotzdem hängt Lucky um kurz vor elf in den Gurten. Wir melden uns bei Rita im Büro, auch eine deutsche, die seit 22 Jahren hier lebt. Sie zeigt uns die Sanitäranlagen, den Aufenthaltsraum und wo die Schlüssel für den Dodge Durango liegen, den wir zum Einkaufen und so benutzen dürfen. Wir sollen nur den verfahrenen Sprit auffüllen. Auch für die abendliche Unterhaltung hat sie einen Tipp.
Ich glaube meinen Augen nicht zu trauen, als ich das beinahe saubere Unterwasserschiff sehe. Wo ist unser „prächtiger“ Bewuchs geblieben. Scheinbar ist vieles schon durch den hohen Süßwasseranteil im Intracoastal verschwunden, den Rest erledigt jetzt der Hochdruckreiniger. Für uns bleiben später noch ein paarhundert Seepocken, die wir vor dem Anstrich entfernen.

Ziemliche Drecksarbeit, schwarzer Staub hält gut auf unserer nassgeschwitzten Haut.
Dummerweise reicht eine Gallone Antifouling für den neuen Anstrich nicht ganz aus, aber von dem Farbton ist nicht mehr am Lager, und kleine Dosen gibt es sowieso nicht. Also wird Lucky beim nächsten Mal auf zwei Quadratmetern etwas mehr Bewuchs haben. Was soll‘s.
Nach der Arbeit setzen wir uns erst mal auf unser aufgebocktes Schiff und frühstücken. Das hatten wir irgendwie vergessen. Dann wird intensiv geduscht und entspannt, d. h. ich schreibe diesen blöden Bericht. Es ist 19:00 Uhr.
Idealerweise dürfen wir hier auch auf dem Schiff wohnen. Morgen gehen wir vielleicht wieder ins Wasser, oder wir bleiben einfach auch hier!
Abends laufen wir Ritas Empfehlung folgend zum Restaurant „Silos“. Hier ist heute „Open Mike“, d.h. wer musizieren kann, darf auf die Bühne. Die dargebotene Country-Music kann sich durchaus hören lassen. Dazu genießen wir Bier vom Fass, Salat und eine ausgezeichnete Pizza. Beim Verlassen des Lokals werden wir noch eingeladen, am Freitag ins „Red Rooster“ zu einer ähnlichen Veranstaltung zu kommen. Ein toller Abend!
