-Wir haben unser Ziel erreicht-

10:20 fahren wir zur nahen Tanke und füllen unsere Diesel- und Wassertanks. Um 11:10 starten wir zum vorläufig letzten Teil der Reise nach Eatons Neck bei Northport, wo wir unsere Freunde Angela und Wilfried besuchen wollen. Ab 11:30 können wir segeln, aber der Wind ist schwach und ab und zu muss der Diesel wieder helfen. Um 16:20 machen wir am Public Dock in Northport fest und gehen auf ein „Siegerbier“ ins Skipper’s.

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Um 17:00 fahren wir zum Town Beach von Eaton’s Neck, wo uns Angela und Wilfried bereits erwarten. Wie freuen uns riesig.

In dieser geschützten Bucht wird Lucky die nächsten Tage vor Anker liegen.

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Die kommenden drei Wochen verbringen wir überwiegend an Land. Wir wohnen bei unseren Freunden und genießen deren großzügige Gastfreundschaft.  Schöne Abende auf der Terasse, gutes Essen und  ab und zu ein Ausflug mit Skip, lassen die Zeit verfliegen.

 

Lucky haben wir nach einigen Tagen an eine Boje von Seymour’s Boatyard verlegt und Anfang Juli wurde sie auf die Heimreise vorbereitet.

Manhattan

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Es ist fast windstill und somit schon früh sehr warm. Nach dem Frühstück und kleinen Reparaturen bleiben wir noch etwas vor Anker liegen und warten auf die Flut. Wir werden am späten Nachmittag „Hell Gate“ im East River passieren. Das ist mit unserem Schiff nur bei auflaufendem Wasser möglich und durch starke Strömung und Wirbel selbst dann nicht ohne, hat man uns gesagt. Ich bin gespannt.

Wir motoren  durch die Lower Bay nordwärts, setzen aber schon vor der Verrazano-Narrows Bridge

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die Genua und segeln lautlos durch die Upper Bay Manhattan entgegen. Hier herrscht weit weniger Verkehr, als wir erwartet haben. Die Maschine starten wir erst wieder, nach dem Passieren von Miss Liberty und Downtown Manhattan.

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Jetzt fahren wir mit der Flut den East River hinauf. Brooklyn-, Manhattan- und Williamsburgbridge werden durchfahren gefolgt von der  Queensboro Bridge bei Roosveld Island.

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Dahinter geht es durchs Hell Gate rechts ab. Durch die Strömung sind wir mit gut acht Knoten unterwegs. Wir haben die richtige Tide getroffen. Stromwirbel lassen sich bestenfalls erahnen. Alles easy! Es folgen noch vier weitere Brücken bevor wir am späten Nachmittag den Long Island Sound erreichen. Um 18:45 machen wir an einer kostenlosen Mooring-Tonne vor Port Washington fest. Mit dem Dinghy fahren wir an Land um uns mal wieder die Beine zu vertreten und einen leckeren Burger zu essen

Ankunft bei Sandy Hook

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Die Windböen sind ausgeblieben. Es wehte gleichmäßig die Nacht durch. Gegen Morgen flaute es etwas ab und um 09:00 starten wir erneut die Maschine, diesmal aber aus Windmangel. Ab Mittag arbeitet der Diesel mit der Genua zusammen. Das macht uns schnell genug, um mit einer Ankunft bei Sandy Hook noch heute zu rechnen.

Die Rechnung geht auf. Um 23:53 fällt der Anker westlich der Halbinsel vor New York. Wenig später fallen wir in den verdienten Schlaf.

Den Elizabeth River hinunter

Nach tagelangem Nord soll der Wind ab heute für zwei Tage aus Süden kommen.  Um 05:20 machen wir die Leinen los und fahren mit der Ebbe den Elizabeth River hinunter. Vier Stunden später setzen wir im Atlantik endlich wieder die Segel. Der versprochene Wind bläst zuerst mäßig aus Südost, dreht aber bald auf Süd und verstärkt sich. Am Nachmittag haben wir mehr als 20 kn und sind mit 7 kn  Fahrt nur unter Genua flott unterwegs. Später drehen wir ein Reff ins Vorsegel, um dem Autopiloten seine Arbeit leichter zu machen. Für die Nacht sind Böen bis 32 kn angesagt.

Da der Wind von hinter kommt bringt der Windgenerator wieder nicht genug Energie, um den Stromverbrauch auszugleichen, also lassen wir den Motor von 23:00 bis 02:00 im Leerlauf Strom erzeugen.

Portsmouth

Nordwind unterschiedlicher Stärke hält uns ein paar Tage in Norfolk bzw. Portsmouth fest. Zuerst erkunden wir Norfolk, eine Stadt mit vielen Lokalen, einer Mall im Zentrum und dem Chrysler Museum für Kunst. Besonders die älteren Häuser im historischen Bezirk gefallen uns gut. Rund um den Hafen laufen die Vorbereitungen für das große Hafenfest.

Nach zwei Tagen müssen wir die Marina wegen des bevorstehenden Festes verlassen und verholen jetzt doch zu einem kostenlosen Platz in Portsmouth. Hier liegen wir hinter zwei anderen deutschen Schiffen: „Brösel“ mit Sabine und Thomas, den wir in Beaufort kennengelernt haben und „Nilio“ mit Nili und Julio, von denen ich in Portugal mein Schiff gekauft habe. Die Welt ist ein Dorf!

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Portsmouth liegt am anderen Ufer des Elisabeth River gegen über von Norfolk. Eine Fußgänger Fähre verkehrt halbstündlich zwischen den Städten. In Portsmouth ist an diesem Wochenende ein Musikfest.

Deep Creek Schleuse

Um 10:05 setzen wir unsere Fahrt fort. Der Kanal wird noch ein bisschen schmalen, aber entgegen den dramatischen Schilderungen anderer Segler gelingt es uns zwei entgegenkommende Fahrzeuge problemlos zu passieren.

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Nach zwei Stunden Fahrt beginnt es wolkenbruchartig zu regnen. Wäre der Kanal hier nicht schnurgerade, hätte ich sicher aufgrund der Sichtbeeinträchtigung  Mühe gehabt, dem Verlauf  zu folgen.

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Um 13:15 kommen wir bei der kleinen Hebebrücke vor der Deep Creek Schleuse an, die wenige Meilen vor Norfolk den  Kanals beendet.  Vor der Brücke gibt es an Steuerbord eine etwa 20m lange Mauer mir Klampen, an der bereits ein Norwegisches Ehepaar mit ihrem Segler festgemacht hat. Wir legen uns längsseits und erwarten die Öffnung um 13:30, als der Schleusenwärter uns über Funk vor einem angekündigten Squal (kleines Tiefdruckgebiet mit starken Regen und Wind in Sturmstärke) warnt. Er schlägt vor, wir sollten bleiben wo wir sind, den Sturm abwarten und er öffnet die Schleuse danach für uns außerplanmäßig. Sehr freundlich! Wir stimmen zu und sichern die Boote mit jeder Menge Leinen und Fendern. Der Regen verstärkt sich wieder aber der Wind bleibt schwach.

Nach einer Stunde meldet sich der Schleusenwärter wieder und erklärt, wenn wir die Brücke in Norfolk noch vor der Schließung zur Rush-Hour passieren wollten, müssten wir jetzt schleusen und  los, oder wir könnten auch die Nacht hier verbringen.

Die Norweger entscheiden sich für die Weiterfahrt, wir schließen uns an. Es regnet nicht mehr viel, aber drohende Wolken kündigen Nachschub an. In der Schleuse bekommen wir wieder Tipps für Liegeplätze in Portsmouth und auch die letzte bewegliche Brücke vor der Stadt schaffen wir noch vor der Schließung.

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Leider steht an den empfohlenen, kostlosen Liegeplätzen in der Stadt ein großes Schild „No overnight docking“. Also gehen wir doch, wie ursprünglich geplant in die Waterside Marina im Zentrum von Norfolk.

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Hier machen wir um kurz vor 17:00 fest. Es hat aufgehört zu regnen, von Starkwind keine Spur.

Pasquotank River

09:20 fahren wir durch die Klappbrücke und folgen dem Pasquotank River, der jetzt immer schmaler wird und in stetig enger werdenden Windungen verläuft.

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12:20 erreichen wir die South Mills Schleuse, die um 13:30 öffnet und uns ca. zwei Meter auf das Niveau des Kanals anhebt.

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Danach sind es nur noch 5 Meilen bis zum Dismal Swamp Canal Visitor Center. Hier machen wir am frühen Nachmittag für die Nacht fest.

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