Um 10:05 setzen wir unsere Fahrt fort. Der Kanal wird noch ein bisschen schmalen, aber entgegen den dramatischen Schilderungen anderer Segler gelingt es uns zwei entgegenkommende Fahrzeuge problemlos zu passieren.

Nach zwei Stunden Fahrt beginnt es wolkenbruchartig zu regnen. Wäre der Kanal hier nicht schnurgerade, hätte ich sicher aufgrund der Sichtbeeinträchtigung Mühe gehabt, dem Verlauf zu folgen.

Um 13:15 kommen wir bei der kleinen Hebebrücke vor der Deep Creek Schleuse an, die wenige Meilen vor Norfolk den Kanals beendet. Vor der Brücke gibt es an Steuerbord eine etwa 20m lange Mauer mir Klampen, an der bereits ein Norwegisches Ehepaar mit ihrem Segler festgemacht hat. Wir legen uns längsseits und erwarten die Öffnung um 13:30, als der Schleusenwärter uns über Funk vor einem angekündigten Squal (kleines Tiefdruckgebiet mit starken Regen und Wind in Sturmstärke) warnt. Er schlägt vor, wir sollten bleiben wo wir sind, den Sturm abwarten und er öffnet die Schleuse danach für uns außerplanmäßig. Sehr freundlich! Wir stimmen zu und sichern die Boote mit jeder Menge Leinen und Fendern. Der Regen verstärkt sich wieder aber der Wind bleibt schwach.
Nach einer Stunde meldet sich der Schleusenwärter wieder und erklärt, wenn wir die Brücke in Norfolk noch vor der Schließung zur Rush-Hour passieren wollten, müssten wir jetzt schleusen und los, oder wir könnten auch die Nacht hier verbringen.
Die Norweger entscheiden sich für die Weiterfahrt, wir schließen uns an. Es regnet nicht mehr viel, aber drohende Wolken kündigen Nachschub an. In der Schleuse bekommen wir wieder Tipps für Liegeplätze in Portsmouth und auch die letzte bewegliche Brücke vor der Stadt schaffen wir noch vor der Schließung.

Leider steht an den empfohlenen, kostlosen Liegeplätzen in der Stadt ein großes Schild „No overnight docking“. Also gehen wir doch, wie ursprünglich geplant in die Waterside Marina im Zentrum von Norfolk.

Hier machen wir um kurz vor 17:00 fest. Es hat aufgehört zu regnen, von Starkwind keine Spur.