Wolkig. Sehr schwacher Westwind. Motorfahrt.

Nachmittags nähert sich uns ein großes graues „Kriegsschiff“ und der französische Zoll meldet sich über Funk. Wir dürfen unsere Fahrt mit gleicher Geschwindigkeit fortsetzen. Dann folgen vielen Fragen zu unserem Schiff, der Besatzung und der Reise, und in mir keimt schon die Hoffnung, dass die Kontrolle mit dem Funkgespräch erledigt wäre, bis mein Gesprächspartner sagt: „Ok, dann kommen wir jetzt an Bord“. Drei Herren werden von einem vierten im Schlauchboot zur „Lucky“ gebracht. Die freundlichen Beamten schauen in alle Fächer und Schränke, stellen viele Fragen und füllen ihre Formulare aus. Am Schluss verabschieden sie sich und kehren zu ihrem Mutterschiff zurück. Alles OK.
23:00 Während ich schlafe beobachtet Lothar gewissenhaft das wiederholte Auftauchen und passieren schneller Fähren auf dem AIS-Bildschirm. Wir befinden uns jetzt vor Calais, hier ist viel Verkehr. Um 23:50 geht der Dieselmotor aus, der seit 15 Monaten sein Dienst ohne Mucken verrichtet hatte. Die Tankanzeige zeigte schon lange „leer“ an, aber mein 150 Liter Tank, konnte unmöglich leer sein. Den Widerspruch konnte ich am nächsten Tag aufklären: „Der Dieseltank fasst nur 120 l“. OK, wieder was gelernt. 25 l Kraftstoff waren schnell aus dem Reservekanister nachgefüllt, und ich versuchte die Leitungen zu entlüften, wie ich es schon oft nach dem Filterwechsel gemacht hatte, während Lothar beobachtete wie die Fähren um „das Hindernis“ herum steuerten. Ich hatte die Maschine noch nie „trocken“ gefahren, deshalb musste ich die Bedienungsanleitung des Volvo zur Hand nehmen, um nach einer geschlagenen Stunde den Motor wieder starten zu können. Viel gelernt!