Letzter Tag auf Guernsey

30.07.2017                Wolkig, aber trocken. Später sonnig!

Wir haben uns zu einer 3 ½ stündigen Inselrundfahrt angemeldet. Abfahrt ist um 10:30 am Herm Kai, den Bus sollen wir dort um 10:15 treffen. Wir sind etwas eher da und warten. Ab 10:17 machen wir uns Gedanken, was wir wohl falsch verstanden haben könnten. Zufällig bleibt mein Blick an einer Turmuhr hängen, die die Ortszeit anzeigt: p1060138.jpg09:19.  . . . Ach, ja. Hier weicht die Uhrzeit eine Stunde von der MESZ ab. Jetzt haben wir wieder Zeit noch eine Runde durch den hübschen Ort zu drehen.

Der kleine Bus kommt pünktlich und wir bekommen zwei herrliche Fensterplätze. IMG_3680Ken, der Fahrer, stellt sich vor, verteilt Landkarten und fährt pünktlich ab. Während der Fahrt kommentiert er gut verständlich, was es zu sehen gibt. Die vorbeiziehende Landschaft, Häuser und Gärten, wecken in mir spontan den Wunsch, hier mal mit einem eigenen Fahrzeug entlang zu fahren. Wäre da nicht der Linksverkehr. Wir lernen viel über die Insel und halten an einigen mehr oder weniger interessanten Sehenswürdigkeiten.

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Neben seinen Ausführungen über Landschaft und Geschichte, erzählt Ken auch den folgenden Witz:

Prinz Charles überfährt bei der Ankunft auf Mutters Landsitz versehentlich einen der Corgies der Queen. Er ist schockiert. Da er nicht weiß, wie er es seiner Mutter beibringen soll, nimmt er einen Klappspaten aus dem Kofferraum, um das Tier neben der Straße zu vergraben. Nach ein paar Spatenstichen stößt er auf einen metallenen Gegenstand, eine alte Öllampe. Er reibt sie an seiner Jacke sauber und zischend erhebt sich ein Genie aus der Lampe.

Der Geist sagt: „Charles, du hast mich befreit. Aus Dankbarkeit erfülle ich dir deinen größten Wunsch“.

Freudig wünscht sich Charles: „Bitte mach den kleinen Hund, den ich überfahren habe, wieder lebendig.“

Der Geist wendet sich dem Corgie zu, dreht sich aber nach ein paar Minuten wieder um und sagt: „Da kann ich leider nichts mehr machen. Aber weil ich dir diesen Wunsch nicht erfüllen kann, hast du einen anderen frei“.

„OK“, sagt Charles: „dann mach, dass Camilla hübsch ist“.

Der Geist zuckt zusammen und sagt: „Ach, lass mich doch noch mal nach dem Hund sehen“.

Es war eine sehr schöne Tour.

 

Nachmittags besorgen wir uns die neuesten Wetterdaten und planen unsere Abreise für Morgen. Der Hafenmeister bestätigt, dass der Wasserstand unser Auslaufen ab 11:00 Ortszeit zulassen wird. Wir beschließen, Morgen nach Brest oder ins daneben liegende Camaret sur mer zu fahren. Wir rechnen mit einer 24 stündigen Motorfahrt mit leichtem Gegenwind. Hauptsache weiter nach Süden.

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Diät

Guernsey

26.07.2017          Regen

Die Wetterlage wird uns einige Tage hier festhalten, aber auf den ersten Blick scheint St Peter Port ein schöner Ort zu sein, der Prospekt spricht von der hübschesten Hafenstadt Europas.

Um die Mittagszeit brechen wir trotz Regen zu einem ersten Rundgang auf. IMG_3649In den schmalen Gassen des Zentrums stehen an allen Ecken Musiker unter Pavillons und erfreuen die Gäste mit verschiedensten Klängen.P1060083 Dixie, karibische Steeldrums, Saxophon, bis hin zu Songs aus Musicals werden geboten. Wir lesen, dass hier noch bis zum 29.07. der Town Carnival stattfindet.

Zum Mittag lassen wir uns in einem der gemütlichen Pubs nieder.IMG_3655

Nachmittags wenden wir uns wieder den Arbeiten an Bord zu. P1060091Zuerst nehmen wir den Windgenerator ab, der nach seiner 20 monatigen Pause keinen Strom mehr produziert, und zerlegen ihn so weit wie möglich. P1060093Die Lager scheinen etwas schwerer zu laufen, allerdings zweifeln wir daran, dass das der Grund für sein Versagen ist. Trotzdem versuchen wir, neue Lager aufzutreiben. Der hiesige Händler hat sie nicht da, empfiehlt uns aber einen Laden in einem Ort weiter nördlich.

Am Abend wird wieder am PC gearbeitet.

27.07.2017          überwiegend sonnig

P1060099Nach dem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf die Suche nach der Undichtigkeit im Bereich der Ankerwinde. P1060116Nach dem Trennen aller Kabel lösen wir die Haltebolzen und heben die Winde von Bord.P1060100 Die serienmäßige Dichtung um den Fuß ist völlig verformt und mit einer Mischung aus Salz und Aluminiumoxid überzogen, das Windengehäuse von unten „angefressen“. Hier dichtet nichts mehr, und über den Kabelkanal gelangt nun Wasser ins Schiff, wenn man so durch die Wellen stampft, wie wir auf unserem Weg nach Cherbourg. Bis wir alles gründlichst gereinigt haben, ist es bereits Nachmittag, und in dem Glauben es wäre Freitag machen wir uns auf den Weg die Lager für den Windgenerator noch vor dem Wochenende zu besorgen. Die Dame in Touristeninformationszentrum erklärt uns, mit welchen Buslinien wir unserem Ziel nahekommen und wie man hier die Busse benutzt. Nach kurzem Warten an der Haltestelle sind wir unterwegs. Schon bald bemerken wir, dass der Bus nur hält, wenn jemand an einem Stop wartet oder aussteigen will. An unserer Haltestelle ist das nicht der Fall, und wir haben sie nicht rechtzeitig erkannt. Beim nächsten Halt steigen wir auf Anraten des Fahrers aus und laufen zurück. P1060105Die schmale Straße hat keinen Bürgersteig, ist mit Mauern eingefasst und gut befahren.

Dank Google Maps finden wir das gesuchte Geschäft nach einem längeren Spaziergang. Es ist genau der richtige Laden, nur die von uns gewünschten Lager fehlen gerade im Bestand. Die äußerst hilfsbereiten Männer hinter dem Ladentisch rufen noch bei einem Motorradhändler in der Nachbarschaft an, aber der hat bereits geschlossen. Letztendlich bestellen sie die Teile, in der Hoffnung sie schon Morgen zu bekommen, ohne uns zur Abnahme zu verpflichten, denn es könnte auch bis Montag dauern, und da sind wir ja nicht mehr hier. Zurück nehmen wir einen anderen Weg, der uns in das Örtchen Bridge führt. Bis zur Abfahrt des Busses ist noch eine halbe Stunde Zeit, also suchen wir nach einem netten Pub. Wir kommen wieder bei einem Schiffsausrüster vorbei und fragen auch hier wieder nach den Lagern. „Nein, wir haben nur Teile für Volvo. Aber warte mal: „Gerry, wie heißt noch mal der verrückte Alte, der jedes Lager hat?“ Die beiden überlegen zusammen und finden schließlich Namen und Telefonnummer von Henry Martin. Den sollen wir mal anrufen, aber uns nicht wundern, er wäre etwas verrückt.

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Wir finden dann schnell einen Pub und während das Bier gezapft wurde, rufe ich Henry an. Ich weiß nicht ob er auch schwerhörig ist, aber das Gespräch beginnt mit „Hello?“ Ich erwiderte „Hello“ und stellte mich kurz vor. Zurück kommt „Hello?“ Ich meldete mich erneut. Antwort: Hello?

Beim dritten Anlauf frage ich: „Can you hear me?“ und erhalte ein „Yes“. Auch die Frage, ob er Lager in der gesuchten Größe habe beantwortete er mit: „Yes, howmany do you need?“ Wir brauchten zwei. Jetzt bitte ich Ihn um seine Anschrift, um die Teile abzuholen. Er gibt sich wirklich große Mühe, buchstabiert viele Wörter mehrmals, weil ich sie nicht verstanden habe und zwischendurch gibt es immer wieder kleine Pausen die von einem „Hello?“ unterbrochen werden. Zum Schluss verabreden wir uns zur Übergabe bei ihm, in ca. einer halben Stunde. Er würde vor dem Haus stehen.

Meine Notizen gebe ich dem ebenfalls sehr freundlichen Barmann. Mit Fantasie und der Hilfe eines anderen Gastes formuliert er daraus eine Anschrift. Er ruft uns auch gleich ein Taxi, dafür muss er  sechsmal telefonieren. „Taxi kommt in 10 Minuten.“ Das reicht für ein weiteres Bier. Als er zwei frisch gezapfte Pints serviert, steht das Taxi schon vor der Tür. Gut, dass Austrinken schneller geht als Zapfen.

Wir fahren also wieder über enge Landstraßen an hübschen Häusern mit schönen Gärten vorbei und erreichen eine gewundene Straße auf der sich das Ziel befindet. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Häuser auf dieser Straße keine Nummern, sondern Namen haben. Langsam schleicht unser Taxi von Haus zu Haus, aber keines trägt einen Namen der dem gesuchten ähnlich ist. Ich rufe Henry wieder an und gebe das Handy an den Taxifahrer weiter. Wenig später fahren wir in einen unbefestigten Privatweg zu einem zurückliegenden Haus. Ein kleiner, alter Mann mit weißen Haaren kommt an mein Autofenster, hält mir zwei Lager hin und sagt: „Hier ist, was Du brauchst.“ Es sind tatsächlich die richtigen Lager. Wir erstehen beide für je fünf Pfund. Super!

„Und wohin jetzt?“ fragt der Fahrer. Ich antworte in meinem lupenreinen Englisch: „Back to town. Saint Peter Port“. „Das ist ja gleich um die Ecke“, erwidert der Fahrer und fährt los. Es dauert doch eine ganze Zeit, bis wir wieder über schöne Straßen in die Einfahrt zu einem eleganten Hotel einbiegen. „Da wären wir“ höre ich den Fahrer sagen und lese am Eingang: Saint Pierre Park.    . . .  Ich werde an meiner Aussprache arbeiten müssen.

Wir klären das Missverständnis auf und fahren zur Marine in St Peter Port. Zurück an Bord bauen wir die gereinigte Ankerwinde mit großer Sorgfalt und viel Sikaflex wieder ein und stellen zufrieden fest, dass sie immer noch funktioniert. Jetzt sehe ich schlechtem Wetter etwas gelassener entgegen.

28.07.2017          wolkig mit kurzen Schauern

P1060117Nach dem Frühstück ist wieder der Windgenerator dran. P1060118Wir bauen die neuen Lager ein und reinigen das Gehäuse, montieren die Flügel, ziehen die Kabel wieder in den Haltemast und befestigen den Generator auf dessen Ende. P1060120Nach unserem Ermessen läuft der Rotor jetzt etwas sauberer. Die Flügel drehen sich aber bei dem leichten Wind im Hafen kaum. Mal abwarten wie es bei mehr Wind aussieht.

Der nächste Punkt auf unserer Liste ist die Funkantenne. Das Kabel ist nahe der Decksdurchführung angebrochen, dadurch meldet unser AIS immer öfter „Antennenfehler“. Bevor wir neue Teile kaufen, möchte ich mir erst die gesamte Anlage ansehen, also lasse ich mich zur Mastspitze winden. Ein freundlicher Nachbar bietet Günter nach der ersten Weghälfte eine akkubetriebene Maschine von Hilti an, die das drehen der Winch übernehmen soll. Die Kraft des Gerätes reicht leider nicht aus. Scheinbar steht der Erfolg unserer Diät noch ganz am Anfang. Günter kurbelt weiter. Ich baue die Antenne ab. Es geht wieder abwärts. Während Günter die Schrauben der Ankerwinde nachzieht erstehe ich beim Schiffsausrüster eine neue Antenne (baugleich mit der alten!) samt Kabel und Stecker. Für ein nicht vorrätiges Verbindungsstück empfiehlt mir der Verkäufer ein Geschäft am anderen Ende des Hafens. Wieder schlägt mir die unglaubliche Freundlichkeit der Menschen hier entgegen. Neben mir an der Kasse steht ein älterer Herr, und bietet mir an, mich zu dem Laden zu bringen, denn es regnet gerade ergiebig und er führe in die Richtung. Ich nehme dankend an. Das Teil bekomme ich auch dort nicht, aber es geht auch ohne.

Zurück an Bord: Wir sichten alle Teile und befestigen den Windpfeil an der Antenne. Jetzt müssen wir das neue Kabel an der Mastspitze mit dem alten verbinden und im Mast nach unten ziehen.

Günter zieht mich wieder in den Mast, ich nehme etwas Werkzeug und das Ende des neuen Kabels mit. Das Einführen des Kabels in den Mast gestaltet sich problematisch, weil auch das Kabel des Anemometers durch das gleiche Loch läuft. Es ist sehr eng. IMG_3671IMG_3672

Ich schiebe oben Zentimeter für Zentimeter in den Mast, während Günter unten vorsichtig zieht, ohne die Verbindung der Kabel zu überlasten. Bei 14 Meter Masthöhe dauert das seine Zeit, aber es klappt. Jetzt ziehe ich an einem Fall die Antenne mit Windex hoch um sie zu montieren. Schade, dass der Hersteller die Nut, die in die Halterung greift um zwei Millimeter verbreitert hat. Passt nicht. Günter schickt neues Werkzeug. Die Schrauben der Halterung vermag ich nicht zu lösen. Mittels Säge verbreitere ich den Schlitz der alten Halterung. Endlich klappt die Montage. Ich schraube das Kabel an und Günter lässt mich nach gefühlten drei Stunden wieder nach unten. Das reicht für heute. Wir laden uns zum Essen im Pub ein. Prost.

29.07.2017          Es regnet wie aus Eimern.

Auf dem Weg zur Dusche nehme ich gleich meine Wäsche und die erforderlichen 1 Pfund Münzen mit. Ich lade die Maschine, fülle Waschmittel ein und stelle fest, dass meine 1 Pfund Münzen nicht in die Maschine passen, neben mir ein Schild: „Nur 1 Pfund Münzen einwerfen.“ In Badeschlappen mache ich mich auf die Suche nach einem Verantwortlichen. Ich habe Glück und erfahre, dass es neben meinen neuen, auch alte 1 Pfund Münzen gibt, und die passen in die Maschine. Er hat leider keine bei sich. Super! Zurück an Bord finde ich die passenden-.

Wenig später sieht Günter zum ersten Mal im Leben eine Waschmaschine, die er weder tragen noch anschließen, sondern benutzen soll. Klappt aber auf Anhieb.

Er schließt später auch die neue Antenne ans Funkgerät und AIS an.P1060130 Keine Fehlermeldung mehr. Klasse!

Wir verbringen den Tag unter Deck, denn es hört erst um 18:00 auf zu regnen.

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Wir haben hier z. Zt. einen Tidenhub von 8 -9 Metern. Eine Barre in der Hafeneinfahrt sichert einen Mindestwasserstand im Hafenbecken des Yachthafens bei Niedrigwasser, aber nur im Yachthafen.P1060077P1060056P1060133IMG_3644P1060134P1060102P1060112P1060087

Kleine Schritte

Freitag, 21.07.2017         sonnig und kühl

Wie geplant, haben wir den Hafen um 08:00 verlassen. Um 08:30 segelten wir schon. Kurz vor Hoek van Holland begegnete uns die z. Zt. größte Segelyacht der Welt, P1060011 „Oceanico Y712“

Wenig später lief dieP1060020Aida Prima“ hinter uns durch. Für das Queren dieser viel befahren Einfahrt hatten wir die Segel geborgen. Um 10:30 lag Hoek van Holland hinter uns, und ab 12:45 konnten wir unter Segeln auf unser Ziel Zeebrügge zuhalten.P1060027 Davon abgesehen, dass um 16:20 der Autopilot wieder vorübergehend ausfiel, hatten wir einen herrlichen Segelnachmittag. Um 20:45 machen wir am Gästesteg des P1060029Royal Belgian Sailing Club, Brügge fest.

 

Samstag, 22.07.2017 sonnig

Nach dem Tanken machen wir uns um 09:00 auf den Weg nach Dunkerque. Um 10:00 hat es sich bereits stark bewölkt, und der SW-Wind bläst uns mit 17 kn entgegen. Um 12:00 dreht der Wind etwas, und wir können unter Genua segeln, aber eine halbe Stunde später läuft die Maschine wieder, mangels Wind. Stattdesssen bekommen wir den ersten Regenschauer des Tages ab. Es bleibt wechselhaft mit kleinen Schauern, bis wir um 17:00 bei strahlendem Sonnenschein im Yachtclub De La Mer Du Nord, Dunkerque festmachen.P1060030 Wir erledigen wieder kleine Reparaturen an Bord. Zum Abendessen gibt es marinierte Schweinenackensteaks mit Bratkartoffeln und Tomatensalat.

Jetzt geht es wieder an die Törnplanung. Der Wind ist wirklich gegen uns, aber hier ist es kalt geworden und wir wollen möglichst schnell nach Süden. In der Vorhersage finden wir ein Wetterfenster, dass es uns erlauben sollte zwischen Sonntagabend und Dienstag von hier nach Cherbourg zu fahren.

Sonntag, 23.07.2017

Noch vor dem Frühstück mit frischem Baguette und Lachs sind wieder kleine Nachbesserungen am Schiff zu machen. Danach schlendern wir bei sonnigem Wetter durch die Innenstadt von Dunkerque.P1060042 Nachmittags widmen wir uns dem Autopiloten. Die Hydraulikpumpe wird ausgebaut und zerlegt, ohne dass wir einen gravierenden Fehler finden können. Wir bauen alles wieder ein, bestellen aber sicherheitshalber eine neue Pumpe beim deutschen Importeur, um an dieser Front endlich Ruhe zu haben. Die nächste Herausforderung stellt ein Knopf an Günters Hose, der versetzt werden muss.

IMG_3625(Die Richtung tut nichts zu Sache.) Wir meistern das in ein einer knappen halben Stunde.

Bevor wir abends zum nächsten Seestück starten, essen wir noch schön weiche Spirellis mit Schweingulasch aus der Dose.

Um 22:00 werfen wir die Leinen los und fahren unter Maschine nach Westen. Der Gegenwind bläst wie vorausgesagt zuerst mit 15-18 kn und die See ist ruppig.

 

Montag, 24.07.2017

Nach zwei Stunden wird es ruhiger, aber der Tidenstrom setzt uns entgegen. Unsere Geschwindigkeit liegt unter 3 kn über Grund. Erst als der Strom um 03:00 kippt sehen wir die 3 wieder und als Günter um 04:30 die Wache übernimmt laufen wir schon 4 kn, was sich bis zum nächsten Wachwechsel um 08:00 auf 8kn steigern sollte.

Um 10:40 können wir endlich das Vorsegel ausrollen und die Maschine abstellen. Da sich die Windstärke durch vorüberziehende Schauerböen ständig gravierend ändert müssen wir im Halbstundentackt reffen bzw. wieder ausreffen. Die See ist dabei sehr ruppig und der Bug schaufelt kräftig Wasser. Um 19:00 wird es endlich ruhiger. Allerdings ist damit auch das Segeln zu Ende. Um 20:30 lässt sich sogar kurz die Sonne blicken. Es folgt eine ruhige Nachtfahrt unter Motor.

 

Dienstag, 25.07.2017

P106005206:00 Die Sonne steigt aus dem Meer und die Wolken verziehen sich. Um 08:00 legen wir in Cherbourg zum Tanken an. Die Luft ist kalt aber die Sonne wärmt. Wir verholen uns in eine freie Box und schlendern durch das Stadtviertel um den Hafen. Der Ort mit vielen Geschäften und Restaurants, die zum draußen sitzen einladen, gefällt uns gut. Wir erstehen Brot und Croissants und lassen uns auch auf einen Kaffee nieder.

Um kurz vor 11:00 sind wir zurück an Bord. Wir haben beschlossen, den vorausgesagten Gegenwind auf Guernsey, eine der Kanalinseln, abzuwarten. Also nutzen wir die günstige Tide und fahren um 11:15 wieder ab. Schon nach einer Stunde erfasst uns der Tidenstrom und wir motoren (heute kommt schwacher Wind von vorn) mit 8,5 – 9 kn unserem Ziel entgegen. Um 17:45 werden wir von einem freundlichen „Hafenlotsen“ begrüßt und an einen Wartesteg begleitet, wo er auch gleich für die Nacht kassiert.IMG_3636 Danach warten wir mit ca. 100 anderen Booten darauf, einen Liegeplatz im Hafen zugewiesen zu bekommen. Tatsächlich wird ab 20:00 Schiff für Schiff in den Hafen gelotst. Wir liegen um 20:30 direkt am Steg zur Stadt.P1060056

Schluck Öl?
Nach 75 Stunden hat unser Motor ein Schluck Öl verdient

Hafentag

Donnerstag, 20.07.2017

Wir hatten abends schon festgestellt, dass wir heute auf unserem Weg nach Süden mit Gegenwind und Regenschauern rechnen müssten, deshalb haben wir beschlossen einen Tag in Scheveningen zu bleiben, was letztendlich sehr erfolgreich war.

Kurz nach dem Aufstehen ging erst mal ein kräftiger Schauer nieder. Das Wasser konnten wir zum Deckschrubben nutzen. Danach wurde es wechselnd bewölkt mit Schauern und kräftigen Windböen aus Süd-West. Als nächstes haben wir die Flügel an unseren Windgenerator geschraubt, bevor wir zum Einkaufen gingen. Wir erstanden in den sehr gut sortierten Läden ein Leuchtmittel, einen passenden Gasschlauch, eine Seekarte und Kleinteile. Auf dem Rückweg haben wir eine Kleinigkeit gegessen, also brauchten wir wieder nicht kochen. Der Einbau des Gasschlauches machte viel Arbeit, aber am Ende passte alles und die Anlage war dicht. Es war inzwischen Abend und wir machten uns an die Törnplanung für morgen.

Raus aufs Meer

Mittwoch, 19.07.2017                   sonnig

Wir fahren um 09:40 aus dem Hafen und nehmen Kurs auf die Nordsee. Günter muss wieder einige geschäftliche Telefonate führen und hat auch am Laptop zu tun, wobei die Sonne doch sehr stark blendet.P1060006

Um 12:05 erreichen wir die Warteposition vor der Seeschleuse in Ijmuiden. Um 12:45 sind wir durch, und um 13:05 legen wir kurz in der Marina Ijmuiden an, um wieder nach Ersatzteilen zu suchen. Teile bekommen wir keine, aber Günter kann Zigaretten kaufen. Als dann noch ein Gewitter durchzieht, freuen wir uns im ruhigen Hafen unter Deck sitzen zu können. Um 14:10 fahren wir weiter. Als auf der Nordsee unser Kurs anliegt, bläst der Wind uns fast genau entgegen. Wir halten auf Katwijk zu, wo wir mit Kim, Christian, Elias und Justus zum „Winken“ verabredet sind. Um 16:45 hat der Wind so weit gedreht, dass wir unter Genua hoch am Wind segeln können. Wir genießen die himmlische Ruhe für eine Stunde, dann haben wir Katwijk erreicht. Dank Telefonkontakt und Christians Blinklampe machen wir die gesuchten Urlauber am Strand aus. Ich hatte erwartet näher an den Strand fahren zu können, aber weniger als 1,9 Meter Wassertiefe wollten wir nicht riskieren, und da waren wir noch sehr weit entfernt. Trotzdem das Highlight des Tages.

Jetzt nehmen wir direkten Kurs auf die Einfahrt zur Marina Scheveningen, vorbei an prächtigen Bauten. 05_IMG_360201_IMG_3601 Um 19:00 machen wir längsseits an einer anderen Fahrtenyacht fest. IMG_3606Wir machen noch einen Erkundungsspaziergang um den Hafen und essen unterwegs leckere Matjesbrötchen. Kochen gespart!

 

 

 

Start 2017

Am 15.07.2017 haben wir um kurz vor 08:00 vom Steg der Segler Vereinigung Krefeld 33 e. V. abgelegt. Eigentlich sollte es ja schon am 01. 07. losgehen, aber da waren die Vorbereitungen bei weitem nicht abgeschlossen.

Viele Mitglieder unserer Familien waren zur Verabschiedung zum Hafen gekommen, oder winkten mit großen Fahnen zum Abschied von der historischen Drehbrücke.

Wir fuhren zuerst den Rhein flussabwärts, dabei verhalf uns die Strömung zu einer Geschwindigkeit von 16 km/h über Grund. Hinter Emmerich ging es rechts ab in den Pannerdens Kanal und später nochmal rechts in die Ijssel. Das anvisierte Tagesziel Doesburg passierten wir bereits um 16:20, also fuhren wir weiter und machten schließlich um 19:30 im Hafen der Zeil- en Motorboot Vereinigung Deventer für die Nacht fest.

Am Sonntag fuhren wir ab 08:15 weiter die Ijssel hinunter und erreichten Kampen um 11:30. Um 14:50 kamen wir in der Deko Marine, Lelystad an, wo unser Mast lagerte. Der Rest des Tages gehörte der Bootspflege.

Montag, 17.07.2017 stellte die Firma CS Rigging bei traumhaftem Wetter unseren Mast mit neuen Wanten und Stagen, nachdem wir die Verankerungen im Rumpf installiert hatten. P1040990Die Fachleute waren um 12:00 fertig. Jetzt waren wir gefordert. Baum anbringen, Segel anschlagen. Fallen, Schoten und Reffleinen einziehen, Lazy Jacks befestigen, Kabel durchs Deck führen und anschließen. IMG_3584Bei der Inspektion des Mastes sah ich, dass die Fachleute versehentlich eine Bedienleine der Lazy Jacks zwischen Want und Mast eingeklemmt hatten. Die Nachbesserung wird uns wieder Zeit kosten. Mal sehen, wann die Herren Ihren Fehler beheben können.P1040996

Um 21:00 wollten wir uns bei Jan Goos, dem Restaurant im Hafen, ausruhen und essen, aber: „Montag Ruhetag“.  Schade! Es gab dann Nürnberger Rostbratwürste mit Nudel- und Kartoffelsalat an Bord. Auch lecker!

Dienstag, 18.07.2017      sonnig

Schon vor 09:00 kommt Herr Ruiters von CS Rigging und bemüht sich die eingeklemmte Leine zu „befreien“. Als das nicht gelingt, schneidet er das eingeklemmte Stück raus, und knotet die losen Enden aneinander. Ich meine, wie er, dass das plattgedrückte Seilstück keinen Einfluss auf die Funktionalität des Riggs haben sollte. Er bringt uns auf Nachfrage noch 20 Meter Ersatzleine, die wir bei Gelegenheit einziehen können.

Wir fahren fort, das Schiff seeklar zu machen, denn wir wollen heute noch einen Probeschlag, möglichst bis zur Nordseeküste machen. Dabei stellen wir fest, dass nun das Achterstag auf der Steuerbordseite deutlich loser ist als das an Backbord. Bevor wir uns selbst in das Trimmen des Riggs einmischen, rufen wir wieder Herrn Ruiters an, der sich nach eigener Aussage schon auf dem Weg in den Urlaub befindet. Ich kann ihn schließlich überzeugen um 12:00 noch mal für eine halbe Stunde vorbeizukommen. Danach ist seiner Meinung nach alles in Ordnung.

Wir räumen auf und verlassen tatsächlich um 12:45 als Segelschiff die Marina. Die ersten Segelversuche verlaufen problemlos. Es ist wenig Wind und wir gleiten über ruhiges Wasser bei Sonnenschein Richtung Amsterdam. Durch lange Wartezeiten vor den Brücken und Schleusen kommen wir auch nicht weiter. Um 20:20 machen wir im gut gefüllten Sixhaven, Amsterdam fest.18.07.