Freitag, 21.07.2017 sonnig und kühl
Wie geplant, haben wir den Hafen um 08:00 verlassen. Um 08:30 segelten wir schon. Kurz vor Hoek van Holland begegnete uns die z. Zt. größte Segelyacht der Welt,
„Oceanico Y712“
Wenig später lief die
„Aida Prima“ hinter uns durch. Für das Queren dieser viel befahren Einfahrt hatten wir die Segel geborgen. Um 10:30 lag Hoek van Holland hinter uns, und ab 12:45 konnten wir unter Segeln auf unser Ziel Zeebrügge zuhalten.
Davon abgesehen, dass um 16:20 der Autopilot wieder vorübergehend ausfiel, hatten wir einen herrlichen Segelnachmittag. Um 20:45 machen wir am Gästesteg des
Royal Belgian Sailing Club, Brügge fest.
Samstag, 22.07.2017 sonnig
Nach dem Tanken machen wir uns um 09:00 auf den Weg nach Dunkerque. Um 10:00 hat es sich bereits stark bewölkt, und der SW-Wind bläst uns mit 17 kn entgegen. Um 12:00 dreht der Wind etwas, und wir können unter Genua segeln, aber eine halbe Stunde später läuft die Maschine wieder, mangels Wind. Stattdesssen bekommen wir den ersten Regenschauer des Tages ab. Es bleibt wechselhaft mit kleinen Schauern, bis wir um 17:00 bei strahlendem Sonnenschein im Yachtclub De La Mer Du Nord, Dunkerque festmachen.
Wir erledigen wieder kleine Reparaturen an Bord. Zum Abendessen gibt es marinierte Schweinenackensteaks mit Bratkartoffeln und Tomatensalat.
Jetzt geht es wieder an die Törnplanung. Der Wind ist wirklich gegen uns, aber hier ist es kalt geworden und wir wollen möglichst schnell nach Süden. In der Vorhersage finden wir ein Wetterfenster, dass es uns erlauben sollte zwischen Sonntagabend und Dienstag von hier nach Cherbourg zu fahren.
Sonntag, 23.07.2017
Noch vor dem Frühstück mit frischem Baguette und Lachs sind wieder kleine Nachbesserungen am Schiff zu machen. Danach schlendern wir bei sonnigem Wetter durch die Innenstadt von Dunkerque.
Nachmittags widmen wir uns dem Autopiloten. Die Hydraulikpumpe wird ausgebaut und zerlegt, ohne dass wir einen gravierenden Fehler finden können. Wir bauen alles wieder ein, bestellen aber sicherheitshalber eine neue Pumpe beim deutschen Importeur, um an dieser Front endlich Ruhe zu haben. Die nächste Herausforderung stellt ein Knopf an Günters Hose, der versetzt werden muss.
(Die Richtung tut nichts zu Sache.) Wir meistern das in ein einer knappen halben Stunde.
Bevor wir abends zum nächsten Seestück starten, essen wir noch schön weiche Spirellis mit Schweingulasch aus der Dose.
Um 22:00 werfen wir die Leinen los und fahren unter Maschine nach Westen. Der Gegenwind bläst wie vorausgesagt zuerst mit 15-18 kn und die See ist ruppig.
Montag, 24.07.2017
Nach zwei Stunden wird es ruhiger, aber der Tidenstrom setzt uns entgegen. Unsere Geschwindigkeit liegt unter 3 kn über Grund. Erst als der Strom um 03:00 kippt sehen wir die 3 wieder und als Günter um 04:30 die Wache übernimmt laufen wir schon 4 kn, was sich bis zum nächsten Wachwechsel um 08:00 auf 8kn steigern sollte.
Um 10:40 können wir endlich das Vorsegel ausrollen und die Maschine abstellen. Da sich die Windstärke durch vorüberziehende Schauerböen ständig gravierend ändert müssen wir im Halbstundentackt reffen bzw. wieder ausreffen. Die See ist dabei sehr ruppig und der Bug schaufelt kräftig Wasser. Um 19:00 wird es endlich ruhiger. Allerdings ist damit auch das Segeln zu Ende. Um 20:30 lässt sich sogar kurz die Sonne blicken. Es folgt eine ruhige Nachtfahrt unter Motor.
Dienstag, 25.07.2017
06:00 Die Sonne steigt aus dem Meer und die Wolken verziehen sich. Um 08:00 legen wir in Cherbourg zum Tanken an. Die Luft ist kalt aber die Sonne wärmt. Wir verholen uns in eine freie Box und schlendern durch das Stadtviertel um den Hafen. Der Ort mit vielen Geschäften und Restaurants, die zum draußen sitzen einladen, gefällt uns gut. Wir erstehen Brot und Croissants und lassen uns auch auf einen Kaffee nieder.
Um kurz vor 11:00 sind wir zurück an Bord. Wir haben beschlossen, den vorausgesagten Gegenwind auf Guernsey, eine der Kanalinseln, abzuwarten. Also nutzen wir die günstige Tide und fahren um 11:15 wieder ab. Schon nach einer Stunde erfasst uns der Tidenstrom und wir motoren (heute kommt schwacher Wind von vorn) mit 8,5 – 9 kn unserem Ziel entgegen. Um 17:45 werden wir von einem freundlichen „Hafenlotsen“ begrüßt und an einen Wartesteg begleitet, wo er auch gleich für die Nacht kassiert.
Danach warten wir mit ca. 100 anderen Booten darauf, einen Liegeplatz im Hafen zugewiesen zu bekommen. Tatsächlich wird ab 20:00 Schiff für Schiff in den Hafen gelotst. Wir liegen um 20:30 direkt am Steg zur Stadt.
