10:15 ziehen wir das Eisen an Bord und verlassen wie angeordnet den Ankerplatz. Wir wollten nicht erst auf den richtigen Wasserstand warten, und so haben wir ordentlich Gegenstrom, als wir um 11:25 die Ausfahrt der Lagune erreichen.
Der Leuchtturm von Farol
Zwischen 12:00 und 13:15 segeln wir ein bisschen, aber das bringt uns dem Ziel kaum näher, also fahren wir unter Motor weiter. Bei der Einfahrt in den Guadiana, den Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien, haben wir wieder die Strömung gegen uns, weil wir zu früh sind. Um 17:30 fällt unser Anker im Fluss vor Ayamonte. Mit dem Dingi fahren wir in den Yachthafen. Es gibt für Ankerlieger wieder keine Möglichkeit mit dem Beiboot anzulanden. Am Ende des Beckens fahren wir unter einer vierspurigen Straße durch. Hier finden wir einen Steg für kleine Boote. Ein bisschen klettern müssen wir zwar, aber wir gelangen in die Stadt.
Kurz vor Hochwasser
Einziger Nachteil: bei Hochwasser können wir nicht wieder raus, aber wir haben ja Zeit.
Ayamonte gefällt uns sehr gut. Ich war bereits bei meinem ersten Besuch 2014 begeistert.
Auch Sonntag setzen wir wieder über. Heute sind nur wenige Geschäfte offen und die Stadt wirkt morgens etwas verlassen.
Nette Straßencafés und ein geöffneter Supermarkt sind für uns aber Grund genug.
Die nächsten Tage schauen wir uns Lagos an. Donnerstagabend laden wir Rüdi auf ein Eierlikörchen an Bord ein. Der Einfachheit halber bleibt er über Nacht, und wir verholen uns Freitag Morgen gemeinsam in die Marina Lagos. Als erstes füllen wir unseren Getränkevorrat auf. Alles was wir hier kaufen, müssen wir nicht später mit dem Dingi ranschaffen.
Abends kommt Eva an, um Günter zu besuchen. Ich verbringe das Wochenende an Bord der Santa Maria. Mit Rüdi habe ich viel Spaß und wir können auch ein paar Kleinigkeiten zusammen reparieren.
Samstag gibt es ein gemeinsames Abendessen mit Günter und Eva.
Montagmittag verabschieden wir uns von Rüdi und Eva. Wir verlassen um 15:45 die Marina und segeln zum nächsten Ankerplatz nahe Portimao. Der Anker fällt um 17:20 und nach dem Ankerbier machen wir uns eine Kleinigkeit zu essen.
Wir haben uns am Wochenende genug ausgeruht, also sitzen wir nach dem Essen sofort im Dingi, setzen nach Ferragudo über und machen einen Spaziergang durch das idyllische Dorf.
Wir wollen wenigstens einen Drink nehmen und machen uns die Entscheidung für ein Lokal nicht leicht.
Am Ende finden wir einen Platz vor einer eher bescheidenen Kneipe. Zwei Bier = 1,60€.
Wir kehren zufrieden an Bord zurück.
Dienstag, 29.08.2017 sonnig, kaum Wind
10:10 Wir heben den Anker und fahren bei ruhiger See nach Osten, Richtung Faro. Unser Ziel ist die Lagune von Faro, bzw. der Ankerlatz dort, hinter Culatra. Im Laufe des Vormittags kommt perfekter Wind für unsere Reise auf, und so segeln wir ab 12:00 ohne Anstrengung flott übers glatte Wasser. Erst um 16:30 bergen wir die Segel unmittelbar vor dem Ankerfeld. Nach dem Ankern machen wir das Dingi klar und setzen nach Culatra über. Bei kaum erkennbaren Straßen aus Sand –es gibt keine Autos hier- und Bürgersteigen aus Betonplatten hat man das Gefühl, bereits auf einer Karibikinsel gelandet zu sein.
Wegen eines drohenden Gewitters fahren wir um 18:30 zurück zur Lucky. Während des Abendessens geht tatsächlich ein kurzer, kräftiger Regenschauer nieder. Wir lassen uns die Spaghetti unter Deck schmecken.
Mittwoch, 30.08.2017 sonnig
Nach ein paar Tassen Kaffee fahren wir wieder mit dem Dingi nach Culatra.
Wir wandern durch das Dorf und eine ausgedehnte Dünenlandschaft zum Atlantikstrand auf der anderen Seite der Insel. Hier wenden wir uns nach Westen und laufen zwei bis drei Kilometer auf den Leuchtturm von Farol zu. Am Fuße des Turms liegt eine sehr schöne Strandbar, wo wir uns erst mal eine Pause gönnen.
Mittags setzen wir mit der Fähre von Farol nach Olhao am Festland über. Wieder liegt ein langer Fußmarsch vor uns. Nach dem Einkauf bei Aldi stiefeln wir zurück zur Fähre, die uns wieder zu unserem Dingi nach Culatra bringt. Um 19:30 sind wir an Bord und kochen unser Abendessen.
Donnerstag, 31.08.2017 sonnig
Um die Wege zum Einkaufen zu verkürzen, fahren wir nach einem Kaffee am Vormittag mit unserer Yacht nach Olhao und ankern direkt vor den Markthallen.
So sparen wir die Fähre, mit dem Dingi sind wir in einer Minute an Land. Heute schauen wir uns im Ort um und machen wieder ein paar Besorgungen.
Zum Mittag kehren wir bei einer kleinen Bodega ein. Wir bestellen das Tagesgericht, einen Fischeintopf, sieht gewöhnungsbedürftig aus, schmeckt aber, dazu eine Karaffe Wein.
Nachmittags kümmern wir uns um den kleinen Außenborder, der seit gestern schlecht Gas annimmt. Nach ein paar Proberunden sind wir zuerst ganz begeistert von unserer Arbeit, allerdings stimmt der Leerlauf noch nicht 100 %ig.
Schauen wir Morgen nochmal.
Zum Abendessen braten wir uns Sardinen, die wir gestern von Aldi mitgebracht haben. Lecker.
Freitag, 01.09.2017 sonnig
Keine besonderen Vorkommnisse. Wir bestellen ein Ersatzteil für den Außenborder und schleppen weitere Proviantvorräte an Bord.
Bei diesem Spezialgeschäft haben wir nicht gefunden, was wir suchten.
Es ist sehr warm, und wir kommen ordentlich ins Schwitzen. Mittags kommt Holger kurz mit seinem Dingi vorbei. Seine Yacht liegt am Ankerplatz vor Culatra. Er wundert sich, dass wir hier ankern. Seines Wissens ist das Ankern hier seit einiger Zeit verboten. Uns liegt diese Information nicht vor. Wir reden über Dies und Das und erfahren, dass wir vergessen haben die portugiesische Leuchtfeuersteuer zu entrichten. Beim nächsten Landgang führt uns der erste Wege zur Capitanerie, um das nachzuholen.
Abends braten wir uns Kalbskottelets, dazu essen wir einen kleinen Salat.
21:45 Während ich schreibe und Günter spült, kommt die Polizei in einem kleinen Boot längsseits und ruf uns raus. Günter geht an Deck und erfährt, dass das Ankern hier verboten ist. Wir werden höflich gebeten uns Morgen einen anderen Platz zu suchen. Klar, machen wir. Schönen Abend!