Freitag, 13.10.2017 sonnig
Günter ist wie verabredet am 02.10. von Bord gegangen. Er kommt am 04.11.2017 zurück.
Ich habe also reichlich Zeit, mich ein bisschen auf der Insel umzusehen. Gleich am 02.10. nehme ich den Bus nach San Cristobal de La Laguna, eine sehr alte Stadt in den Bergen, nicht weit von Santa Cruz, die zum Weltkulturerbe gehört.
Am 05. fahre ich nach Costa Adeje im Süden der Insel. Wie auch im benachbarten Los Cristianos wird hier das Bild der Stadt von Hochhäusern geprägt. Es gibt keine historische Altstadt, Strand ist knapp, Kneipen ohne Ende. Aber !!!, und jetzt die gute Nachricht: Man bekommt tagsüber 0,4 Liter San Miguel (Bier) für 1,00 €.
Dazu gibt es kostenloses Internet. Hier kann ich endlich meine neuen Seekarten für die Karibik runterladen.
Am 06. besuche ich Puerto de la Cruz. Die Fahrt führte über den Norden der Insel. Hier ist es viel grüner als im Süden. Ich habe u. a. große Bananenplantagen gesehen. Puerto de la Cruz hat eine schöne gewachsene Altstadt. Viele Geschäfte und Restaurants, hübsch zum Durchlaufen. Eingerahmt wird das ganze allerdings wieder von Hochhäusern. Ich wandere dann noch zum botanischen Garten Auch schön.
Samstag, 07.10.2017 sonnig
Um 09:00 leihe ich mir an der Rezeption des Hafens ein Mountainbike aus. Gutes Rad, könnte aber etwas größer sein. Mein erstes Ziel ist der einzige helle Strand von Teneriffa. Playa de Las Tenesitas wurde mit Saharasand angelegt und soll schön sein, habe ich gelesen. Auf den knapp acht Kilometern Küstenstraße verlasse ich bald Santa Cruz, passiere den Containerhafen von Teneriffa und fahre dann an stinkenden Raffinerien vorbei.
Ich bin ja nicht so der Strandlieger, deshalb nehme ich auch nur flüchtig war, dass der Playa ziemlich leer aussieht.
Die Aussicht auf den Atlantik ist mit Bohrplattformen geschmückt.
Ich wende mich von der Küste ab und folge der gut ausgebauten TF-12 in die Berge. Der nächste Ort El Bailadero ist 16 km entfernt, liegt aber auch sehr hoch. Die Fahrt macht Spaß, aber ich merke bereits nach vier Kilometern, dass da nicht mehr viel gehen wird, obwohl es tatsächlich kühler wird, je höher ich komme. Mit einigen Stopps schaffe ich acht km. Keinerlei Gastronomie unterwegs. Mein Wasser ist alle.
Ich kann mir nicht vorstellen noch mal die gleiche Strecke zu schaffen, und ich muss ja auch wieder zurück. Deshalb drehe ich um und bin nach 20 Minuten wieder in San Andres am Meer. Kaffeepause.
Zurück in Santa Cruz bin ich sehr froh über meine Entscheidung. Weiter hätte es heute wirklich nicht sein müssen.
Montag, 09.10.2017 sonnig
Um 11:00 lege ich ab und fahre auf den völlig glatten Atlantik. Mein Ziel ist San Miguel im Süden der Insel. Hier möchte ich Andrea an Bord nehmen. Der Flughafen ist ganz in der Nähe.
Wie angesagt, kommt der schwache Wind aus Süden. Es wird also wieder ein Tag unter Motor. Nach San Miguel wären es gut 35 nm gewesen, als ich aber um kurz vor 18:00 das Süd-Ost-Ende der Insel (Punta Roja) runde, sehe ich drei Yachten vor dem Playa de la Tejita ankern und leg mich kurz entschlossen dazu. Dann fahre ich eben erst Morgen in die Marina.
Dienstag, 10.10.2017 sonnig
In der Nacht werde ich von einem kurzen, heftigen Regenschauer geweckt. Heute Morgen sieht man wieder viel Asche bzw. Sand an Deck, vom Regen zusammengespült.
Durch die glatte Wasseroberfläche kann ich den silber-glänzenden Anker im schwarzen Sand gut ausmachen. Die Schaufel hat sich eingebgraben, nur Stock und Bügel sind zu sehen.
Um 09:10 ziehe ich das Geschirr hoch und fahre langsam an der Südküste entlang.
Eine knappe Stunde später habe ich die Marina San Miguel erreicht. Mein Anruf über UKW bleibt unbeantwortet. Auch nach dem Einlaufen in die Marina interessiert sich irgendwie keine Sau für mich. Ich mache am ersten freien Ponton fest. Dieser liegt gleich vor dem Marinabüro, aber dummerweise auf der gegenüberliegenden Seite des Beckens. Ich laufe einmal rund um den Hafen, ca. 500 Meter, zum Büro. Ich erkläre, dass ich gerade angekommen bin und gern ein paar Tage bleiben würde. Der Hafenmeister sichtet und kopiert meine Papiere und stellt die üblichen Fragen. Das dauert seine Zeit, weil er zeitgleich mehrere Telefonate führt und jeder Spanier, der das Büro betritt, um „mal eben was zu klären“, Vorrang hat. Ich erhalte meine Papiere zurück und er fragt mich, ob ich sonst noch was brauche. Ja ? ? ? Einen Liegeplatz.
Er war wohl davon ausgegangen, dass ich bereits eine freie Box gefunden hatte. Jetzt werde ich direkt am Büro von einem Mariniero im Schlauchboot abgeholt, er zeigt mir einen geeigneten Platz und bringt mich dann zurück zu Lucky. Ich mache los und verhole mich zum Liegeplatz. Es ist inzwischen nach 11:00. Bis zum späten Nachmittag beschäftige ich mich mit der Bootspflege.
Auf dem Spaziergang am Abend kann ich spontan nichts enddecken, was mit gefällt. Schauen wir Morgen mal.

Mittwoch, 12.10.2017 sonnig
Dank Google-Maps kenne ich mich heute schon besser aus. Ich finde ein paar Lokale mit Meerblick und laufe zum 3,7 km entfernten Supermarkt. Auf dem Rückweg sammele ich Daten über Buslinien, die uns hier in Zukunft helfen können. Nachmittags wird geputzt und abends lecker gekocht.
Um 21:00 mache ich mich auf dem Weg zu einem der Lokale, die für den Abend Life-Musik anbieten. Die Pool-Bar The Palms, innen einer Cafeteria ähnlich, aber mit kleiner Bühne, hat Platz für ca. 50 Gäste. Zwei Tische sind mit insgesamt sechs Personen (4 + 2) besetzt. Ich belege den dritten Tisch und ein weiterer Herr wenig später den vierten. Der Künstler singt zu Playback, wie ich finde, wirklich gut. Auch die Auswahl aus alten und aktuellen Songs gefällt nicht nur mir, auch die anderen Gäste klatschen kräftig Beifall. Allerdings ist Applaus von acht Leuten naturgemäß ziemlich dünn. Er singt ohne Pause etwas länger als eine Stunde, erfüllt sogar noch einen Zugabe-Wunsch, aber um 22:40 ist Schluss. Ich zahle 5,00 € (großes Bier, kleines Bier, Tipp) und laufe in 20 Minuten zurück zum Schiff.
Morgen Mittag kommt Andrea am Flughafen Teneriffa-Süd an. Ich freue mich auf drei Wochen gemeinsamen Urlaub.