La Gomera I

Samstag, 14.10.2017                      schwül, sehr warm, diesig durch gelben Sand

Bereits gestern hatte ich Luckys Deck gründlich gewaschen, weil sich während der kurzen Liegezeit in der Marina San Miguel eine dicke gelbe Staubschicht abgelagert hatte. Über Nacht hat der Wind scheinbar eine neue aufgelegt. Also nochmal abspritzen.

Um 12:00 fahre ich mit dem Bus zum Flughafen um Andrea abzuholen. Ich hatte in den letzten Tagen drei Taxifahrer nach einem Preis für die Strecke gefragt und drei verschiedenen Antworten von 12,00 bis 20,00 € bekommen. Nicht mit mir! Der Bus kostet 2,50 und braucht kaum 20 Minuten.

20171014_143657Der Flieger landet pünktlich. Um 14:30 sind wir zurück im Hafen.

Ich habe im Umfeld der Marina nichts gefunden, was zum Bleiben einlädt, und weil das Wetter sehr ruhig ist beschließen wir, Morgen nach La Gomera zu fahren.

Sonntag, 15.10.2017                      schwül, warm

Um kurz nach 08:00 rufe ich über Kanal 09 die Marina um auszuklarieren. Diesmal meldet sich sofort ein freundlicher Mariniero und holt mich mit seinem Golf-Cart am Steg ab. Er kassiert das Liegegeld im Büro und bringt mich zurück. Während Andrea die Dusche aufsucht, spüle ich wieder den Sahara-Sand vom Deck.

Um 10:30 legen wir ab. Wind haben wir kaum, aber anfangs schaukeln wir durch eine lästige Dünung. Auf halbem Weg kommt dann doch etwas Wind auf. Wir segeln unter Genua und genießen die Ruhe. Leider ist der Spuk nach einer halben Stunde schon vorbei. Um 16:00 fahren wir bei Flaute in die Marina La Gomera, San Sebastian ein. Wir melden uns über Funk. Ein freundlicher Mariniero weist uns ein und hilft beim Festmachen. Anmelden, Morgen früh im Büro.

P1070017Die gepflegte Marina liegt im Zentrum der kleinen Hauptstadt von La Gomera. Ein beschaulicher Ort mit vielen Geschäften, Restaurants und Cafés, sauberen Straßen und schattigen Plätzen unter Palmen und riesigen Lorbeerbäumen. Es gibt ein paar kleine und einen großen Supermarkt, Bäcker und Gemüsemarkt, alles gut zu Fuß zu erreichen.

Hier sehen wir Anna und Reinhard von der Sancara wieder. Wir waren uns bereits auf Porto Santo und Madeira begegnet. Wir treffen uns zwanglos zum lockeren Informationsaustausch bei Kaffee oder Bier.

Dienstag, 17.10.2017                     sehr warm

Um mehr von der Insel zu sehen, fahren wir mit dem Bus Nr. 2 in den Norden, nach Agulo. Die Reise ist fantastisch. Die erstklassige Straße windet sich durch eine alpine Landschaft. Die Gegend ist zwar nicht wirklich grün, aber man sieht in den Bergen sehr viele Palmen. Nach der Fahrt durch einen Tunnel ändert sich das Bild. Es ist wolkiger, die Landschaft grüner. Wir sehen Bäume, viele kleine landwirtschaftlich genutzte Flächen und auch größere Bananenplantagen. Agulo wirkt sehr verschlafen und aufgeräumt.

Auf dem Rückweg steigen wir in Hermigua aus. Auch ein schöner Ort, allerdings fällt mir nach wenigen Schritten auf, dass ich meine Kamera nicht mehr bei mir trage. Schei . . .. Es gibt drei Möglichkeiten, wo sie liegen könnte: In dem Lokal in Agulo wo wir einen Kaffee hatten, an der Bushaltestelle auf der Bank oder im Bus. Ich überwinde den ersten Ärger und fange an mich mit dem Verlust abzufinden, was soll ich schon machen. Andrea denkt da ganz anders und organisiert im ersten Bistro am Weg ein Taxi, was ich spontan für viel zu teuer halte.  Ich ändere meine Meinung, als wir 10 Minuten später die Kamera auf der Bank an der Bushaltestelle liegen sehen. Die nette Taxifahrerin, der wir unterwegs auf Nachfrage von dem Missgeschick erzählt hatten, meint, bei so viel Glück sollten wir Lotto spielen. Wir fahren mit ihr zurück nach Hermigua und bitte sie, uns irgendwo abzusetzen, wo man eine Kleinigkeit essen kann. Sie empfiehlt Pedro für Tapas. Die ganze Taxifahrt kostet 7,00 €. Die Welt ist wieder in Ordnung. Bei Pedro gönnen wir uns einen kleinen Imbiss und ein großes Bier, bevor wir den nächsten Bus nach San Sebastian nehmen. IMG_1826Pedro spricht gut Deutsch. Auf die Frage warum, antwortet er: „Meine Frau ist Deutsche.“

Mittwoch, 18.10.2017                   sonnig und warm

Heute probieren wir unsere Omnia Camping Backform aus, mit der wir bei der Atlantiküberquerung unseren Brotbedarf decken wollen. Sowohl das Vollkornbrot, als auch ein Rührkuchen gelingen gut.20171018_160037

Donnerstag, 19.10.2017               sonnig und warm

Wir nehmen an einer kostenlosen Führung durch San Sebastian teil. Die Fremdenführerin, Andrea erzählt anschaulich über die Geschichte der Stadt, Gebäude, Herrscher und den Aufenthalt von Columbus vor seiner Überfahrt in die neue Welt. Am Ende gibt es an einem Stand auf dem Markt noch eine kleine Verkostung lokaler Produkte.

Nachmittags besuchen wir mit unserem Kuchen die Sancara. Dabei lernen wir eine völlig neue Dimension von Stauraum kennen, obwohl das Schiff, eine Reinke S11 aus Aluminium, wahrscheinlich nicht länger ist als Lucky.

Als wir zurück an Bord kommen, haben wir die oft gewünschte „Handbreit Wasser“ im Schiff. Der Schlauch vom Heißwasser-Boiler ist abgesprungen und die Druckwasserpumpe hat den Inhalt des Wassertanks in die Bilge gepumpt. Er war zum Glück höchstens noch zu 1/3 voll. Wir pumpen das Wasser soweit möglich außenbords, tragen viele Behälter und einige Paletten Bier ins Cockpit, um den Rest mit Schwamm und Lappen trockenzulegen. Material zur nachhaltigen Reparatur des eigentlichen Schadens haben wir  zufällig an Bord.

Danach haben wir keine Lust mehr zu kochen. Andrea lädt mich in eine Pizzeria ein. Es schmeckt uns prima.

2 Kommentare zu „La Gomera I

  1. Mein Hellseher, seit wieviel Jahren wünschen wir uns „immer eine Handbreit Wasser im Schiff“… was, wenn das mitten auf dem Atlantik passiert wäre? Natürlich nachts und unbemerkt, – keine Morgenwäsche mehr…… 🙂

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