Mittwoch, 13.12.2017 sonnig und warm
Vormittags schaut ein Herr von Grenada Marine vorbei und fragt, ob wir Dienstleistungen der Werft benötigen. An einem Mastbeschlag wollen wir vier Nieten erneuert haben und er vespricht, uns einen Rigger zu schicken. Es vergeht zwar einige Zeit, aber irgendwann erscheint Louis. „Drei US$ pro Stück“, lautet sein Angebot, das wir gerne annehmen. „Ich schicke einen Monteur“. Mehr passiert erst mal nicht.
Donnerstag, 14.12.2017 sonnig und warm, Regenschauer
Auf Nachfrage erscheint am späten Vormittag der Monteur der Werft und erneuert die Nieten. Die Rechnung erhalten wir später per Email: 47,– € (4 x 3 US$ = ?) Für die Nacht ankern wir in der Bucht.
Freitag, 15.12.2017 sonnig und warm, Regenschauer
Um 11:00 lichten wir den Anker und segeln zur 5 nm entfernten Woburn Bay. Hier gibt es in der Wistle Cove Marina beim Metzger „Meet and Meat“ , laut Revierführer, das beste Fleisch der Insel. Wir haben zwar immer noch kein Geld, aber vielleicht gibt es ja dort auch einen Geldautomaten. 12:20 ankern wir vor dem Hafen und setzen mit dem Dinghi über.
Wir finden eine kleine Marina mit einer hübschen, gut besuchten Bar und einem winzigen Laden. Geld bekommen wir nicht, aber wir können unseren kleinen Einkauf mit Karte bezahlen. Internet ist für eine Stunde kostenlos, funktioniert aber gerade nicht. André, ein netter, allein segelnder Pole empfiehlt uns eine andere Karibik-Bar, etwas tiefer in der Bucht, wegen des sehr guten WiFi. Wir bringen unsere Beute an Bord und bereiten ein Mittagessen mit Schweinekottelets und grünem Salat zu. Köstlich!
Nach dem Essen steigen wir wieder ins Beiboot und fahren zu der empfohlenen Bar.
Nimrod’s Rum Shack ist eine kleine Hütte am Straßenrand, mit „Biergarten“. Einige der Gäste scheinen schon länger zu feiern und zwei Franzosen unterhalten musikalisch mit Akkordeon und Saxophon. Hier treffen wir auch André wieder. Wir unterhalten uns u. a. über unser Geldproblem. Er leiht uns 10,00 EC$ und mit dem nächsten Minibus der Linie 2 sind wir unterwegs nach St. Georges, der Hauptstadt von Grenada.
Die kleinen 12-sitzigen Busse stellen den öffentlichen Nahverkehr auf der Insel. Eine Fahrt kostet 2,50 EC$ (knapp 1 US$), egal wie weit man fährt. Den Wunsch auszusteigen äußert man durch Klopfen aufs Fahrzeugdach (Die Fenster sind meistens offen). Unterwegs wird man von lauter „Musik“ mit kräftigen Bässen „unterhalten“. In St. Georges befindet sich ein Busbahnhof, wo wahrscheinlich alle Linien zusammentreffen.
Wir versorgen uns mit Bargeld und gehen, vorbei am Cruiser-Kai, durch die belebten Straßen zum Markt.

Gleich am ersten Stand erstehe ich einen Beutel Muskatnüsse, als Mitbringsel für die Familie. In einer Markthalle finde ich dann auch noch diese herrlich scharfe Chilisoße, die im Strandrestaurant zum Essen gereicht wurde. Auch davon kaufe ich eine große und eine kleine Flasche.
Damit ist mein Souvenir-Einkauf schon beim ersten Stadtbesuch erledigt. Toll. Auf dem Weg zum Busbahnhof kommen wir noch an einem Supermarkt vorbei. Auch da müssen wir rein, vielleicht finden wir ja weitere interessante Angebote.
Wir kaufen nichts, stellen nur fest, dass es die tolle Chilisoße auch hier gibt, genau zum halben Preis! Vom Busbahnhof fahren wir mit der Linie 2 zurück zu Nimrod’s Rum Bar. André ist noch dort, also zahlen wir gleich unsere Schulden und nehmen noch einen Drink zusammen.
Samstag, 16.12.2017 sonnig und warm, Regenschauer
Nach dem Frühstück fährt Günter mit dem Dinghi zu Nimrod’s um via Internet zu arbeiten. Nachmittags wandern wir ein paar Kilometer die Landstraße entlang, einfach um der Bewegung willen. Ein Regenschauer, wie sie hier mehrmals täglich nieder gehen, bringt unterwegs eine willkommene Erfrischung.
An einem Grill am Straßenrand kaufen wir köstliche Hähnchenkeulen, die wir an Ort und Stelle verspeisen. Auf dem Rückweg gibt’s noch ein Bier bei Nimrod’s. Um 18:30 sind wir zurück an Bord.
Hier wird es bereits um 18:00 dunkel, deshalb sind wir meistens früh im Bett, allerdings treffen wir uns auch morgens um 07:00 zum Kaffee im Cockpit. Dann brennt die Sonne schon vom Himmel, wenn nicht gerade wieder ein Schauer niedergeht.
Sonntag, 17.12.2017 sonnig und warm, Regenschauer
10:30 gehen wir Anker auf. Wir runden das Südwest Kap von Grenada und ankern um 13:30 nahe der Hauptstadt St. Georges. Ich nehme das Dinghi und erkunde die Landungsmöglichkeiten und WiFi-Angebote. Beiläufig lerne ich auch die Bierpreise kennen. Günter schwimmt zum Strand, ist aber entsetzt über die Verschmutzung.
Montag, 18.12.2017 sonnig und warm, Regenschauer
Nach dem Frühstück setzen wir nach St. Georges über.
Beim Stadtrundgang besuchen wir das herrlich klimatisierte Schokoladenmuseum, gehen noch mal über den Markt und kaufen eine Hand voll Äpfel. Wir fahren zum Grenada Yachtclub. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Mega-Yachten die gegenüber in der Port-Louis-Marina liegen.
Das WiFi arbeitet allerdings nicht besonders gut. Bei Budget Marine suchen wir nach einem neuen Druckminderer für unseren Gasherd. Ich habe zwar vor Reisebeginn erst einen neuen verbaut, aber seit einigen Tagen brennen die Flammen etwas zu schwach. Leider führt man hier nur Teile für amerikanische Systeme. Auf dem Rückweg zum Boot legen wir noch kurz bei Foodland an und kaufen ein paar frische Lebensmittel.
Dienstag, 19.12.2017
Günter geht zum Fischmarkt und kauft fürs Abendessen zwei Thunfisch-Kottelets, ich besorge frischen Salat. Wir wollen, bevor wir Grenada verlassen, den „Fish-Friday“ besuchen, der wöchentlich in Gouyave stattfindet, deshalb ziehen wir mittags der Anker an Bord und segeln nach Gouyave, um dort die Liegemöglichkeiten auszuloten. Einen Ankerplatz finden wir zwar, aber das Landen mit dem Dinghi an der hohen Betonpier erscheint mir bei dem herrschenden Wellengang recht abenteuerlich. Wir fahren zurück nach Süden. Unterwegs statten wir der Draggon Bay noch einen Besuch ab. In der schönen Strandbar gönnen wir uns ein Bier und bekommen etwas von der lautstarken Kinder-Weihnachtsfeier mit, die am Strand stattfindet. Lucky rollt derweil in der Dünung. Kein schöner Platz für die Nacht. Also fahren wir wieder nach St. Georges.
Mittwoch, 20.12.2017
Die Thunfisch-Kottelets waren lecker, heute lassen wir uns auf dem Fischmarkt einen kleinen Thun filetieren.
Ich erkundige mich in der Zwischenzeit nach der Busverbindung nach Gouyave. Es Scheint kein Problem zu sein, zum Fish-Friday zu kommen. Danach machen wir einen Ausflug zur Grand Anse, dem größten Strand von Grenada. Hier gibt es auch eine größere Shoppingmall, die wir natürlich besichtigen und wieder einen Regenschauer.
Zurück an Bord, wird die erste Hälfte des Fisches gewürfelt, mit Limettensaft gebeizt und dann mit Knoblauch, Zwiebeln, Pfeffer und Salz gewürzt. Lecker!
Die zweite Hälfte kommt abends unter die Nudeln. Auch jut.