Antigua und Saint Christopher (St. Kitts)

Mittwoch, 24.01.2018

Nach dem Frühstück steigen wir ins Dinghi und besuchen einen nahe gelegenen Werftbetrieb, um unser Anliegen vorzutragen. Die Angesprochenen sind sehr freundlich und weisen uns den Weg zum Büro, mit dem Hinweis, wir sollten uns an Hellen wenden. Hellen ist nicht da, wird aber gegen 13:00/13:30 erwartet. Ok, das gibt uns reichlich Zeit, erst mal in das Café mit dem guten Wlan zu fahren, welches dummerweise auf der anderen Seite der Bucht liegt.

Mir schmeckt der Cappuccino, und die Daten fließen gut, während Günter in einem Laden erfolglos zu klären versucht, warum seine in Union Island für die Karibik gekaufte Telefonkarte auf Antigua nicht funktioniert.

Um 13:00 fahren wir wieder über die Bucht zur Werft. Hellen ist leider noch nicht eingetroffen. Direkt neben dem Büro liegt ein Restaurant mit einer schönen schattigen Terrasse am Wasser. Wir warten dort bei ein paar kühlen Bier zu karibischen Preisen. Hellen trifft auch bis 14:30 nicht ein, aber anhand ausliegender Flyer konnten wir uns inzwischen über die aufgerufenen Kranpreise informieren. Auch hier liegen diese fast 100% über einem Angebot, das uns inzwischen aus Puerto Rico vorliegt.

Zurück an Bord der Lucky rufen wir via Satelitentelefon – alles andere funktioniert ja nicht – bei einer Werkstatt in Puerto del Rey, Puerto Rico, an. Mein Gesprächspartner scheint mit der Arbeit vertraut zu sein. Er bittet mich, ihm ein Foto der Wellendichtung zu schicken und rät mir, den angebotenen Krantermin zu buchen, er wird dann schon Zeit haben, die Reparatur zu machen.

Prima, also wieder zum Cappucino-Laden ins Netz. Ich frage bei der Marina del Rey per Email nach einem festen Termin, möglichst am 05. oder 06. Februar.

Danach wandern wir zum Supermarkt, der auf einer angrenzenden Terrasse auch Wlan anbietet. Dort treffen wir Anna und Reinhard. Während wir uns bei ein paar kalten Getränken aus dem Markt unterhalten, bekomme ich schon die Bestätigung meiner Anfrage. Für die Buchung des Termins muss ich noch eine Kopie meiner Versicherungsbestätigung schicken. Ist an Bord, ein Foto schicke ich Morgen aus dem netten Café.

Abends sind wir wieder an Bord der Sancara, die morgen weiter fährt. Wir werden uns bestimmt bald wieder treffen.

Donnerstag, 25.01.2018

Nachdem wir aus dem Café das Bild der Wellendichtung und die Versicherungsbestätigung verschickt haben, fahren wir mit dem Bus nach St. John’s, der Hauptstadt von Antigua. P1070454In einem richtigen Digicel-Laden hofft Günter, Antwort auf seine Frage zu bekommen. Kriegt er: Die Karten gelten nicht, wie man uns auf Union Island gesagt hat, auf allen Inseln auf denen man mit East Caribbean $ bezahlt, sondern nur in einem sehr viel kleineren Bereich. Da wir quasi auf der Durchreise sind, lohnt es sich auch kaum, hier für zwei Tage eine neue Karte zu kaufen. Das bedeutet für uns: Telefonieren nur über WhatsApp, und: Ohne Bier kein Internet. Nach einer kleinen Runde durch St. John’s fahren wir mit dem Bus zurück nach Falmouth Harbour.

Nachmittags besuchen wir noch eine andere Crew, die in Nelson’s Dockyard an ihrem Schiff arbeitet. Wir nutzen auch dort nochmal die Gelegenheit nach einem Auskranen zu fragen, aber der Preis aus Puerto Rico ist deutlich günstiger.

Freitag, 26.01.2018

Wir ziehen früh den Anker aus dem Sand und segeln aus der Falmouth Harbour Bucht. P1070462.JPGFürs Wochenende ist starker Wind angesagt, und wir wollen uns einen schönen Ankerplatz an der geschützten Westküste von Antigua suchen. Um 11:00 gibt es erst mal eine ordentliche Regendusche am Süd-West-Ende der Inseln. Hier drehen wir nach Norden und segeln vorbei an Jolly Harbour zur Deep Bay, kurz vor St. John’s. Eine schöne Bucht mit klarem Wasser, aber keine Chance auf Internet. Wir segeln zurück und ankern um 14:30 vor Jolly Harbour. Mit dem Dinghi fahren wir durch die große Lagune zur Marina. Einen „kostenlosen“ Wlan-Zugang finden wir bei Maydays, einem Terrassen-Restaurant, das scheinbar unter österreichischer Leitung steht. Auf der Speisenkarte lesen wir Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn. Wir telefonieren, und in meinen Emails finde ich die Bestätigung des Krantermins in Puerto del Rey für den 05. Februar, 11:00.

Ich schicke eine Liegeplatzanfrage an die Marina Cap Cana in der Dominikanischen Republik, wo ich Andrea am 17.02. an Bord nehmen möchte. Für sechs Bier zahlen wir 33 €, eine Telefonkarte hätte nicht mehr gekostet.

Zum Essen sind wir zurück an Bord. Dabei überlegen wir laut, ob es für uns Sinn macht, länger hier zu bleiben. Wir beschließen am Samstagmorgen auszuklarieren und nach St. Kitts weiter zu fahren, sofern das Wetter es zulässt.

Samstag, 27.01.2018

Wir stehen früh auf. Das Wetter ist freundlich, also fahren wir um kurz vor 08:00 mit dem Dinghi zur Marina. Während ich ausklariere, bringt Günter den Müll weg und besorgt frisches Brot.

Um 09:00 heben wir den Anker, setzen die Genua und segeln nach Westen. Sobald wir den Windschatten von Antigua verlassen haben, schiebt der Wind kräftig. Die See ist mäßig bewegt. Wir brauchen kein weiteres Segel, um gut voran zu kommen. Unterwegs überholen uns viele Wolken, und ein Regenschauer fehlt auch heute nicht. Günters Angeln bleibt diesmal leider erfolglos. Schade, der Thun stand doch schon auf unserem Menüplan. Durch die guten Segelbedingungen gehen wir bereits um 17:35 in der South Friari Bay auf Saint Christopher (St. Kitts) vor Anker.

Hier liegen wir gut geschützt vor Wellen, der Wind bläst allerdings zunehmend kräftig, während wir uns eine Gulaschsuppe aufwärmen.

Sonntag, 28.01.2018

Um 09.30 segeln wir 2,5 nm, zur Hauptstadt Basse Terre und ankern vor der Einfahrt der Marina. Mit dem Dinghi tuckern wir hinein zum einklarieren. Die Beamten sind sehr freundlich, und nach weniger als einer Stunde und 60,00 EC$ (20,00 €) sind wir legal im Land. Wir laufen durch das kleine „Cruiser Dorf“ mit zahlreichen Souvenir-, Juwelier-, und anderen Dutyfree-Geschäften zum historischen Teil der Stadt.

Wir können hier zwar mit unseren Handys telefonieren, zum Datenaustausch müssen wir aber einen Wlan-Zugang haben. Also setzen wir uns nach dem Spaziergang im „Cruiser-Dorf“ vor eine Bar. Hier kostet der Internetzugang 5,00 EC$ pro Bier. Könnte schlimmer sein.

Danach machen wir noch zollfreie Einkäufe, bevor wir zurück an Bord fahren.

Schon um 15:00 ziehen wir den Anker wieder hoch, um ein Stück weiter nördlich die „Marina St. Kitts Works“ MSKW zu besuchen. Hier steht das Boot eines guten Bekannten von Günter an Land, und wir wollen „mal nach dem Rechten sehen“. P1070484.JPGUm 17:30 ankern wir vor der Anlage. Wir machen uns Bratkartoffel mit Pulled Pork aus der Dose. Lecker!

Montag, 29.01.2018

In der Nacht hat der Wind stark und böig geblasen, ein Regenschauer jagte den nächsten. Lucky zog kräftig an der Ankerkette und rollte von einer Seite auf die andere. Der neue Tag begrüßt uns mit dicken Wolken und einem Regenbogen.P1070487

Wir lassen das Wasser aus dem Dinghi laufen und setzen über. Die „Marina“ ist nicht viel mehr als ein Becken für den Kran, wo die Schiffe aus dem Wasser gekommen werden. Wir binden unser Beiboot an und gehen zum Abstellplatz auf der anderen Straßenseite. Hier befindet sich glücklicherweise auch das Custums- und Immigration Büro, dessen Suche ich mir schwierig vorgestellt hatte.P1070504.JPG

Auf dem Marinagelände, werden Schiffe hurricane-sicher „eingegraben“ und verzurrt. Günter läuft zielstrebig auf die blaue Yacht seines Bekannten zu und macht, wie verabredet, ein paar Bilder.

Da wir Morgen früh weiter segeln wollen, gehen wir sofort zum Customs-Office zum Ausklarieren. Dem freundlichen Beamten fällt auf, dass die Ausreise noch in unsere Pässe gestempelt werden muss. Dafür scheint die Polizei zuständig zu sein. Bevor er uns lange erklärt wo die Station ist, und vor allen Dingen, wie wir dorthin kommen, sagt er: „Ich fahr Euch hin“. Wir steigen in seinen Wagen und fahren geschätzt 4 km nach Sandy Point zur Polizei. Unsere Pässe werden gestempelt, wir können ausreisen.

Oberhalb der „Marina“ liegt das berühmte Brimstone Hill Fortress, ein Fort aus dem 18. Jahrhundert mit Museum und großartiger Aussicht. Der Weg dorthin soll heute für unsere nötige Bewegung sorgen. Der nette Zollbeamte setzt uns auf dem Rückweg an der Abzweigung zum Fort ab, und wir marschieren los.

Unterwegs regnet es beinahe ununterbrochen, aber es ist ja nicht kalt. Der Weg führt zunehmend steiler bergan, gerade richtig für unseren Bewegungsdrang.

Auf dem Weg bergab zur „Marina“ sind wir schon fast trocken, als sich die „Schleusen wieder öffnen“. Wir gehen noch mal beim Zollbüro vorbei. Günter darf hier das Internet für eine wichtige Nachricht nutzen. Um 14:00 sind wir wieder an Bord und gönnen uns ein wohlverdientes Bier.

Nachmittags verlegen wir unseren Ankerplatz eine Meile weiter nach Norden. Hier liegen wir für die kommende Nacht etwas geschützter. Ich backe noch ein Brot fürs Frühstück, danach schauen wir uns bei einem leckeren Rumpunsch eine DVD von der Atlantiküberquerung des Seglerkollegen Franz aus Osterath an. Schöner Film.

Dienstag, 30.01.2018

06:40 Wir setzen das Großsegel im zweiten Reff, holen den Anker auf und fahren nach Norden. Unser Ziel ist die Marigot Bucht auf der Insel Saint Martin. Vor uns liegen 50 nm am Wind.

07:00 Nachdem wir den Windschatten von St. Kitts verlassen haben, bläst es, wie angesagt recht kräftig, aber wir setzen die gereffte Genua und können unseren Kurs zielgerichtet segeln. Die See ist ruppig.

Am Ende der Enge zwischen St. Kitts und Sint Eustatius hat Günter um 08:30 einen Biss an der Angel. Beim Einholen der Schnur spür er, dass sich der Zug ganz kurz und sehr heftig verstärkt. Als die Beute schließlich an Bord ist, sieht man, dass wohl ein größeres Raubtier auch Interesse an Günters Fang hatte. Man hat uns quasi das Essen vom Teller geklaut.P1070506A.jpg

Leider bleibt es bei dem einen Biss und wir müssen uns wieder mit dem Gedanken an eine leckere Pizza anfreunden. Im Laufe des Tages wird die See ruhiger und der Wind lässt etwas nach. Wir reffen immer mehr aus und kommen gut voran. Lediglich die letzte Stunde muss der Motor uns gegen den Wind in die Bucht schieben. Um 16:30 ankern wir vor Marigot.

Nach dem Ankerbier setze ich zum Einklarieren über. Eine ausgezeichnete Pizza aus dem Holzfeuer essen wir abends am Pizza-Truck, direkt am Anleger. Ein anschließender Rundgang durch das dunkle Stadtzentrum ist bei geschlossenen Geschäften wenig ergiebig. So sind wir um kurz nach 20:00 bereits zurück an Bord und erledigen Büroarbeiten.

Von Guadeloupe nach Antigua

Sonntag, 21.01.2018

Nach dem Duschen und Bezahlen fahren wir um 08:20 noch kurz die Tankstelle an, um Wasser aufzunehmen. Um 09:00 sind wir bereits unter Großsegel und Genua unterwegs. Mit Erreichen des südwestlichen Endes von Guadeloupe bergen wir das Großsegel und runden das Kap unter Genua in verschiedenen Reffstufen. Um 13:15 bergen wir an der Westküste das Segel. Wir haben im Vorbeifahren in der Marina de Riviére Sens einen Bootslift entdeckt.

15:45 Wir ankern vor der Marina und fahren mit dem Dinghi hinein. Aus der Nähe betrachtet lässt der Anblick unsere Hoffnung auf Hilfe schnell schwinden. In dem gammeligen Kran hängt ein verrottetes Motorboot. Wir finden nicht mal ein Becken, in dem der Lift arbeiten könnte, von einer Fachwerkstatt ganz zu schweigen. Abgesehen von den Pelikanen im Hafen, hat der kleine Ort für uns nichts Interessantes zu bieten.

Zurück an Bord spritze ich frisches Fett in die Wellendichtung, die heute wieder deutlich mehr Wasser durchgelassen hat. Das wirkt! Sofort reduziert sich das Tropfen merklich.

15:10 Wir ziehen den Anker an Bord und fahren weiter nach Norden.

17:50 Wir ankern vor Malendura, direkt am Naturschutzgebiet Réserve Cousteau. Vom Strand hallt stundenlang Trommeln herüber. Karneval?

Es hat heute bisher nicht geregnet! Das ändert sich natürlich schlagartig, als um 18:50 unser Abendessen auf dem Cockpittisch steht. Wie so oft gehen wir zum Essen schnell nach unten in den viel zu warmen Salon.

 

Montag, 22.01.2018

Der Himmel ist wolkenverhangen und ab und zu nieselt es ein bisschen. Nicht einladend zum Schnorcheln.

10:00   Wir setzen die Segel, ziehen den Anker an Bord und segeln knapp 10 nm nach Deshaies. Während der Überfahrt widmen wir uns der Chrompflege im Cockpit. Am Ziel ankern wir und warten einen Regenschauer ab.

Um 12:30 fahren wir an Land. Wir brauchen eine Apotheke und müssen ausklarieren. Natürlich sind beide Geschäfte über Mittag bis 15:00 geschlossen.

Die in den Restaurants angebotenen Speisen sind uns zu teuer, also fahren wir nach einem Rundgang durch den kleinen Ort zurück an Bord. Hier gibt es Rührei mit Speck und frisch gebackenes Brot als zweites Frühstück.

Am Nachmittag erledige ich die nötigen Dinge an Land. Den Rest des Tages verbringen wir an Bord.

 

Dienstag, 23.01.2018

Um 07:00 setzen wir die Segel und heben den Anker. Vor uns liegen 43 nm bis Antigua. Durch die Landabdeckung ist der Wind am Anfang noch unstet. Weiter draußen sind wir der Atlantikdünung ausgesetzt, aber hier bläst es jetzt stärker und gleichmäßig. Wir reffen die Genua und kommen gut voran.

Günter hat, wie immer wenn Platz im Kühlschrank ist, die Schleppangel ausgebracht. Um 14:40 beißt etwas an. Er zieht einen schönen Thunfisch für vier Personen an Bord und verarbeitet ihn wie gewohnt.

Um 15:30 erreichen wir English Harbour.

 

Wir ankern in der Freeman Bay und ich setze zum Einklarieren über. Um 16:40 ziehen wir das Eisen wieder hoch, drehen eine kleine Runde durch Nelson’s Dockyard.

und fahren dann zur um die Ecke liegenden Falmouth Harbour Bucht. Hier ankern wir um 17:25 hinter der Sancara. Wir setzen kurz über und berichten uns gegenseitig über die jüngsten Ereignisse. Wir haben nicht viel Zeit. An Bord wartet der Thun, den wir heute teils roh mit Sojasoße und Wasabi als Vorspeise essen. Danach gibt es gebratene Filets mit Bratkartoffeln. Petri Dank!

Erst mal weiter

Freitag, 12.01.2018

Wir haben uns gestern Abend bei einem kühlen Bier die ganze Wellendichtungsgeschichte nochmal gründlich überlegt. Nachdem wir die Manschette gut gefettet haben, tropft es nur noch bei Motorfahrt. Das gibt uns Spielraum, erst mal weiterzusegeln. Wir sind der Meinung: Teurer kann es nirgendwo sein. 2014 haben wir in den USA weniger als die Hälfte fürs Kranen bezahlt.

Samstag, 13.01.2018

Nach dem Frühstück fahren wir zur Tankstelle um Wasser und Diesel zu ergänzen. Danach wollen wir unser Windinstrument abholen, das wir am Donnerstag in einer Elektronikwerkstatt abgegeben haben. Wir müssen so lange vor dem Tankponton warten, dass wir es nicht vor Ladenschluss schaffen. Also bleiben wir übers Wochenende noch hier.

Sonntag, 14.01.2018

Einheimische beim Sonntagssegeln
Einheimische beim Sonntagssegeln

 

Montag, 15.01.2018

09:30 Der Windanzeiger wurde noch nicht repariert. „Fragen sie doch in zwei Stunden noch mal nach.“

Wir sagen erst mal die vereinbarten Termine für den 24. ab und kaufen die erforderliche Wellendichtung, um sie an Bord zu haben, falls wir unterwegs auf eine günstige Werkstatt treffen.

Mittags erhalten wir tatsächlich das Windinstrument, das jetzt einwandfrei arbeitet. Die Abreise verschieben wir mal wieder auf Morgen. Nach einem Spaziergang belohnen wir uns mit einem köstlichen Döner im Kebap-House und nutzen auch gleich den daneben liegenden Waschsalon. Am Abend sind wir zum Bier auf der Electra eingeladen.

 

Dienstag, 16.01.2018

06:40 ziehen wir den Anker an Bord und segeln nach St. Pierre. Den größten Teil der Strecke können wir wirklich mit der Kraft des Windes zurücklegen, lediglich die letzten vier Meilen motoren wir gegenan. Um 14:05 ankern wir am Ziel.

Wir brauchen Bewegung, fahren mit dem Dinghi an Land und machen uns auf den langen Weg zur Rum-Brennerei. Zehn Minuten vor Erreichen der Anlage öffnen sich wieder die himmlischen Schleusen und wir treffen klatschnass dort ein. Auf dem Rückweg werden wir von der Sonne schnell wieder getrocknet. Einen kurzen Halt machen wir noch bei dem Bistro mit der schönen Aussicht, danach wird ausklariert. Wir wollen weiter.

21:30 Wir gehen Anker auf und segeln in die Nacht nach Norden. Beim Passieren der Insel Dominica ist wegen der Windabdeckung der Motor gefragt, aber sonst ist es wieder ein schöner Segeltörn.

Mittwoch, 17.01.2018

Um 12:45 machen wir an einer Boje vor der Insel Terre-de-Haut, Les Saintes fest.

Hier liegt man preiswert, und auf Bestellung werden zum Frühstück frische Croissants und Brot zum Schiff gebracht. Um 14:00 sind wir an Land. Ich brauche eine Apotheke und wir müssen natürlich einklarieren. Beide Geschäfte sind mittags geschlossen, öffnen um 15:00. So folgen wir erst mal unserem Bewegungsdrang.P1070397 Über dem hübschen, kleinen Ort liegt das Fort Napoléon. Über eine steile Straße laufe ich hoch und genieße die Aussicht über die Bucht. Selbstredend werde ich auf dem Rückweg gründlich geduscht und komme tropfnass im Ort an. Günter ergeht es beim Joggen nicht besser. Wir trösten uns mit einem kleinen Eis.

Donnerstag, 18.01.2018

Um 08:00 klopft es an der Bordwand. Die bestellten Croissants werden gebracht. Nach dem Frühstück fahren wir  zur Insel.

Wir laufen zu einem großen Strand an der gegenüberliegenden Ostküste, dort entlang bis zu einer kleinen Badebucht. Günter geht schwimmen, ich ruhe mich auf einer Wiese aus.  Natürlich gibt es auf dem Rückweg wieder eine ordentliche „Naturdusche“ mit anschließender „Sonnentrocknung“. P1070410Wir kehren bei „unserer“ Eisdiele ein. Danach fahren wir zurück aufs Schiff, gerade rechtzeitig vor dem nächsten Wolkenbruch.

Freitag, 19.01.2018

07:10 Wir werden vom Klopfen des Brötchenservices geweckt.

Um 08:45 lösen wir uns von der Boje und segeln nach Guadeloupe. Der Wind wird bald schwach, und auch die Richtung passt nicht richtig, deshalb lassen wir den Motor zeitweise helfen. Ab Mittag läuft es dann aber richtig schön unter Segeln. Heute wird Günters unermüdlicher Einsatz an der Schleppangel endlich belohnt. Während des Segelns fängt er eine prächtige „Spanische Makrele“.

Das Tier wird sofort getötet und neben dem Cockpit filetiert. Die Filets wandern in den Kühlschrank, der Rest zurück ins Meer. Das Fleisch ergibt zwei große Mahlzeiten für uns beide.

15:00  Wir machen in der Marina Bas-du-Fort bei Point-a-Pitre, Guadeloupe an einer Boje fest. Hier beobachten wir eine Vielzahl von Pelikanen bei der Jagd.

Abends gibt es Fisch.

Samstag, 20.01.2018

In der Nacht hat es nicht geregnet. Wir werden sogar beim Frühstück nicht nass. Die Suche nach einer Werkstatt, die unsere Wellendichtung wechseln kann, bleibt erfolglos, weil die in Frage kommenden Betriebe am Wochenende geschlossen sind. Gegen 10:00 nehmen wir einen Linienbus, der uns in fünf Minuten nach Point-a-Pitre bringt.

Vorbei an einem bunten Markt laufen wir ins Zentrum, wo wir auf die ersten Karnevalsgruppen treffen.

Wir trinken einen Kaffee vor einer Bar mit Life-Musik. Mittags essen wir einen Döner (typisches karibisches Gericht). Den Nachmittag verbringen wir bei Büroarbeiten an Bord.

Morgen fahren wir weiter. Der Kanal durch Guadeloupe ist nicht befahrbar, weil die Brücken nicht öffnen. Die gleiche Auskunft habe ich bereits 2015 bekommen. Wir müssen also den westlichen Flügel der Insel (Basse-Terre) südlich runden, um nach Norden zu fahren. Mal sehen wo wir einen Stopp einlegen können.

Martinique

Samstag, 06.01.2018      bedeckt, viele Regenschauer, warm

Wie jeden Morgen wischen wir unser Cockpit trocken bevor wir uns dort zum Frühstück niederlassen. Wie so oft bleibt auch heute nicht viel Zeit bis zum nächsten Schauer.

Während einer Trockenphase setzen wir nach St. Anne über und sehen uns das beschauliche Örtchen an.

Sonntag, 07.01.2018       wechselhaft mit Schauern, warm

Um 09:15 ziehen wir den Anker aus dem Sand und fahren nach Fort de France. Die Hauptstadt von Martinique liegt nur gut 20 nm entfernt.

Den größten Teil der Strecke legen wir unter Segeln zurück. Um 13:40 ankern wir am Ziel, wo auch die Sancara liegt. Günter „geht ins Büro“, ich mache bei leichtem Regen einen Spaziergang durch die Stadt, die an diesem Sonntagnachmittag wie ausgestorben wirkt. Abends sitzen wir mit Reinhard und Anna vor einem Restaurant, als eine gewaltige Windbö mehrere Gläser von den Tischen fegt und unbesetzte Stühle herumwirbelt. Wie zu erwarten folgt ein paar Minuten später ein ordentlicher Regenschauer. Wir stellen uns erst mal unter ein Vordach, und als das Gröbste vorbei ist, steigen wir in unsere Dinghis und lassen den Abend an Bord der Lucky ausklingen.

Montag, 08.01.2018       wechselhaft mit Schauern, warm

Reinhard und Anna fahren weiter. Wir setzen noch mal über und sehen uns gemeinsam die Stadt an, die jetzt, mit geöffneten Geschäften und bei Sonne, schon viel freundlicher aussieht. Auf dem Markt kaufen wir wieder frischen grünen Salat fürs Abendessen und Tomaten.

13:40 gehen wir Anker auf. Wir überqueren die große Bucht vor Fort de France und legen uns eine Stunde später auf der anderen Seite vor den Ort Trois Ilets.

Hinter einer hübschen Promenade finden wir ein sehr kleines Dorf. Beim Bäcker bekommen wir frisches Brot und Günter findet einen Arzt, der sich nochmal sein Ohr ansieht, welches immer noch nicht ganz frei scheint. Als gut erzogener Patient meldet er sich an und nimmt neben zwei anderen Patienten im Wartezimmer Platz. Nachdem die ersten behandelt sind, kommen immer neue Patienten, die ohne Warten direkt zum Doktor reingehen. Die haben wohl einen Termin, oder??? Viele Kunden später erfährt Günter, dass man hier nicht wartet bis man aufgerufen wird, sondern einfach ins Behandlungszimmer geht, sobald es frei wird. Die Diagnose ist die gleiche, aber durch eine etwas andere Behandlung und höhere Dosierung des Medikaments stellt sich in den nächsten Tagen schnell Besserung ein. Ich warte gefühlte zwei Stunden in der Bar am Anleger. Als wir zur Lucky zurückkehren ist es bereits dunkel.

Dienstag, 09.01.2018      warm, wechselhaft

Um 10:10 fahren wir weiter. Wir segeln entlang der Westküste von Martinique nach Norden. Der Wind ist durch die Abdeckung der Insel sehr unterschiedlich. Um 12:50 bergen wir die Segel, weil sich hinter uns dicke Regenwolken auftürmen, die oft unberechenbaren Wind mit sich bringen. Unser Ziel liegt nur eine Stunde voraus. Das Unwetter bleibt zu unserer Überraschung aus. Lediglich ein leichter Regen begleitet uns, als wir um 14:00 St. Pierre erreichten. Die Sancara liegt auch hier im Ankerfeld. Beim Landgang treffen wir Anna und Reinhard, die uns für den Abend zu einem Ti-Punch an Bord einladen. Wir kommen gerne.

St. Pierre, einst eine reiche Stadt, wurde bei einem Vulkanausbruch 1902 von einer superheißen Gaswolke zerstört. Dabei verbrannten fast alle der damals knapp 30.000 Einwohner.

Mittwoch, 10.01.2018                   wechselhaft, warm, Regenschauer

Wir wollen uns bewegen und laufen vormittags zur Besichtigung der drei Kilometer entfernten Depaz Rum Brennerei.

Nach dem Verlassen der Stadt folgen wir einer kleinen Straße leicht bergauf, vorbei an Zuckerrohrfeldern, immer erfrischt von leichtem Regen.

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Dicke Früchte am Weg

Auf dem Rückweg nehmen wir einen Imbiss in einem Bistro mit einer wunderschönen Aussicht auf das kleine Ankerfeld.IMG_4750 Danach klarieren wir aus. Morgen wollen wir Richtung Guadeloupe weiter.

Uns ist aufgefallen, dass wir in den letzten Tagen immer öfter kleine Mengen Wasser aus der Bilge abpumpen müssen. Da wir noch etwas Zeit haben, machen wir uns auf die Suche nach dem Leck. Wir haben die Schraubenwellendichtung im Verdacht und liegen damit goldrichtig. IMG_4748Aus der Gummimanschette tropft es munter ins Boot und sammelt sich in der Bilge. Davon geht das Schiff nicht unter, aber aus Tropfen wird irgendwann laufen. Soweit wollen wir es nicht kommen lassen. Zurück zur Werft in Le Marin sind es nur 33 nm. Dort wird man uns hoffentlich helfen.

Abends schlafen wir noch ein paar Stunden.IMG_4759

Donnerstag, 11.01.2018

Um 01:00 lichten wir den Anker und fahren zurück nach Le Marin im Süden von Martinique. Um 09:10 liegen wir dort vor Anker. Um 10:00 setzen wir mit dem Dinghi zur Werft über. Im dritten Büro sind wir endlich richtig, aber der Chef kommt erst um 12:00. Wir hinterlassen unsere Telefonnummer und unser Anliegen. Der Chef wird uns anrufen, wenn er kommt. Wir vertreten uns die Beine, kaufen neue Angelköder und lassen uns endlich um kurz nach 12:00 in der Nähe des Werftgeländes zu einem Bier nieder.

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Natürlich kommt kein Anruf, also stehen wir um 13:00 wieder in der Werkstatt. Der Chef ist jetzt da. Wir besprechen unser Problem und erfahren, dass der früheste Termin für die Reparatur der 24.01. ist. Das heißt zwei Wochen hier warten. Geschockt ziehen wir uns zur Beratung ins Bistro zurück: Obwohl die Reparatur denkbar einfach ist, fehlt uns ein Spezialwerkzeug. Außerdem muss das Boot aus dem Wasser, und eine gewisse Erfolgsgarantie wäre ja auch nützlich. Schweren Herzens gehen wir zurück zur Werkstatt.

13:30, der Chef ist zur Mittagspause, kommt um 14:00 wieder. Klar, dass man bei solchen Arbeitszeiten nicht viel geschafft kriegt. Nach 14:00 melden wir uns endlich für den 24. an. Jetzt müssen wir uns um einen Krantermin für den Tag kümmern. Das Büro dafür ist nur 100m entfernt. Es gibt noch ein paar Rückfragen, die die Chefs aber telefonisch klären können. Dann erhalten wir eine schriftliche Bestätigung des Termins, die auch die Kosten in Höhe vom 570,78 € ausweist. Das ist fürs Aus- und Einkranen und drei Stunden an Land stehen. Die Rechnung für die Reparatur kommt von der anderen Werkstatt. Piraten der Karibik!

Nach dem Einklarieren verlegen wir um 16:40 unseren Ankerplatz wieder nach St. Anne neben die Electra.

Weiter nach Martinique

Mittwoch, 03.02.2018

Wir verlassen unseren Ankerplatz um 11:00. Zwanzig Minuten später stehen die Tücher und wir segeln fast zwei Stunden nach Norden. Unterwegs kreuzt die Costa Magica unseren Kurs. Das AIS hat uns jederzeit mitgeteilt, dass wir mit knapp 100 m Abstand passieren würden, mir stellte sich aber lange die Frage, ob wir vor oder hinter dem Cruiser durchfahren würden.

Unter Maschine geht es weiter nach Chateaubelair auf St. Vincent, wo wir um 14:45 zum Ausklarieren ankern.

Sofort kommen Kinder auf Surfboards oder in Schlauchbooten zum Schiff, um uns zu einem besseren Ankerplatz zu lotsen. Auch Gerald, ein alter Einheimischer, steht bald auf seinem Surfboard neben Lucky und hält sich an der Fußreling fest. Die Kinder fragen nach Keksen und Coca Cola. Auch Gerald ist sehr freundlich, spricht ein paar Brocken Deutsch und fragt nach einer Cola.

Ich fahre mit dem Dinghi zum Strand, einen Steg gibt es nicht. Auch dort erwarten mich helfende Hände bei der Landung. Die Menschen sind freundlich und weisen mir den Weg zum 100 m entfernten Customs-Office. Das Ausklarieren geht schnell und kostet nichts. Als ich um 15:30 zurück an Bord bin, beschließen wir, nicht in der Bucht zu übernachten, sondern durch die Nacht nach Martinique zu fahren. Um 17:00 ziehen wir den Anker hoch und verlassen die Insel mit Ziel Le Marin.

Donnerstag, 04.01.2018

Wir motoren die ganze Nacht gegen den Wind. Als es um kurz nach 06:00 hell wird, sehen wir Martinique vor uns liegen. Über der Bucht von Le Marin geht gerade wieder ein kräftiger Regenschauer nieder. Zwei Stunden später sehen wir kurz vor der Marina die Sancara im Ankerfeld liegen. Wir fahren heran und begrüßen Anna und Reinhard aus der Ferne. An der Tankstelle füllen wir Diesel und Wasser auf, danach ankern wir neben unseren Freunden. Die fahren zwar heute schon weiter, aber wir werden uns auf der Reise bald mit mehr Zeit treffen.

Ich fahre erst mal zum Einklarieren an Land. Hier sind wir quasi in Europa, jedenfalls vom Telefonnetz her. Bei einer Elektronikwerkstatt gebe ich unser Windinstrument ab, dessen Beleuchtung repariert werden muss. Die Supermärkte tragen ihren Namen hier wieder zu recht. Abends gibt es panierte Schweinekoteletts mit Kartoffeln und frischem Salat.

Freitag, 05.01.2018

Nach dem Frühstück aus Bratkartoffeln mit Speck und Eiern fahren wir an Land. Die Dinghistege sind wirklich überlastet, aber nach einigem Suchen finden wir einen Platz. Wir holen erst mal den Windanzeiger ab. Während wir uns im nächsten Zubehörladen umsehen, gehen draußen wieder die Regenschleusen auf. Auch dieser Schauer ist nur kurz, und wir finden in der Zwischenzeit brauchbare Artikel im Geschäft. Nach einem Rundgang auf dem Marinagelände fahren wir mit dem Dinghi zu den Supermärkten auf der anderen Seite der Bucht. Hier gibt es ein großes Angebot zu guten Preisen. Wir besprechen den Einkauf bei einem Bier, bevor wir zuschlagen und die Waren an Bord schaffen. Die Neu- und Ersatzteile werden eingebaut, die Lebensmittel verstaut.

Um 15:50 lichten wir den Anker und wechseln in das Ankerfeld vor Ste. Anne. Wie verabredet liegen wir hier neben der Electra. Nach dem Abendessen kommen Mascha und Jens auf ein Bier vorbei. Wir verbringen wieder einen netten Abend zusammen.

Bequia

Montag, 01.01.2018

10:20 fahren wir weiter nach Bequia. Wir können ungefähr 2/3 der Strecke segeln. Dabei bekommen wir ab und zu kleine Salzwasserduschen, Regen bleibt heute aus.

Um 16:20 ankern wir in einem riesigen Ankerfeld vor Port Elizabeth, direkt neben der Electra. IMG_4719

 

Dienstag,  02.01.2018

Port Elizabeth wirkt irgendwie aufgeräumter als das, was wir bisher von der Karibik gesehen haben. Günter findet einen Arzt, der sein Ohr behandelt.

 

Wir lassen Wäsche waschen und verbringen die Wartezeit in Lauras Strandbar, wo wir auch Jens und Mascha wieder treffen. IMG_4571 Abends sind wir auf der Electra und tauschen die „Abenteuer“ des Nachmittags aus.IMG_4570

Tobago Cays

Samstag, 30.12.2017                      wolkig, windig, später sonnig, aber immer warm

Wir wollen wieder ein kleines Stück weiter nach Norden. Unser Ziel ist die Salt Wistle Bay auf Mayreau. Wir haben Glück, können den größten Teil der 5 nm segeln, als wir allerdings die „spektakuläre Bucht mit ihrem mondsichelförmigen Sandstrand“ erreichen, finden wir diese völlig überfüllt vor. Wir lassen das „Juwel“ einfach rechts liegen und fahren weiter ins Horseshoe Reef, östlich der Insel. Hier liegen zwar auch sehr viele Schiffe, aber es ist erheblich mehr Platz. P1070342 Schon beim Ankern über ca. 4 m Sandgrund tauchen ganz in unserer Nähe zwei Schildkröten aus dem klaren Wasser auf. P1070365 Auch wir baden ausgiebig und genießen das Türkis der Umgebung.

Wir verbringen auch den Jahreswechsel in den Tobago Cays. Das Wetter bleibt zwar warm, aber durch der anhaltend starken Wind und die häufigen Regenschauer ziemlich ungemütlich. P1070349

Union Island

Donnerstag, 28.12.2017               Wolken, Sonne, Regenschauer, sehr viel Wind

10:30 Anker auf. Clifton, auf Union Island liegt nur 8 nm entfernt, aber genau in Luv. Langsam lassen wir uns vom Diesel nach Nord-Ost schieben. Dummerweise ist auch die Strömung gegen uns. Wir fahren beinahe gerade auf das Ziel zu, aber erreichen oft nicht mal zwei kn Fahrt über Grund. Was soll’s, wir haben Zeit.

Der Ankerplatz vor Clifton ist rundum durch ein Riff geschützt. Zwanzig Minuten vor der Einfahrt geht ein kräftiger Regenschauer nieder. Der Wind legt dabei nochmal richtig zu, dafür haben wir kaum noch Sicht. Macht nichts, wir haben ja unseren Plotter. Mit Erreichen von Clifton ist der Spuk schon wieder vorüber. Hinter dem Riff ist das Wasser ruhig, der Wind weht ungebremst darüber hinweg. Freundliche Schwarze kommen mit ihren kleinen Motorbooten auf uns zu und bieten ihre Hilfe beim Festmachen an einer Mooringboje an. IMG_4537 Auch unser Freund Tim ist dabei. Wir wollen ankern. Die Bucht ist 10 – 12 m tief, zum Riff hin wird es flacher, aber beim ersten Versuch findet der Anker keinen Halt. Dass die Schwarzen dabei in unserer Nähe kreisen ist keine Hilfe. Inzwischen fängt es wieder an zu regnen und es brist auf. Kurzentschlossen verlassen wir die Bucht und warten draußen, bis es vorbei ist.

Neuer Versuch. Ich fahre in flaches Wasser. Günter steht am Anker. Diesmal kann er den Grund bei 3 – 4 m Tiefe gut sehen. Er lotst mich über ein Sandloch und lässt den Anker dort fallen. P1070335 Hier hält er sicher. Ich setze zum Einklarieren über, Günter bleibt an Bord.

Es dauert nicht lange bis Tim mit neuen Angeboten für frischen Fisch auftaucht. Jetzt hat Günter Zeit und klärt unseren Freund darüber auf, was wir von seinen Sonderangeboten halten. Tim bringt nochmal das ausstehende Müllgeld zur Sprache. Am Ende vertragen sich die Beiden bei einem Bier an Bord.

Nach meiner Rückkehr fahren Günter und ich gemeinsam an Land um uns den Ort anzusehen.

Es ist ein nettes, buntes Dorf. Nach einem kleinen Rundgang trinken wir in Lambi‘s Bar und Restaurant unseren ersten Rum Punch. 20171228_213936 Schmeckt köstlich, aber einer reicht. 20171229_161300Auf dem Rückweg kaufen wir an einem Marktstand frische Tomaten. Gegessen wird an Bord: Tomatensoße mit Fetakäse und Knoblauch, dazu Spaghetti.

 

Freitag, 29.12.2017         wolkig und viel Wind, warm

 

Der Anker hat gehalten, obwohl sich der Wind in der Nacht redlich bemüht hat, uns zu vertreiben. Durch das schützende Riff haben wir sogar ausgesprochen ruhig gelegen.

Ich gebe mich an das Schreiben des Berichtes. Günter schwimmt nach dem Frühstück im klaren Wasser. Am späten Vormittag setzen wir über, um einen ausgedehnten Spaziergang nach Ashton zu machen. Noch in Clifton betreten wir den Laden von Digicel, wo wir gestern Abend schon Informationen eingeholt haben. 20171229_162738 Günter möchte, zum günstigeren Datenaustausch, eine Telefonkarte von hier kaufen. Leider gestaltet sich das schwieriger als angenommen. Logisch wäre, sich zunächst die App von Digicel aufs Iphone zu laden, um später komfortablen Zugriff auf seinen Vertrag zu haben. Dafür muss allerdings erst ein größeres Update auf dem Telefon gemacht werden. Nach einer gefühlten Stunde Downloading, verabschiede ich mich und warte auf einer schattigen Seeterrasse bei kühlem Bier. Günter kommt keine halbe Stunde später nach. Update ist abgeschlossen, App lässt sich trotzdem nicht installieren, aber er hat jetzt eine Pre-Paid Digicel-Karte. Der Internetzugang klappt noch nicht, aber der Angestellte hat jetzt Mittagspause. Wir gehen später nochmal zum Laden um Details zu erfragen und die Karte zu bezahlen, treffen den Herrn aber wieder nicht an. Hungrig laufen wir zu einem Restaurant und essen eine sehr leckere Pizza. 20171229_205255 Danach zurück zu Digicel. Der Angestellte ist wieder nicht da. Inzwischen funktioniert aber Günters Internetzugang übers Handy. Dann lassen wir das mit dem Bezahlen eben.

Auf Lambi’s Terrasse nehmen wir wieder einen Sundowner. Günter lobt den Rum Punch sehr, und auf Nachfrage macht uns der Chef eine große Flasche (5 l) zum mitnehmen fertig. IMG_4536a Auch hier hat Gutes natürlich seinen Preis.

Nochmal Carriacou

Mittwoch, 27.12.2017                   sonnig und warm, sehr windig

Der Wind hat während der ganzen Nacht kräftig geblasen, aber unser Anker ist gut im Sand eingegraben. Bei der Törnplanung stelle ich heute Morgen fest, dass wir auf Petit Martinique zwar Wasser und Diesel kaufen können, die Insel aber keine Möglichkeit zum Ein- bzw. Ausklarieren bietet. Wir beschließen, Wasser zu tanken und dann nach Carriacou zurückzufahren. Im Revierführer steht der Anleger auf Petit Martinique wäre: The best and most convenient fuel dock in the Grenadines. Offensichtlich hat der Autor bei Windstille und glatter See getankt. Wir legen bei kräftigem Schwell und viel Wind an. Hilfe von Landseite gibt es nicht. Nach dem Festmachen, zerrt Lucky ungeduldig an den Leinen. Die wackeligen Klampen am Steg, flößen wenig Vertrauen ein. Wir können nicht verhindern, dass das Schiff immer wieder von den Wellen in die Fender geworfen wird, aber dafür sind sie ja da. Alles etwas abenteuerlich, aber wir kommen ohne Schaden davon.

Während wir tanken erscheint plötzlich unser Freund Tim aus Carriacou am Steg. Freudige Begrüßung. Sofort bietet er wieder Langusten zum „special price“ an, der aber 100% über dem liegt, den wir zuletzt gehört haben. Wir lehnen dankend ab. Tim bietet an unseren Müll zu entsorgen. Wir nehmen an, und Günter bringt zwei Säcke zu Tims Boot. Er kommt zurück zur zappelnden Lucky und sagt: „50,00 EC$ (17,00 €) will der haben“. Langsam wird der geschenkte Thunfisch teuer. Wir geben ihm 20,00 EC$ und versprechen, später zu „seinem“ Restaurant zu kommen.

Die Überfahrt mit Rückenwind nach Hillsborough ist ruhig und um 11:30 liegen wir wieder vor der Stadt. IMG_4516Auch hier ist das Anlanden mit dem Dinghi wetterbedingt etwas unangenehmer. Günter macht sich auf den Weg zu Tims Restaurant (w/ des Internets), ich bin pünktlich zur Mittagspause (12:00 – 13:00) bei der Einwanderungsbehörde. Ein Officer gibt mir freundlicherweise schon mal das Formular und bittet mich nach 13:00 wiederzukommen. Also auch auf zu „Tim’s“.

Um 13:10 bin ich zurück. Vor dem Büro stehen sechs Leute. Meine Frage, ob sie vor dem Immigration Office anstehen, wird natürlich mit „Yes“ beantwortet. Ich Frage: „ . . . and who ist the last one in line?“ Die prompte Antwort kommt: „ I think that’s you“. Großes Gelächter!

Die Wartezeit ist nicht langweilig. Ich klariere für den nächsten Morgen 10:00 aus. Nachmittags verbringen wir noch etwas Zeit bei Tim. Das Müllgeld wird erst mal nicht mehr angesprochen. Abends gibt es gebratenen Thunfisch, diesmal mit Spaghetti. Immer wieder lecker.