Donnerstag, 28.12.2017 Wolken, Sonne, Regenschauer, sehr viel Wind
10:30 Anker auf. Clifton, auf Union Island liegt nur 8 nm entfernt, aber genau in Luv. Langsam lassen wir uns vom Diesel nach Nord-Ost schieben. Dummerweise ist auch die Strömung gegen uns. Wir fahren beinahe gerade auf das Ziel zu, aber erreichen oft nicht mal zwei kn Fahrt über Grund. Was soll’s, wir haben Zeit.
Der Ankerplatz vor Clifton ist rundum durch ein Riff geschützt. Zwanzig Minuten vor der Einfahrt geht ein kräftiger Regenschauer nieder. Der Wind legt dabei nochmal richtig zu, dafür haben wir kaum noch Sicht. Macht nichts, wir haben ja unseren Plotter. Mit Erreichen von Clifton ist der Spuk schon wieder vorüber. Hinter dem Riff ist das Wasser ruhig, der Wind weht ungebremst darüber hinweg. Freundliche Schwarze kommen mit ihren kleinen Motorbooten auf uns zu und bieten ihre Hilfe beim Festmachen an einer Mooringboje an.
Auch unser Freund Tim ist dabei. Wir wollen ankern. Die Bucht ist 10 – 12 m tief, zum Riff hin wird es flacher, aber beim ersten Versuch findet der Anker keinen Halt. Dass die Schwarzen dabei in unserer Nähe kreisen ist keine Hilfe. Inzwischen fängt es wieder an zu regnen und es brist auf. Kurzentschlossen verlassen wir die Bucht und warten draußen, bis es vorbei ist.
Neuer Versuch. Ich fahre in flaches Wasser. Günter steht am Anker. Diesmal kann er den Grund bei 3 – 4 m Tiefe gut sehen. Er lotst mich über ein Sandloch und lässt den Anker dort fallen.
Hier hält er sicher. Ich setze zum Einklarieren über, Günter bleibt an Bord.
Es dauert nicht lange bis Tim mit neuen Angeboten für frischen Fisch auftaucht. Jetzt hat Günter Zeit und klärt unseren Freund darüber auf, was wir von seinen Sonderangeboten halten. Tim bringt nochmal das ausstehende Müllgeld zur Sprache. Am Ende vertragen sich die Beiden bei einem Bier an Bord.
Nach meiner Rückkehr fahren Günter und ich gemeinsam an Land um uns den Ort anzusehen.
Es ist ein nettes, buntes Dorf. Nach einem kleinen Rundgang trinken wir in Lambi‘s Bar und Restaurant unseren ersten Rum Punch.
Schmeckt köstlich, aber einer reicht.
Auf dem Rückweg kaufen wir an einem Marktstand frische Tomaten. Gegessen wird an Bord: Tomatensoße mit Fetakäse und Knoblauch, dazu Spaghetti.
Freitag, 29.12.2017 wolkig und viel Wind, warm
Der Anker hat gehalten, obwohl sich der Wind in der Nacht redlich bemüht hat, uns zu vertreiben. Durch das schützende Riff haben wir sogar ausgesprochen ruhig gelegen.
Ich gebe mich an das Schreiben des Berichtes. Günter schwimmt nach dem Frühstück im klaren Wasser. Am späten Vormittag setzen wir über, um einen ausgedehnten Spaziergang nach Ashton zu machen. Noch in Clifton betreten wir den Laden von Digicel, wo wir gestern Abend schon Informationen eingeholt haben.
Günter möchte, zum günstigeren Datenaustausch, eine Telefonkarte von hier kaufen. Leider gestaltet sich das schwieriger als angenommen. Logisch wäre, sich zunächst die App von Digicel aufs Iphone zu laden, um später komfortablen Zugriff auf seinen Vertrag zu haben. Dafür muss allerdings erst ein größeres Update auf dem Telefon gemacht werden. Nach einer gefühlten Stunde Downloading, verabschiede ich mich und warte auf einer schattigen Seeterrasse bei kühlem Bier. Günter kommt keine halbe Stunde später nach. Update ist abgeschlossen, App lässt sich trotzdem nicht installieren, aber er hat jetzt eine Pre-Paid Digicel-Karte. Der Internetzugang klappt noch nicht, aber der Angestellte hat jetzt Mittagspause. Wir gehen später nochmal zum Laden um Details zu erfragen und die Karte zu bezahlen, treffen den Herrn aber wieder nicht an. Hungrig laufen wir zu einem Restaurant und essen eine sehr leckere Pizza.
Danach zurück zu Digicel. Der Angestellte ist wieder nicht da. Inzwischen funktioniert aber Günters Internetzugang übers Handy. Dann lassen wir das mit dem Bezahlen eben.
Auf Lambi’s Terrasse nehmen wir wieder einen Sundowner. Günter lobt den Rum Punch sehr, und auf Nachfrage macht uns der Chef eine große Flasche (5 l) zum mitnehmen fertig.
Auch hier hat Gutes natürlich seinen Preis.