Martinique

Samstag, 06.01.2018      bedeckt, viele Regenschauer, warm

Wie jeden Morgen wischen wir unser Cockpit trocken bevor wir uns dort zum Frühstück niederlassen. Wie so oft bleibt auch heute nicht viel Zeit bis zum nächsten Schauer.

Während einer Trockenphase setzen wir nach St. Anne über und sehen uns das beschauliche Örtchen an.

Sonntag, 07.01.2018       wechselhaft mit Schauern, warm

Um 09:15 ziehen wir den Anker aus dem Sand und fahren nach Fort de France. Die Hauptstadt von Martinique liegt nur gut 20 nm entfernt.

Den größten Teil der Strecke legen wir unter Segeln zurück. Um 13:40 ankern wir am Ziel, wo auch die Sancara liegt. Günter „geht ins Büro“, ich mache bei leichtem Regen einen Spaziergang durch die Stadt, die an diesem Sonntagnachmittag wie ausgestorben wirkt. Abends sitzen wir mit Reinhard und Anna vor einem Restaurant, als eine gewaltige Windbö mehrere Gläser von den Tischen fegt und unbesetzte Stühle herumwirbelt. Wie zu erwarten folgt ein paar Minuten später ein ordentlicher Regenschauer. Wir stellen uns erst mal unter ein Vordach, und als das Gröbste vorbei ist, steigen wir in unsere Dinghis und lassen den Abend an Bord der Lucky ausklingen.

Montag, 08.01.2018       wechselhaft mit Schauern, warm

Reinhard und Anna fahren weiter. Wir setzen noch mal über und sehen uns gemeinsam die Stadt an, die jetzt, mit geöffneten Geschäften und bei Sonne, schon viel freundlicher aussieht. Auf dem Markt kaufen wir wieder frischen grünen Salat fürs Abendessen und Tomaten.

13:40 gehen wir Anker auf. Wir überqueren die große Bucht vor Fort de France und legen uns eine Stunde später auf der anderen Seite vor den Ort Trois Ilets.

Hinter einer hübschen Promenade finden wir ein sehr kleines Dorf. Beim Bäcker bekommen wir frisches Brot und Günter findet einen Arzt, der sich nochmal sein Ohr ansieht, welches immer noch nicht ganz frei scheint. Als gut erzogener Patient meldet er sich an und nimmt neben zwei anderen Patienten im Wartezimmer Platz. Nachdem die ersten behandelt sind, kommen immer neue Patienten, die ohne Warten direkt zum Doktor reingehen. Die haben wohl einen Termin, oder??? Viele Kunden später erfährt Günter, dass man hier nicht wartet bis man aufgerufen wird, sondern einfach ins Behandlungszimmer geht, sobald es frei wird. Die Diagnose ist die gleiche, aber durch eine etwas andere Behandlung und höhere Dosierung des Medikaments stellt sich in den nächsten Tagen schnell Besserung ein. Ich warte gefühlte zwei Stunden in der Bar am Anleger. Als wir zur Lucky zurückkehren ist es bereits dunkel.

Dienstag, 09.01.2018      warm, wechselhaft

Um 10:10 fahren wir weiter. Wir segeln entlang der Westküste von Martinique nach Norden. Der Wind ist durch die Abdeckung der Insel sehr unterschiedlich. Um 12:50 bergen wir die Segel, weil sich hinter uns dicke Regenwolken auftürmen, die oft unberechenbaren Wind mit sich bringen. Unser Ziel liegt nur eine Stunde voraus. Das Unwetter bleibt zu unserer Überraschung aus. Lediglich ein leichter Regen begleitet uns, als wir um 14:00 St. Pierre erreichten. Die Sancara liegt auch hier im Ankerfeld. Beim Landgang treffen wir Anna und Reinhard, die uns für den Abend zu einem Ti-Punch an Bord einladen. Wir kommen gerne.

St. Pierre, einst eine reiche Stadt, wurde bei einem Vulkanausbruch 1902 von einer superheißen Gaswolke zerstört. Dabei verbrannten fast alle der damals knapp 30.000 Einwohner.

Mittwoch, 10.01.2018                   wechselhaft, warm, Regenschauer

Wir wollen uns bewegen und laufen vormittags zur Besichtigung der drei Kilometer entfernten Depaz Rum Brennerei.

Nach dem Verlassen der Stadt folgen wir einer kleinen Straße leicht bergauf, vorbei an Zuckerrohrfeldern, immer erfrischt von leichtem Regen.

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Dicke Früchte am Weg

Auf dem Rückweg nehmen wir einen Imbiss in einem Bistro mit einer wunderschönen Aussicht auf das kleine Ankerfeld.IMG_4750 Danach klarieren wir aus. Morgen wollen wir Richtung Guadeloupe weiter.

Uns ist aufgefallen, dass wir in den letzten Tagen immer öfter kleine Mengen Wasser aus der Bilge abpumpen müssen. Da wir noch etwas Zeit haben, machen wir uns auf die Suche nach dem Leck. Wir haben die Schraubenwellendichtung im Verdacht und liegen damit goldrichtig. IMG_4748Aus der Gummimanschette tropft es munter ins Boot und sammelt sich in der Bilge. Davon geht das Schiff nicht unter, aber aus Tropfen wird irgendwann laufen. Soweit wollen wir es nicht kommen lassen. Zurück zur Werft in Le Marin sind es nur 33 nm. Dort wird man uns hoffentlich helfen.

Abends schlafen wir noch ein paar Stunden.IMG_4759

Donnerstag, 11.01.2018

Um 01:00 lichten wir den Anker und fahren zurück nach Le Marin im Süden von Martinique. Um 09:10 liegen wir dort vor Anker. Um 10:00 setzen wir mit dem Dinghi zur Werft über. Im dritten Büro sind wir endlich richtig, aber der Chef kommt erst um 12:00. Wir hinterlassen unsere Telefonnummer und unser Anliegen. Der Chef wird uns anrufen, wenn er kommt. Wir vertreten uns die Beine, kaufen neue Angelköder und lassen uns endlich um kurz nach 12:00 in der Nähe des Werftgeländes zu einem Bier nieder.

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Natürlich kommt kein Anruf, also stehen wir um 13:00 wieder in der Werkstatt. Der Chef ist jetzt da. Wir besprechen unser Problem und erfahren, dass der früheste Termin für die Reparatur der 24.01. ist. Das heißt zwei Wochen hier warten. Geschockt ziehen wir uns zur Beratung ins Bistro zurück: Obwohl die Reparatur denkbar einfach ist, fehlt uns ein Spezialwerkzeug. Außerdem muss das Boot aus dem Wasser, und eine gewisse Erfolgsgarantie wäre ja auch nützlich. Schweren Herzens gehen wir zurück zur Werkstatt.

13:30, der Chef ist zur Mittagspause, kommt um 14:00 wieder. Klar, dass man bei solchen Arbeitszeiten nicht viel geschafft kriegt. Nach 14:00 melden wir uns endlich für den 24. an. Jetzt müssen wir uns um einen Krantermin für den Tag kümmern. Das Büro dafür ist nur 100m entfernt. Es gibt noch ein paar Rückfragen, die die Chefs aber telefonisch klären können. Dann erhalten wir eine schriftliche Bestätigung des Termins, die auch die Kosten in Höhe vom 570,78 € ausweist. Das ist fürs Aus- und Einkranen und drei Stunden an Land stehen. Die Rechnung für die Reparatur kommt von der anderen Werkstatt. Piraten der Karibik!

Nach dem Einklarieren verlegen wir um 16:40 unseren Ankerplatz wieder nach St. Anne neben die Electra.

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