Endlich raus!

Freitag, 23.02.2018

Über Nacht soll der Wind endlich nachlassen. Zum Ende der kommenden Woche soll es sogar schwachwindig werden. Wir nutzen die Chance, doch noch aus der tristen Marina zu kommen und checken aus. Unsere Abfahrtzeit gebe ich mit Samstag 08:00 an.

Samstag, 24.02.208

Wir kommen nicht ganz pünktlich weg, und als wir um 08:20 gerade die Leinen lösen wollen, erscheint der Offizier der Navy. Er gibt Zeichen, noch zu warten und füllt ein Formular aus, welches ich unterscheiben muss. Dann erscheint ein Mitarbeiter der Marina, füllt auch ein Formular aus, will unsere Pässe sehen und braucht natürlich eine Unterschrift.

Es ist 08:45, als wir endlich die Box verlassen. Im großen Hafenbecken verstauen wir in Ruhe alle Leinen und Fender, während auffrischender Wind den ersten Regenschauer ankündigt. Bei leichtem Regen fahren wir in die kurze betonnte Fahrrinne der Marina, wo uns starker Schwell entgegen kommt. Trotz Standarddrehzahl reiten wir nur sehr langsam über die kurzen, steilen Wellen ins tiefe Wasser. Als wir endlich „draußen“ sind öffnet der karibische Himmel die Schleusen und schickt gleich ordentlich Starkwind mit. 20180224_090703Wir lassen den Autopiloten gegen den Wind steuern und suchen unter Deck Schutz. Nach einer Viertelstunde ist der Spuk vorüber. Wir gehen auf Südkurs, rollen die Genua aus und stellen den Motor ab. Wir kommen gut voran, allerdings ist das andauernde Rollen des Bootes nichts für Andrea, die in diesem Urlaub ihren ersten Tag auf See verbringt. Sie opfert Neptun mehr, als sie gefrühstückt hat. Erst als wir gegen 14:00 Uhr nach Passieren der Insel Saona den Kurs nach Westen richten, wird die See ruhiger. Am Westende der Insel gehen wir nach Norden und ankern um 17:00 auf ruhigem Wasser vor einem langen Palmenstrand.

Nach dem Abendessen sind wir früh im Bett.

 

Sonntag, 25.02.2018

Wir lassen uns Zeit und gehen erst um 10:00 Anker auf. Wir segeln Richtung Isla Catalina, wo wir auf Marine Traffic die Sancara gesehen haben. Ich habe Anna und Reinhard kurz angeschrieben, um mir die Position bestätigen zu lassen. Heute erleben wir echtes „Champagnersegeln“. Keine Wellen und guten Wind. Unterwegs bekomme ich Antwort von der Sancara, die gar nicht vor Catalina gelegen hat, sondern lediglich auf der Reise nach Jamaika dort vorbei gefahren ist. Wir gehen etwas höher an den Wind, und halten nun direkt auf Bayahibe zu, wo Eva und Günters Dream Resort liegt. Die Beiden sind zwar heute unterwegs, aber Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Obwohl wir auch heute wieder von Regenschauern mit Starkwind geärgert werden, bleibt es ein herrlicher Segeltag. Um 15:30 ankern wir vor Bayahibe. Hinter uns liegen zwei Segelyachten und wenigstens 15 Ausflugskatamarane vor Anker. Im Laufe des Abends kommen mindestens weitere 10 der Partyschiffe von ihrem Ausflug zurück. 20180225_183521Aufziehende Wolken und Wind halten Andrea heute vom beabsichtigten Sprung ins klare Wasser ab.

Die Spaghetti mit dicken Shrimps sind köstlich.

Auszeit in der Dominikanischen Republik

Donnerstag       15.02.2018

Die Wäsche wird natürlich nicht wie verabredet am frühen Morgen, sondern erst auf Nachfrage gegen Mittag abgeholt. Macht nichts, wird trotzdem zwischen 17:00 und 18:00 zurückgebracht. Klappt auch nicht ganz, aber um kurz vor 21:00 bekommen wir unsere gewaschene, trockene Wäsche.

Freitag                 16.02.2018

Günter hat sich nachmittags mit einem Einheimischen unterhalten, der Angelausflüge anbietet. Immer bemüht seine Fangquote zu verbessern, bekommt er auch hier wieder Tipps. Abends kommt dann ein anderer Angler zu uns und bietet uns Thunfisch zu einem sehr günstigen Preis an. Wir schlagen ein, und der Fischer filetiert das 5kg Tier am Steg.

Beim Bezahlen fällt dann zwar doch ein höherer Betrag an, aber wir sind mit dem Kauf zufrieden. Wir hatten heute schon unsere Spaghetti, aber 300g roher Fisch schmecken uns jetzt trotzdem noch hervorragend.

Samstag              17.02.2018

Wir haben für 10:00 einen Leihwagen reserviert, der wird uns pünktlich um 10:15 zur Verfügung gestellt. Die Probefahrt machen wir zum Geldautomaten und zur Orientierung schon mal zum Flughafen. Zurück an Bord braten wir uns zu Mittag eine große Portion Thunfisch. Dazu essen wir Tomatensalat. Herrlich!

Andrea und Eva sollen um 15:55 landen. Wir sind sehr früh am Flughafen und müssen lange warten, aber nach 2 ½ Monaten kommt es auf eine Stunde mehr oder weniger auch nicht an. Bevor wir 75 km zu Eva und Günters Dream Resort fahren, steht auf dem Parkplatz erst noch ein Reifenwechsel an. Der Reifen vorne links ist platt.

Zum Glück ist alles erforderliche Werkzeug im Auto. Die Fahrt verläuft ohne Probleme und die Ferienanlage macht einen tollen Eindruck.

Andrea und ich fahren auf dem Rückweg beim Supermarkt vorbei. Als wir endlich wieder an Bord sind, ist uns nicht mehr nach Kochen zu Mute. Es gibt wieder rohen Thunfisch. Köstlich.20180217_213751

Sonntag               18.02.2018

Um 10:00 gebe ich den Leihwagen zurück. Der Hinweis auf den benutzten Reservereifen wird, wie meine Kritik an der Sauberkeit des Fahrzeugs und dem fehlenden Scheibenwaschwasser, mit einem Lächeln zur Kenntnis genommen.

Durch die trostlose Anlage gehen wir mittags zum Strand und sonnen uns auf den Liegen der Strandbar. Da uns kein Kellner anspricht, bestellen wir auch nichts. Wir haben doch alles an Bord.

Abends gibt es gebratenen Thunfisch mit gemischtem Salat.

Montag                               19.02.2018

Der Wind hat nur übers Wochenende eine Pause eingelegt. Ab heute bläst er wieder kräftiger und wird im Lauf der Woche zunehmen. Kein Segelwetter für die gerade angekommene Bordfrau. Die Vorhersage verspricht ruhiges Wetter ab Samstag. Gehen wir eben wieder zum Strand. Heute bestellen wir am späten Vormittag bei der Kellnerin zwei Milchkaffee und nachmittags nochmal zwei.

Die Preise sind nicht ganz so weltfremd wie fürs Bier. Abends verbrauchen wir den letzten Thunfisch in der Spaghettisoße.

Dienstag              20.02.2018

Den Vormittag verbringen wir mit lesen an Bord. Mittags gehen wir wieder zum Strand. Der für uns freigegebene Bereich um die Strandbar ist fast völlig leer. 20180219_155944aWegen des starken Windes steuern wir zwei Liegen in einem etwas geschützteren Bereich an. Ein großer schwarzer Kellner erscheint. Ich bestelle zwei Milchkaffee, aber statt uns zu bedienen weist er uns darauf hin, dass diese Liegen der Reservierung bedürfen und mit einem Mindestverzehr in Höhe von 100,00 US$ verbunden sind. OK, nehmen wir eben andere Liegen. „Nein, der Mindestverzehr gilt für alle Liegen“. 10 Meter weiter liegen Leute bei einem Bier. Alle anderen Liegen sind leer. Ungläubig, irritiert und natürlich verärgert gehen wir zurück aufs Schiff. Marina Cap Cana hat den letzten Rest meiner Sympathie verloren. Ich bedaure das sehr, weil alle Angestellten der Anlage incl. der Behörden uns bisher so freundlich wie nirgendwo vorher entgegengekommen sind.

Von  Puerto Rico zur Dominkanischen Republik

Montag, 12.02.2018

18:00  Wir verlassen den Ankerplatz wie geplant

19:00 Von dem angesagten Starkwind spüren wir nicht viel. Mit knapp 3 kn entfernen wir uns von der Küste Puerto Rico’s. IMG_5009Erst am späten Abend frischt der Wind etwas auf, und die See wird sehr unruhig. Ohne klare Richtung wird Lucky von kleinen Wellen herumgestoßen. Gut, dass wir für Seekrankheit nicht mehr anfällig sind.

 

Dienstag, 13.02.2018

Nach Mitternacht ändert sich das Wetter völlig. Der Wind weht jetzt mit 20 bis 35 kn, und die See wird immer höher. Gewaltige Wellen mit weißen Kämmen rollen von schräg hinten unter uns durch. Es ist stockdunkel. Selbst wenn wir wollten, könnten wir die Kameraden nicht aussteuern. Wir fahren unter ganz kleinem Vorsegel. Damit hält der Autopilot den Kurs gut, abgesehen davon, dass Lucky ab und zu von Wellen etwas aus der Bahn geworfen wird.

Nach 02:00 liege ich in meiner Vorschiffskoje. An Schlaf ist vor lauter Abstützen nicht zu denken. Mehrfach höre ich, wie große Wellen an der Bordwand brechen. Plötzlich spüre ich, wie das Schiff zuerst angehoben wird. Dann wird das Boot von auftreffenden Wassermassen erschüttert und kräftig auf die Seite gedrückt. Lucky muss völlig überspült worden sein. Ich springe aus der Koje um zu sehen, wie Günter den Angriff überstanden hat. Erleichtert höre ich Ihn laut aus dem Cockpit fluchen.  Er hat die weiße Wand kurz vor dem Aufprall aus der Dunkelheit kommen sehen und voll bekleidet gebadet. Ihm reicht’s. Er schmeißt die nassen Klamotten in sein Bad und geht schlafen. Recht hat er! Ich übernehme, jetzt auch im Ölzeug. Zum Glück steuert der Autopilot zuverlässig. Nur bei solchen Angriffen greifen wir schon mal ein.

Um 06:30 wird es endlich hell. Es beruhigt zwar nicht, dass wir die Wellen jetzt sehen können, aber es ist schon lange keine mehr „eingestiegen“.

Um 08:00 sind wir der Küste der Dominikanischen Republik schon sehr nah und die Wassertiefe nimmt auf 60,   50,   30 Meter ab. Es kachelt unvermindert. Die Sonne scheint. Wir haben wieder auf Badebekleidung gewechselt. Das Wasser ist türkis, sieht mit den weißen Kronen sehr hübsch aus. Dann kommt der „Abschlussbrecher“. Hinter uns baut sich eine „grüne Glaswand mit weißer Krone“ auf. Und wächst, und wächst . . Lucky steigt und steigt . . . Die Schaumkrone hebt kurz das Dinghi in den Davids an und klatsch dann an unser Heck. Ich stehe am Ruder, springe aber rechtzeitig auf den Sitz und bekomme so nur nasse Beine. Dann bricht alles gurgelnd in sich zusammen. Eigentlich haben wir nur ein paar Spritzer abbekommen,  aber es sah beeindruckend aus.

Um 09:00 haben wir das betonnte Fahrwassser der Marina erreicht. Über Funk habe ich mich vergewissert, dass das Einfahren auch bei diesem Wetter problemlos möglich ist. Die Rinne ist schmal, und rechts und links rollen hohe Brecher über das flache Wasser. Die Wellen, die uns schieben sind zwar kleiner geworden, trotzdem muss ich ordentlich rudern um Kurs zu halten.

In den breiten Kanälen der kleinen Lagunenanlage ist die Wasseroberfläche völlig ruhig. P1070605Wir melden uns wieder bei der Capitainerie und finden nach einigen Hinweisen den für uns reservierten Liegeplatz. Dieser wäre prima passend für eine 18 Meter Yacht. Haben wir aber nicht. Der Wind bläst quer zum Liegeplatz. Ich gehe jetzt hier nicht ins Detail, aber das Anlegen war ein Desaster. Die sechs Marinieros die uns helfen wollten, konnten am Steg nicht viel tun.

Endlich festgemacht. Wir haben beide nicht geschlafen, da stellt sich die Frage: Kaffee oder Bier als Anleger? Wir entscheiden uns für Kaffee, weil ich ja noch zum Einklarieren muss.  In einem Golf-Kart  sitzt ein Security-Mitarbeiter, den frage ich nach Customs- und Immigration. Dabei stelle ich fest, dass hier spanisch gesprochen wird, und noch lange nicht jeder englisch versteht. Ich verstehe: Einklarieren, ½ Stunde. Mit diesem Wissen gehe ich zurück und koche Kaffee. Nach einer halben Stunde kommt ein sechsköpfiges Komitee an Bord.

Die freundlichen Beamten stellen die üblichen Fragen und füllen viele Formulare aus. Ich muss nur unterschreiben und am Ende 121,00 US$ bezahlen. Das war ja einfach.

Als nächstes melde ich uns im Marinabüro an. Auf dem großen Gelände sind die Wege lang. Die Mitarbeiter sind  alle sehr freundlich und hilfsbereit. Man kann sich für jeden Weg innerhalb der Anlage über Funk ein Golf-Kart rufen. Passt natürlich nicht in unseren Trainingsplan. WiFi gibt es kostenlos in der großzügigen Capitainerie. Ein Waschsalon fehlt. Nachmittags besichtigen wir den Strand und die Bar dort.  Wir bestellen zwei Bier (0,35 l Flasche) , obwohl der Preis mit 7,00 US$ recht hoch ist. Beim Bezahlen kommen dann noch ca. 30 % dazu. Wir runden auf  20,00 $ auf.

Juan, mit dem ich schon seit einer Woche über WhatsApp Kontakt habe, schickt uns später einen Segelmacher zum Schiff, der bis Morgen unsere Segeltasche näht.

Die Spaghetti gibt es heute sehr früh. Wir haben Schlaf nachzuholen.

 

Mittwoch, 14.02.2018                   Valentinstag

Nach dem Frühstück geht Günter zum Strand um zu joggen. Ich besuche den Anbieter, der hier in der Anlage Autos vermietet und nutze den Hotspot im Büro. Gegen Mittag fahren wir mit Taxi und Bus zum Einkaufszentrum am Flughafen. Bei Claro kaufen wir uns Telefonkarten, im Supermercado Nacional ein paar Kleinigkeiten für Abendessen. Die Reinigung, die auch Wäsche zum Waschen annimmt, würde bis Montag brauchen. Da ist Günter schon nicht mehr an Bord, am Samstag ist Crewwechsel. Zurück in der Marina stellt Juan den Kontakt zu einer Dame her, die hier arbeitet und Morgen früh unsere Wäsche zum Waschen am Schiff abholt. Während Günter die reparierte Segeltasche installiert, fange ich an, den Salon zu putzen.

Abends kochen wir eine sehr leckere Soße mit Meeresfrüchten zu den Spaghetti.

 

Puerto Rico II

Samstag, 10.02.2018

Wir haben aufgrund des anhaltend starken Windes beschlossen, den für heute geplanten Ankerplatz in der flachen Rifflandschaft vor Parguera auszulassen. Stattdessen segeln wir gleich zur großen Bucht von Boqueron an der Westküste von Puerto Rico. Die Strecke misst 28 nm.

Um 10:40 verlassen wir die geschützte Bucht von  Gunica. Wir setzen die Genua im 2. Reff und sind damit gut unterwegs. Im Laufe des Tages werden die Wellen, die uns folgen immer höher und der achterliche Wind nimmt bis auf 30, in Böen 35 kn, zu. Wir steuern meistens selbst. Der Autopilot ist doch manchmal durch die Wellen und Böen überfordert. Als wir das Süd-West Ende der Insel erreichen, verkleinern wir unsere Segelfläche noch mehr, um sicher steuern zu können.

Auch als wir um 15:00 das Kap gerundet haben, gibt es keine Entwarnung. Selbst auf den letzten 1,5 nm die wir in die, nur nach Westen offene Bucht motoren, bläst es uns mit 20 – 30 kn entgegen. Hier gibt es allerdings keine nennenswerten Wellen mehr. Im Scheitelpunkt der Bucht ankern wir 50 m vor dem gut besuchten, palmengesäumten Strand. Hier ist das Wasser glatt, und es weht nur mäßig vom Land herüber.

Nach dem Aufklaren setzen wir über. Boqueron ist ein bunter Ort mit vielen Bars und Restaurants.

Die Straßen sind  voller Leben. Verschiedene Stände bieten am Straßenrand Austern oder Gegrilltes an. P1070583Es ist Wochenende. Abends schallt ohrenbetäubender Lärm vom Land zu uns herüber. Jedes Lokal spielt andere Musik, alle sind laut. Die Mischung die an Bord ankommt hat wirklich nichts mehr mit Musik zu tun.

Sonntag, 11.02.2018

Günter schwimmt morgens zum Strand und joggt. Ich versuche in der Zeit einen der Risse in der Segeltasche zu nähen.

Um 12:05 ziehen wir den Anker an Bord und verlassen die Bucht. Gewarnt vom Starkwind des Vortrages, rollen wir die Genua nur bis zum 2. Reff aus und machen schon bald 4 kn Fahrt. Wir richten unseren Kurs nach Norden und segeln mit „halbem Wind“.  . . . ungefähr 15 Minuten! Dann weht uns der Wind plötzlich schwach entgegen. Das Meer ist spiegelglatt. Daran ändert sich auch in den nächsten 2 ½ Stunden nichts, während wir die 13 nm zu unserem Tagesziel Mayagues unter Motor zurücklegen. Dort angekommen suchen wir lange nach einem geeigneten Ankerplatz. Schließlich ankern wir um 15:30 als einziges Sportboot in der ganzen Bucht vor einer rostigen Stahlruine.

Mit dem Dinghi mache ich mich auf die Suche nach einer Anlegemöglichkeit, und werde direkt hinter der Ruine fündig. Wir setzen also über und machen uns daran, die Stadt zu erkunden. Auch hier stolpern wir immer wieder über Hurricane-Schäden.P1070595

Das Customsbüro haben wir schnell gefunden. Hier werden wir morgen für unsere Abreise am Dienstag ausklarieren. Auch einen tollen Supermarkt entdecken wir in zumutbarer Entfernung. Jetzt suchen wir noch ein schönes Stadtzentrum. Wir müssen lange laufen, bis wir zu einem sehr schönen Platz kommen. Hier gönnen wir uns einen leckeren Milchkaffee aus Pappbechern.

Der Rückweg zieht sich. Bei einer Karaoke-Veranstaltung auf einem ehemaligen Fischhandelgelände setzen wir uns noch auf ein Bier. P1070600Die Darbietungen sind von unterschiedlicher Qualität, die Menschen sehr freundlich.

An Bord gibt es Koteletts mit grünem Salat.

Montag, 12.02.2018

Mayagues hat keinen schönen Badestrand, und auch unser Ankerplatz bietet kein klares Wasser, deshalb beschließen wir, schon heute Abend zur Dominikanischen Republik zu segeln. Wir fahren an Land, klarieren aus und machen noch einen kleinen Einkauf im Supermarkt. Dann geht es zurück an Bord. Ich nähe wieder an der Segeltasche. Günter beschäftigt sich schon mit der Routenplanung.

Das Abendessen wird vorbereitet. Heute bläst der Wind wieder kräftig. Um 18.00 werden wir losfahren, um Morgen früh gegen 08:00 bei der Marina Cap Cana anzukommen.

Puerto Rico

Donnerstag, 08.02.2018

Am Morgen können wir am Ankerplatz drei Manatis (Seekühe) im trüben Wasser beobachten, leider ist über  Wasser immer nur kurz ein Kopf, oder die große Schwanzflosse zu sehen.

Manatee
Archivbild

Wir setzen zur ramponierten Marina über.

Vom Manager erhalten wir einige Informationen über das verheerende Ausmaß der Zerstörung und die Zukunft der Marina. Der Rundgang durch den Ort ist mehr bedrückend als schön.

Um 10:40 holen wir den Anker auf und segeln aus der ruhigen Bucht. Auf dem Weg nach Westen erreichen wir um 13:45 die kleine Isla de Muertos. Hier ankern wir im drei Meter tiefen, klaren Wasser und schwimmen an Land. Außer dem Parkranger, der nach jeweils einer Woche von einem Kollegen abgelöst wird, wohnt hier niemand.

Ein Ausflugsboot verlässt kurz nach unserer Ankunft den Strand. Auch wir fahren nach dem Bad weiter. Um 17:30 Ankern wir im Hafenbecken von Ponce. Wir erwarten eine größere Stadt, Einkaufsmöglichkeiten und würden gern mal wieder eine Pizza (auch ein typisch Karibisches Gericht) essen. Wir fahren an Land und laufen an einer Reihe von kleinen Open-Air-Restaurants vorbei, dahinter liegt ein großer Parkplatz.  Google-Maps weist uns den Weg zu Dominos Pizza, 5,1 km, 01:12 Std entfernt. Was soll‘s, wir haben ja weiter nichts vor. Der Weg führt erst mal durch ein großes Hafengelände, dann durch die angrenzenden Wohngebiete. Es wird dunkel, wir sehen kaum Menschen, aber die wenigen sind freundlich. Es ist eine triste Wanderung, und am Ende erreichen wir eine Service-Zone mit Wallgreens, Wendy’s, Dominos Pizza u. A.. Bei Dominos gibt es kein Bier zur Pizza, also überlegen wir kurz, beim Chinesen nebenan zu speisen. Wir wechseln das Lokal. Die Kellnerin bringt die Karten. Günter sieht die Preise für die Vorspeisen, ich die fürs Bier. Wir schauen uns kurz an: Pizza? Pizza! Und gehen zurück zu Dominos. Das Special des Tages: Eine Medium Pizza + zwei Getränke (Cola Light) 9,99 $. Deal!

Nach dem Essen laufen wir noch mal einen halben Kilometer zur gegenüberliegenden Mall. Tolles Zentrum, schöne Geschäfte. Es gibt alles, außer Lebensmittel. Wir laufen fast die gleiche Strecke wieder zurück zum Hafen. Das zieht sich. Die alten Knochen werden ordentlich gefordert.

Auf der Party-Meile am Hafen läuft inzwischen verschiedene Musik. Wir lassen uns vor einer Bar mit Salsa-Klänge nieder und gönnen uns ein Bier. An Bord beschäftigen wir uns später mit der Planung für den nächsten Tag

Freitag, 09.02.2018

Um 10:48 verlassen wir das Hafenbecken unter zweifach gerefftem Großsegel. Unser Ziel ist das Städtchen Guanica. Auf unserem Westkurs begleitet uns eine kräftige Dünung aus Ost, Ost-Wind 20 – 25 kn von achtern, alles scheint easy. Um 13:00 sagt Günter noch: „Ich glaub der Wind wird immer stärker.“

Fünf Minuten später fällt eine Sturmböe mit über 50 kn über uns her. Durch das Zusammentreffen verschiedener unglücklicher Umstände, bricht ein Teil der Baumnock ab, und zerreißt unsere Segeltasche (Lazy Bag). Das Großsegel können wir rechtzeitig bergen.

Hinter der Böe setzen wir die Reise unter stark gereffter Genua fort.

14:30 Wir laufen vor der nächsten Wetterfront in die Bucht vor Guanica ein und ankern. Hier klaren wir auf. Wir bauen die Segeltasche ab, die Reparatur wird schwierig. Umständlich tuchen wir das Groß auf dem Baum auf, jetzt ohne UV-Schutz. In den kommenden Tagen können wir sehr wahrscheinlich auf das Segel verzichten. Die Dominikanische Republik erreichen wir auch unter Genua.

Wir nehmen erst mal ein Ankerbier und telefonieren. Nachmittags setzen wir dann über, um einen Supermarkt zu suchen. Diesmal müssen wir nur 1,4 km laufen, und der Weg lohnt sich. Mit vollen Rucksäcken kehren wir zum Schiff zurück. Wir haben großen Hunger, deshalb gibt es heute nur Nudeln mit leckerer Fertigsoße,

Puerto Rico

Dienstag, 06.02.2018

Ich habe Bobby gestern Nachmittag nochmal angerufen, da ich ihn auf dem großen Marinagelände nicht finden konnte. Er war bereits gefahren um Teile zu besorgen. Auf die Frage, wie wir das mit der Bezahlung machen, sagte er: „Don’t worry about it. You did all the work.“ Ich bedanke mich, völlig überrascht und stark zweifelnd, ob ich das wohl richtig verstanden habe.

Heute Morgen mache ich mich nun nach dem ersten Kaffee auf den Weg zum Marinabüro um auszuchecken. Tatsächlich weist die Rechnung nur zwei Tage Liegeplatz á 53,00 US$ aus. Bob hat es ernst gemeint und auf eine Rechnungsstellung verzichtet. Es ist doch immer gut, einen Hundetrainer an Bord zu haben.

Wir nutzen den Wasseranschluss, um Lucky mal wieder gründlich zu waschen und die Tanks zu füllen. Von José, der hier am Steg einige Charteryachten betreut, erhalten wir wertvolle Tipps für unsere Reise von hier nach Punta Cana in der Dominikanischen Republik.

Um 12:30 verlassen wir die Marina. Unser Tagesziel ist, von José empfohlen,  die Westküste der südlich gelegenen Isla de Vieques, nur knapp 13 nm entfernt. Wir müssen erst mal gegen den Wind  und eine ruppige See motoren und ein kurzer Regenschauer lässt nicht lange auf sich warten. Nach einer Stunde können wir hoch am Wind auf unser Ziel zuhalten, und die Welt ist wieder in Ordnung. Wirklich schönes Segeln.

P1070540
Die Vegetation hat sich noch lange nicht vom letzten Hurricane erholt.

Um 15:30 ankern wir nahe Punta Bermudes im kristallklaren Wasser, vier Meter über Sandgrund. Nach dem Aufklaren sind wir schnell im Wasser und schwimmen zum gut 200 m entfernten Strand. Leider finden wir keinen Zugang zum Ufer, weil die letzten Meter von Korallen und Seeigelkolonien versperrt sind. Schwimmen wir eben wieder zurück, war trotzdem schön.

Das Abendessen besteht aus Bratkartoffeln, Salat und Schweinekotelett „Country Style“.

P1070542Haben wir gestern im Supermarkt gekauft. Die Teile haben jeweils zwei Rippen, sind also etwas dicker geschnitten, und wiegen je 400 g. Paniert gebraten sind sie super zart und lecker. Zum Glück haben wir noch zwei für Morgen.

 

Mittwoch, 07.02.2018

Nach dem Frühstück holen wir den Anker auf und fahren ein paar hundert Meter am Stand entlang. Hier ankern wir erneut, und Günter versucht an den Strand zu schwimmen. P1070547Diesmal gelingt die Landung und er kann einen kleinen Spaziergang machen. Der Rückweg wird durch eine querlaufende Strömung unerwartet anstrengend, aber er schwimmt ja, um sich fit zu halten.

09:50  Wir ziehen den Anker wieder hoch und segeln unter Genua nach Westen. Wind und Dünung nehmen stetig zu, während wir uns von der Isla de Vieques entfernen, und an Puerto Ricos Südküste entlang segeln. Um 17:00 fahren wir durch eine schmale Passage hinter ein Riff. Dort haben wir die letzte Stunde spiegelglattes Wasser bei unverändert frischem Wind. Um 18:10 ankern wir in der Bucht vor Salinas. Auch hier sind die Hurricaneschäden noch lange nicht beseitigt.

Abends essen wir die zweite Tranche „Schweinekotelett Country Style“.P1070560

Von Culebra nach Puerto Rico

Samstag, 03.02.2018

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Dinghi an Land und laufen zum Flughafen. Das ist nur ein kurzer Spaziergang bis zum Ende des kleinen Ortes. Auf der Straße haben sich große Pfützen gebildet, weil es letzte Nacht wieder ergiebig geregnet hat. Im Immigration-Büro erwartet uns eine sehr freundliche junge Dame und begrüßt uns mit der Frage: „Kommen sie von der Sunshine oder von der Lucky“. Überrascht antworten wir mit: „Lucky“. Mensch, da hat ja mal was funktioniert. Die Dame prüft unsere Pässe, während ich das nötige Formular ausfülle. Anschließend erhalten wir für Lucky eine Cruising-License für ein Jahr in amerikanischen Gewässern, zusammen mit einer mündlchen Anleitung für unsere Meldungen unterwegs.

Danach fahren wir erst mal wieder zurück an Bord. Günter muss dringend einen weiteren Anruf bei AT&T machen. Er kann zwar mit seiner neuen Telefonkarte telefonieren, aber ein persönlicher Hotspot fürs Laptop lässt sich auch nach der Reklamation bei der Hotline nicht einrichten. Auch diesmal endet das Gespräch mit der Zusage, die Einrichtung würde in wenigen Minuten klappen.

Wir ziehen den Anker um 11:30 aus dem Sand und verlassen die Ensenada Honda. Eine gute Stunde später machen wir an einer Boje in der Bajo de Almodobar, hinter einem Riff fest. P1070518Ein schöner Ort, um die versprochene Smartphone-Funktion auszuprobieren. Klappt aber leider immer noch nicht.

Um 13:33 lösen wir unsere Leine von der Boje und fahren zur gegenüberliegenden Insel Culebrita. Hier bringen wir den Anker aus und gehen im klaren Wasser schwimmen.

Um 15:30 fahren wir weiter zur Bahia Flamingo, die einen bekannt schönen Strand hat. Wir ankern vor dem Strand mit Bug- und Heckanker, damit sich das Boot nach dem „Einschlafen des Windes“ nicht quer in die Dünung legen und aufschaukeln kann. In der kommenden Nacht denkt der Wind aber garnicht daran einzuschlafen. Er frischt stattdessen nach Mitternacht kräftig auf, und Lucky reitet auf den zum Strand laufenden Wellen. Ich versuche mit einer zweiten Kralle den Zug der Ankerkette zu verteilen und finde erst viel später wieder Schlaf. Es muss dann irgendwann ruhiger geworden sein.

Sonntag, 04.02.2018

Als ich um 09:00 vom Duft des frischen Kaffees geweckt werde ist es zwar noch windig, aber die Wellen sind viel kleiner geworden und das Knarzen der Leinen ist verschwunden.

Nach dem ersten Kaffee schnappt sich Günter sein I-Phone und ruft bei AT&T an. Wieder erzählt er seine Geschichte. Mitten im Gespräche wird die Verbindung unterbrochen. Unglaublicherweise ruft der AT&T Operator binnen einer Minute nun Günter an, und sie arbeiten weiter. Am Ende sagt der Operator zu, sich gleich mit der Lösung des Problems noch mal zu melden. Wir frühstücken in Ruhe. Danach springt Günter ins Wasser und schwimmt zum schönen Sandstrand. Er muss dabei eine ordentliche Brandung überwinden. Nach einem kurzen Spaziergang schwimmt er zurück zur Lucky. Einen Rückruf von AT&T hat es zwar zwischenzeitlich nicht gegeben, aber bei der letzten Überprüfung vor unserer Weiterfahrt scheint das Problem gelöst zu sein.

11:10  Wir holen unsere Anker an Bord und verlassen die Bucht. Heute segeln wir zur Puerto del Rey Marina auf Puerto Rico. Dort haben wir Morgen um 11:00 einen Krantermin, um die tropfende Wellendichtung reparieren zu lassen. Unterwegs prüft Günter die Hotspot-Funktion seines Telefons und stellt fest, dass es wirklich wie versprochen funktioniert.

12:30 Günters Haken hat wieder zugeschlagen. Er holt einen Weißen-, auch Langflossen-Thunfisch genannt, an Bord.

530 g Filet landen in der Küche. Damit sind die Spaghetti in Tomatensoße auf Morgen verschoben.

Nach drei Stunden Segeln mit schönem Wind von achtern lässt dieser langsam nach und wechselt öfter die Richtung. Sowohl vor als auch hinter uns bilden sich dicke Regenwolken.

Als wir um 15:30 die Marina erreichen geht gerade ein Regenschauer mit starken Windböen nieder. Wir ankern kurzerhand vor dem Hafen und warten bis das Spektakel vorbei ist.P1070535Um 17:00 haben wir in der uns zugeteilten Box 1041 festgemacht.

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Montag, 05.02.2018

Wir stehen früh auf und schaffen Platz in den Achterkabinen, damit der Monteur zum Wechsel der Dichtmanschette sofort an die Schraubenwelle herankommt. Um 10:30 verlassen wir unsere Box und fahren durch die große Marina in Richtung Kran. Ich versuche mehrmals unser Ankommen über Funk anzukündigen, bekomme aber zunächst keine Antwort. Schon in Sichtweite  des Kranbeckens habe ich Erfolg: „Ja komm, wir erwarten Dich“. Ich sehe wie an Land ein fahrbarer Bootslift angefahren kommt und sich über dem Becken in Position bringt. Langsam fahren wir in das Becken, der Seitenwind drückt uns auf die rechte Betonpier, aber Günter ist mit Kraft und Fendern immer am richtigen Platz. Von Landseite kommt in diesem brenzligen Moment wenig Unterstützung. Die machen das wahrscheinlich auch nicht so oft. 🙂

Als Lucky sicher liegt, bittet mich der „Liftboy“ ins Büro zu gehen, man erwarte mich dort. Ich laufe erst mal ins falsche Büro, weil ich keine Ahnung habe, worum es geht. An der richtigen Adresse angekommen, fragt mich eine nette Dame freundlich, ob meine Kreditkarte bereits in der Marina registriert sei, und ob ich vorher oder nachher zahlen wolle. Ich zahle 185,00 US$ und sie gibt sofort über Funk durch: „Lucky is ready to go“. Dann weist sie mich, der Ordnung halber noch daraufhin, dass ich einen 2-Stunden-Termin habe. Sollte die Reparatur nicht in dieser Zeit erledigt sein, fallen weitere 185,00 US$ an. Danke für den Hinweis.

Ich laufe zurück zum Kran und sehe wie Lucky langsam aus dem Wasser gehoben wird. Auf halber Höhe stellen die Fachleute fest, dass das Vorstag mit der Rollgenua am Querträger des Krans anstößt.  . . .  Alles wieder zurück. Wir müssen rückwärts in den Lift fahren.

Kriegen wir auch noch hin. Neuer Versuch. Diesmal kommt beim Heben unser Windgenerator dem Träger gefährlich nah, aber nachdem wir die Flügel blockiert haben, bleiben noch 10 cm Luft. Lucky wird an Land gefahren und im Kran abgestellt. Bobby, unser beauftragter Fachmann hat das ganze Spiel mit seinem Gehilfen im Golf-Kart sitzend beobachtet und kommt jetzt dazu. Ein bisschen Smaltalk, wo kommt ihr her, welche Route seid ihr gesegelt, und plötzlich sind wir beim Thema Hunde angekommen (?), seine große Leidenschaft und Günters Beruf. Die erste halbe Stunde unserer kostbaren Zeit vergeht, ohne dass jemand an Bord geht. Bobbys Monteur ist allerdings inzwischen unterwegs, eine Leiter zu besorgen. Konnte ja keiner ahnen, dass man die brauchen würde. 🙂  Als die Leiter endlich eintrifft schaut sich das Team das Projekt an und bespricht sich kurz. Danach setzen sich beide ins Kart um Werkzeug zu holen. Das dauert. Uns reicht’s! Wir fangen an. Wir beginnen mit Ruhe und gewohnter Gründlichkeit mit der Demontage und Reinigung. Der Monteur kommt schließlich mit dem fehlenden Abzieher. Bob hat seinen Schäferhund mitgebracht, den Günter sich natürlich ansehen soll. Günter ist über das Zeitlimit und die Kosten im Bilde, und gibt das an Bob weiter. Der erwidert: „Jungs, ihr seid viel zu schnell. Ich regle das schon.“

Die Reparatur läuft unter unserer kritischen Blicken und mit unserer tatkräftigen Hilfe reibungslos und tatsächlich wird Lucky um 13:00 wieder zu Wasser gelassen. Wir fahren zur Tankstelle, Diesel auffüllen, dann zurück in die Box. Wir beschließen zum Aufklaren noch bis Morgen in der Marina zu bleiben.

Am späten Nachmittag machen wir eine Wanderung zum 1,7 km entfernten Geschäftszentrum. Nach dem Einkauf in einem tollen Supermarkt essen wir in einem Mexikanischen Imbiss.

 

Virgins

Mittwoch, 31.01.2018

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt. Uns sind doch tatsächlich die Spaghetti ausgegangen. Auf dem Rückweg gehen wir gleich beim Ausklarierungsbüro vorbei, denn wir müssen heute noch weiter.

Um 13:20 ziehen wir den Anker hoch und fahren in die Marina, die nur 50 nm entfernt ist, um Wasser zu tanken. Um 14:08 geht es los. Das Ziel ist Cruz Bay auf St. John, ein Einklarierungshafen für die US Virgin Islands. Der Wind ermöglicht uns, fast die gesamt Strecke von 100 nm zu segeln, wobei wir gegen Ende ziemlich langsam werden.

Donnerstag, 01.02.2018

Wir staunen nicht schlecht, als wir um kurz nach 12:00 in Cruz Bay das vom Hurricane völlig zerstörte Bürogebäude der Immigration & Borderprotection sehen. Hier klariert niemand mehr ein. Auch viele andere Gebäude sind stark beschädigt.

Auf Nachfrage erzählt mir ein Segler, dass es auf St. John seit dem Sturm kein Custums-Büro mehr gibt. Einklarieren für die US Virgins, nur noch in Charlotte-Amalie auf St. Thomas. Dafür müssen wir gut 11 nm weiter nach Westen fahren. Um 12:30 sind wir unterwegs dorthin. Wir nehmen den Motor zur Hilfe, denn der Wind ist schwach. Die Hoffnung, nachmittags schon  in der schönen Maho Bay zu sein, müssen wir aufgeben, denn die liegt östlich.

Bei der Ankunft in der Bucht von Charlotte-Amalie bin ich sehr unentschlossen bezüglich des Liegeplatzes. Nach einer Runde durch die Bucht entscheide ich mich endlich. Um 15:00 ankern wir vor dem Gelände der Coast Guard. Ich setze sofort mit dem Dinghi über, besorge etwas Bargeld und laufe zum Einklarieren zum Edward W. Blyden Marine Terminal. Das Büro schließt um 15:30. Ich werde als letzter Kunde abgefertigt. Danach mache ich mich auf die Suche nach einem 7-Eleven, einer kleinen Einzelhandelskette, bei der ich 2015 preiswert eine Karte für das amerikanische Telefonnetz gekauft habe. Leider ohne Erfolg. Abends gibt s mal wieder Schweinekoteletts mit Bratkartoffeln.

Freitag, 02.02.2018

Wir müssen weiter, deshalb fahren wir früh an Land, klarieren für 10:00 aus und machen uns gemeinsam auf die Jagd nach Telefonkarten. Durch den Hinweis eines netten Kioskbetreibers finden wir nach einem weiten Fußmarsch tatsächlich einen AT&T-Laden. Nach einer langen Wartezeit, in der wir das hauseigene Wlan kostenfrei nutzen können, werden wir hier versorgt. Glücklicherweise befindet sich gegenüber ein Supermarkt. Wir kaufen Brot fürs Frühstück, einen Kopf Salat und ein 1.350 g Steak fürs Abendessen. Zurück lassen wir uns von einem Bus fahren.

Es ist bereits 12:45, als wir den Anker heben und nach Culebra aufbrechen. Culebra liegt etwa 20 nm entfernt und somit auf halbem Weg nach Puerto Rico. Hier müssen wir wieder einklarieren und können eine Cruising-License für die USA beantragen. Der Wind ist zuerst schwach. Kaum ist er auf  eine brauchbare Stärke angewachsen, beginnt er zu drehen. Um 14:00 ziehen dicke Regenwolken auf. Der Seeraum um uns ist frei, wir bergen die Segel, starten die Maschine und gehen unter Deck. Es regnet ca. eine halbe Stunde, die umliegenden Inseln sind währenddessen nicht mehr zu sehen. Wir schaukeln durch die Wellen. Mit dem Ende des Regens stellt auch der Wind seine Aktivität völlig ein, der Himmel klart auf. Wir wischen das Cockpit trocken und motoren weiter.

Kurz vor der Einfahrt in die Ensenada Honda (Bucht auf Culebra) fängt Günter mit der Schleppangel noch eine kleine „Spanische Makrele“, gerade die richtige Vorspeise für unser Riesensteak.

Um 17:22 ankern wir in der Bucht. Auch hier sind noch viele Sturmschädigen nicht behoben.

Ich gehe ans Telefon, um unsere Ankunft, wie vorgeschrieben anzumelden. Günter bereitet die Sashimi-Vorspeise vor. Ich spreche mit einem Anrufbeantworter, der mir den Rückruf eines Beamten verspricht, sofern ich die gewünschten Angaben und meine Telefonnummer hinterlasse. Ich gebe alles ordnungsgemäß an, danach essen wir erst mal. Die Makrele ist nicht ganz so zart wir der Thun vom letzten Fang, aber immer noch erstklassig. Das Steak schneiden wir in drei Stücke, die wir in zwei Pfannen braten. OK, ist kein Filet, schmeckt aber jot.

Einen Rückruf erhalte ich natürlich nicht. Gegen 20:00 mache ich einen zweiten Versuch. Diesmal kann ich unsere Anmeldung einem Beamten vortragen. Als alle Fragen beantwortet sind, bittet er mich Morgen früh ab 08:00 bei der Immigration & Borderprotection  am Flughafen vorzusprechen, und das Schiff vorher nicht zu verlassen. Dort können wir auch die Cruising-License beantragen.