Samstag, 03.02.2018
Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Dinghi an Land und laufen zum Flughafen. Das ist nur ein kurzer Spaziergang bis zum Ende des kleinen Ortes. Auf der Straße haben sich große Pfützen gebildet, weil es letzte Nacht wieder ergiebig geregnet hat. Im Immigration-Büro erwartet uns eine sehr freundliche junge Dame und begrüßt uns mit der Frage: „Kommen sie von der Sunshine oder von der Lucky“. Überrascht antworten wir mit: „Lucky“. Mensch, da hat ja mal was funktioniert. Die Dame prüft unsere Pässe, während ich das nötige Formular ausfülle. Anschließend erhalten wir für Lucky eine Cruising-License für ein Jahr in amerikanischen Gewässern, zusammen mit einer mündlchen Anleitung für unsere Meldungen unterwegs.
Danach fahren wir erst mal wieder zurück an Bord. Günter muss dringend einen weiteren Anruf bei AT&T machen. Er kann zwar mit seiner neuen Telefonkarte telefonieren, aber ein persönlicher Hotspot fürs Laptop lässt sich auch nach der Reklamation bei der Hotline nicht einrichten. Auch diesmal endet das Gespräch mit der Zusage, die Einrichtung würde in wenigen Minuten klappen.
Wir ziehen den Anker um 11:30 aus dem Sand und verlassen die Ensenada Honda. Eine gute Stunde später machen wir an einer Boje in der Bajo de Almodobar, hinter einem Riff fest.
Ein schöner Ort, um die versprochene Smartphone-Funktion auszuprobieren. Klappt aber leider immer noch nicht.
Um 13:33 lösen wir unsere Leine von der Boje und fahren zur gegenüberliegenden Insel Culebrita. Hier bringen wir den Anker aus und gehen im klaren Wasser schwimmen.
Um 15:30 fahren wir weiter zur Bahia Flamingo, die einen bekannt schönen Strand hat. Wir ankern vor dem Strand mit Bug- und Heckanker, damit sich das Boot nach dem „Einschlafen des Windes“ nicht quer in die Dünung legen und aufschaukeln kann. In der kommenden Nacht denkt der Wind aber garnicht daran einzuschlafen. Er frischt stattdessen nach Mitternacht kräftig auf, und Lucky reitet auf den zum Strand laufenden Wellen. Ich versuche mit einer zweiten Kralle den Zug der Ankerkette zu verteilen und finde erst viel später wieder Schlaf. Es muss dann irgendwann ruhiger geworden sein.
Sonntag, 04.02.2018
Als ich um 09:00 vom Duft des frischen Kaffees geweckt werde ist es zwar noch windig, aber die Wellen sind viel kleiner geworden und das Knarzen der Leinen ist verschwunden.
Nach dem ersten Kaffee schnappt sich Günter sein I-Phone und ruft bei AT&T an. Wieder erzählt er seine Geschichte. Mitten im Gespräche wird die Verbindung unterbrochen. Unglaublicherweise ruft der AT&T Operator binnen einer Minute nun Günter an, und sie arbeiten weiter. Am Ende sagt der Operator zu, sich gleich mit der Lösung des Problems noch mal zu melden. Wir frühstücken in Ruhe. Danach springt Günter ins Wasser und schwimmt zum schönen Sandstrand. Er muss dabei eine ordentliche Brandung überwinden. Nach einem kurzen Spaziergang schwimmt er zurück zur Lucky. Einen Rückruf von AT&T hat es zwar zwischenzeitlich nicht gegeben, aber bei der letzten Überprüfung vor unserer Weiterfahrt scheint das Problem gelöst zu sein.
11:10 Wir holen unsere Anker an Bord und verlassen die Bucht. Heute segeln wir zur Puerto del Rey Marina auf Puerto Rico. Dort haben wir Morgen um 11:00 einen Krantermin, um die tropfende Wellendichtung reparieren zu lassen. Unterwegs prüft Günter die Hotspot-Funktion seines Telefons und stellt fest, dass es wirklich wie versprochen funktioniert.
12:30 Günters Haken hat wieder zugeschlagen. Er holt einen Weißen-, auch Langflossen-Thunfisch genannt, an Bord.
530 g Filet landen in der Küche. Damit sind die Spaghetti in Tomatensoße auf Morgen verschoben.
Nach drei Stunden Segeln mit schönem Wind von achtern lässt dieser langsam nach und wechselt öfter die Richtung. Sowohl vor als auch hinter uns bilden sich dicke Regenwolken.
Als wir um 15:30 die Marina erreichen geht gerade ein Regenschauer mit starken Windböen nieder. Wir ankern kurzerhand vor dem Hafen und warten bis das Spektakel vorbei ist.
Um 17:00 haben wir in der uns zugeteilten Box 1041 festgemacht.

Montag, 05.02.2018
Wir stehen früh auf und schaffen Platz in den Achterkabinen, damit der Monteur zum Wechsel der Dichtmanschette sofort an die Schraubenwelle herankommt. Um 10:30 verlassen wir unsere Box und fahren durch die große Marina in Richtung Kran. Ich versuche mehrmals unser Ankommen über Funk anzukündigen, bekomme aber zunächst keine Antwort. Schon in Sichtweite des Kranbeckens habe ich Erfolg: „Ja komm, wir erwarten Dich“. Ich sehe wie an Land ein fahrbarer Bootslift angefahren kommt und sich über dem Becken in Position bringt. Langsam fahren wir in das Becken, der Seitenwind drückt uns auf die rechte Betonpier, aber Günter ist mit Kraft und Fendern immer am richtigen Platz. Von Landseite kommt in diesem brenzligen Moment wenig Unterstützung. Die machen das wahrscheinlich auch nicht so oft. 🙂
Als Lucky sicher liegt, bittet mich der „Liftboy“ ins Büro zu gehen, man erwarte mich dort. Ich laufe erst mal ins falsche Büro, weil ich keine Ahnung habe, worum es geht. An der richtigen Adresse angekommen, fragt mich eine nette Dame freundlich, ob meine Kreditkarte bereits in der Marina registriert sei, und ob ich vorher oder nachher zahlen wolle. Ich zahle 185,00 US$ und sie gibt sofort über Funk durch: „Lucky is ready to go“. Dann weist sie mich, der Ordnung halber noch daraufhin, dass ich einen 2-Stunden-Termin habe. Sollte die Reparatur nicht in dieser Zeit erledigt sein, fallen weitere 185,00 US$ an. Danke für den Hinweis.
Ich laufe zurück zum Kran und sehe wie Lucky langsam aus dem Wasser gehoben wird. Auf halber Höhe stellen die Fachleute fest, dass das Vorstag mit der Rollgenua am Querträger des Krans anstößt. . . . Alles wieder zurück. Wir müssen rückwärts in den Lift fahren.
Kriegen wir auch noch hin. Neuer Versuch. Diesmal kommt beim Heben unser Windgenerator dem Träger gefährlich nah, aber nachdem wir die Flügel blockiert haben, bleiben noch 10 cm Luft. Lucky wird an Land gefahren und im Kran abgestellt. Bobby, unser beauftragter Fachmann hat das ganze Spiel mit seinem Gehilfen im Golf-Kart sitzend beobachtet und kommt jetzt dazu. Ein bisschen Smaltalk, wo kommt ihr her, welche Route seid ihr gesegelt, und plötzlich sind wir beim Thema Hunde angekommen (?), seine große Leidenschaft und Günters Beruf. Die erste halbe Stunde unserer kostbaren Zeit vergeht, ohne dass jemand an Bord geht. Bobbys Monteur ist allerdings inzwischen unterwegs, eine Leiter zu besorgen. Konnte ja keiner ahnen, dass man die brauchen würde. 🙂 Als die Leiter endlich eintrifft schaut sich das Team das Projekt an und bespricht sich kurz. Danach setzen sich beide ins Kart um Werkzeug zu holen. Das dauert. Uns reicht’s! Wir fangen an. Wir beginnen mit Ruhe und gewohnter Gründlichkeit mit der Demontage und Reinigung. Der Monteur kommt schließlich mit dem fehlenden Abzieher. Bob hat seinen Schäferhund mitgebracht, den Günter sich natürlich ansehen soll. Günter ist über das Zeitlimit und die Kosten im Bilde, und gibt das an Bob weiter. Der erwidert: „Jungs, ihr seid viel zu schnell. Ich regle das schon.“
Die Reparatur läuft unter unserer kritischen Blicken und mit unserer tatkräftigen Hilfe reibungslos und tatsächlich wird Lucky um 13:00 wieder zu Wasser gelassen. Wir fahren zur Tankstelle, Diesel auffüllen, dann zurück in die Box. Wir beschließen zum Aufklaren noch bis Morgen in der Marina zu bleiben.
Am späten Nachmittag machen wir eine Wanderung zum 1,7 km entfernten Geschäftszentrum. Nach dem Einkauf in einem tollen Supermarkt essen wir in einem Mexikanischen Imbiss.