Mittwoch, 31.01.2018
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt. Uns sind doch tatsächlich die Spaghetti ausgegangen. Auf dem Rückweg gehen wir gleich beim Ausklarierungsbüro vorbei, denn wir müssen heute noch weiter.
Um 13:20 ziehen wir den Anker hoch und fahren in die Marina, die nur 50 nm entfernt ist, um Wasser zu tanken. Um 14:08 geht es los. Das Ziel ist Cruz Bay auf St. John, ein Einklarierungshafen für die US Virgin Islands. Der Wind ermöglicht uns, fast die gesamt Strecke von 100 nm zu segeln, wobei wir gegen Ende ziemlich langsam werden.
Donnerstag, 01.02.2018
Wir staunen nicht schlecht, als wir um kurz nach 12:00 in Cruz Bay das vom Hurricane völlig zerstörte Bürogebäude der Immigration & Borderprotection sehen. Hier klariert niemand mehr ein. Auch viele andere Gebäude sind stark beschädigt.
Auf Nachfrage erzählt mir ein Segler, dass es auf St. John seit dem Sturm kein Custums-Büro mehr gibt. Einklarieren für die US Virgins, nur noch in Charlotte-Amalie auf St. Thomas. Dafür müssen wir gut 11 nm weiter nach Westen fahren. Um 12:30 sind wir unterwegs dorthin. Wir nehmen den Motor zur Hilfe, denn der Wind ist schwach. Die Hoffnung, nachmittags schon in der schönen Maho Bay zu sein, müssen wir aufgeben, denn die liegt östlich.
Bei der Ankunft in der Bucht von Charlotte-Amalie bin ich sehr unentschlossen bezüglich des Liegeplatzes. Nach einer Runde durch die Bucht entscheide ich mich endlich. Um 15:00 ankern wir vor dem Gelände der Coast Guard. Ich setze sofort mit dem Dinghi über, besorge etwas Bargeld und laufe zum Einklarieren zum Edward W. Blyden Marine Terminal. Das Büro schließt um 15:30. Ich werde als letzter Kunde abgefertigt. Danach mache ich mich auf die Suche nach einem 7-Eleven, einer kleinen Einzelhandelskette, bei der ich 2015 preiswert eine Karte für das amerikanische Telefonnetz gekauft habe. Leider ohne Erfolg. Abends gibt s mal wieder Schweinekoteletts mit Bratkartoffeln.
Freitag, 02.02.2018
Wir müssen weiter, deshalb fahren wir früh an Land, klarieren für 10:00 aus und machen uns gemeinsam auf die Jagd nach Telefonkarten. Durch den Hinweis eines netten Kioskbetreibers finden wir nach einem weiten Fußmarsch tatsächlich einen AT&T-Laden. Nach einer langen Wartezeit, in der wir das hauseigene Wlan kostenfrei nutzen können, werden wir hier versorgt. Glücklicherweise befindet sich gegenüber ein Supermarkt. Wir kaufen Brot fürs Frühstück, einen Kopf Salat und ein 1.350 g Steak fürs Abendessen. Zurück lassen wir uns von einem Bus fahren.
Es ist bereits 12:45, als wir den Anker heben und nach Culebra aufbrechen. Culebra liegt etwa 20 nm entfernt und somit auf halbem Weg nach Puerto Rico. Hier müssen wir wieder einklarieren und können eine Cruising-License für die USA beantragen. Der Wind ist zuerst schwach. Kaum ist er auf eine brauchbare Stärke angewachsen, beginnt er zu drehen. Um 14:00 ziehen dicke Regenwolken auf. Der Seeraum um uns ist frei, wir bergen die Segel, starten die Maschine und gehen unter Deck. Es regnet ca. eine halbe Stunde, die umliegenden Inseln sind währenddessen nicht mehr zu sehen. Wir schaukeln durch die Wellen. Mit dem Ende des Regens stellt auch der Wind seine Aktivität völlig ein, der Himmel klart auf. Wir wischen das Cockpit trocken und motoren weiter.
Kurz vor der Einfahrt in die Ensenada Honda (Bucht auf Culebra) fängt Günter mit der Schleppangel noch eine kleine „Spanische Makrele“, gerade die richtige Vorspeise für unser Riesensteak.
Um 17:22 ankern wir in der Bucht. Auch hier sind noch viele Sturmschädigen nicht behoben.
Ich gehe ans Telefon, um unsere Ankunft, wie vorgeschrieben anzumelden. Günter bereitet die Sashimi-Vorspeise vor. Ich spreche mit einem Anrufbeantworter, der mir den Rückruf eines Beamten verspricht, sofern ich die gewünschten Angaben und meine Telefonnummer hinterlasse. Ich gebe alles ordnungsgemäß an, danach essen wir erst mal. Die Makrele ist nicht ganz so zart wir der Thun vom letzten Fang, aber immer noch erstklassig. Das Steak schneiden wir in drei Stücke, die wir in zwei Pfannen braten. OK, ist kein Filet, schmeckt aber jot.
Einen Rückruf erhalte ich natürlich nicht. Gegen 20:00 mache ich einen zweiten Versuch. Diesmal kann ich unsere Anmeldung einem Beamten vortragen. Als alle Fragen beantwortet sind, bittet er mich Morgen früh ab 08:00 bei der Immigration & Borderprotection am Flughafen vorzusprechen, und das Schiff vorher nicht zu verlassen. Dort können wir auch die Cruising-License beantragen.
Hallo Jungs, wenn ich eure Speisenfolge lese, regt sich Appetit, – vor allem die Größe der Protionen scheint mir durchaus „hinreichend“ 🙂 Good Luck Stobi
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