Dienstag, 06.02.2018
Ich habe Bobby gestern Nachmittag nochmal angerufen, da ich ihn auf dem großen Marinagelände nicht finden konnte. Er war bereits gefahren um Teile zu besorgen. Auf die Frage, wie wir das mit der Bezahlung machen, sagte er: „Don’t worry about it. You did all the work.“ Ich bedanke mich, völlig überrascht und stark zweifelnd, ob ich das wohl richtig verstanden habe.
Heute Morgen mache ich mich nun nach dem ersten Kaffee auf den Weg zum Marinabüro um auszuchecken. Tatsächlich weist die Rechnung nur zwei Tage Liegeplatz á 53,00 US$ aus. Bob hat es ernst gemeint und auf eine Rechnungsstellung verzichtet. Es ist doch immer gut, einen Hundetrainer an Bord zu haben.
Wir nutzen den Wasseranschluss, um Lucky mal wieder gründlich zu waschen und die Tanks zu füllen. Von José, der hier am Steg einige Charteryachten betreut, erhalten wir wertvolle Tipps für unsere Reise von hier nach Punta Cana in der Dominikanischen Republik.
Um 12:30 verlassen wir die Marina. Unser Tagesziel ist, von José empfohlen, die Westküste der südlich gelegenen Isla de Vieques, nur knapp 13 nm entfernt. Wir müssen erst mal gegen den Wind und eine ruppige See motoren und ein kurzer Regenschauer lässt nicht lange auf sich warten. Nach einer Stunde können wir hoch am Wind auf unser Ziel zuhalten, und die Welt ist wieder in Ordnung. Wirklich schönes Segeln.

Um 15:30 ankern wir nahe Punta Bermudes im kristallklaren Wasser, vier Meter über Sandgrund. Nach dem Aufklaren sind wir schnell im Wasser und schwimmen zum gut 200 m entfernten Strand. Leider finden wir keinen Zugang zum Ufer, weil die letzten Meter von Korallen und Seeigelkolonien versperrt sind. Schwimmen wir eben wieder zurück, war trotzdem schön.
Das Abendessen besteht aus Bratkartoffeln, Salat und Schweinekotelett „Country Style“.
Haben wir gestern im Supermarkt gekauft. Die Teile haben jeweils zwei Rippen, sind also etwas dicker geschnitten, und wiegen je 400 g. Paniert gebraten sind sie super zart und lecker. Zum Glück haben wir noch zwei für Morgen.
Mittwoch, 07.02.2018
Nach dem Frühstück holen wir den Anker auf und fahren ein paar hundert Meter am Stand entlang. Hier ankern wir erneut, und Günter versucht an den Strand zu schwimmen.
Diesmal gelingt die Landung und er kann einen kleinen Spaziergang machen. Der Rückweg wird durch eine querlaufende Strömung unerwartet anstrengend, aber er schwimmt ja, um sich fit zu halten.
09:50 Wir ziehen den Anker wieder hoch und segeln unter Genua nach Westen. Wind und Dünung nehmen stetig zu, während wir uns von der Isla de Vieques entfernen, und an Puerto Ricos Südküste entlang segeln. Um 17:00 fahren wir durch eine schmale Passage hinter ein Riff. Dort haben wir die letzte Stunde spiegelglattes Wasser bei unverändert frischem Wind. Um 18:10 ankern wir in der Bucht vor Salinas. Auch hier sind die Hurricaneschäden noch lange nicht beseitigt.
Abends essen wir die zweite Tranche „Schweinekotelett Country Style“.