Donnerstag, 08.02.2018
Am Morgen können wir am Ankerplatz drei Manatis (Seekühe) im trüben Wasser beobachten, leider ist über Wasser immer nur kurz ein Kopf, oder die große Schwanzflosse zu sehen.

Wir setzen zur ramponierten Marina über.
Vom Manager erhalten wir einige Informationen über das verheerende Ausmaß der Zerstörung und die Zukunft der Marina. Der Rundgang durch den Ort ist mehr bedrückend als schön.
Um 10:40 holen wir den Anker auf und segeln aus der ruhigen Bucht. Auf dem Weg nach Westen erreichen wir um 13:45 die kleine Isla de Muertos. Hier ankern wir im drei Meter tiefen, klaren Wasser und schwimmen an Land. Außer dem Parkranger, der nach jeweils einer Woche von einem Kollegen abgelöst wird, wohnt hier niemand.
Ein Ausflugsboot verlässt kurz nach unserer Ankunft den Strand. Auch wir fahren nach dem Bad weiter. Um 17:30 Ankern wir im Hafenbecken von Ponce. Wir erwarten eine größere Stadt, Einkaufsmöglichkeiten und würden gern mal wieder eine Pizza (auch ein typisch Karibisches Gericht) essen. Wir fahren an Land und laufen an einer Reihe von kleinen Open-Air-Restaurants vorbei, dahinter liegt ein großer Parkplatz. Google-Maps weist uns den Weg zu Dominos Pizza, 5,1 km, 01:12 Std entfernt. Was soll‘s, wir haben ja weiter nichts vor. Der Weg führt erst mal durch ein großes Hafengelände, dann durch die angrenzenden Wohngebiete. Es wird dunkel, wir sehen kaum Menschen, aber die wenigen sind freundlich. Es ist eine triste Wanderung, und am Ende erreichen wir eine Service-Zone mit Wallgreens, Wendy’s, Dominos Pizza u. A.. Bei Dominos gibt es kein Bier zur Pizza, also überlegen wir kurz, beim Chinesen nebenan zu speisen. Wir wechseln das Lokal. Die Kellnerin bringt die Karten. Günter sieht die Preise für die Vorspeisen, ich die fürs Bier. Wir schauen uns kurz an: Pizza? Pizza! Und gehen zurück zu Dominos. Das Special des Tages: Eine Medium Pizza + zwei Getränke (Cola Light) 9,99 $. Deal!
Nach dem Essen laufen wir noch mal einen halben Kilometer zur gegenüberliegenden Mall. Tolles Zentrum, schöne Geschäfte. Es gibt alles, außer Lebensmittel. Wir laufen fast die gleiche Strecke wieder zurück zum Hafen. Das zieht sich. Die alten Knochen werden ordentlich gefordert.
Auf der Party-Meile am Hafen läuft inzwischen verschiedene Musik. Wir lassen uns vor einer Bar mit Salsa-Klänge nieder und gönnen uns ein Bier. An Bord beschäftigen wir uns später mit der Planung für den nächsten Tag
Freitag, 09.02.2018
Um 10:48 verlassen wir das Hafenbecken unter zweifach gerefftem Großsegel. Unser Ziel ist das Städtchen Guanica. Auf unserem Westkurs begleitet uns eine kräftige Dünung aus Ost, Ost-Wind 20 – 25 kn von achtern, alles scheint easy. Um 13:00 sagt Günter noch: „Ich glaub der Wind wird immer stärker.“
Fünf Minuten später fällt eine Sturmböe mit über 50 kn über uns her. Durch das Zusammentreffen verschiedener unglücklicher Umstände, bricht ein Teil der Baumnock ab, und zerreißt unsere Segeltasche (Lazy Bag). Das Großsegel können wir rechtzeitig bergen.
Hinter der Böe setzen wir die Reise unter stark gereffter Genua fort.
14:30 Wir laufen vor der nächsten Wetterfront in die Bucht vor Guanica ein und ankern. Hier klaren wir auf. Wir bauen die Segeltasche ab, die Reparatur wird schwierig. Umständlich tuchen wir das Groß auf dem Baum auf, jetzt ohne UV-Schutz. In den kommenden Tagen können wir sehr wahrscheinlich auf das Segel verzichten. Die Dominikanische Republik erreichen wir auch unter Genua.
Wir nehmen erst mal ein Ankerbier und telefonieren. Nachmittags setzen wir dann über, um einen Supermarkt zu suchen. Diesmal müssen wir nur 1,4 km laufen, und der Weg lohnt sich. Mit vollen Rucksäcken kehren wir zum Schiff zurück. Wir haben großen Hunger, deshalb gibt es heute nur Nudeln mit leckerer Fertigsoße,