Samstag, 10.02.2018
Wir haben aufgrund des anhaltend starken Windes beschlossen, den für heute geplanten Ankerplatz in der flachen Rifflandschaft vor Parguera auszulassen. Stattdessen segeln wir gleich zur großen Bucht von Boqueron an der Westküste von Puerto Rico. Die Strecke misst 28 nm.
Um 10:40 verlassen wir die geschützte Bucht von Gunica. Wir setzen die Genua im 2. Reff und sind damit gut unterwegs. Im Laufe des Tages werden die Wellen, die uns folgen immer höher und der achterliche Wind nimmt bis auf 30, in Böen 35 kn, zu. Wir steuern meistens selbst. Der Autopilot ist doch manchmal durch die Wellen und Böen überfordert. Als wir das Süd-West Ende der Insel erreichen, verkleinern wir unsere Segelfläche noch mehr, um sicher steuern zu können.
Auch als wir um 15:00 das Kap gerundet haben, gibt es keine Entwarnung. Selbst auf den letzten 1,5 nm die wir in die, nur nach Westen offene Bucht motoren, bläst es uns mit 20 – 30 kn entgegen. Hier gibt es allerdings keine nennenswerten Wellen mehr. Im Scheitelpunkt der Bucht ankern wir 50 m vor dem gut besuchten, palmengesäumten Strand. Hier ist das Wasser glatt, und es weht nur mäßig vom Land herüber.
Nach dem Aufklaren setzen wir über. Boqueron ist ein bunter Ort mit vielen Bars und Restaurants.
Die Straßen sind voller Leben. Verschiedene Stände bieten am Straßenrand Austern oder Gegrilltes an.
Es ist Wochenende. Abends schallt ohrenbetäubender Lärm vom Land zu uns herüber. Jedes Lokal spielt andere Musik, alle sind laut. Die Mischung die an Bord ankommt hat wirklich nichts mehr mit Musik zu tun.
Sonntag, 11.02.2018
Günter schwimmt morgens zum Strand und joggt. Ich versuche in der Zeit einen der Risse in der Segeltasche zu nähen.
Um 12:05 ziehen wir den Anker an Bord und verlassen die Bucht. Gewarnt vom Starkwind des Vortrages, rollen wir die Genua nur bis zum 2. Reff aus und machen schon bald 4 kn Fahrt. Wir richten unseren Kurs nach Norden und segeln mit „halbem Wind“. . . . ungefähr 15 Minuten! Dann weht uns der Wind plötzlich schwach entgegen. Das Meer ist spiegelglatt. Daran ändert sich auch in den nächsten 2 ½ Stunden nichts, während wir die 13 nm zu unserem Tagesziel Mayagues unter Motor zurücklegen. Dort angekommen suchen wir lange nach einem geeigneten Ankerplatz. Schließlich ankern wir um 15:30 als einziges Sportboot in der ganzen Bucht vor einer rostigen Stahlruine.
Mit dem Dinghi mache ich mich auf die Suche nach einer Anlegemöglichkeit, und werde direkt hinter der Ruine fündig. Wir setzen also über und machen uns daran, die Stadt zu erkunden. Auch hier stolpern wir immer wieder über Hurricane-Schäden.
Das Customsbüro haben wir schnell gefunden. Hier werden wir morgen für unsere Abreise am Dienstag ausklarieren. Auch einen tollen Supermarkt entdecken wir in zumutbarer Entfernung. Jetzt suchen wir noch ein schönes Stadtzentrum. Wir müssen lange laufen, bis wir zu einem sehr schönen Platz kommen. Hier gönnen wir uns einen leckeren Milchkaffee aus Pappbechern.
Der Rückweg zieht sich. Bei einer Karaoke-Veranstaltung auf einem ehemaligen Fischhandelgelände setzen wir uns noch auf ein Bier.
Die Darbietungen sind von unterschiedlicher Qualität, die Menschen sehr freundlich.
An Bord gibt es Koteletts mit grünem Salat.
Montag, 12.02.2018
Mayagues hat keinen schönen Badestrand, und auch unser Ankerplatz bietet kein klares Wasser, deshalb beschließen wir, schon heute Abend zur Dominikanischen Republik zu segeln. Wir fahren an Land, klarieren aus und machen noch einen kleinen Einkauf im Supermarkt. Dann geht es zurück an Bord. Ich nähe wieder an der Segeltasche. Günter beschäftigt sich schon mit der Routenplanung.
Das Abendessen wird vorbereitet. Heute bläst der Wind wieder kräftig. Um 18.00 werden wir losfahren, um Morgen früh gegen 08:00 bei der Marina Cap Cana anzukommen.
Krefeld Hüls 13.02.2018, 20:03 Uhr, 1 Grad. Fragen ?
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