Rudder Cut- und Little Famer’s Cay

Donnerstag, 29.03.2018

Günter ist in Deutschland angekommen. Er wurde bereits untersucht und behandelt. Er ist zuversichtlich, den gebuchten Rückflug nutzen, und am 09. April wieder an Bord kommen zu können.

Ich will nicht 10 Tage am gleichen Ankerplatz liegen, also ziehe ich das Eisen um 08:00 aus dem Sand und verlasse Stocking Harbour unter Segeln. Um 15:40 erreiche ich Rudder Cut Cay nach einem herrlichen Schlag nur unter Genua. Ich ankere natürlich neben der Sancara, die bereits gestern angekommen ist. Wir liegen wieder in kristallklarem Wasser bei ca. 2,5 m Tiefe. Nur wenige Schiffe ankern hier, es ist paradiesisch leer. Circa eine halbe Meile entfernt steht auf fünf Meter Wassertiefe ein Edelstahl Flügel (Piano) mit einer Meerjungfrau (Mermaid). Die Besichtigung mache ich zusammen mit Günter nach seiner Rückkehr.

Little Farmer‘s Cay

Freitag, 30.03.2018

Wir warten mit unserer Weiterreise bis kurz nach 11:00, damit die Tide passt. P1070663aWir wollen mit ablaufendem Wasser aus dem Rudder Cut raus- und drei Stunden später mit auflaufendem Wasser nach Little Farmer’s Cay reinfahren. Bei der Ausfahrt steht dem Ebbstrom zwar nur mäßiger Wind entgegen, aber das reicht schon für ausgeprägte Wellenbildung.

Wir erreichen das tiefe Wasser problemlos, merken aber schnell, dass wir viel zu früh ankommen werden. Die Genuas werden bis aufs 2. Reff eingerollt und wir schaukeln langsam mit Rückenwind nach Nord-Westen. Die Rechnung geht auf. Um 13:50 fahren wir ins Farmer’s Cay Cut. Dahinter strahlt uns das klare Wasser in allen Schattierungen von dunkelblau über türkis bis hellblau entgegen. P1070670Wir runden Little Farmer’s Cay südlich und ankern um 14:15 hinter der Insel auf zwei Meter. Nachmittags fahren wir mit dem Dinghi an Land und spazieren über das kleine Eiland.20180330_160941 Es ist Karfreitag, wir treffen nur wenige Menschen, die uns alle überaus freundlich begegnen. U. a. den Holzschnitzer J. R., der uns mit einer Schubkarre zu seinem Haus folgt – wir hatten die Richtung zufällig eingeschlagen – und aus seinem Leben erzählt. Er hat heute Geburtstag (67) und er ist ausverkauft. Wir haben aber auch ein Pech.

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Auf der Pudelmütze steht: Jesus is my my boss.

Vom Steg aus sehen wir im klaren Wasser zwei große Schildkröten und einen Stachelrochen.

Auch der Inhaber des Yachtclub Restaurants äußert sich zufrieden über sein Geschäft. Hier scheinen die Menschen glücklich zu sein. Leider hat das Fest, das wir Morgen zu erleben hofften, bereits am Mittwoch stattgefunden. Schade! Wir wollen aber auf jeden Fall Ostersonntag am hiesigen Gottesdienst teilnehmen.

Günter wird derweil in Deutschland weiter behandelt, er ist noch weit weg von schmerzfrei. Wir alle drücken die Daumen.

George Town, Bahamas

Sonntag, 25.03.2018

Nach einem frühen Kaffee ziehen wir bereits um 07:10 den Anker aus dem Sand und fahren langsam aus der flachen Bucht. Nach dem Passieren der Riffe rollen wir die Genua aus und segeln noch langsamer Richtung George Town. Die Leichtwindsegel können wir heute nicht setzen, da unser Großfall, die Leine mit der wir diese Segel hochziehen, beim letzten Einsatz stark beschädigt wurde. Wir müssen bei nächster Gelegenheit feststellen, was die Beschädigung verursacht hat, bevor wir ein neues Fall einziehen. Mit Erreichen des tiefen Wassers bringt Günter wie immer sofort die Schleppangel aus. Kaum hat er die Leine abgespult, spürt er Widerstand, und holt sie wieder ein. Am Haken hängt ein Barracuda. Heute Abend gibt es Fisch.

Wir segeln also den ganzen Tag mit 2 – 3 kn über absolut ruhiges Wasser und erreichen Georgetown um 17:45. Wir ankern neben der Sancara, die bereits gestern hier angekommen ist. Auch Leah und Josh von der Peacemaker, die wir vor Bayahibe kennengelernt haben, liegen hier. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Rechtzeitig vor Sonnenuntergang kommt eine weitere Crew deutscher Segler vorbei und lädt zum Sundowner am Strand ein. Nach dem Abendessen holen mich Anna und Reinhard mit dem Dinghi ab. Wir fahren zum Ufer, Günter schont seinen Rücken an Bord. Der Strand ist perfekt, bietet sogar eine Abbruchkante zum bequemen Sitzen. Lediglich die mit der Dämmerung erscheinenden Mücken sind lästig. Wir lernen Heike und Herwig von der Worlddancer II, und Beate und Reiner von der Balou kennen. Die vier sind schon länger unterwegs und können uns gute Tipps für die Reise geben.

Montag, 26.03.2018

Günter hatte wieder eine schlimme Nacht. Er muss zum Arzt. Wir ankern näher an der Stadt und setzen um 10:00 mit dem Dinghi über. Der Weg zum örtlichen Krankenhaus ist nur 1,8 km lang. Günter traut sich den Spaziergang zu. Ich brauche Bewegung, also laufen wir zusammen. 20180326_110053Nach seiner Anmeldung gehe ich allerdings zurück, fahre zur Lucky und frühstücke. Das hatten wir am Morgen vergessen.

Um 14:00 treffen wir uns vor dem Supermarkt wieder und kaufen ein paar Kleinigkeiten. Bei den hier aufgerufenen Preisen vergeht uns jede Lust die Vorräte aufzufüllen. Im Krankenhaus konnte Günter leider nicht geholfen werden. Wir sind erst mal ratlos, fahren zum alten Ankerplatz zurück. Hier liegen wir besser geschützt vor dem frischen Wind, der für Morgen angekündigt ist.P1070656

Dienstag, 27.03.2018

Wie versprochen hat der Wind in der Nacht ordentlich zugelegt. Wir liegen gut geschützt in Lee von Stocking Island. Ins Dinghi steigen wir heute freiwillig nicht. Wir vertreiben uns den Morgen mit kleinen Arbeiten unter Deck. Günter hat Schmerzen. Er kann sich kaum bewegen, aber es gibt auch keine Haltung, um sich schmerzfrei zu erholen. Nach langer, reiflicher Überlegung entscheidet er am Nachmittag schweren Herzens, zur Behandlung nach Deutschland zu fliegen. Zum Glück hat George Town einen Internationalen Flughafen.

Mittwoch, 28.03.2018

07:45 Wir fahren wieder rüber zum Ankerplatz vor der Stadt. Günters Flieger startet um 12:44. Mit einem 2 ½ stündigen Zwischenstopp in Atlanta wird er ca. 14 Stunden unterwegs sein. Ich wünsche ihm Glück! Vor dem Fernseher schafft er nicht mal eine Stunde, weder sitzend noch liegend. 20180328_090538

Conception

Freitag, 23.03.2018

Um 09:15  winden wir den Anker an Deck. Eine Viertelstunde später stehen Großsegel samt Genua und wir segeln aus der Bucht von Port Nelson. Um 10:35 passieren wir Sandy Point, dass südwestliche Kap von Rum Cay. 20180323_103945Mit vier Kreuzschlägen erreichen wir Conception, eine unbewohnte Insel unter Naturschutz, ca. 3,7 x 5,5 km. Um 14:50 passieren wir Wedge Point. Bei der Einfahrt in das 5 Meter flache, leuchtend blaue Wasser erscheint wie zur Begrüßung  ein Delfin, ist aber wieder verschwunden bevor ich ihn um ein Foto bitten kann. Wir ankern wenig später vor einem Strand an der Ostküste.20180323_145812

Samstag, 24.03.2018

Der Wind hat über Nacht etwas in Richtung Ost gedreht, deshalb war unser Ankerplatz nicht ganz so ruhig wie erwartet. Wir ziehen den Anker hoch und segeln, vorbei an Wedge Point, P1070644.JPGan der Westküste ein Stück nach Norden, bis zur Einfahrt zu einer flachen Lagune, die tief in das Inselinnere reicht. An den Ufern soll die geschützte Grüne Schildkröte zahlreich anzutreffen sein. Leider kommen wir wieder bei Niedrigwasser an und die gekräuselte Wasseroberfläche am Eingang lässt mich vermuten, dass eine Einfahrt mit dem Dinghi jetzt nicht möglich ist. Statt auf die Flut zu warten, richten wir unseren Kurs nach Süd-West und steuern die Nordspitze von Long Island an. Trotz Gennaker segeln wir langsam, mit verhältnismäßig viel Dünung. Wir runden das Kap Santa Maria und ankern um 13:40 in der Bucht vor Hoosie Harbour,  süd-östlich von St. Peters Point. Auch hier leuchtet das Wasser hellblau, der Sandgrund ist weiß.

Rum Cay

Mittwoch, 21.03.2018

Um 05:30 gehen wir Anker auf. Bevor der Wind Morgen auf Nord dreht, wollen wir heute nach Rum Cay segeln. Es ist zwar noch stockdunkel, aber schon während wir diese traumhaft schöne Bucht verlassen rollen wir das Vorsegel aus und schalten den Motor ab. Eine Stunde später wird es langsam hell, um 08:20 tauschen wir de Genua gegen den größeren Gennaker aus. So segeln wir über ruhige See unserem Ziel entgegen. 20180322_123225Um 14:35 fällt der Anker im klaren Wasser vor Port Nelson. Ich fahre nachmittags zum Anleger, von dem allerdings nur noch die Holzpfeiler stehen, also lande ich auf dem Strand.

Ein neuer Pier ist im Bau.

Mein Spaziergang führt mich zur „Marina“, die von Stürmen zerstört wurde.

Unterwegs laufe ich versehentlich in eine idyllische, kleine Farm.

Donnerstag, 22.03.2018

Heute fährt Günter mit zur Inseln. Er möchte sich nicht zu viel zumuten, deshalb ziehen wir unabhängig voneinander los. Rum Cay misst knapp 16 x 9 km und hat 65 Einwohner.

Die Häuser in Port Nelson liegen einzeln, verstreut an den wenigen Straßen.

Auf meiner kleinen Wanderung durch den Ort sehe ich zwei Kirchen,

Kays Bar und Restaurant mit Lebensmittelverkauf, das Ocean View Restaurant mit Bar und einen „One Stop Shop“.

Es ist so ruhig hier, wirkt absolut friedlich.

Was die Idylle etwas trübt, sind die verrosten Baumaschinen, die überall herum stehen. Überhaupt steht vor fast jedem Haus ein schrottreifes Fahrzeug. Der schönste Schrottplatz der Welt.

Vor Kays Bar und Restaurant treffe ich Anna, Günter und Reinhard.

In den örtlichen Lokalen nehmen wir ein paar Drinks zusammen, zu ausgesprochen moderaten Preisen. 20180322_131742.jpgDa heute das Postschiff gelandet ist, können wir uns sogar mit frischem Obst versorgen

Auf zu den Bahamas

Mittwoch, 14.03.2018

Wir haben Bob gestern informiert, dass wir heute weiter wollen. Er hat das an die Behörden weitergeleitet. So erscheinen heute um die Mittagszeit nacheinander die Officer der Custom- und Immigration Büros. Wir klarieren für 16:00 aus.

Luckys Rumpf ist inzwischen sehr stark mit Seepocken bewachsen. Wir wollen für eine Möglichkeit, diese über hellem Sandgrund abkratzen zu können, gewappnet sein. Deshalb machen wir uns nochmal auf den langen Weg zu einem Laden, der Spachtel verkauft. Wir haben Glück und werden nach einer kurzen Strecke von einer Familie erst mal zwei Kilometer mitgenommen. Nach weiteren zwei Kilometern Fußmarsch finden wir bereits in einem Farbengeschäft was wir suchen und latschen zurück. Unterwegs sehen wir ein kleines Bistro am Rand der breiten Straße. Durstig kehren wir ein. Einem Kühlschrank entnehmen wir zwei Flaschen des lokalen Bieres (0,35 l )und gehen zur Kasse. „12,00 US$“ verlangt die Kassiererin, obwohl sie komplett angezogen ist. Mit einem freundlichen „Thank You“ stellen wir die Flaschen zurück in die Kühlung und laufen weiter. Wir schaffen es trotzdem zu Fuß zur Marina.

Hier verabschieden wir uns von den Seglern, die wir in der kurzen Zeit kennengelernt haben und erhalten noch ein paar Tipps für die Reise.

Um 17:45 fahren wir mit vollen Tanks aus dem kleinen Hafen. Der Wind weht uns schwach entgegen als wir in die Nacht motoren.

 

Mayaguana

Donnerstag, 15.03.2018

Ich versuche dreimal hoch am Wind zu segeln, breche aber immer ab, weil der Wind sich gegen uns dreht. Nach einer Nacht unter Motor gelingt es Günter schließlich ab 11:30 die letzten 1 ½ Stunden zu segeln. Um 13:00 bergen wir bei komplett bedecktem Himmel und höchsten 24°C (das ist kalt, wenn man im Wind steht) das Segel und fahren vorsichtig in die flache Passage am östlichen Ende von Abrahams Bay auf der Insel Mayaguana ein. Wir haben natürlich wieder Niedrigwasser, aber Günter steuert sicher durch die Untiefen. Eine halbe Stunde später fällt der Anker bei 2 Meter Tiefe in kristallklarem Wasser in weißen Sand. 20180316_093951Wir machen sofort das Beiboot klar und fahren entlang der dürftig markierten Dinghiroute zum Anleger. Selbst dabei müssen wir vorsichtig sein, denn neben „der Spur“ ist es bei diesem Wasserstand an einigen Stellen sogar für unseren kleinen Außenborder zu flach.

20180315_160529Auf dem Weg zum Custom & Immigration Büro begrüßt uns bereits ein Einheimischer mit „Welcome to our island“. Wir sind schnell beim Büro, das Einklarieren ist nach dem Ausfüllen von fünf Formularen problemlos. Glücklicherweise befindet sich das Büro der Telefongesellschaft BTC direkt gegenüber, ist aber gerade zur Mittagspause geschlossen. Die Pause nutzen wir, um ein paar Schritte ins Innere der Insel zu laufen. Wir fragen freundlich grüßende Einheimische nach dem Weg zum Zentrum und erfahren, dass es auf der 45 km langen Insel drei kleine Siedlungen gibt. In einer befinden wir uns gerade, die anderen sind nicht größer.

Neben dem C&I Büro und der Hütte der Telefongesellschaft sehen wir eine kleine Bar mit einem Schild „OPEN“, daneben eine weitere kleine Hütte, das ist ein Lebensmittelgeschäft. Leider geschlossen.

Um 15:00 öffnet der Telefonladen, und wir werden mit Datenkarten versorgt. Jetzt können wir zur Lucky fahren und endlich frühstücken. In meinem Postfach finde ich eine frische Email von Anna und Reinhard. Freudig antworten wir sofort und verabreden ein Treffen am Sonntag bei Acklins Island.

 

East Plana Cay und Acklins Island

Freitag, 16.03.2018

Wir hätten heute gerne versucht Lucky zumindest teilweise von ihrem Bewuchs zu befreien, aber der bedeckte Himmel und der kalte Wind (24°) laden nicht zum Baden ein. Segeln ist die Alternative! Um 10:10 ziehen wir den Anker aus dem Sand. Mit Rückenwind gleiten wir dem westlichen Ausgang von Abrahams Bay entgegen. Das Wasser ist über fast fünf Nautische Meilen nicht tiefer als drei Meter und kristallklar. Der Grund und auch die Untiefen die wir passieren sind gut sichtbar. Um 13:10 segeln wir an Devils Point dem Westende von Mayaguana vorbei. Der Wind nimmt etwas zu und wir gehen ins erste Reff. Unser Ziel East Plana Cay liegt genau voraus. Um 14:35 erscheint auf unserem AIS die Humen Bridge, ein Frachter von 335 m Länge, soll uns laut Berechnung in 35 Minuten mit 20-80m Abstand passieren. Bisschen knapp. Wir kommen „ruhig“ unserer Kurshaltepflicht nach und beobachten. Die Situation ist 10 Minuten stabil, bevor der riesige Containerfrachter seinen Kurs um 30° ändert und weit hinter uns vorüberzieht.20180316_151427 Ich nehme mal an, dass er einfach seiner Route folgt. Er ist nicht wegen uns so deutlich ausgewichen.

Um 17:20 bergen wir unsere Segel und fahren auf die flache, mit einzelnen Steinen garnierte Küste von East Plana Cay zu. Weil wir diesmal fast Hochwasser haben, lassen wir etwas „Luft“ beim Ankern. Das Eisen fällt um 18:00 bei 2,5 m Wassertiefe.20180317_134647 Auf dieser unbewohnten Insel gibt es kein Netzt für unsere Telefone, aber Nudeln mit Tomatensoße und Parmesan. Günter leidet unter starken Rückenschmerzen und zieht sich nach der Einnahme von Schmerzmittel früh zurück. Ich backe noch einen Kuchen für Sonntag.

Samstag, 17.03.2018

Günter legt sich nach dem Frühstück wieder hin, der Rücken quält. Das sieht nicht gut aus. Ich checke nochmal die Windvorhersage und komme zu dem Schluss: Je eher wir losfahren, umso länger haben wir Wind zum Segeln, denn der wird in der kommenden Nacht einschlafen. So holen wir um 13:45 den Anker auf und entfernen uns durch die Untiefen vom Strand. Bei schwachem Wind setzen wir den Blister und halten mit gut 4 kn auf Acklins Island zu. 20180317_150938Um 18:00  bricht im Masttop der Schäkel der Rolle, über die das Spifall läuft, an dem wir den Blister hochgezogen haben. Wir bergen den Blister und setzen die Reise unter Genua fort, jetzt mit 3,5 kn.

Sonntag, 18.03.2018

01:00 der Wind wird immer schwächer. Wir fahren nur noch drei Knoten.

02:15 Kaum noch Wind. Ich starte den Motor und berge das Segel.

Wir runden den Süden von Acklins Island.

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18.03.2018 07:40

Um 07:43 ankern wir nahe Jamaica Well Point, keine fünfzig Meter vom feinsandigen Strand bei 3 m Wassertiefe.

Eine halbe Stunde später ankert die Sancara neben uns. Anna und Reinhard waren bereits viel früher in der Nähe, haben draußen ein paar Stunden beigedreht und sich ausgeruht. Ich bin hundemüde und lege mich nach einer kurzen Begrüßung erst mal hin. Wieder im Netz, führt Günter am Morgen einige Telefonate mit der Heimat. Es gab nicht nur gute Nachrichten, aber wenigstens für seinen Rücken und somit für die Fortsetzung unserer Reise besteht Hoffnung.  Nachmittags feiern wir das Wiedersehen mit Anna und Reinhard bei Kaffee und Kuchen.

 

Montag, 19.03.2018

Günter quält sich nach einer schlaflosen Nacht nur für kurze Zeit aus dem Bett. Er findet weder liegend, noch stehend oder sitzend eine schmerzfreie Haltung. Jetzt ist guter Rat teuer. Er legt sich erst mal wieder hin.

Anna und Reinhard kommen vorbei. Aus ihrem gigantischen Ersatzteillager schenken sie uns einen passenden Schäkel für unsere Spinnakerfallrolle. Reinhard zieht mich dann auch gleich für die Montage am Mast hoch. Ein Glück, dass wir die beiden gerade jetzt getroffen haben.

Es bleibt absolut windstill. Unser nächster Schlag soll uns nach Norden bringen. Aus Nord soll aber in zwei Tagen auch der Wind kommen. Also nutzen wir die Flaute um nach Clarence Town auf der nächsten Insel, Long Island, Bahamas zu motoren.

Um 17:50 ziehen wir kurz nach der Sancara den Anker aus dem weißen Sand.

Über eine glatte Wasseroberfläche fahren wir später in die ruhige Nacht.

 

Dienstag, 20.03.2018

Um 09:20 machen wir bei der Flying Fish Marina in Clarencetown fest. Günter hatte wieder eine furchtbare Nacht, er braucht dringend Hilfe. Der hilfsbereite Marinaangestellte ruft sofort einen Taxifahrer, der ihn zum hiesigen Krankenhaus fährt.  Die Sancara wird betankt und sucht danach einen Ankerplatz in der Nähe. Ich erhalte die Erlaubnis an der Tankstelle liegenzubleiben, bis ich Nachricht von Günter habe. Es dauert nicht mal eine Stunde bis der zurück ist. Eine Spritze in die verspannten Muskeln und ein paar Tabletten werden die Schmerzen in Kürze vertreiben, erzählt er mir, glaubt aber selbst nicht dran. Trotzdem müssen wir jetzt erst mal die Wirkung abwarten und fahren zum Ankerplatz neben der Sancara.

Providenciales

Sonntag, 11.03.2018

Wir entscheiden uns, lieber bei starkem Wind zu segeln, als bei Flaute unter Motor zu fahren. Folglich  ziehen wir um 14:30 den Anker hoch. Wir überqueren die Turks Island Passage in südwestlicher Richtung. Die von Süden kommenden Wellen sind kaum zwei Meter hoch, stören kaum. Da wir hoch am Wind segeln, sind wir trotz seiner Stärke enttäuschend langsam unterwegs, aber es ist eine angenehme Reise. Um 21:00 kommen wir bei dem Plateau der westlichen Turks and Caicos an. Der Wind hat sich bereits auf 15 kn abgeschwächt. Die See ist ruhig geworden. Das Plateau passieren wir südlich. Ab 23:30 muss der Motor schon wieder helfen.

Montag, 12.03.2018

Gegen 08:00 drehen wir nach Nord und fahren in das klare Wasser der Caicos Bank. Für eine Stunde stellt sich wieder etwas Wind ein und wir segeln über dem hellen Sandgrund. Das Wasser ist jetzt drei bis fünf Meter tief und leuchtet türkis. 11:30 erreichen wir die sehr flache Einfahrt zur South Side Marina. Trotz der knappen Kartentiefen habe ich keine Bedenken, war ich doch schon 2014 hier. Leider reicht die Tiefe diesmal nicht aus. Wir bleiben kurz vor der Einfahrt stecken, kommen aber wieder frei und treten den Rückzug an.  Der Tidenhub beträgt hier zwar nur 0,5 m, doch es ist gerade Niedrigwasser. Wir ankern bei 2,4 m Tiefe und warten auf Hochwasser. Um 15:30 gelingt die Einfahrt dann ohne Grundberührung.

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Blick von Bob’s Bar auf seine Marina

Nach dem Festmachen und Wassertanken wandern wir zum 3 km entfernten Geschäftszentrum, bestehend aus einem großen Supermarkt und kleinen Geschäften. Hier gibt es einen Laden der I-Phones repariert und Digicel, die vielleicht welche verkaufen. Leider ist außer dem Supermarkt alles geschlossen, obwohl wir innerhalb der angeschlagenen Öffnungszeiten sind ??.  Wir kaufen noch fürs Abendessen ein und wandern zurück. 20180312_181647Über der Marina thront Bob’s Bar. 20180312_183833Hier trinken wir ein Bier und erfahren, dass heute Feiertag ist. Dann geht’s zum Kochen an Bord. Mit einsetzender Dämmerung werden wir zum ersten Mal von Mücken belästigt. Nicht schön 😦   Zum Schlafen hänge ich mein Moskitonetz übers Bett.

Dienstag, 13.03.2018

Günter zieht kurz vor 09:00 los, sein I-Phone zu retten oder zu ersetzen. Ich habe an Bord zu tun. Kurz nach 10:00 ist Günter zurück. Er hat das Telefon in einer Werkstatt abgegeben. Der Inhaber versucht, das Gerät in den nächsten zwei Stunden zu reparieren. In der Zwischenzeit soll uns ein Freund von ihm per Auto die Insel zeigen. Ich steige freudig zu den Beiden in den Wagen und Jerry fährt los. Wir stellen fest, dass es auch hier nichts Gewachsenes gibt. Kleine Geschäftszentren und große Hotelresorts. Die größten liegen an der Grace Bay, welche regelmäßig zu einem der schönsten Strände der Welt gewählt wird.

12 Meilen Sandstrand geschützt durch ein vorgelagertes Riff. Traumhaft (für Strandliebhaber). An einer anderen Küste gibt es einen Strand für Kite-Surfer. Hier kann man einen halben Kilometer ins flache Wasser laufen ohne schwimmen zu müssen. Zum Schluss setzen die Beiden mich am Supermarkt ab und ich kaufe Kleinigkeiten ein. Dann mache ich mich auf den Weg zur Marina. Auf halbe Strecke hält neben mir ein Wagen mit leicht quietschenden Reifen. Es ist Bob, der Marina Besitzer, den wir am Vorabend an der Bar kennengelernt haben. Bei dem herrschenden Sonnenschein kommt mir die Mitfahrgelegenheit sehr gelegen. Um 14:15 ist auch Günter mit guter Laune zurück. Sein Handy wurde zu einem günstigen Preis wiederbelebt. Jetzt kann ich sogar die Bilder vom Frisör einfügen. Morgen werden wir die Marina mit vollen Tanks verlassen.

Grand Turk

Mittwoch, 07.03.2018

Wir haben Glück unsere Gasflasche und meine gewaschene Wäsche bekommen wir früher zurück, als erwartet. So ziehen wir bereits um 14:15 den Anker hoch und motoren aus der Bucht von Santa Barbara de Samana. Wir müssen „draußen“ mit gut drei Meter Wellenhöhe rechnen, allerdings soll diese bis Morgen früh auf zwei Meter zurückgehen. Um 16:30 erreichen wir Punta la Palometa. Es wird unruhig.

18:00 Lucky bockt durch eine sehr kabbelige See. Nach weiteren 45 Minuten passt unser Kurs endlich zur Windrichtung und wir rollen die Genua aus. Ohne Motorunterstützung kommen wir auf 3,8 kn. Als die See sich um 20:00 beruhigt werden wir sogar 5 kn schnell.

 

Donnerstag, 08.03.2018

04:00 Ruhiges Segeln 3,6 – 4 kn

05:35 der Wind schläft ein. Der Motor muss wieder ran.

11:30 Wir Segeln wieder unter Genua

11:50 Setzen den Blister an Stb dazu.20180308_143708

14:25 mit Blister und Genua kommen wir auf 4 kn.

16:00   3,5 kn

16:30 Zuwenig Wind zum Segeln. Motor.

 

Freitag, 09.03.2018

05:30 Ein Meer wie Öl. 3,9 kn. noch 16,3 nm (Nautische Meilen)

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09.03.2018 08:02

09:40 Wir ankern in der Nähe des Cruiser Docks von Grand Turk im bisher klarsten Wasser unserer Reise, lassen das Dinghi zu Wasser und fahren zum Einklarieren. Die Mitarbeiterin der Einwanderungsbehörde weist uns freundlich, aber bestimmt darauf hin, dass wir sieben Tage ohne Cruising-License in den Gewässern der Turks and Caicos bleiben dürfen, danach müssen wir 350,00 US$ für diese License  zahlen. Die Geschäftszeiten der Behörde sind wochentags von 08:00 – 16:00, außerhalb dieser Zeiten werden weiter Gebühren (Overtime) fällig. Wir haben verstanden.

Zwischenzeitlich hat ein der Schiff der Carnival Cruises am Dock festgemacht und die Passagiere strömen an Land. Da wir gerade an Land sind, machen auch wir uns auf den Weg zum Cruiser Terminal. Ein hübsches kleines Dorf mit Boutiquen, Juwelieren und netten Kneipen. Wir schauen uns im Duty-Free Shop um, finden aber nichts Interessantes. Im Margaritaville gönnen wir uns ein Bier. Bei den Preisen verzichten wir auf ein zweites.

Zurück auf der Lucky heben wir den Anker und motoren 2,5  nm nach Norden um vor Cockburn Town erneut zu ankern. 20180309_145514Hier landen wir mit dem Dinghi am Strand an. Das gelingt trotz kleiner, auf den Strand laufenden Wellen, ganz gut. Wir ziehen das Beiboot auf den Sand und sichern es mit einer Leine an einem Baum.

Als Erstes wollen wir uns hiesige Telefonkarten besorgen. Dank der Hilfsbereitschaft der Einheimischen brauchen wir nur ein paar hundert Meter zu einem Flow Laden zu laufen. Während wir auf das Freiwerden des Schalters warten, können wir schon die wichtigsten Dinge im Internet über das offene WiFi der Filiale erledigen. Danach werden wir von einem freundlichen Angestellten ausgestattet. Wir haben in der Dominikanischen Republik zuletzt 2,50 € für fünf Tage unlimitierte Internetnutzung bezahlt, hier kostet eine Karte mit einem Limit von 1 GB für sieben Tage 20,00 US$.

Als Nächstes wollen wir den Ort erkunden. Auch Grand Turk muss im letzten Jahr von den Hurricanes hart getroffen worden sein. 20180309_145855Auf der Straße entlang des Strandes gibt es kleine Restaurants, Andenkengeschäfte die auf die Kreuzfahrer warten und einen Frisör. Wir sprechen mit ein paar Einheimischen und erhalten viele Tipps für unseren Aufenthalt.  Wir haben Hunger, essen köstliche Conch- Gerichte bei einem Stehimbiss, verbunden mit informativer Unterhaltung mit dem Eigentümer. Nach dem Essen lasse ich mir beim gegenüberliegenden Frisör die Haare schneiden. Günter hat viel Spaß, alles mit seinem I-Phone festzuhalten. Zum Schluss laufen wir noch „meilenweit“ zu dem empfohlenen Freitags-Event mit landestypischer Lifemusik im Garten eines Hotels. Ist ganz nett, aber irgendwann haben wir genug.

Es ist sehr dunkel, als wir beim Dinghi ankommen. Die Wellen kommen uns etwas höher vor, aber wir müssen zurück. Wir bringen das Dinghi in Position und ziehen es ans Wasser. Die erste Welle, die entgegenkommt füllt das kleine Boot zu einem Drittel. Es kostet viel Zeit und Mühe den Kahn wieder schwimmfähig zu machen. Wir starten beherzt zum zweiten Versuch. Diesmal schaffen wir es aufs Wasser, ich komme mit nasser Hose an Bord, aber Günter steht in der nächsten Welle bis zur Hüfte im Wasser, bevor er sich über den Bootsrand rollt. Wir starten der Außenborder und sind unterwegs.

Auf Lucky waschen wir das Salz aus Kleidung und Rucksack, das Brot und die Tomaten waren durch Plastiktüten geschützt. Mein Handy war in der wasserdichten Hülle, die ich zum Abschied bekommen habe (Danke! Birgit, Laura, Lea). Günters I-Phone ist spritzwassergeschütz, aber Salzwasser?

Nach ein paar Nudeln gehen wir erst mal schlafen.

 

Samstag, 10.03.2018

09:00 Wir fahren zurück zu dem Ankerplatz im Süden, weil wir hier sicher anlanden können.20180310_155150 Günters I-Phone lässt sich nicht mehr bedienen, wir legen es in eine Dose mit Reis. Nach dem Frühstück setzen wir über und laufen ca. 4 km zu einem Fahrradverleih. 20,00 US$ pro Rad für die verbleibenden 4 Stunden bis zum Ladenschluss sind uns aber dann doch zu teuer, also gehen wir zu Fuß weiter nach Cockburn Town.

Hier drehen wir noch eine große Runde und gelangen danach auf gleichem Weg zurück. Heute sind wir bestimmt 12 km gelaufen.

Das I-Phone geht immer noch nicht. Wir kochen den Reis zum Abendessen. Dazu gibt es Ratatouille aus der Dose.

 

Sonntag, 11.03.2018

Heute Nacht hatten wir viel Wind am Ankerplatz, aber nah unter Land lagen wir einigermaßen geschützt. Das i-Phone bleibt tot. Schade um die Bilder und die wichtigen Sachen natürlich. Die Wetterfrösche versprechen uns einen Wechsel zwischen Starkwind und Flaute. Das macht die Planung schwierig. Wir brauchen Wasser und Diesel. Zur nächsten Marina sind es 70 nm, von dort 80 bis zur ersten Insel der Bahamas. De Turks müssen wir bis Freitag Morgen verlassen. Im Moment bläst es uns kräftig um die Ohren.

Santa Barbara de Samana

Mittwoch, 07.03.2018

Gestern haben wir unseren neuen Baumnockbeschlag eingebaut und wieder einen Spaziergang durch Santa Barbara  gemacht.

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Früh übt sich

Der lebendige Ort gefiel uns diesmal besser, allerdings haben wir erst mal keinen guten Platz für unser Dinghi gefunden, weil es nach einer Winddrehung zeitweise erheblich mehr Schwell in der Bucht gibt. Erst beim zweiten Besuch an diesem Tag, wurden wir von einem freundlichen Stegbesitzer eingeladen, bei ihm festzumachen.20180306_155532

Nach dem Spaziergang über die lange „Bridge to nowhere“ machen wir einen unterhaltsamen Stop vor einer Andenkenbude.

Nach gründlichem Studium der Wetter Prognosen beschließen wir, heute Nachmittag auszuklarieren und weiter zu segeln. Unser nächstes Ziel ist Grand Turk, südlich der Bahamas. Wir gehen von einer Reisedauer um zwei Tage aus. Das letzte Wort hat Wind und See.

Bahia Samana

Freitag, 02.03.2018

Mit Andreas Gepäck steigen wir um 11:15 ins Dinghi und fahren zum Steg, wo Eva und Günter uns mit einem Leihwagen erwarten. Beim Kaffee unterhalten wir uns über die besorgniserregende Tatsache, dass der gebuchte Flug weder auf der Website des Flughafens Punta Cana, noch irgendwo sonst im Netz zu finden ist. Am Morgen an den Veranstalter geschickte Emails blieben bisher unbeantwortet. Wir haben keine andere Möglichkeit, als zum Flughafen zu fahren um uns vor Ort zu erkundigen. Nach dem Eintreffen am Punta Cana Airport legt sich die Aufregung schnell. Der Flug steht mit Zeit und Gate auf der Anzeigetafel. Mit dem guten Gefühl, dass die Mädels pünktlich nach Hause kommen, verabschieden wir uns und fahren zum Jumbo Supermarkt, um unsere Vorräte zu ergänzen. Wer weiß, wann wir wieder eine so gute Einkaufsmöglichkeit finden.

Um 16:00 sind wir mit den Einkäufen an Bord, der Leihwagen ist abgegeben. Wir haben die Wetterentwicklung in den letzten Tagen sehr genau beobachtet, weil wir von Bayahibe aus, nach dem Runden der südlich liegenden Isla Saona die Mona Passage (die Meerenge zwischen Puerto Rico und der Dominikanischen Republik) in Richtung Norden durchfahren müssen. Das Seegebiet ist für hohe Wellen und kräftigen Wind, z. Zt. meist aus Nord-Ost, bekannt. Wir haben unsere Erfahrung bereits auf der Anreise gemacht. Gegen derartiges Wetter an zu fahren, halte ich für, mit unserem Boot kaum machbar. Der Himmel ist uns gnädig. Heute Nachmittag beginnt eine 24stündige Schwachwindphase. Danach soll moderater Westwind einsetzen. Damit erreichen wir auf jeden Fall die ausgestorbene Marina Cap Cana, uns wäre es aber viel lieber, wenn wir bis in die 140 nm (Nautische Meilen) entfernt liegende Bahia Samana kommen würden. Die große Bucht wird als wirklich sehenswert beschrieben und bietet besten Schutz bei westlichen Winden. Dort sollten wir allerdings vor Samstag 24:00 sein, denn dann werden nach der Prognose, der Westwind zunehmen und  uns Wellen um 4 Meter Höhe entgegen rollen. Die Ursache für die Kapriolen liegt in Form eines Sturmtiefs weiter nördlich vor der US-amerikanischen Ostküste. Die Ausläufer werden uns wahrscheinlich bis zum 10.03. daran hindern, zu den Turks and Caicos zu segeln.

Wir verlieren also keine Zeit. Um 16:30 sind wir unterwegs. Über eine glatte See schiebt uns der Diesel gegen leichten Wind aus Süd.

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02.03.2018 19:12

Schon um 23:00 sind wir am Ostende der Insel Saona. Hier drehen wir nach Norden. Jetzt hilft zeitweise sogar die Genua, Lucky voran zu treiben.

Samstag, 03.03.2018

05:00 wir fahren an der Einfahrt zur Marina Cap Cana vorbei. Bisher ist es sehr ruhig geblieben. Scheinbar schiebt uns jetzt eine Strömung nach Norden. Zusammen mit dem passenden Wind und dem Diesel verhilft uns das zu einer Geschwindigkeit um die sieben Knoten.  Um 06:15 sind wir bereits am Cabo Engano, dem Nord-Ost Kap der Dominikanischen Republik. Der Plotter errechnet unsere Ankunftszeit am Ziel mit 16:10.

Das wäre zu schön um wahr zu sein, doch an der Nordküste motoren wir später gegen Wind und eine kleine Welle. Unsere Geschwindigkeit pendelt zwischen 2 und 3 Knoten, manchmal noch darunter. Neue ETA (Estimated Time of Arrival): Morgen früh 08:00. Jetzt wird’s eng. Vielleicht sind die Wellen ja auch nicht pünktlich, oder kommen nicht so weit nach Süden.

Nach dem Abendessen füllen wir um 18:00 in Anbetracht der Reiselänge schon mal unsere Reserve in den Dieseltank. Der Gegenwind ist jetzt stabil bei gut 15 kn, die Wellen bremsen weiter. Zwischen uns und der Küste sehen wir einige Walbuckel und deutlich den Blas der Tiere. Um 20:00 gehe ich schlafen. Gut, und länger als geplant.

Sonntag, 04.03.2018

Als ich um 01:00 ins Cockpit komme, fahren wir durch ein Meer wie Öl. Der Mond leuchtet hell. Günter klärt mich auf, dass wir bereits in der Samana Bucht seien und in weniger als einer Stunde am Ziel ankommen werden. Um 01:47 ankern wir neben der Marina de Puerto Bahia. Nach einem leckeren Ankerbier gehen wir in die Kojen.

10:10 Anker auf. Wir fahren zum Tanken in die Marina. Den Wassertank dürfen wir kostenlos füllen. 11:21 Verlassen die Marina und segeln knapp 2 nm, bevor wir unter Motor in die Bucht vor der kleinen Stadt Santa Barbara de Samana einbiegen. Hier gehen wir erneut vor Anker. Die Wasserfront des Ortes sieht einladend aus. Wir freuen uns auf den Landgang. Beim Landen ist es nicht einfach das Dinghi sicher anzuschließen, da muss Festbinden reichen. Obwohl, oder gerade weil sich viele Jugendliche  auf dem Anleger aufhalten, lassen wir unser Beiboot mit gemischten Gefühlen zurück. Die Stadt hält dann trotz ein paar netter Fleckchen nicht ganz, was die Ansicht vom Boot aus versprochen hatte.

Interessante Beförderungsmittel in Santa Barbara de Samana:

Taxi wartet auf Fahrgäste                        Sammeltaxi

 

Der Gefahrguttransporter

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Voll besetztes Taxi

 

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Günter fährt Gas kaufen

Bayahibe

Montag, 26.02.2018

Ich fahre vormittags mit dem Dinghi zum Strand vom Dream Resort, und hole Günter und Eva ab. Gemeinsam segeln wir nach Süden zur Insel Saona. Beim Näherkommen sehen wir, dass Saona mit seinen endlosen Sandstränden auch das Ziel der knapp 40 Partykatamarane ist, die ihre „Fracht“ hier anlanden.IMG_2089.JPG IMG_2070Auch wir ankern strandnah im klaren Wasser. Andrea, Günter und ich schwimmen an Land. IMG_2076Eva übernimmt die Ankerwache. Auf der Insel gibt es Liegestühle, Getränke- und Andenkenbuden. Die anderen Touristen werden schon wieder mit Zubringerbooten auf die Katamarane „verfrachtet“. Wir bleiben auch nicht lange, haben wir doch alles an Bord. Zurück auf der Lucky gönnen wir uns ein paar Bier und machen uns dann auf den Rückweg zu unserem Ankerplatz vor Bayahibe. Es ist bereits dunkel, als ich Eva und Günter unter den argwöhnischen Blicken des  Resortpersonals am Strand absetze. Wir hatten einen schönen Tag.

Mit Andrea koche ich Spaghetti mit leckerer Tomatensoße.

 

Dienstag, 27.02.2018

Heute setzen wir mit dem Dinghi nach Bayahibe über, um uns den kleinen Ort anzusehen. Ehemals ein Fischerdorf, lebt die Kleinstadt heute vom Ausflugstourismus mit den Katamaranen. Es gibt einen Parkplatz für Reisebusse die jeden Tag hunderte von Touristen zu den Booten bringen, aber die Ausflügler sind ja unterwegs. Wir lernen Bayhibe als nettes beschauliches Örtchen kennen. 20180227_120626.jpgHier gibt es viele Lokale, und die Preise sind so moderat, dass man sich gern auch einen zweiten Kaffee bestellt. Abends gehen wir zum Essen in ein Lokal  mit Meerblick.

 

Mittwoch, 28.02.2018

Wir fahren wieder mit Eva und Günter raus. IMG_2059Bereits um 11:00 ziehen wir den Anker hoch und segeln unter Genua nach Westen zur Isla Catalina. Wegen des schwachen Windes holen wir sogar unterwegs das Großsegel aus dem Sack. Es ist schon Mittag, als wir im klaren Wasser vor dem Strand der Insel ankern. Auch hier sind wir nicht allein, neben uns liegt eine Hand voll Ausflugsboote. Günter schwimmt, ich fahre mit den Damen im Dinghi Richtung Strand. Unter der Wasseroberfläche gibt es, vor allen Dingen in Strandnähe, viele scharfkantige Steine, und so dauert es ewig, bis ich eine geeignete Stelle zum Anlanden gefunden habe. Während wir endlich landen, werden die letzten Touristen bereits von den Zubringerbooten abgeholt. Der Strand ist leer. Zu viert tragen wir unser Dinghi auf den Sand. Einen vorbeikommenden Schwarzen begrüßt Günter wie einen alten Freund und fragt gleich in seinem immer besser werdenden Spanisch, ob es hier irgendwo ein Bier für uns gäbe. Manuel (Name geändert) lädt uns freudig ein, ihm zu folgen, und so stehen wir zwei Minuten später an der Bar, in einer Umgebung, die alle Karibikklischees erfüllt. Eine Gruppe Schwarzer ist damit beschäftigt das kleine Restaurant aufzuräumen, und im Fass ist offenbar ein Rest Bier, der weg muss. IMG_2097Günter führt die Unterhaltung mit den Einheimischen, erzählt natürlich von unserer Reise, und Manuel zapft Runde um Runde in kleine Plastikbecher. Wir helfen gern, bevor alles an die Palmen geschüttet wird. Zu guter Letzt füllt er noch eine gespülte 1 ½ L Colaflasche mit Bier, für uns zum Mitnehmen.

Was für ein überraschend schöner Landgang. Wir können uns nur mit einem kleinen Trinkgeld bedanken.

 

An Bord gehen wir Anker auf und setzen die Segel für die Rückfahrt. Unterwegs kochen wir leckere Spaghetti. Wir haben schließlich morgens zuletzt gefrühstückt. Es ist wieder dunkel, als ich Eva und Günter am Strand absetze. Andrea lädt mich abends in ein anderes Restaurant am Wasser ein. Auch hier schmecken die Nudeln ausgezeichnet.

 

Donnerstag, 01.03.2018

Andrea und ich genießen unseren letzten gemeinsamen Tag an Bord. Morgen fliegen die Mädels nach Hause. Zum Abendessen finden wir ein Lokal, das richtig gute Steaks serviert.