Bahia Samana

Freitag, 02.03.2018

Mit Andreas Gepäck steigen wir um 11:15 ins Dinghi und fahren zum Steg, wo Eva und Günter uns mit einem Leihwagen erwarten. Beim Kaffee unterhalten wir uns über die besorgniserregende Tatsache, dass der gebuchte Flug weder auf der Website des Flughafens Punta Cana, noch irgendwo sonst im Netz zu finden ist. Am Morgen an den Veranstalter geschickte Emails blieben bisher unbeantwortet. Wir haben keine andere Möglichkeit, als zum Flughafen zu fahren um uns vor Ort zu erkundigen. Nach dem Eintreffen am Punta Cana Airport legt sich die Aufregung schnell. Der Flug steht mit Zeit und Gate auf der Anzeigetafel. Mit dem guten Gefühl, dass die Mädels pünktlich nach Hause kommen, verabschieden wir uns und fahren zum Jumbo Supermarkt, um unsere Vorräte zu ergänzen. Wer weiß, wann wir wieder eine so gute Einkaufsmöglichkeit finden.

Um 16:00 sind wir mit den Einkäufen an Bord, der Leihwagen ist abgegeben. Wir haben die Wetterentwicklung in den letzten Tagen sehr genau beobachtet, weil wir von Bayahibe aus, nach dem Runden der südlich liegenden Isla Saona die Mona Passage (die Meerenge zwischen Puerto Rico und der Dominikanischen Republik) in Richtung Norden durchfahren müssen. Das Seegebiet ist für hohe Wellen und kräftigen Wind, z. Zt. meist aus Nord-Ost, bekannt. Wir haben unsere Erfahrung bereits auf der Anreise gemacht. Gegen derartiges Wetter an zu fahren, halte ich für, mit unserem Boot kaum machbar. Der Himmel ist uns gnädig. Heute Nachmittag beginnt eine 24stündige Schwachwindphase. Danach soll moderater Westwind einsetzen. Damit erreichen wir auf jeden Fall die ausgestorbene Marina Cap Cana, uns wäre es aber viel lieber, wenn wir bis in die 140 nm (Nautische Meilen) entfernt liegende Bahia Samana kommen würden. Die große Bucht wird als wirklich sehenswert beschrieben und bietet besten Schutz bei westlichen Winden. Dort sollten wir allerdings vor Samstag 24:00 sein, denn dann werden nach der Prognose, der Westwind zunehmen und  uns Wellen um 4 Meter Höhe entgegen rollen. Die Ursache für die Kapriolen liegt in Form eines Sturmtiefs weiter nördlich vor der US-amerikanischen Ostküste. Die Ausläufer werden uns wahrscheinlich bis zum 10.03. daran hindern, zu den Turks and Caicos zu segeln.

Wir verlieren also keine Zeit. Um 16:30 sind wir unterwegs. Über eine glatte See schiebt uns der Diesel gegen leichten Wind aus Süd.

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02.03.2018 19:12

Schon um 23:00 sind wir am Ostende der Insel Saona. Hier drehen wir nach Norden. Jetzt hilft zeitweise sogar die Genua, Lucky voran zu treiben.

Samstag, 03.03.2018

05:00 wir fahren an der Einfahrt zur Marina Cap Cana vorbei. Bisher ist es sehr ruhig geblieben. Scheinbar schiebt uns jetzt eine Strömung nach Norden. Zusammen mit dem passenden Wind und dem Diesel verhilft uns das zu einer Geschwindigkeit um die sieben Knoten.  Um 06:15 sind wir bereits am Cabo Engano, dem Nord-Ost Kap der Dominikanischen Republik. Der Plotter errechnet unsere Ankunftszeit am Ziel mit 16:10.

Das wäre zu schön um wahr zu sein, doch an der Nordküste motoren wir später gegen Wind und eine kleine Welle. Unsere Geschwindigkeit pendelt zwischen 2 und 3 Knoten, manchmal noch darunter. Neue ETA (Estimated Time of Arrival): Morgen früh 08:00. Jetzt wird’s eng. Vielleicht sind die Wellen ja auch nicht pünktlich, oder kommen nicht so weit nach Süden.

Nach dem Abendessen füllen wir um 18:00 in Anbetracht der Reiselänge schon mal unsere Reserve in den Dieseltank. Der Gegenwind ist jetzt stabil bei gut 15 kn, die Wellen bremsen weiter. Zwischen uns und der Küste sehen wir einige Walbuckel und deutlich den Blas der Tiere. Um 20:00 gehe ich schlafen. Gut, und länger als geplant.

Sonntag, 04.03.2018

Als ich um 01:00 ins Cockpit komme, fahren wir durch ein Meer wie Öl. Der Mond leuchtet hell. Günter klärt mich auf, dass wir bereits in der Samana Bucht seien und in weniger als einer Stunde am Ziel ankommen werden. Um 01:47 ankern wir neben der Marina de Puerto Bahia. Nach einem leckeren Ankerbier gehen wir in die Kojen.

10:10 Anker auf. Wir fahren zum Tanken in die Marina. Den Wassertank dürfen wir kostenlos füllen. 11:21 Verlassen die Marina und segeln knapp 2 nm, bevor wir unter Motor in die Bucht vor der kleinen Stadt Santa Barbara de Samana einbiegen. Hier gehen wir erneut vor Anker. Die Wasserfront des Ortes sieht einladend aus. Wir freuen uns auf den Landgang. Beim Landen ist es nicht einfach das Dinghi sicher anzuschließen, da muss Festbinden reichen. Obwohl, oder gerade weil sich viele Jugendliche  auf dem Anleger aufhalten, lassen wir unser Beiboot mit gemischten Gefühlen zurück. Die Stadt hält dann trotz ein paar netter Fleckchen nicht ganz, was die Ansicht vom Boot aus versprochen hatte.

Interessante Beförderungsmittel in Santa Barbara de Samana:

Taxi wartet auf Fahrgäste                        Sammeltaxi

 

Der Gefahrguttransporter

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Voll besetztes Taxi

 

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Günter fährt Gas kaufen

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