Sonntag, 25.03.2018
Nach einem frühen Kaffee ziehen wir bereits um 07:10 den Anker aus dem Sand und fahren langsam aus der flachen Bucht. Nach dem Passieren der Riffe rollen wir die Genua aus und segeln noch langsamer Richtung George Town. Die Leichtwindsegel können wir heute nicht setzen, da unser Großfall, die Leine mit der wir diese Segel hochziehen, beim letzten Einsatz stark beschädigt wurde. Wir müssen bei nächster Gelegenheit feststellen, was die Beschädigung verursacht hat, bevor wir ein neues Fall einziehen. Mit Erreichen des tiefen Wassers bringt Günter wie immer sofort die Schleppangel aus. Kaum hat er die Leine abgespult, spürt er Widerstand, und holt sie wieder ein. Am Haken hängt ein Barracuda. Heute Abend gibt es Fisch.
Wir segeln also den ganzen Tag mit 2 – 3 kn über absolut ruhiges Wasser und erreichen Georgetown um 17:45. Wir ankern neben der Sancara, die bereits gestern hier angekommen ist. Auch Leah und Josh von der Peacemaker, die wir vor Bayahibe kennengelernt haben, liegen hier. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
Rechtzeitig vor Sonnenuntergang kommt eine weitere Crew deutscher Segler vorbei und lädt zum Sundowner am Strand ein. Nach dem Abendessen holen mich Anna und Reinhard mit dem Dinghi ab. Wir fahren zum Ufer, Günter schont seinen Rücken an Bord. Der Strand ist perfekt, bietet sogar eine Abbruchkante zum bequemen Sitzen. Lediglich die mit der Dämmerung erscheinenden Mücken sind lästig. Wir lernen Heike und Herwig von der Worlddancer II, und Beate und Reiner von der Balou kennen. Die vier sind schon länger unterwegs und können uns gute Tipps für die Reise geben.
Montag, 26.03.2018
Günter hatte wieder eine schlimme Nacht. Er muss zum Arzt. Wir ankern näher an der Stadt und setzen um 10:00 mit dem Dinghi über. Der Weg zum örtlichen Krankenhaus ist nur 1,8 km lang. Günter traut sich den Spaziergang zu. Ich brauche Bewegung, also laufen wir zusammen.
Nach seiner Anmeldung gehe ich allerdings zurück, fahre zur Lucky und frühstücke. Das hatten wir am Morgen vergessen.
Um 14:00 treffen wir uns vor dem Supermarkt wieder und kaufen ein paar Kleinigkeiten. Bei den hier aufgerufenen Preisen vergeht uns jede Lust die Vorräte aufzufüllen. Im Krankenhaus konnte Günter leider nicht geholfen werden. Wir sind erst mal ratlos, fahren zum alten Ankerplatz zurück. Hier liegen wir besser geschützt vor dem frischen Wind, der für Morgen angekündigt ist.
Dienstag, 27.03.2018
Wie versprochen hat der Wind in der Nacht ordentlich zugelegt. Wir liegen gut geschützt in Lee von Stocking Island. Ins Dinghi steigen wir heute freiwillig nicht. Wir vertreiben uns den Morgen mit kleinen Arbeiten unter Deck. Günter hat Schmerzen. Er kann sich kaum bewegen, aber es gibt auch keine Haltung, um sich schmerzfrei zu erholen. Nach langer, reiflicher Überlegung entscheidet er am Nachmittag schweren Herzens, zur Behandlung nach Deutschland zu fliegen. Zum Glück hat George Town einen Internationalen Flughafen.
Mittwoch, 28.03.2018
07:45 Wir fahren wieder rüber zum Ankerplatz vor der Stadt. Günters Flieger startet um 12:44. Mit einem 2 ½ stündigen Zwischenstopp in Atlanta wird er ca. 14 Stunden unterwegs sein. Ich wünsche ihm Glück! Vor dem Fernseher schafft er nicht mal eine Stunde, weder sitzend noch liegend. 
Hallo Jungs, ds ist ja zum davonlaufen. Das wünsche ich niemandem. Drücke Fatta alle Daumen (2) und Klaus eine einigermaßen ruhige Zeit bei gutem Wetter.Stobi
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