Dienstag, 03.04.2018
Da mit Günters Rückkehr vorerst nicht zu rechnen ist mache ich mich heute auf den Weg zurück nach Rudder Cut Cay. Andrea hat mir extra eine Unterwasserkamera geschenkt, damit ich Copperfields Piano mit Nixe fotografieren kann.
Ich ziehe den Anker zwar schon um 07:00 hoch, doch für die Tide bin ich schon spät dran. Beim Verlassen von Farmer’s Cay Cut steht mir eine kräftige Strömung entgegen. Ich muss den Motor ganz gegen meine Gewohnheit höher drehen lassen, um wenigstens 2 kn Fahrt zu behalten. Nach einer halben Stunde bin ich draußen, und da der Wind sich bald erst mal verabschieden wird, möchte ich heute mein Ziel segelnd erreichen, auch wenn es im Wind liegt. Ich kreuze mit Groß und Genua auf und erreiche Rudder Cut mit dem letzten auflaufenden Wasser um 10:30. 20 Minuten später liege ich vor einem Traumstrand mit kleiner Grotte.
Ich mache das Dinghi klar und fahre wenige hundert Meter zu der Bucht, auf dessen Grund das Edelstahlpiano steht. Auf einer weißen Sandfläche ist es leicht zu finden. Ich nehme meinen winzigen Dinghianker, stecke eine Leine an und werfe ihn über Bord. Sicherheitshalber gilt mein erster „Tauchgang“ dem Anker. Immerhin läuft schon ein leichter Ebbstrom. Ich staune nicht schlecht, als ich meine Leine einfach, ohne das Eisen im Wasser hängen sehe. Den Knoten muss ich wohl nochmal üben. Ich nehme also das Leinenende und schnorchel mit dem Dinghi im Schlepp über die flache Bucht. Nach ein paar Minuten finde ich den Anker im dünnen Gras. Diesmal sichere ich ihn mit einem Spierenstich. Das hält.
Ich „bewaffne“ mich mit der Action-Kamera und schwimme zur Nixe. Der Anblick begeistert mich regelrecht. Obwohl fast Hochwasser ist (+90 cm) steht der Flügel kaum fünf Meter unter Wasser. Das Ensemble kommt mir sehr groß vor, das mag aber auch die Wirkung des Wassers sein.
Auf dem Rückweg mache ich gleich ein paar Bilder von unserem Unterwasserschiff.
Da müssen wir auch mal ran.
Um 12:25 bin ich wieder an Bord der Lucky und mir fällt auf, dass ich ja noch einen halben Tag Zeit habe, ein weiteres Ziel anzulaufen. Die Tide passt, und mit dem heute noch herrschenden Wind kann ich die 22 nm bis Black Point im Hellen schaffen. Dort würde ich dann morgen Wäsche waschen und Wasser tanken. Um 12:35 ist der Anker wieder an Deck und ich fahre mit der Ebbe durch die Enge Passage zwischen den Cays. Im offenen Wasser schalte ich die Maschine ab und lasse mich von den Segeln ziehen. Es läuft super. Ich passiere wieder Farmer’s Cay. Die Ankunftszeit (ETA) pendelt sich auf ca 17:30 ein, also werde ich mit der Flut nach Black Point einfahren. Leider verlässt mich der Wind um kurz vor 17:00 ca. 2 ½ nm vor dem Ziel. Ich starte die Maschine und berge die Segel. Um 17:20 fällt der Anker in einer großen flachen Bucht, direkt vor dem Waschsalon.
Ich mache das Dinghi klar, nehme meine sechs Wasserballons mit (zusammen 36 l) und fahre rüber. Ich bin völlig begeistert von den stabilen Dinghistegen und dem klaren, flachen Wasser.
Ich sehe wieder verschiedene Rochen und einen kleinen braunen Hai. Die Wäscherei öffnet morgen um 08:30. Der Wasserhahn ist durch gehend geöffnet.
Bis zum Einbruch der Dunkelheit fülle ich gut 140 l Frischwasser in Luckys Tank.
Jetzt hab ich mir das Abendessen verdient. Dummerweise ist die kardanische Aufhängung meines Herdes heute während der Reise auf einer Seite gebrochen. Es gelingt mir zwar den Herd durch unterlegen eines Holzklotzes wieder benutzbar zu machen, aber auf Kochen unterwegs muss ich wohl bis auf Weiteres verzichten.
Mittwoch, 04.04.2018
Nach ein paar Tassen Kaffee finde ich mich früh im Waschsalon ein. Im angeschlossenen Gemischtwarenladen kaufe ich die Münzen für die Maschinen und ein Stück hausgemachten Karottenkuchen zum Frühstück.

Während die Maschinen arbeiten bringe ich wieder mit dem Dinghi Wasser von der Zapfstelle zum Boot. Als die Wäsche trocken ist, sind die Tanks voll.
Nachmittags mache ich einen Rundgang durch die sehr übersichtliche, aber sympathische Siedlung.
