Staniel Cay

Donnerstag, 05.04.2018

Es ist windstill. Um 09:15 fahre ich unter Motor zur ca 8 nm entfernten „Schweinebucht“, an der Westküste von Big Majors Spot. Die hier wild lebenden Schweine sind berühmt, ein Touristenmagnet. Als ich um 11:00 in die große Bucht fahre, liegen dort ca. 15 sehr große Motor- und ebenso viele Segelyachten vor Anker. Zwischen den Booten ist viel Platz, es wirkt nicht voll. Ich fahre ganz durch und ankere strandnah. Am Strand sehe ich neben den Tieren auch jede Menge Menschen, die von einheimischen Unternehmern mit PS-starken Booten mit starken Musikanlagen hier abgesetzt werden. Die armen Schweine. P1070743Ich vertreibe mir die Zeit an Bord und warte bis sich der Trubel gelegt hat.

Um 14.15 habe ich die Idee, zwischenzeitlich schon mal in die Nachbarbucht zu fahren um die Thunderball Grotte zu besichtigen. Für das Schnorcheln in der Grotte wird stilles Niedrigwasser empfohlen, das soll heute nach 18:00 sein. So gesehen bin ich um 14:43 viel zu früh, aber  . . . mal sehen. Ich ankere, eigentlich zufällig, ungefähr 50 m vor dem Grotteneingang, den ich nicht erkennen kann. Noch näher am Eingang liegen zwei kleine Motorboote, und ich beobachte tatsächlich wie ein Paar mit Brillen und Schnorcheln unter die Felsen schwimmt und erst nach etlichen Minuten wieder erscheint. Ich mache mich fertig  und schwimme langsam in die Richtung. Mir fällt sofort auf, dass mich eine Strömung schiebt, deshalb kehre ich erst mal um, zu probieren ob ich dagegen anschwimmen kann. Es ist mühsam, aber fünf Meter hab ich geschafft. Also wieder Richtung Grotte. Dort hat gerade ein Einheimischer sein 1.000 PS Boot mit Gästen verankert. Ich schließe mich einfach der Gruppe an und schnorchel in die Höhle. Es gibt wirklich jede Menge große, bunte Fische zusehen.FHD0089 Das Fotografieren ist allerdings problematisch, weil die Strömung auch durch die Höhle fließt. Ich hab‘ alle Hände voll zu tun, übermäßigen Körperkontakt mit den anderen, zappelnden Gestalten zu vermeiden. Mein Besuch fällt entsprechend kurz aus, ich kämpfe mich zurück ins Freie. An den dicht über dem Wasser hängenden, scharfkantigen Felsen kann man sich gut festhalten, und draußen hat ein Betreuer eine Leine zum 1.000 PS Boot gespannt. Hier ist die Strömung viel stärker, als direkt bei meinem Schiff. Ich schaffe hier nicht mal die fünf Meter. Das Boot ist zur Abfahrt bereit und der große, sehr kräftige, schwarze  Fahrer bietet mir an, mich die 50 m mitzunehmen. Als ich zögere, ich dachte schon über die Kosten nach, beugt er sich über die Bordwand und  hält mir seine Pranke hin. Ich fasse zu, und er zieht mich mit einem Arm an Deck. Ich bin beeindruckt. Er bringt mich nah an Luckys Heck, ich bedanke mich und springe wieder ins Wasser. Nachdem ich auf meiner Badeplattform angekommen bin, verabschiedet sich die ganze Gruppe freundlich winkend.

Jetzt aber zurück zu den Schweinen. Um 16:22 habe ich meinen Ankerplatz vom Morgen wieder belegt. Am Strand ist jetzt deutlich weniger Betrieb. Um 18:00 ist nur noch ein Pärchen mit dem Dinghi dort und die Sonne gibt noch gutes Licht. Ich schneide einen Apfel in Stücke und setze über. Die meisten Tiere liegen schon im Sand und schlafen, aber dann zeigt sich doch Interesse für mich und mein Beiboot.

Ich verteile die erste Apfelstücke, das Interesse wächst. Um Fotos zu machen, stelle ich den Behälter mit den Apfelstücken ins Dinghi, und sofort steigt ein junger Held ein.

Die meisten Stücke bekommt am Schluss die große Sau, und als ich nach dem Füttern noch eine Nahaufnahme machen möchte, will sie auch die Kamera fressen.FHD0117

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