Sonntag, 15.04.2018
Auch heute nehme ich es wieder mit dem Wind auf. Ich starte um 07:15 und lasse den Anker um 16.15 vor einem kleinen Strand südlich von Rock Sound fallen. Ich hatte sehr viel Wind, dem ich mit zweifach gerefftem Großsegel und kleiner Fock begegnet bin. Lucky ist prima gelaufen. Aus einer Strecke von ca. 15 nm wurden gesegelt 42. Damit habe ich das südliche Ende von Eleuthera erreicht. Morgen mache ich den Schlag zurück zu den Exumas.
Montag, 16.04.2018
07:15 geht es los. Vor mir liegen 39 nm nach Highborne Cay, wenn alles glatt läuft.
Läuft es aber nicht. Kaum habe ich die Sandbänke von Eleuthera hinter mir gelassen und den Exuma Sound erreicht, dreht der Wind von Süd auf West. Da wollte ich eigentlich hin. Da es gleichzeitig lebhaft auffrischt, reffe ich die Segel und fahre nach Süd.
Um 11:00 öffnen sich die himmlischen Schleusen zum Wolkenbruch. Ich gehe unter Deck, es ist weit und breit kein anderes Schiff zu sehen.
11:50 es ist wieder trocken. Sehr schwacher Wind aus Süd-West, ich reffe aus und schleiche nach Süd-Ost.
13:00 Die Bewölkung lockert auf, ab und zu zeigt sich die Sonne.
14:20 Die nächste Attacke. Dunkle Wolken, Reffen, Böen, Regen . . . Winddrehung.
14:35 Kurs Süd-West. Highborn Cay kann ich nicht mehr erreichen. Ich, bzw. der Wind ändert das Ziel auf das südlicher gelegene und weiter entfernte Halls Pond Cay. Die Einfahrt in die Exuma-Kette ist westlich dieser Insel sehr breit und kann auch bei Nacht angefahren werden. Ankerplätze finden sich direkt dahinter.
Der Wind wird nochmal sehr schwach, ich reffe aus. Im Laufe des Nachmittags gibt es ein paar Tropfen Regen, aber ab 17:00 segele ich bei gleichmäßigem Wind auf mein Ziel zu.

20:00 Ich habe die Einfahrt (Cut) erreicht. Es ist bereits dunkel, ich steuere ausschließlich nach der elektronischen Seekarte.
20:45 Ich ankere östlich der winzigen Insel Sandy Cay, 24° 20,265‘ N, 076° 35,492‘ W
Gute Nacht!
Dienstag, 17.04.2018

Es ist etwas kühler geworden, als ich um 07:30 den Anker aus dem Sand ziehe und die Genua ausrolle. Ein schöner gleichmäßiger Wind aus dem nördlichen Quadranten schiebt mich zum 19 nm entfernten Black Point. Unterwegs ist es durchweg sonnig und warm. Um 12:30 komme ich an.
Nachmittags fülle ich den Wassertank mit Kanistern auf, die ich bei der Zapfstelle befülle.
Mittwoch, 18.04.2018
Nach George Town sind es von hier aus 52 nm. Die Tide passt heute an den relevanten Stellen, und wenn der Wind mich unterstützt, sollte das an einem Tag zu schaffen sein. Wenn nicht, suche ich mir unterwegs einen schönen Platz für die Nacht.
Um 06:25 ziehe ich den Anker hoch und rolle die Genua aus. Eine Viertelstunde später steht auch das Groß, ich segele gemütlich an der Leeküste der Exumas entlang.
Um 09:50 quere ich die Inselkette durch den Farmers Cay Cut und setze die Reise auf der Luv- also der Ostseite der Inseln fort. Hoch am stabilen Ostwind (15-20 kn) macht Lucky meist zwischen fünf und sechs kn. Dabei scheint die Sonne, das Meer ist relativ ruhig. Kurz, Champagnersegeln.
Ich kann mein Glück kaum fassen, der Wind steht durch. Am Nachmittag muss ich sogar die Segel etwas reffen, aber es bleibt angenehm.
Um 17:10 erreiche ich unter Segeln die Stelle, von der ich am 29.03. losgesegelt bin, Stocking Harbour, gegenüber Georgetown. Das war eine schöne Reise durch die Bahamas, und ich habe wieder nur einen ganz kleinen Teil des Inselstaates gesehen.
Ich freue mich, dass mein reparierter Mitsegler am Montag (23.04.) wieder an Bord kommt.