Wrightsville

Montag, 30.04.2018

Nach dem Frühstück verholen wir uns wieder zur Tankstelle des Yachtclubs. Ein freundlicher Mitarbeiter nimmt die Leinen an und versorgt uns mit Diesel. Während des Tankens fragen wir nach einem Liegeplatz für einen Tag, weil wir Lucky gründlich entsalzen und Wäsche waschen wollen. Mit Bedauern teilt er uns mit, dass alle Plätze belegt bzw. reserviert seien, aber er hat nichts dagegen, wenn wir unser Schiff hier am Tankdock abspülen. Auch Waschmaschine und Trockner der Marina dürfen wir gegen eine geringe Gebühr benutzen und später können wir ja in der Nähe ankern.

Es ist ein herrlich sonniger Tag, wir machen uns sofort an die Arbeit. Während wir das Schiff „baden“, waschen wir drei Maschinen Wäsche. Da der Trockner noch belegt ist, hängen wir einen Teil an Bord auf.20180430_132200

Ein freundlicher Segler kommt vorbei, fragt uns, wie alle hier, wie es uns geht, und ob mit unserem Rigg und den Segeln alles in Ordnung wäre. Wir erzählen ihm, dass an unserer Genua eine kleine Reparatur gemacht werden müsste, erfahren, dass sein Name Jim ist und er bei einem Segelmacher arbeitet. Er bietet an, das Segel gleich mitzunehmen und Morgen Nachmittag repariert zurückzubringen. Wir nehmen dankend an und tauschen noch unsere Telefonnummern aus.

Es ist nach Mittag, als wir endlich die Leinen losmachen und mit geheißter Wäsche zum Ankerplatz zurück fahren. Kurz vor dem Erreichen der Stelle vom Morgen werden wir sanft, aber bestimmt durch eine Grundberührung zum Stehen gebracht. Die Ebbe hat seit heute Morgen 1,30 Meter Wassertiefe mitgenommen. Wir fahren zurück ins Fahrwasser und finden ein paar hundert Meter weiter, zwischen anderen Ankerliegern einen geeigneten Platz. Mit dem Dinghi geht es jetzt zurück zur Marina. Wir wollen uns an Land umsehen, Einkäufe machen und auf dem Rückweg Essen gehen. Ein kanadischer Segler hat mir den Weg zu einem Geschäftszentrum mit einem Supermarkt und einem Bootsausrüster beschrieben.

Die Beschreibung passt nicht immer genau, und wir laufen meilenweit, bis wir endlich einen Supermarkt finden. Es ist schön, wieder die freie Auswahl beim Einkaufen zu haben, allerdings müssen wir bei der Auswahl immer bedenken, dass wir alles meilenweit tragen müssen. Wir sind schon auf dem Weg zur Kasse, als mein Telefon klingelt. Es ist Jim, unser Segel ist schon fertig und er möchte es zurückbringen. Ich berichte, dass wir gerade im Supermarkt sind. „In welchem?“ „Food Lion.“ „Ok, ich hole Euch ab. Ich bin in 15 Minuten da.“

Das ist ja super, dann kann der Einkauf ja noch etwas größer werden. Fürs Abendessen nehmen wir zusätzlich noch ein Grillhähnchen mit, weil es ja jetzt kein Einkehren auf dem Rückweg gibt, wir aber inzwischen einen Bärenhunger haben. Den Bootsausrüster haben wir nicht gefunden. Schade, wäre wichtig gewesen.

Auf der Rückfahrt erzählt Jim, dass es noch einen anderen Supermarkt gibt, der wäre nur halb so weit entfernt gewesen. „Wir kommen gleich vorbei. Daneben ist West Marine, ein großer Bootsausrüster.“

Dankenswerterweise macht er auch hier noch einen Stopp, damit wir die benötigten Teile fürs Boot kaufen können. Beim Weiterfahren gibt er uns Tipps für die Reise. Wir sollen von hier unbedingt nach Cape Lookout fahren, dem „schönsten Ankerplatz der Welt“. Er wird auch am Donnerstag wieder dorthin segeln.

Mit dem schweren Segel und den Einkäufen liegt unser kleines Dinghi tief im Wasser, als wir zu Lucky zurückfahren. An Bord nehmen wir erst mal die restliche Wäsche ab, dann ziehen wir das reparierte Segel und neue Schoten ein, bevor wir endlich über das riesige Hähnchen herfallen. In Amerika ist alles größer. Die Reste reichen für ein üppiges Frühstück.

 

Dienstag, 01.Mai 2018

Wir bleiben heute noch hier. Um Cape Lookout zu erreichen, hätten wir schon in der Nacht losfahren müssen, wir wollen aber noch ein paar Besorgungen machen.

Nach einem leckeren Frühstück mit Hähnchen, Chiabatta und Kaffee machen wir uns wieder an die Arbeit. Im Masttop wird eine neue Rolle installiert, das neue Spinnakerfall eingezogen.

Dann fahren wir wieder an Land. Heute ist es ja nur noch halb so weit, bis zum Supermarkt. Es ist wieder sehr sonnig, und soll laut Vorhersage mit 26°, 5° wärmer werden als gestern. Unterwegs fällt uns heute am Wegesrand ein Brauhaus auf, in dem man unter zahlreichen Bieren aus eigener Herstellung wählen kann. Es ist schon so warm, dass wir statt auf der sonnigen Terrasse, an der Bar im klimatisierten Lokal Platz nehmen. Bei freundlicher Bedienung und einem Fernsehbericht über Fischen in Alaska verbringen wir eine angenehme Pause.

In den Geschäften machen wir keine „lebenswichtigen“ Einkäufe, aber das Laufen ist bitter nötig, schließlich waren wir gerade wieder fast eine Woche ununterbrochen an Bord.

Zurück auf Lucky lassen wir uns frischen Obstsalat schmecken, den wir morgens vorbereitet haben. Abends gibt es dicke Schweinekoteletts, mit Bratkartoffeln und Salat. Lecker!20180501_195010

In der kommenden Nacht werden wir lossegeln, um Morgen Nachmittag am „schönsten Ankerplatz der Welt“ zu sein.

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