Angekommen!

Sonntag, 13.Mai 2018

02:00     Ich wache auf, weil mich etwas stört, als ich versuche, mich im Halbschlaf umzudrehen. Statt entspannt auf der Matratze, liege ich fest an der Bordwand, die Ablage neben dem Bett drückt mir ins Kreuz. Da stimmt doch was nicht.

Umständlich krieche ich aus dem Bett. Als ich endlich stehe, stelle ich fest, dass wir, dafür dass wir vor Anker liegen, ungewöhnlich viel Krängung haben. Ich hangle mich ins Cockpit. Der Strand ist deutlich näher gekommen, ein Blick ins Rigg macht deutlich, wie schräg wir liegen.

Ich wecke meinen Mitsegler, weil ich befürchte er könnte die Situation gänzlich verschlafen. Auch Günter braucht einen Moment zur Orientierung und hievt sich dann umständlich aus der Koje. Gemeinsam rekapitulieren wir, was passiert ist: Unser Anker fiel bei 3,5 m Wassertiefe, Lucky lag nach dem Ankern 2,9 m über dem Grund. Unabhängig von einander haben wir ermittelt, dass die Tiefe bis zum Niedrigwasser noch 0,6 m abnehmen würde, also alles im grünen Bereich.

Wir überprüfen unsere Ergebnisse und stellen fest, dass Günter im Tidenkalender den falschen Ort aufgerufen hat. Ich habe zwar in der richtigen Gegend gesucht, aber die Stromgeschwindigkeit von 0,6 Kn mit dem Tidenhub wechselt.

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Zwei Stunden vor Niedrigwasser

Inzwischen ist es 02:30. Wir stellen fest, dass erst um 04:30 Niedrigwasser ist, das Wasser also noch zwei weitere Stunden abfließt. Tun können wir jetzt nichts, wir gehen zurück in die Koje, wobei ich zum Schlafen das Salonsofa mit den Rückenpolstern nutze. Günter findet erst Schlaf, als der Pegel gegen Morgen wieder steigt. Aufgrund seiner Beobachtung rekonstruieren wir am nächsten Tag, dass wir bei Niedrigwasser eine Krängung von 55° hatten, wir haben also komplett auf dem Strand gelegen. Kann ja mal passieren.

Zum Glück war es dunkel, keiner hat’s gesehen.

Mit der Flut suchen wir uns einen neuen Ankerplatz, machen das Dinghi klar und setzen zum Strand über.  Wilfried erwartet uns dort schon mit dem Wagen.

Die kommenden zwei Wochen wollen wir bei unseren Freunden an Land verbringen. Spätestens Anfang Juni starten wir von hier zur Heimreise.

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