Rolling Home – Leichter gesagt, als getan

Dienstag, 29.05.2018

Nach dem Volltanken machen wir um 18:00 in Northport die Leinen los und motoren mangels Wind den Long Island Sound nach Osten. Nach dem Sonnenuntergang wird es sehr schnell kalt.20180529_204354

 

Mittwoch, 30.05.2018

00:00     Wir fahren bei 13°C durch dichten Nebel. Zum Glück sind keine anderen Schiffe unterwegs     . . .  glaub‘ ich.

02:00     Diesig, kalt

03:30     Von der Tide geschoben kommen wir auf 8,3 Kn.

04:15     Wir drosseln den Motor, um nicht zu früh in Montauk anzukommen. Der Nebel ist zurück: Null Sicht, alles ist klatschnass.

07:00     Mit Hilfe des Plotters gelingt uns der Beinahe-Blindflug in den Hafen von Montauk. Wir machen in einer Marina am Steg fest. Hier gibt es aber kein Diesel. Wir tasten weiter durch die dicke Suppe und finden schließlich die Tankstelle. Hier ergänzen wir den Treibstoff, den wir heute Nacht verbraucht haben und etwas Wasser. Zu guter Letzt verzurren wir das Dinghi wieder am Heck und holen die Rettungsinsel aus der Backskiste. Während wir arbeiten kämpft sich die Sonne durch den Nebel.20180530_085448

Atlantküberquerung West – Ost

  1. Tag

So verlassen wir um 09:00 bei strahlendem Sonnenschein den Hafen. 20180530_090600Die Freude währt nur kurz, eine Viertelstunde später fahren wir wieder im dicken Nebel. Wir haben beschlossen, die ersten Reisetage auf den von Jimmy Cornell empfohlenen Wegepunkt AN 1413 (N 39°00,000‘, W 050° 00,000‘) zuzuhalten und erst danach der Großkreisroute zum Englischen Kanal zu folgen. Das verspricht angenehmeres Wetter, als der direkte Weg, der entlang der Küste von Nova Scotia und Neufundland in den hohen Norden führt. Täglich schicken wir unsere Position via Sattelitentelefon an meinen Bruder Lothar, der uns im Gegenzug per SMS mit Wetterdaten versorgt. Heute motoren wir gegen schwachen Wind, um bis Sonntag genug Strecke zu machen, dem dann aufziehenden Starkwind aus Ost zu entgehen. Gegen 11:00 kommt die Sonne wieder durch. Wir passieren Black Island südlich bei glatter See.

Unterwegs sehen wir jetzt sehr viele Fischerboote. Nicht alle werden von AIS angezeigt. Das mahnt zu regelmäßigem Ausguck und ist für das Fahren im Nebel alarmierend.

20:00     Der Tag bleibt bis zum Abend ruhig. Mit dem Sonnenuntergang wird es sehr kalt: 13 °C im geschützten Cockpit. Das Abendessen besteht aus Spaghetti mit Fleischbällchen in Tomatensoße, die wir schon in Angelas Küche vorgekocht haben.

Wir stellen die Bordzeit jetzt auf UTC um. Das bedeutet, dass schlagartig Mitternacht ist. Ein neuer Tag bricht an

 

Donnerstag, 31.05.2018

02:00     Klare Vollmondnacht, glatte See, kalt.   Kurs: 103°     Fahrt: 5,5 Kn

08:00     Nebelig, kalt  Kurs : 103°           Fahrt: 4,3 kn

08:30     Es dämmert. Im Salon messe ich 15° C.

Ich versuche wiederholt die Fahrt mit dem Vorsegel zu beschleunigen, aber die Richtung passt einfach nicht. Der Motor bringt uns nur auf 4,0 Kn.

09:40     Durch den Nebel wird die Sonne sichtbar.

10:50     Trotz Sonne immer noch Nebel. Sicht 50m.        Kurs: 113°           Fahrt: 4,5 Kn

6 – 8 Kn Gegenwind..

11:50     Dichter Nebel

  1. Tag

12:00 Position: N 40° 45,576‘  W 069° 27,771‘     Seit Montauk 114 Nm gefahren

Baro: 1028          Motorstunden: 713,5

14° C im Salon   6,5°C Wasser     Nebel + Sonne, Kurs: 115°           Fahrt: 4,0 Kn

13:40     Aus Kanistern füllen wir 38 l Diesel in den Tank. 24 Stunden motort.

14:00     Sonnig, Sicht kaum 300 m

15:00     Sonnig, gute Sicht, kalt20180531_173555.jpg

17:00     Wir setzen die Segel, schalten den Motor aus. Der Wind bringt uns auf 5 Kn bei einem Kurs von 80°.

19:00     5,5 Kn   Kurs: 101°

20:15     6,0 Kn   Kurs:  95°

22:30     Geschwindigkeit bei 2,5 Kn. Starten den Motor und bergen die Genua                5,4 Kn   Kurs: 95°

Ab 23:30 ziehen die Segel wieder. Motor aus.

24:00     Abendessen: Spaghetti mit Fleischbällchen in Tomatensoße.

 

 

Freitag, 01.06.2018

02:00     Klare Nacht, 13°C im Cockpit, 12°C Wassertemperatur. Der Wind bläst mit 9Kn aus SE

4 Kn Fahrt           Kurs: 90°

04:30     Klare Sicht          4,1 Kn bei 90°

  1. Tag

12:00 Position: N 40° 37,360‘   W 067° 01,974′    Etmal: 111 Nm 

Baro: 1022          Motorstunden: 719,5    Sonnig, klar, kalt

13:00     4,5 Kn   Kurs: 90°              Im windgeschützten Cockpit wärmt die Sonne. Sehr angenehm.

14:00     5,3 Kn   Kurs: 90°              Wir genießen die ruhige Fahrt über die glatte Wasseroberfläche. Gegen die Kälte kann man sich schützen, nur das Aufstehen aus der warmen Koje kostet mich immer große Überwindung. Leider wissen wir schon, dass es am Sonntag mit der Ruhe vorbei sein wird. Wir werden uns wieder an Krängung und ruppige See gewöhnen müssen.

20:00     4,3 Kn   Kurs: 91°              Sonnig, ruhige See         Cockpit 19,5°C   Salon 23°C

Uns ist trotzdem nicht warm, es sei denn ich liege auf der Bank im Cockpit in der Sonne.

Ab 20:00 gilt wieder unser rotierender Acht-Stunden-Wachwechsel, jetzt 20:00 – 04:00 – 12:00 Uhr.

Zum Abendessen braten wir Kartoffeln mit Zwiebeln und Fleischbällchen.

 

Samstag, 02.06.2018

04:00     4,0 kn    Kurs:95°               Sehr ruhiges Segeln bei schwachem Wind. Die Luft ist klar. Es ist nicht mehr so kalt. Luft und Wasser haben jetzt 18°C.

  1. Tag

12:00 Position  N 40° 29,410‘  W 064° 25,764      Etmal 119 Nm

                Baro: 1015          Motorstunden: 719,5    Bedeckt, warm, sehr feucht

5,5 Kn   Kurs: 100°

15:00     Es regnet. Luft und Wassertemperatur sind auf 22°C gestiegen. Im Salon lesen wir 24°C ab.

5,2 Kn   Kurs: 115°           ruhige See, Wind SW 12-15 Kn

18:00     Der Wind dreht, wird schwächer. Die See wird rauer.

3,5 Kn   Kurs: 130°

19:30     Der Nebel ist zurück.     3,9 Kn   Kurs: 135°

Abendessen: Nudeln mit Fleischbällchen in Tomatensauce

23:00     Der Wind hat über West auf WNW gedreht. 12-16 Kn. Der Nebel hat sich verzogen.

Wir bergen das Großsegel um in der Nacht besser auf den auffrischenden Wind reagieren zu können.

5,5 Kn   Kurs: 90°

Sonntag, 03.06.2018

01:35     Bei Böen bis 35 Kn reffen wir die Genua. Der Windgenerator lädt die  Batterien mit 13 A.

04:00     Wind 25 Kn aus Nord             Farhrt: 5 Kn        Kurs: 105°

05:00     Wind 25-30 Kn Nord       Fahrt: 5 Kn          Kurs: 109°

07:30     Wind 30 Kn Nord             Fahrt: 5 Kn          Kurs: 90°

10:30     Wind 30 Kn NNO             Fahrt: 6,8 Kn      Kurs: 90°

  1. Tag

12:00 Position  N 39° 54,948‘  W 061° 59,764‘          Etmal: 117 Nm

Baro 1016            Motorstunden: 719,5    Bedeckt. Die Wellen werden höher.

14:30     Wind dreht auf West

20:30     Wind wieder Nord          20-30 Kn              Fahrt: 5 Kn          Kurs 95°

Das Kochen sparen wir uns auf Grund der holprigen Gangart. Ist schon schwer genug, eine Nudelsuppe zuzubereiten. Günter fühlt sich nicht wohl, verbringt den Tag im Bett.

23:30     NO 25Kn              3-4 Kn Fahrt       Kurs: 98°              ruhige Fahrt

 

Montag, 04.06.2018

In der Nacht lässt der Wind nach, wird unstet. Lucky holpert sehr langsam durch die Wellen. Ab und zu klatscht noch eine größere Welle vor die Bordwand und spritz Wasser übers Deck.

  1. Tag

12:00 Position  N 39° 41,481‘  W 059° 52,469‘            Etmal: 99 Nm

                Baro: 1026          Motorstunden: 719,5    Wolken und Sonne        Langsam beruhigt sich die See  Luft 18°                                Wasser 23,5°

Wind N 12-16 Kn              Wir setzen das Großsegel           Kurs: 105°           5,5 Kn

14:00     Wind NE 10 Kn  sonnig

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Angelschnursalat – Wer keine Arbeit hat, . . .

16:15     Der Wind ist fast völlig eingeschlafen. Wir starten die Maschine.             90°         4,3 kn

19:05     Motor aus.         30°         4,5 kn

20:05     30 °        5,8 kn

21:10     Herrlich, ruhiges Segeln, leider in die falsche Richtung.

Abendessen: Nudeln mit Steakhouse Chili

22:00     1. Reff Groß       1. Reff Genua

22:30     2. Reff Groß

 

Dienstag, 05.06.2018

01:15     Wind nimmt weiter zu bis 25 kn. 2. Reff Genua, Groß gefiert.

02:40     Genua geborgen

04:30     Groß geborgen, ganz kleine Genua ausgerollt  Barometer fällt auf 1018 Hp                Starkwind

08:00     Es wird hell grobe See. 6 kn 62°

  1. Tag

12:00 Position  N 40° 16,091‘  W 057° 17,836‘          Etmal: 123 Nm

Baro: 1014          Motorstunden:                722,0     Süd-Ost bis 41 kn, grobe See, dunkle Wolken, Regenschauer.  Kurs: 62° 6 Kn

Im Laufe des Nachmittags fällt das Barometer weiter auf 1005 Hp. Die See wird immer grober. Wellen krachen mit brachialer Gewalt an die Bordwand und spülen ab und zu übers Deck. Bei der Härte der Schläge muss ich immer wieder daran denken, dass wir noch sieben Längengrade (hier ca. 330 Nm) vom Versicherungsschutz entfernt sind, aber LUCKY schlägt sich tapfer. Bisher keine nennenswerten Schäden an Bord.

18:00     Der Wind dreht auf SW – 44 Kn. Es wird sehr warm.

21:30     Wind dreht weiter auf West und lässt etwas nach. Unter winziger Genua laufen wir mit 8 Kn nach Osten ab. Ruhigere Fahrt.

23:30     Baro 1008            6 Kn       97°

 

Mittwoch, 06.06.2018

Kurz nach 00:00 brist es wieder auf Sturmstärke auf, beruhigt sich aber im Laufe der Nacht. 

  1. Tag

12:00 Position  N 40° 30,225‘  W 054° 37,766‘          Etmal: 123 Nm

Baro: 1015          West 20 Kn         noch 4,6 Längengrade bis zum Versicherungsschutz.

Elende Schaukelei vor dem Wind.           3,5 Kn   75°

14:45     4,5 Kn   75°

16:00     Genua  1. Reff

16:30     Genua 2. Reff   Ruhiger. Sonnig. Trocken            5,5 kn    70°

17:30     Ich spanne die Achterstagen jeweils eine Umdrehung.    4,7 kn    72°

Schönes Segeln vor dem Wind, die hohe Dünung läuft von achtern hinter uns her.

18:00     Baro 1021

20:30     Der Wind lässt nach. Nur noch 8 Kn. Wir gehen auf 65° um die Fahrt bei 3,5 Kn zu halten

Abendessen: Spaghetti mit Steakhouse Chili

22:30     Noch schwächerer Wind. Wir bergen die Genua und fahren unter Motor weiter. 90°

 

Donnerstag, 07.06.2018

03:00     Motor aus. Genua. Wind SSE 13 Kn.

04:00     6,5 kn Fahrt        80°

04:40     SSE 20 Kn Genua gerefft.

05:30     SSE 25 Kn ganz kleine Fock

Zwischen 08:00 und 10:00 fast ständig mit 8 Kn unterwegs. Kurs: 88°

11:00     Wind: S 18 Kn, Fahrt: 7Kn             87°

  1. Tag

12:00 Position  N 40° 50,987‘  W 051°51,793‘            Etmal: 128 Nm

Baro 1026           wolkig mit Aufheiterungen S 15 Kn         5,7 kn    82°

Am späten Nachmittag dreht der Wind auf West und wird schwächer. Wir setzen das Großsegel dazu und gehen auf Kurs 60°.        Fahrt: 6,0 Kn. Nach langer Zeit besuchen uns wiedermal Delfine.

Abendessen: Bratkartoffeln mit Ei, dazu grüner Bohnensalat.

21:00     5,3 Kn   75°

22:00 Groß für die Nacht geborgen

 

Freitag, 08.06.2018

01:00     Wind N 10 Kn    Fahrt: 3,0 Kn      76°

02:00     4,0 Kn   76°

07:40     Wind frischt auf 20 Kn. Genua 1. Reff

08:45     Ausgerefft

10:00     Nebel   kalt

  1. Tag

12:00 Position  N 41° 16,744‘  W 049° 41,437‘          Etmal: 101 Nm

Baro: 1036          Bedeckt, Saukalt: Luft/Wasser 10° C, 16°C im Salon        Wind: NNE 10Kn              Fahrt: 4 Kn 76°

Mit Überfahren des 50. Längengrades sind wir wieder versichert !!!

Nachmittags lässt der Wind mehr und mehr nach. Der Empfehlung des „Strategiezentrums“ folgend ändern wir den Kurs auf 120° um einer längeren Flaute zu entgehen. Der Wind bleibt unstet. Die Fahrt wechselt zwischen 5 kn und „Fast Stillstand“ mit Segelschlagen. Es bleibt eisig kalt. Abends zieht dazu Nebel auf. Um 22:00 starten wir die Maschine. Wir machen kaum noch Fahrt und brauchen dringend Strom.

 

Samstag, 09.06.2018

08:00 Wir motoren weiter durch die Flaute 120°. Es ist immer noch kalt. Außen 10°C/Innen 15°C. Gegen 10:00 kommt leichter Wind auf. Unter Groß und Genua schaffen wir 4,4 kn.

Ab 11:00 richten wir den Kurs nach Nord-Osten. Wir verlassen uns hier wieder auf unseren Wetterstrategen daheim, der versucht, uns vor Sturm und Flaute zu schützen. Von ihm wissen wir, dass uns am Dienstag, 12. 06. ein Orkan südlich passieren wird. Es gilt jetzt, den Abstand dazu auszubauen. Der nächste Sturm soll dann nördlich an uns vorbeiziehen. Dazwischen sind Phasen mit 6 und 7 Windstärken nicht zu vermeiden.

  1. Tag

12:00 Position  N 40° 37,554‘  W 047° 12,869‘          Etmal: 119 Nm

Baro: 1032          Motorstunden: 739,5    Bedeckt, leichter Nebel Saukalt

Der Wind hält uns kaum noch in Fahrt. Starte Maschine Kurs 45°.

Ab 14:00 klart es auf und ein leichter ESE lässt uns wieder segeln. Im Lauf des Nachmittags wird es endlich wieder wärmer. Um 19:00 messen wir 22°C im Schiff.  Wir bauen das Bimini ab  und verzurren Anker und Spinnackerbaum fester, um für die kommenden Starkwindphasen gerüstet zu sein. Im sonnigen Cockpit beginne ich die Nähte des Bimini-Tuches nachzunähen, die der erste Sturm aufgerissen hat.

19:30 bergen wir das Großsegel für die Nacht. Innerhalb der nächsten Stunde brist es derart auf, dass wir die Genua bis auf einen kleinen Fetzen einrollen. Mit dieser Minimalbesegelung segeln wir über sehr grobe See dem Morgen entgegen.

 

Sonntag, 10.06.2016

03:15     Mit Windböen um 30Kn und Starkregen dreht der Wind auf SW. Fahrt durch ruppige See.

07:30     NW 18Kn             Kurs 45°              Fahrt: 5 Kn

  1. Tag

12:00 Position  N 42° 00,851‘  W 045° 31,596‘          Etmal: 113 Nm

Baro: 1032          Motorstunden: 743        Bewölkt, etwas Sonne  NNW 14 Kn Restdünung,      Fahrt: 4,5 Kn      45°

Nachmittags sitzen wir im Cockpit in der Sonne. Ich nähe weiter am Bimini-Tuch. Danach bergen wir in einer Schwachwindphase die Segel. Die Genua wird  heruntergezogen, weil ich auch hier nähen muss. Im oberen Bereich ist eine ca 25 cm lange Naht aufgerissen, das könnte im nächsten Sturm zu einem irreparablen Schaden führen. Wir haben das Segel in Wrightsville Beach von einem Segelmacher sichten und nachnähen lassen. Offensichtlich hat er nicht so genau geprüft, wie wir es für 250,00 US$ erwartet haben. Meine Arbeit wird nicht besonders schön, aber so wird das Tuch uns hoffentlich noch nach Hause ziehen.

Um 22:00 sind wir wieder unter Segeln auf Kurs.

 

Montag, 11.06.2016

Die See bleibt in dieser Nacht sehr ruhig. Der anfangs schwache Wind wird im Verlauf stärker und lässt uns gut voran kommen.

02:00     5,2 Kn Fahrt       45°

  1. Tag

12:00 Position  N 43° 13,659‘  W 043° 53,455‘          Etmal: 103 Nm

Baro 1025            Motorstunden: 743        bedeckt kühl 16°/20°C  16 Kn West ruhige See

Tolles Segeln bei gleichmäßigem Wind 5,0 Kn   45°

Ab 15:00 lässt der Wind kontinuierlich nach.

Um 20:00 stehen wir in der Flaute mit leichter Drift nach Ost.

 

Dienstag, 12.06.2018

00:00     Zaghaft kehrt der Wind zurück, nimmt langsam zu. Beim Wachwechsel um 04:00 segeln wir bereits mit über 5 Kn nach Norden 000° (empfohlener Kurs vom Wetterfrosch). Die See ist ruhig. Es regnet, ist kalt (17°C im Schiff).

07:00     Es dämmert.      4,5 Kn   000°       Regen, kalt (17°C im Schiff)

10:15     Die feuchte Kälte geht durch und durch.             4,5 Kn   000°

  1. Tag

12:00 Position  N 44° 30,505‘  W 043° 12,470      Etmal: 82/60 Nm

Baro: 1025    Motorstunden: 743      stark bewölkt, leichter Regen, ruhige See            Wind SE 13Kn

Wir sind in den letzten 24 Stunden 82 Nm durchs Wasser gefahren, dabei sind wir unserem Ziel aber nur 60 Nm näher gekommen. Aus strategischen Gründen können wir nicht gerade aufs Ziel zu fahren.

Kurs: 180°           3,9 Kn   (Kurs empfohlen vom Frosch)

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Lang . . . wei . . . lich

15:00     180°       3,0 Kn

15:30     Flaute

16:45     Das Barometer zeigt nur noch 1010 Hpcal

 

 

 

17:00     Schwacher Wind aus Nord kommt auf. Das Zeichen, auf das wir gewartet haben. Weisungsgemäß gehen wir auf Kurs: 120° (Strategie)

19:00     120°       4,3 Kn

Ab 20:00 legt der Wind ordentlich zu. Bald lesen wir wieder über 20 Kn ab, dabei wird die Bewölkung dunkel und bedrohlich. Um 21:00  schiebt die Luft bereits mit 20 – 25 Kn. Das Barometer steigt aber schon auf 1016 Hpcal. Um 23:00 sind wir bei 30 Kn Windgeschwindigkeit mit Ausschlägen bis 36 Kn angekommen. Mit einem winzigen Vorsegel machen wir 6 Kn Fahrt. Da der Wind von achtern kommt, läuft es halbwegs ruhig, solange die Wellen hinter uns her rollen. Trotzdem ist der Autopilot mehrmals überfordert, und wir müssen selbst ans Ruder. Die mondlose Nacht ist rabenschwarz.

Mittwoch, 13.06.2018

Der Wind tobt bis zum Morgengrauen, lässt dann nach.

  1. Tag

12:00 Position  N 43° 44,146‘  W 041° 43,916‘      Etmal: 79/36 Nm

Baro: 1032          Motorstunden: 744,4    leicht bewölkt   etwas Sonne     Saukalt 15°/15°

Es ist nur noch schwachwindig. Lucky dümpelt mit 3 Kn durch die Wellen. Unserem Ziel sind wir ganze 36 Nm näher gekommen. Wir müssen Abstand zum  Orkan halten.

18:00     Seit Stunden segeln wir mit weniger als 2 Kn durch die Wellen, die der Wind der Nacht hinterlassen hat. Die Genua schlägt mehr, als zu ziehen. Von 20:30 bis 21:30 läuft der Motor um die schwachen Batterien aufzuladen. Wir besprechen unser bescheidenes Vorwärtskommen und beschließen, einen Tankstopp auf den Azoren einzulegen, auch wenn es einen Umweg bedeutet. Der Kurs liegt sowieso gerade an. Bis Fayal sind es ungefähr 650 Nm (1203 km).

Donnerstag, 14.06.2018

Wir schleichen durch die windarme Nacht.

07:30     Ich habe meinen Wachantritt verschlafen. Lucky liegt ohne Fahrt, weil der Wind gedreht hat. Der weht jetzt schwach aus SE. 120° können wir nicht mehr fahren. Wir legen 80° an und kommen langsam auf 4 Kn Fahrt. In den nächsten zwei Stunden dreht er zu unseren Gunsten, wir können wenigstens wieder 90° steuern.  Noch besser läuft es auf Heimatkurs (76°), und wenn jetzt Starkwind aus SW käme, würde dieser die Reise nur beschleunigen. Das scheint ein guter Plan zu sein.20180614_130614

  1. Tag

12:00 Position  N 43° 32,736‘  W 040° 20,241      Etmal: 62/49 Nm

Baro: 1026          Motorstunden: 745,7             sonnig 20°C        Wind SSO 10 Kn

13:00     Kurs: 76°   5,5 Kn   Großsegel und Genua. Wir freuen uns über das gute Vorankommen in die richtige Richtung. Die See ist ruhig, die Sonne strahlt. Günter dichtet nochmal die Deckskante mit Sikaflex ab, ist ja gerade so schön friedlich.

Unsere Zuversicht zerplatzt jäh, als Lothar uns nachmittags schreibt, dass wir auf diesem Kurs geradewegs in den nächsten Sturm segeln. Schweren Herzens gehen wir zurück auf 120°. Jetzt heißt das Ziel wieder Horta, Fayal, Azoren. Und Morgen?

17:00     Es brist wieder auf, bläst mit über 20 Kn aus SW. Das passt. Wir bergen das Großsegel und reffen die Fock.

20:00     Blauer Himmel, Sonne, 20°C.     5,7 Kn   Kurs: 122°

Von 22:00 – 23:00 muss der Motor die Batterien laden.

 

Freitag, 15.06.2018

Schönes Segeln unter prächtigem Sternenhimmel. Nach dem Erhalt einer neuen Wetterprognose von Lothar, besprechen wir erneut die besch . . .  Lage. Wir haben drei Möglichkeiten:

  1. Vier Tage Sturm
  2. Vier Tage viel zu viel Wind. In beiden Fällen wissen wir nicht, was danach kommt. Der Diesel wird knapp.
  3. Vier Tage mit halbwegs gutem Wind zu den Azoren segeln und dort abwarten, neu planen. Das bedeutet für die Reise: Drei Tage Umweg.

Letztendlich bleiben wir auf Azoren Kurs. Dort können wir wenigstens tanken und eventuell mehr Reservekanister kaufen. Leicht fällt uns das nicht.

Von 04:00 – 06:00 lädt die Maschine die Batterien. Um 10:00 schläft der Wind völlig ein, es beginnt zu regnen. Der Motor hält uns auf Kurs.

11:30 Mit schwachem Wind segeln wir mit 3,5 Kn            119°

  1. Tag

12:00 Position  N 42° 43,592‘  W 037° 49,181‘    Etmal: 122/72 Nm

Baro: 1030          Motorstunden: 750        Schwacher SW, Wolken bis aufs Wasser, 3,8 Kn   119°

13:00     4,8 Kn   119°       Die Sonne lässt sich kurz blicken

14:00     6,0 Kn   119°       Bedeckt, mehr Wind.

15:10     5,5 Kn   119°       SW-Wind 20 Kn      I. Reff

18:00     5,7 Kn   116°       relativ ruhige Fahrt

19:15     5,3 Kn                   II. Reff

22:35     5,5 Kn                   Fock noch kleiner gerefft.

 

Samstag, 16.06.2018

  1. Tag

12:00 Position  N 41° 39,473‘  W 035° 23,237‘          Etmal: 125 Nm

Baro: 1035          Motorstunden: 750        Sonnig  SW-Wind 20 Kn

5,8 Kn   121°

Es wird ein traumhafter Tag. Unter kleiner Fock segeln wir bei mäßig bewegter See zügig in Richtung Fayal. Nachmittags genießen wir die Sonne im Cockpit. Endlich ist es wieder warm. Sogar das Abendessen nehmen wir in der Plicht ein.P1080139

22:00     Ganz ruhige See Wind: SW 4-5  Lucky läuft gut 6 Kn unter Genua

 

Sonntag. 17.06.2018

10:00     Wir setzen das Großsegel. 5,8 Kn            124°

10:37     Günter hat endlich Erfolg mit der Schleppangel. Er fängt drei Schwertfische mit Beilage.

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Nur in Vergrößerung zu erkennen
  1. Tag

12:00 Position   N 40° 27,425‘  W 032°46,853‘                Etmal: 139 Nm

Baro: 1040          Sonnig, gleichmäßiger Wind, ruhige See

6,2 Kn   125°

 

Montag, 18.06.2018

04:30     Ich starte den Motor, für die Durchfahrt zwischen den  Azoren-Inseln Flores und Corvo. In der Nähe der Inseln gelangen wir zum ersten Mal wieder in das europäische Mobilfunknetz und können Nachrichten per WhatsApp verschicken.

06:30     Unter Großsegel und Genua geht es hoch am Wind weiter. Es wird wieder sonnig und angenehm warm.

08:00     5,2 Kn   105°

09:00     6,0 Kn   105°

Das Ziel, die Südküste von Fayal, liegt allerdings in 123°. Wir hoffen, dass die versprochene Winddrehung rechtzeitig eintritt.

  1. Tag

12:00 Position  N 39° 25,537‘  W 030° 33,552‘          Etmal: 119 Nm

Baro: 1040          Motorstunden: 752,7    Sonnig, böiger Wind, ruppige See.

Wir segeln ganz hoch am Wind, dabei reitet Lucky munter über die kleine Welle. Fühlt sich viel schneller an, als es ist: 4,8 Kn   107°

17:00    Der Wind dreht. Mit 4,8 Kn und 130° nähern wir uns langsam der Sollkurslinie. Sonne satt. P1080154

23:00     6,0 Kn   128°       Ruhige See, gleichmäßiger Wind, sternenklar. Seglerherz, was willst Du mehr?

 

Dienstag, 19.06.2016

09:30     Südlich der Insel Fayal bergen wir die Segel bei schwachem Wind und motoren die verbleibenden zehn Meilen zum Ziel.

Um 11:25 fahren in den Hafen von Horta ein und sind überrascht von der Vielzahl der Segelyachten die hier, teilweise über die Toppen geflaggt ankern oder an Stegen liegen.

Wir kreisen einige Zeit vor der belegten Tankstelle, bis uns der Skipper der dort festgemachten Yacht auffordert, bei ihm längsseits anzulegen. Die Franzosen müssen nicht nur tanken, sie haben auch ein Problem mit ihrer Maschine, können also nicht ablegen.

Es ist inzwischen

12:00 Position N 38° 31,874‘  W 028° 37512‘                  Etmal: 105 Nm

 

Das Marinabüro ist bis 13:00 geschlossen, die Tankstelle nicht besetzt. Wir nutzen die Gelegenheit, Lucky gründlich mit Süßwasser vom Salz zu befreien und zu schrubben.

P1080160
Der gesammelte Müll wird entsorgt

Nach 13:00 melden wir uns im Hafenbüro und bei der Einwanderungsbehörde an. Danach füllen wir unsere Dieseltanks. Einen Liegeplatz am Steg kann man uns nicht anbieten. Der weltberühmte Fahrtensegler-Treff Peter Café Sport  feiert sein 100 jähriges Bestehen, dazu ist eine englische Seglervereinigung mit 40 Yachten angereist. Dementsprechend ist der Hafen völlig überfüllt. Die Feier soll bis Samstag dauern.

Um 15:30 fällt unser Anker im großen Hafenbecken.P1080164 Wir befreien das Dinghi von seinen gut haltenden Gurten und montieren den Außenborder, um an Land gelangen zu können.

Nach den jüngsten Wetterinformationen werden wir wohl einige Tage hier verbringen müssen, bevor uns der Wind eine Reise in Richtung Englischer Kanal erlaubt.

Es gibt sicher schlechtere Orte zum Warten. Wir werden versuchen, das Beste daraus machen.

Ein Kommentar zu „Rolling Home – Leichter gesagt, als getan

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