Kampen erreichen wir um 21:00. Die kleinen Yachthäfen am Westufer sind beide voll belegt. Wir machen an einem freien Steg am Fluss fest. An Land laufen wir geradewegs in das Vereinsheim der örtlichen Ruderclubs. Wir werden freundlich aufgenommen und bleiben auf ein paar Bier. Essen gibt es dort nicht, um Mitternacht machen wir uns noch eine leckere Chinasuppe an Bord.
Donnerstag, 12. Juli 2018
Wir wollten bereits im Morgengrauen unterwegs sein. Das klappt leider wieder nicht. Um 08:31 werde ich vom Starten des Motors geweckt. Es geht los. Wir sind dann aber auf der Ijssel viel schneller als vermutet. So kommen wir trotz verspäteter Abfahrt weiter als angenommen. Um 19:30 machen wir bei dem kleinen Wasser Sport Verein Loowaard, am Pannerdensch Kanal fest.
Freitag der 13. Juli 2018
Trotz des bedrohlichen Datums verläuft auch die heutige Motorfahrt völlig problemlos. Um 15:40 legen wir wie geplant beim Yachtclub Wesel an. Hier sind wir dem Ziel schon sehr nah. Stephan bringt uns auf Wunsch zwei Blumensträuße, die wir Morgen unseren Frauen zur Begrüßung übergeben wollen. Auch Lothar, der Wetterstratege, und Helga schauen auf ihrer Abendrunde mit dem Cabrio schon mal vorbei.
Samstag, 14. Juli 2018
08:05 Abfahrt
Um 15:00 werden wir bei der Ankunft am Steg der Seglervereinigung Krefeld 33 e. V. von Freunden und Familienmitgliedern herzlich begrüßt. Große Freude auf allen Seiten.
Die Reise ist zu Ende!
Gestartet am 15. Juli 2017 sind wir nach ca. 13.910 Nm (25.761 Km) wie geplant im Ausgangshafen angekommen.
10:10 Wir motoren in den trüben Vormittag. Das Meer ist ruhig, kein Wind stört.
12:00 Position N 48° 19,823‘ W 004° 47,207‘ Etmal: 102 Nm Bar: 1034 Hpcal
Motorstunden: 843,3
Nach 16:00 wird es sonnig.
Abends rollen wir die Genua nochmal aus. Das bringt einen halben Knoten Fahrt zusätzlich.
Samstag, 07. Juli 2018
02:00 Bei völliger Flaute rollen wir das Segel ein.
05:20 Die Sonne strahlt, das Meer ist ruhig. Nur 5 Kn Gegenwind.
12:00 Position N 49° 38,026‘ W 002° 42,898‘ Etmal: 113 Nm Baro: 1036 Hpcal
Sonnig, Wind Nord-Ost 7 Kn, Die See liegt ruhig. Motorstunden: 867,3
Sonntag. 08. Juli 2018
Bis zum Mittag bleibt es eine absolut ruhige Motorfahrt bei herrlichem Sonnenschein.
12:00 Position N 50° 17,335‘ E 000° 26,178‘ Etmal: 128 Nm Baro: 1037 Hpcal
Motorstunden: 891,6
Jetzt wird der Gegenwind langsam stärker (NE 13 Kn), und es baut sich eine kleine Welle auf.
4,1 Kn 75°
Um 17:30 taucht ein großes Zoll-Boot auf. Man hat uns wiederholt über Funk gerufen. Wir haben‘s nicht gehört. Wir gehen auf den gewünschten Funkkanal und beantworten die gestellten Fragen. Um 17:50 werden dann vier Herren zu uns an Bord gebracht. Wir dürfen Kurs und Geschwindigkeit beibehalten, verlieren also keine Zeit. Während das Mutterschiff und das Beiboot hinter uns herfahren, durchsuchen zwei Beamte das Schiff, die anderen stellen Fragen zu unserer Reise und füllen Formulare aus.
Die Atmosphäre ist freundlich, locker. Natürlich wird nichts Verbotenes gefunden, und um 18:35 lassen sich die Herren wieder abholen. Gute Reise!
Montag, 09. Juli 2018
12:00 Position N 51° 30,570‘ E 002° 53,656‘ Etmal: 119 Nm Baro: 1037 Hpcal
Sonnig, ruhige See
Leider hat auch diese Passage ihren Kaffeefahrtcharakter nicht bis zum Schluss behalten. Im Lauf des Tages legt der Nord-Ost kräftig zu. Wir messen um die 20 Kn, beinah genau von vorn, also zum Segeln nicht zu gebrauchen. Im Zusammenspiel mit der Tide baut sich eine äußert unangenehme, kurze, steile Welle auf. Es kommt mal wieder ordentlich Bewegung ins Schiff. Das Cockpit wird regelmäßig mit Spritzwasser geduscht. Ohne die Stützwirkung des Segels schwankt Lucky schwer von Backbord nach Steuerbord. Kochen beschränkt sich auf schmackhafte China-Suppen, das Trinken aus Flaschen gelingt immerhin gut.
Dienstag, 10. Juli 2018
04:00 Meinen wohlverdienten Schlaf kann ich in der Vorschiffkabine natürlich nicht finden, viel zu oft hebe ich von der Matratze ab. Im Salon ist es deutlich ruhiger, ich schlafe trotzdem kaum.
Als hätte das Wetter uns die letzte Etappe nicht genug versaut; Das Schicksal hat noch einen Trumpf im Ärmel: In Camaret sur Mer haben wir 240 l Diesel an Bord genommen, das reicht bei unserem Verbrauch für 114 Motorstunden.
10:45 Wir halten parallel zur niederländischen Küste auf die Einfahrt des Nordsee-Kanals bei Ijmuiden zu. Die Wettersituation ist unverändert. Lucky legt sich abwechselnd rechts und links kräftig über. Bis zum Molenkopf sind es noch 1,2 Nm, als unser Motor plötzlich langsamer läuft. Uns fährt ein gehöriger Schreck in die Glieder, aber die Maschine beschleunigt wieder auf Normaldrehzahl.
10:53 Noch 0,5 Nm bis zur Einfahrt. Nach 96 Stunden geht der Diesel aus. Upps!
Nach einem Jahr auf See sind wir ein eingespieltes Team. Es dauert sicher weniger als eine Minute, bis wir das Vorsegel im zweiten Reff ausgerollt haben. Gaaaaanz hoch am Wind umsegelt Günter den Molenkopf und biegt dann nach Steuerbord in die breite, aber auch viel befahrene Einfahrt nach Ijmuiden ab. Sofort reduzieren wir die Segelfläche auf ein Minimum, denn jetzt schiebt der starke Wind kräftig. Bei diesem Wetter können wir unmöglich ohne Motor in den nahen Jachthafen fahren. Nach kurzer Besprechung beschließen wir, in der kleinen Bucht vor der Marina zu ankern. Viel Platz ist dort nicht, aber ein kleiner Strand lässt uns auf schnell haltenden Sandgrund hoffen. Außerdem haben wir keine Wahl und auch nur einen Versuch. Mit Erreichen der besprochenen Position fährt Günter einen Aufschießer, anschließend lasse ich bei einer Wassertiefe von sechs Metern den Anker gefolgt von 40 m Kette fallen. Wie immer greift der Rocna-Anker sofort und hält Lucky gegen den Wind sicher fest. 11:20 Abklatschen, das haben wir gut gemacht!
Wir befreien das Dinghi von den Haltegurten, montieren den Außenborder und lassen das Beiboot zu Wasser. Günter fährt mit einem unserer Kanister zur Marina um Diesel zu holen. Bei den Wellen ist das Dinghi ohne Schläuche etwas kippelig, aber er meistert auch diese Herausforderung.
Eigentlich wollte er zwei Kanister mitnehmen, aber ich konnte ihn überzeugen, dass das Befüllen einfacher ist wenn Lucky an der Tankstelle liegt. Er ist schnell zurück, muss aber leider berichten, dass die Tankstelle von zwei Schiffen belegt ist, die in absehbarer Zeit nicht ablegen. Ok, die 20 Liter bringen uns sicher zu einer anderen Tanke. Wir füllen den Diesel in den Haupttank und nach dem Entlüften der Einspritzanlage brummt der Motor wieder wie eh und je. Um 13:15 setzen wir die Reise fort.
Wir durchfahren die Seeschleuse Ijmuiden und folgen dem Nordseekanal nach Amsterdam. Ungefähr drei Stunden später entlässt uns die Orangesluis ins Ijsselmmer. Eine Tankstelle haben wir unterwegs nicht gesehen. Vor der folgenden Brücke lässt man uns fast eine Stunde mit laufendem Motor warten. Als wir um 17:40 endlich weiter können, machen wir uns schon wieder Gedanken, ob der Kraftstoff bis Lelystad reicht. Rechnerich sollte das kein Problem sein, aber nach der bösen Überraschung am Vormittag, ziehen wir die Genua raus und kreuzen Schlag um Schlag nach Nord-Ost. Um 22:00 (UTC) bemühen wir dann doch für die letzten sieben Meilen die Maschine. Kaputt aber zufrieden machen wir um 24:00 (UTC) in der Deko Marina, Lelystad fest.
Mittwoch, 11.Juli 2018
Hier stellen wir alle Uhren auf MESZ zurück. Es ist 02:00.
Wir wollen sehr früh aufstehen, weil wir für heute Vormittag einen Termin am Mastenkran zum Abriggen haben. Unsere „Besprechung“ geht trotzdem noch bis nach 03:00.
09:31 Das „Früh Aufstehen“ hat offensichtlich nicht geklappt. Günter kommt gerade vom Duschen, als ich aufwache. Nach einem Kaffee melde ich unsere Ankunft bei der Werkstatt und wir beginnen sofort mit der Arbeit. Segel abnehmen und verstauen. Baum demontieren und an der Reling anlaschen, Wanten und Stagen lösen usw. usw. Es ist wirklich viel Arbeit. Wir müssen erstmals auch die Radarschüssel abbauen. Zum guten Schluss werden die Salinge abgeklappt und alle Wanten, Stagen und Leinen fest mit dem Mast verschnürt.
Um 16:00 übergeben wir den Mast dem Lager und fahren zur benachbarten Flevo-Marina zum Tanken. Die schwimmende Tanke wird gerade betankt. Das gibt uns eine Stunde Zeit, endlich was zu essen und in Ruhe ein Bier zu trinken.
18:10 Mit vollem Tank und Kanistern brechen wir zur 240 km langen Flussfahrt nach Krefeld auf. Heute fahren wir noch bis Kampen.
Wir machen kleine Einkäufe, dann melden wir uns im Hafen ab. Wir duschen nochmal ausgiebig und trinken im Bistro der Marina einige Abschiedsbier zum Essen.
Um 15:30 verholen wir Lucky vom Ankerplatz im Hafenbecken zur Tankstelle. Wir brauchen frisches Wasser und wollen zwei weitere 20 L Reservekanister mit Diesel füllen. Andere wollen auch tanken, und so wird es 17:00, bis wir den Hafen verlassen und wirklich unterwegs sind. Wir führen jetzt gut 120 L Diesel in Kanistern mit, unser Haupttank fasst ebenfalls 120 Liter. Mit 240 L wird der Motor ca. 5 Tage arbeiten. Hoffen wir, dass das reicht.
20:30 Wir passieren das westliche Kap der Insel Sao Jorge. Sonnig, kein Wind, angenehm warm.
5,5 Kn, 53°
Dienstag, 26. Juni 2018
00:45 Die Insel Vila da Praia liegt an Backbord querab.
08:00 Wie angesagt ist es weiter windstill. Ein Meer wie Öl. 2. Tag
12:00 Position N 39° 37,197‘ W 026° 56,258‘ Seit Horta gefahren 102 Nm
Barometer 1029 Hpcal Sonnig, kein WindMotorstunden: 775,0
Nachmittags zieht Bewölkung auf. Bei schwachem Westwind setzen wir die Segel, brechen den Versuch aber nach einer Stunde erfolglos ab. Es reicht einfach noch nicht. Weiter unter Motor.
Mittwoch, 27.Juni 2018
00:10 Günter rollt die Genua aus und schaltet die Maschine ab. Der Wind reicht jetzt für eine Geschwindigkeit zwischen vier und fünf Knoten.
06:30 Es ist trüb. Nieselregen. 4 kn 52°
09:30 Nur noch 2,5 Knoten Fahrt. Ich starte den Motor.
3. Tag
12:00 Position N 40° 55,352‘ W 024° 49,953‘ Etmal 122 Nm
Barometer 1029 Hpcal bedeckt, ab und zu Nieselregen, kaum Wind aus Nord-West.Motorstunden: 789
Mittags wird es sonnig, brauchbarer Wind fehlt.
Erst um 18:15 setzen wir erneut die Segel und gönnen der Maschine eine Pause. Die Steuerung behält der Autopilot, aber jetzt mit Hilfe der Windfahne, d. h. unser Winkel zum Wind bleibt immer gleich, Lucky ändert den Kurs, dem Wind folgend. Die Segel trimmen wir passend auf maximale Höhe am Wind. Wir segeln anfangs mit knapp 4 Kn in Richtung 80°. Bis Mitternacht steigert sich die Geschwindigkeit bis auf gut 5 Kn, allerdings ändert sich die Richtung auf Ost, wir müssen nach Ost-Nord-Ost.
Donnerstag, 28. Juni 2018
4. Tag
12:00 Position N 41° 26,885‘ W 022° 29,382‘ Etmal: 106 Nm Barometer: 1032 Hpcal Mototrstunden: 795,5 sonnig Wind: NNO 15Kn ruhige See Kurs: 75° 4,5 Kn Fahrt
Alles Gute zum Geburtstag Väterchen
14:00 Der Wind dreht langsam zu unseren Gunsten. Wir fahren mit 4,9 Kn Kurs: 65°. So kann es weitergehen. Leider wissen wir, dass wir in den nächsten Tagen mit wesentlich mehr Wind und deshalb unruhigerer und nasserer Reise rechnen müssen.
Freitag, 29.Juni 2018
5. Tag
12:00 Position N 41° 55,041‘ W 020° 07,557‘ Etmal: 111 Nm Baro: 1029 Hpcal
5 Kn, 70° bedeckt, 20Kn Wind aus Nord, ruppige See
15:00 Bei 20 – 25 Kn Wind bergen wir das Großsegel, es soll ja noch mehr werden.
Das kleine Vorsegel zieht uns hoch am Wind mit knapp 4 Kn.
Die folgenden Tage werden, wie angesagt, sehr ungemütlich. Lucky wird von immer höher werdenden Wellen aus dem Kurs geworfen. Große Wassermassen knallen wieder und wieder an die Bordwand und ergießen sich übers Deck. Obwohl wir langsam unterwegs sind fallen wir regelmäßig in Wellentäler, meistens ist die Landung hart. Ab und zu überspülen größere Wasserberge einfach das ganze Schiff. An dieser Stelle möchte ich unseren Autopiloten mal loben. Er steuert das gut getrimmte Schiff scheinbar mühelos durch das Tohuwabohu, während wir gemütlich im Salon „Kaffee trinken“.
Ok, stimmt nicht ganz! Alles was nicht gut verstaut ist, setzt sich im Schiff in Bewegung. Wir müssen uns bei jedem Schritt mit beiden Händen festhalten. Essen wird zum Geschicklichkeitsspiel. Die wenigen Kochversuche, arten in Akrobatik aus. Zum Glück vergeht uns gleichzeitig der Appetit, wir essen und trinken nur noch das nötigste. Am sichersten ist es in der Koje, dort verbringen wir jetzt auch die meiste Zeit.
Samstag, 30.Juni 2018
6. Tag
12:00 Position N 42° 20,355‘ W 018° 07,807‘ Etmal: 94 Nm Baro: 1025 Hpcal
Eine Decksluke im Salon ist bei diesen Bedingungen nicht mehr dicht. Bei jeder Wellenattacke, die das Deck überspült (ca. viertelstündlich) rinnt auch hier ein Schluck vom salzigen Nass ins Boot. Nicht viel, aber das dauernde Wegwischen nervt, wie auch die gesamte Wettersituation. Zum Glück dreht der Wind etwas zu unseren Gunsten. Mit weniger Höhe läuft Lucky etwas schneller. Duschen und Bocksprünge bleiben.
Sonntag, 01.Juli 2018
7. Tag
12:00 Position N 42° 35,418‘ W 015° 29,972‘ Etmal: 122 Nm Baro: 1024 Hpcal
Weiter Starkwind und ruppige See.
Montag, 02. Juli 2018
03:00 Ganz allmählich beruhigt sich die See.
Um 09:00 können wir unser Vorsegel wieder komplett ausrollen. Es ist friedlich.
8. Tag
12:00 Position N 43° 14,512‘ W 013° 12,025 Etmal: 108 Nm Baro: 1024 Hpcal
Sonnig
13:00 Jetzt ist zwar endlich Ruhe eingekehrt, dafür bläst uns der schwache Nord-Ost Wind entgegen.
Lothars Wetterprognose zur Folge, wird der Wind die kommenden zwei Tage schwach bleiben, bevor in der Biskaya stärkerer Westwind einsetzt. Wir beschließen den Motor zu starten und in Richtung Brest (48°) durch die Flaute zu fahren. Unser Diesel reicht für drei Tage. Hoffen wir wieder mal, dass es langt.
Um 15:45 hat der Wind schon wieder gedreht. Wir segeln jetzt nach Brest, jedenfalls ungefähr (60°). Nach der nächsten Drehung um 17:50 fahren wir wieder unter Motor aufs Ziel zu (48°).
Endlich können wir wieder Kartoffeln braten
Dienstag, 03. Juli 2018
01:00 Eigentlich beginnt meine Wache erst um 04:00, aber da ich keinen Schlaf finde, machen wir uns um 02:00 ein Fläschchen Rotwein auf und essen Käse dazu. Ist das herrlich ruhig in der Flaute, lediglich das Hämmern des Diesels stört ein wenig.
08:00 Ein sonniger Morgen ohne Wind. 5 Kn, 48°.
Der starke Westwind für die Biskaya ist abgesagt, hoffentlich bleibt noch genug, uns bis Camaret sur Mer (liegt nahe Brest) zu bringen.
9. Tag
12:00 Position N 44° 29,773 W 011° 13,103 Etmal: 114,4 Nm Baro: 1026 Hpcal
Das Meer ist weit, das Meer ist blau, im Wasser schwimmt ein . . . ein Wal. Während Günter am Kartentisch die Mittagsposition notiert, kann ich vom Cockpit aus beobachten wie ein Wal wiederholt seinen Blas ausstößt. Er ist zwar nicht „zum Greifen nah“, aber ich glaube zu erkennen, dass es sich um ein großes Tier handelt.
Der sonnige Nachmittag lädt mich zum Faulenzen im Cockpit ein. Es kommt mal wieder echte Urlaubsstimmung auf. Günter zerlegt unterdessen die Pantry zur Reinigung in alle Einzelteile.
Groß Reinemachen
23:40 Ein Hauch von Wind stellt sich ein, die Richtung (SW) passt. Wir rollen die Genua aus und versuchen zu segeln. Wir bringen es auf 3 Kn Fahrt, besser als motoren. Schließlich reicht unser Diesel nicht bis zur Tankstelle in Camaret sur Mer.
Mittwoch, 04. Juli 2018
00:30 Bei 2,5 Kn schalte ich wieder um auf Motorantrieb: 4,8 Kn, 48°
02:00 Neuer Segelversuch. Der Wind bringt uns auf 3 Kn, steigert ganz allmählich auf 3,5.
05:36 Günter bekommt beim Ausguck im Cockpit einen gewaltigen Schreck, als neben dem Boot ein riesiger Wal auftaucht und bläst. Eine kleine Gruppe großer Wale begleitet uns ein Stück. Günter beschreibt mir am Morgen die lauten Geräusche und die Größe der Blaslöcher der Tiere.
Ich befinde mich gerade in einer Tiefschlafphase, höre sein Rufen nicht und verpasse so das ganze Schauspiel. Sehr ärgerlich!
08:00 Wir segeln immer noch mit 3,5 Kn zielgerichtet.
Um 10:00 setzen wir das Großsegel. Gleichzeitig nimmt der Wind etwas zu. Das beschleunigt uns auf 4,5 Kn. Die See bleibt ruhig, wir können wieder ordentlich frühstücken. 10. Tag
12:00 Position N 45° 44,734‘ W 009° 17,247‘ Etmal: 110 Nm Baro: 1026 Hpcal
Bedeckt, ganz ruhige See
13:00 Westwind 13 Kn. Wir kommen auf 5,6Kn, 49°
17:30 Wir rollen das 1. Reff ins Vorsegel. 5,5 – 6 Kn, 49°
Nach dem Abendessen gibt es mal wieder Bordkino.
Donnerstag, 05. Juli 2018
Um 01:20 rollen wir ein weiteres Reff in die Fock und drei Stunden später sind wir wieder bei sechs Beaufort angekommen. Hatten wir nicht Angst vor zu wenig Wind? Jedenfalls macht es großen Spaß, jetzt wider Erwarten zügig über den friedlichen Atlantik zu segeln.
Viel Verkehr in der Biskaya
Um 11:30 versucht die Sonne sich durch die Wolkendecke zu kämpfen, aber viel wird nicht draus. NW-Wind 15Kn.
Beim Mittagsfix messen wir das beste Etmal der gesamten Reise.
11. Tag
12:00 Position N 47° 13,499‘ W 006° 42,488‘ Etmal: 140,5 Nm Baro: 1030 Hpcal
Der Tag bleibt trüb und kühl. Nach dem Abendessen bergen wir das Großsegel. Auch mit der Genua allein kommen wir gut voran. Erst abends um 22:40 flaut der Wind ab und dreht sich etwas. Als wir nur noch 2,5 Kn Fahrt machen, rolle ich das Segel ein und motore durch die stockdunkle Nacht.
Freitag, 06.Juli 2018
07:45 Wir können nochmal eine Stunde segeln, dann wird es wieder ganz ruhig.Um 09:35 legen wir bei der Tankstelle von Camaret sur Mer an. Die zweite gemeinsame Atlantiküberquerung und die Biskaya liegen hinter uns. Das wollten wir eigentlich bei einer Portion Austern und einer Flasche Wein feiern.
Günter hat auf den letzten Meilen bereits Wetterdaten geladen und ausgewertet. Wir müssen in den kommenden Tagen damit rechnen, dass sich uns im Englischen Kanal zunehmender Nord-Ost Wind entgegenstellt. Es gilt also keine Zeit zu verlieren: Fahren solange der Gegenwind noch nicht stark ist.
Wir füllen unseren Dieseltank, alle Reservekanister, prüfen und ergänzen den Motorölstand. Danach entsorgen wir den Müll. Bereits um 10:10 legen wir ab. Der Wind schläft noch.