Die Sorge um den Autopiloten nimmt mir die Freude am der Reise

10:30 Blauer Himmel mit vielen Regenwolken, aber trocken. Schwacher NO-Wind, Kurs: 100°, 4,5 – 5 kn Fahrt,, 22°C  im Schiff, 22°C Wasser.             12:00 Etmal 128 nm   2.480 nm bis Brest. Bei einer Routinekontrolle stelle ich fest, das der Ölstand im Vorratsbehälter der Selbststeueranlage geringfügig gesunken ist. Ich bin etwas besorgt. Sollte ich vielleicht doch die Azoren anlaufen?

13:44 Wind aus Ost, fahre SO, 5 kn.

16:50 Kurs 133° 4 kn. Tiefblaues, ruhiges Wasser, Sonnenschein, Wärme! So kann es von mir aus bleiben.

18:20 Autopilot setzt aus, piept und meldet „Rudd DRV“. Nach einem Neustart läuft er wieder.

21:00 Wieder Ausfall. Ich sprühe die Steckverbindung zur Rudermaschine mit WD40 ein. Geht wieder. Hoffentlich länger.

22:00 Kurs 108°,  5 kn   Ich segle seit Stunden am kaum spürbaren Wind. Wo kommt bloß die Fahrt her?

23.30 Kurs 108°,  6 kn, nicht spürbar. Ich starte die Maschine zum Laden. Die Sorge um den Autopiloten nimmt mir die Freude am der Reise.  01:40 Maschine aus.

Die Sonne feuerrot

02:50 Segelschiff „Tiare Taporo“ (130 x 26m) kreuzt 1,5 nm vor unserem Bug

10:00 Sonniger Morgen 12 kn Wind aus Nord. Ausreffen. Kurs Ost 5,5 kn.

10:45 Ich setze das Großsegel 6,5 kn.

12:00 Etmal 118 nm.

Im Laufe des Tages stelle ich fest, dass meine elektronische Seekarte für England unbrauchbar ist, dann werde ich also nach Brest fahren. Die Richtung bleibt erst mal gleich.

Um 23:40 Versinkt die Sonne feuerrot hinter uns im Meer. Dies war wahrscheinlich der schönste Segeltag der Rückreise.

 

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Das Schiff steht

02:00 Der Wind schläft ein.

03:00 Windstill. Schiff steht. Autopilot aus. Ich geh schlafen. Gute Nacht.

12:42 Etmal 72 nm Während des Schlafens wurden wir 10 nm nach Nord-Ost getrieben.Jetzt kommt ein leichter Wind aus Ost-Nord-Ost und wir segeln nach Südwesten. Im Laufen des Tages frischt der Wind kräftig auf und dreht zurück.

Um 23:20 sind wir mit gerefftem Segel schnell unterwegs, und der Kurs stimmt wieder.

Viel Nebel

03:30   Im dichten Nebel passiert der Fischer „Terri Ann“ in 800m Abstand. Ich sehe nichts, kann den Diesel aber deutlich hören.

06:00   Null Sicht, Null Wind. Mangels Fahrt kann der Autopilot nicht steuern. Lucky rollt erbärmlich in der Dünung. Wir treiben mit 0,9 kn nach Norden. Befinden uns bereits 4 nm nördlich vom Sollkurs.

12:00   Etmal 81 nm Nebel, leichter Regen. Treiben immer noch, jetzt nach Süd zum Kurs. 12:15    Ich starte den Diesel um Strom und Fahrt zu machen. Es ist kalt geworden: 18° im Schiff, Wasser 12°. Ganz leichter Wind aus Ost.

13:15   Die Sonne hat den Nebel durchbrochen

13:46   „Camilla Mersk“ passiert in 2,9 nm an Steuerbord

14:46   Motor aus. Etwas Wind aus Nord.

15:00   „Lady of Fatima“ kreuzt 2,6 nm vor uns.

16:15   Bedeckt, kalt, Nebel zieht auf. Wind aus Nord  Fahren 5,5 kn Richtung Ost.

21:15   3,5 – 5 kn unter Genua, bedeckt, See ist sehr ruhig.

22:10   Blauer Himmel mit Wolken, klare Luft, leichter gleichmäßiger Wind, ruhige See laufen gut 5 kn

23:30   ruhige See,  6,5 kn Fahrt

Dem Ziel entgegen

12:00 Es ist sonnig wir segeln mit 5,8 kn dem Ziel entgegen. Unser Etmal (die Strecke die wir in den letzten 24 Stunden zurückgelegt haben) beträgt 143 nm. Damit bin ich sehr zufrieden. Abends lade ich mit dem Diesel die Batterien für eine Stunde. Ich berge das Groß für die Nacht. Der Wind ist schwach. Wir machen kaum 4 kn.

Die Hochhäuser Manhattans

Ich warte bis 14:00 auf die richtige Tide. Um ca. 15:30 sollte ich bei Hochwasser Hell Gate passieren.

Es kommt prima aus. Noch einmal fahre ich über den East River ganz nah an den Hochhäusern Manhattans vorbei

Mir scheint, es wird überall gebaut.

Ich passiere Governors Island diesmal östlich, durchquere wieder die Upper Bay und erreiche kurz nach 18:00 Great Kills Harbour in der Lower Bay. Die Tankstelle ist leider schon geschlossen, aber es ist noch jemand da, der meine Frage, ob ich denn bis zur Öffnung Morgen früh davor liegen bleiben kann, mit „No“ beantwortet. Also suche ich mir in der kleinen vollen Hafenbucht einen Ankerplatz für die Nacht und verbringe auch diesen Abend an Bord. Mein Beiboot ist ja schon für die Atlantiküberquerung verzurrt.

Am nächsten Morgen fahre ich um 08:00 zur Tankstelle und fülle Wasser und Diesel auf. Um 08:45 bin ich unterwegs. Vor mir liegen ca. 3200 nm bis zur Süd-West Spitze von Großbritannien, dort hoffe ich spätestens in einem Monat zu landen. Um 09:50 stelle ich meine Borduhr wieder auf 13:50 UTC, die heute gültige Weltzeit ein. Der Wind ist zunächst schwach,nimmt aber bald zu . Im Logbuch trage ich um 21:15 ein: „Seit Stunden traumhaftes Segeln.

Zur Throg Neck Bridge

Gegen 12:00 bringt uns ein Shuttle Boat von Seymour’s an Bord. Angela und Wilfrid bleiben noch auf einen Drink, dann verabschieden wir uns.

Wenige Tage nach meiner Abreise fand Wilfried in der lokalen Presse folgenden Artikel:

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Ich löse meine Vorleine um 12:45 von der Boje und Motore in westlicher Richtung durch den Long Island Sound.

 

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Um 17:30 fällt mein Anker in der Little Bay neben der Throg Neck Bridge.

-Wir haben unser Ziel erreicht-

10:20 fahren wir zur nahen Tanke und füllen unsere Diesel- und Wassertanks. Um 11:10 starten wir zum vorläufig letzten Teil der Reise nach Eatons Neck bei Northport, wo wir unsere Freunde Angela und Wilfried besuchen wollen. Ab 11:30 können wir segeln, aber der Wind ist schwach und ab und zu muss der Diesel wieder helfen. Um 16:20 machen wir am Public Dock in Northport fest und gehen auf ein „Siegerbier“ ins Skipper’s.

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Um 17:00 fahren wir zum Town Beach von Eaton’s Neck, wo uns Angela und Wilfried bereits erwarten. Wie freuen uns riesig.

In dieser geschützten Bucht wird Lucky die nächsten Tage vor Anker liegen.

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Die kommenden drei Wochen verbringen wir überwiegend an Land. Wir wohnen bei unseren Freunden und genießen deren großzügige Gastfreundschaft.  Schöne Abende auf der Terasse, gutes Essen und  ab und zu ein Ausflug mit Skip, lassen die Zeit verfliegen.

 

Lucky haben wir nach einigen Tagen an eine Boje von Seymour’s Boatyard verlegt und Anfang Juli wurde sie auf die Heimreise vorbereitet.

Manhattan

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Es ist fast windstill und somit schon früh sehr warm. Nach dem Frühstück und kleinen Reparaturen bleiben wir noch etwas vor Anker liegen und warten auf die Flut. Wir werden am späten Nachmittag „Hell Gate“ im East River passieren. Das ist mit unserem Schiff nur bei auflaufendem Wasser möglich und durch starke Strömung und Wirbel selbst dann nicht ohne, hat man uns gesagt. Ich bin gespannt.

Wir motoren  durch die Lower Bay nordwärts, setzen aber schon vor der Verrazano-Narrows Bridge

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die Genua und segeln lautlos durch die Upper Bay Manhattan entgegen. Hier herrscht weit weniger Verkehr, als wir erwartet haben. Die Maschine starten wir erst wieder, nach dem Passieren von Miss Liberty und Downtown Manhattan.

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Jetzt fahren wir mit der Flut den East River hinauf. Brooklyn-, Manhattan- und Williamsburgbridge werden durchfahren gefolgt von der  Queensboro Bridge bei Roosveld Island.

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Dahinter geht es durchs Hell Gate rechts ab. Durch die Strömung sind wir mit gut acht Knoten unterwegs. Wir haben die richtige Tide getroffen. Stromwirbel lassen sich bestenfalls erahnen. Alles easy! Es folgen noch vier weitere Brücken bevor wir am späten Nachmittag den Long Island Sound erreichen. Um 18:45 machen wir an einer kostenlosen Mooring-Tonne vor Port Washington fest. Mit dem Dinghy fahren wir an Land um uns mal wieder die Beine zu vertreten und einen leckeren Burger zu essen