Zurück auf die Westseite von Eleuthera

Donnerstag, 12.04.2018

Mit der Gewissheit, die Gezeiten diesmal passend anzutreffen, ziehe ich um 09:00 den Anker an Bord. Wie bestellt hat der Wind über Nacht auf Nord-Ost gedreht. Das bedeutet zwar, dass ich mit zwei Kreuzschlägen starte, aber auf der Fahrt zwischen Strand und Korallen habe ich ihn von achtern.

So läuft denn auch die Rückfahrt ebenso entspannt wie die Hinreise. Um 11:45 passiere ich Gun Point. P1070961Vor Spanish Wells wird es nochmal sehr flach, das Echolot zeigt 1,70 als niedrigsten Wert. Der Wind ist schwach, und durch die einlaufende Flut wäre eine Berührung des Sandes kein Beinbruch gewesen, aber es passt. Jetzt folgt die lange gerade zum Current Cut. Bei sehr ruhiger See habe ich 2 ½ Stunden Zeit zum Frühstücken und  Telefonieren. Den Cut erreiche  ich um 14:40, die Flut läuft mit. Trotzdem muss ich für die Passage den Diesel starten. Der Wind bläst mir genau entgegen und die Durchfahrt ist zu schmal um unter Genua aufzukreuzen.

Auf der anderen Seite angekommen ist es mit der Ruhe vorbei. Ich habe 20 kn Gegenwind. Außerdem schwappt mir eine kurze Welle entgegen. Geduldig segele ich Schlag um Schlag meinem Ziel entgegen, aber das verlängert die Strecke natürlich erheblich. Es ist bereits dunkel, als ich um 20:00 meinen Anker bei Annie Bight, nahe Gregory Town fallen lasse.

 

Freitag, 13.04.2018

Auch heute habe ich den Wind wieder von vorn. Er ist etwas schwächer als gestern, und durch den Schutz der Insel Eleuthera gibt es kaum Welle. Um 07:45 segele ich los. Nach sechs Kreuzschlägen erreiche im um 11:10 die Einfahrt zu der Lagune von Alice Town.

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Vor dem winzigen Ort gehe ich vor Anker. Ich brauche Guthaben für meine Telefonkarte. Das bekomme ich in einem kleinen Laden, in dem ich auch gleich ein paar Lebensmittel einkaufe.

Um 12:35 bin ich schon wieder unterwegs. Mit elf Schlägen erreiche ich den Ankerplatz am Alabaster Bluff um 18:35. Heute bin ich 38,5 nm gesegelt. Die Entfernung zwischen den Ankerplätzen Annie Bight und Alabaster Bluff beträgt 15,5 nm.

Spanish Wells und Harbour Island

Dienstag, 10.04.2018

08:10   Anker auf, Segel raus. Ich fahre 9 nm fast geradeaus nach Spanish Wells. Dort gehe ich um 11:24 vor Anker. Am frühen Nachmittag setze ich mit dem Dinghi über und schaue mir den Ort an. Auch diese Siedlung ist klein, wirkt aber auf den ersten Blick schon freundlich. Saubere Straßen werden von blühenden Büschen gesäumt.

Die Häuser sind durchweg bunt gestrichen und die meisten Gärten sehen gepflegt aus.

Viele Menschen sind hier mit Golf-Karts unterwegs und jeder grüßt mich beim Vorbeifahren, zweimal werde ich sogar gefragt, ob ich ein Stück mitgenommen werden möchte. Ich laufe lieber, weil ich an Bord viel zu wenig Bewegung habe. Ich finde einen Supermarkt, der seinen Namen verdient. P1070868In dem herrlich gekühlten Laden schaue ich mir das umfangreiche Sortiment ganz genau an, denn draußen ist es heute sehr warm und schwül.

Nach dem Einkauf setze ich meinen Rundgang fort und finde auch noch eine Autowerkstatt mit Laden, wo ich Öl für unseren fälligen Wechsel bekomme.

 

Mittwoch, 11.04.2018

Heute soll es nach Harbour Island gehen. Der Weg dorthin ist zwar nur 11 nm lang, führt aber größtenteils zwischen Korallenbänken oder anderen Untiefen durch. Desweiteren könnte der Gezeitenstrom eine Rolle spielen. Die Aussage von André, er habe gelesen, dass man diese Reise nur mit einem ortskundigen Führer machen sollte, hat mich zwar verunsichert, aber diese Empfehlung kommt sicher noch aus der Zeit vor dem Kartenplotter. Im Internet besorge ich mir die Tidenzeiten.

Um 07:50 geht es los. Ich will mit der Flut im Rücken segeln und Harbour Island gegen 11:00 bei Hochwasser erreichen. Der Wind passt, ich fahre unter Genua mit achterlichem Wind. Eigentlich müsste mir die Flut auf der ersten Meile entgegenlaufen, aber ich spüre keine Strömung. Allerdings auch nicht, nachdem ich schon zielgerichtet abgebogen bin und eigentlich beschleunigt werden sollte. Macht nichts, der Wind ist heute etwas frischer und mit kleinem Vorsegel mache ich 3,5 kn durch das breite, nicht markierte Fahrwasser. An einer Stelle wird es mal sehr schmal, aber Dank der wirklich guten Garmin Karte im Plotter, gelingt die Durchfahrt bei gleichmäßigem Wind und ohne Stromversatz problemlos. Etwas später werde ich tatsächlich von einer unter Motor fahrenden Oceanis 461 überholt. Im Schlepp: Das Motorboot des ortskundigen Taxifahrers. Auf den letzten drei Meilen habe ich den Wind dann doch genau auf der Nase, aber das nutzbare Fahrwasser ist hier breit und ich habe Zeit. Nach acht Kreuzschlägen bin ich um 11:30 am Ziel.

Nach einem kleinen Frühstück fahre ich an Land. Auch hier bewegen sich die Leute überwiegend mit Golf-Carts.

Ich komme beim Tourismus Büro vorbei und erkundige mich nach den genauen Zeiten für Hoch- und Niedrigwasser von heute, denn an den Landungsstegen konnte ich deutlich sehen, dass die Flut weit weg von ihrem Höchststand war, mit dem ich hier ankommen wollte. Die bildhübsche Angestellte bestätigt meinen Verdacht: 11:44 war Niedrigwasser, jetzt steigt es wieder. Ich bin statt mit der Flut, gegen die Ebbe gefahren und ziemlich genau bei Niedrig- statt bei Hochwasser angekommen. Läuft doch. Jedenfalls weiß ich jetzt, dass es sich nicht um außergewöhnlich hohe Stromgeschwindigkeiten handelt.

Harbour Island ist auch hübsch. Bunte Häuser mit blühenden Hecken.

Es fehlt der große Supermarkt, aber ich finde schöne Restaurants und kleine Geschäfte.

Essen zum mitnehmen wird vielerorts angeboten.

Als ich zurück an Bord bin läuft wieder eine große Segelyacht mit Taxiboot im Schlepp ein.

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Was der wohl hier im knöcheltiefen Wasser angelt

 

Ankern im Nirgendwo und Ankunft auf Eleuthera

Sonntag, 08.04.2018

Um 06:52 geht es wieder los. Heute möchte ich Current Island erreichen. Nur durch den ca. 100 Meter breiten Current Cut getrennt, verlängert die schmale Insel den nördlichen Teil von Eleuthera nach Süd-Westen. Screenshot_20180409-210007Der Wind soll nach Richtung und Stärke passen, allerdings am späten Nachmittag schwach werden. Um 09:00 errechnet der Plotter noch, dass ich die 39 nm vor 19:00 bewältigt haben werde, aber eine Stunde später lässt der Wind nach. Meine Geschwindigkeit fällt unter drei Knoten, obwohl ich Großsegel und Genua gesetzt habe. Da ich keine Lust habe die letzten Stunden des Tages unter Motor zu fahren, ändere ich einfach das Ziel. Ich nehme Kurs auf ein paar Felsen in 10 nm Entfernung, zwischen denen sich eine flache Sandbucht zum Ankern anbietet. Die Gegend nennt sich Sail Rocks und ist quasi das nördliche Ende der Exuma-Kette. Das Großsegel wird geborgen, denn jetzt werde ich auch ganz langsam gegen Mittag ankommen.

Um 12:15 fällt mein Anker an der geplanten Stelle bei 2,7 m Tiefe. Das Wasser ist  sehr hell durch Sonne und Sand, der Tag noch jung. Eine gute Gelegenheit sich ans Unterwasserschiff zu machen. Ich probiere verschiedene Methoden für die Reinigung aus und bekomme letztendlich einen schönen Teil geschafft. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, es wird noch weitere, schöne Strände zum Arbeiten geben. Jetzt gibt es erst mal von dem leckeren Brot, das ich unterwegs gebacken habe.

Lucky bleibt auch für die Nacht das einzige Schiff an diesem entlegenen Ankerplatz. Von hier aus sind es Morgen nur noch 30 nm bis Eleuthera.

 

Montag, 09.04.2018

07:30     Ich segel direkt vom Ankerplatz los. Eine schwache Brise schiebt uns über das ruhige Wasser, aber heute reichen ja 3–3,5 kn, um nachmittags am Ziel zu sein. Von kleinen Kursänderungen abgesehen, fahre ich die nächsten acht Stunden in die gleiche Richtung. Diese Zeit widme ich der defekten Aufhängung des Gasherdes. Die Welle der Linken Aufhängung ist gebrochen. Beim Versuch den Herd aus seiner Nische zu heben bricht die rechte Seite auch. Da sich einige Schrauben beim besten Willen nicht lösen lassen, muss ich improvisieren um das Gerät zuerst oben zu öffnen und dann auszubauen.P1070817 Ich stelle fest, dass sich die Wellen im Lauf von 20 Jahre einfach in ihren Drehpunkten durch geschliffen haben und jetzt fast zeitgleich abgebrochen sind. Nach dem Ausbohren der Wellenstümpfe gelingt es mir den Ofen mit Schrauben aus dem Bordsortiment dauerhaft zu reparieren. Nach drei Stunden schaukelt er wieder in seiner Nische. Ich bin stolz auf mich.

Um 15:30 komme ich beim Current Cut an. Da ich bei einem so engen Durchstich mit starken Tidenströmungen rechne, habe ich in der letzten Stunde im Internet recherchiert.

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Er liegt in der Strömung vor Anker und fischt mit Schleppnetzen.

Um keinen Gegenstrom zu haben sollte man mit der Durchfahrt nach Westen bis 2 ½ Stunden nach Hochwasser in Naussau warten. Passt ja wiedermal super. Nassau Hochwasser ist um 16:00. Bevor ich  mich jetzt östlich der Einfahrt vor Anker lege und drei Stunden warte, schwenke ich einfach in die Durchfahrt ein. Mal sehen was passiert, umdrehen kann ich immer noch.

Die Strömung ist deutlich spürbar, meine Geschwindigkeit fällt von 3,3 auf 2 kn, aber ich stehe erst am Anfang der 1.000 m langen Enge, und die schmalste Stelle kommt am Schluss. Um es kurz zu machen, es dauert eine Weile und am Ende verbleiben noch 0,7 kn Fahrt über Grund. Ich steuere geduldig und brauche den Motor nicht zur Hilfe zu nehmen. Danach drehe ich nach steuerbord und folge dem Sandstrand für eine halbe Meile. Hier ankere ich um 16:10 neben der Step by Step II, einem deutschen Katamaran.

Dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken, fahre ich mit dem Dinghi an Land und laufe auf die andere Seite der hier schmal zulaufenden  Insel Eleuthera, nach Current Settlement.

Mir fällt auf, dass ich hier zum ersten Mal neben Palmen auch andere hochwachsende Bäume sehe, seit wir auf den Bahamas sind.

Neben vielen kleinen Häusern finden sich auch ein paar größere Villen im Ort, jede Menge steht zum Verkauf. Es gibt ein kleines Postamt und einen noch kleineren Universalladen.

Nach meiner Runde gehe ich zurück zum Strand und setze zur Lucky über. Ich bin ganz schön ins Schwitzen gekommen. Es ist etwas schwül heute. Um mich im Wasser abzukühlen schwimme ich zur Step by Step II, die etwa einhundert Meter entfernt liegt. Ich lerne Anja und André kennen und wir unterhalten uns ein paar Minuten. Natürlich gibt‘s wieder Informationen für meine Weiterreise. Zurück auf der Lucky spüle ich das Salzwasser ab und dusche mit Shampoo. Nach dem Abtrocknen wende ich mich wieder dem Heck zu, um das Dinghi in die Davids zu ziehen, das ich nur in einem Flaschenzug eingepickt hatte. Ich habe bestimmt ziemlich blöd geschaut, als ich das Beiboot nicht am Haken, sondern treibend ungefähr 30 m hinter Lucky erblickte. Also, wieder ins Salzwasser und den Ausreißer eingefangen. Der Bolzen eines Schäkels hatte sich gelockert, beide Teile lagen im Boot.

Wenn der Wind passt, fahre ich Morgen nach Spanish Wells.P1070851

Die Drachen von Allens Cay

Samstag, 07.04.2018

Zuerst die beste Nachricht: Günter ist erfolgreich operiert worden. Er wird am 22.04. in Düsseldorf abfliegen und am 23. in George Town wieder an Bord kommen, sofern der Flug nicht dem Verdi-Streik zum Opfer fällt.

Mein heutiges Ziel, Allens Cay (auch Allan’s Cay) eine winzige Insel, liegt weiter nördlich in der Exuma-Kette, ungefähr 30 nm entfernt. Meinem Revierführer entnehme ich, dass ausschließlich hier der bahamaische Felsenleguan lebt, eine geschützte Tierart, die ich mit der Kamera „jagen“ möchte.  Mit dem schwachen Wind, sollte das eine Tagesreise werden, wenn ich es überhaupt schaffe. Auf dem Weg gibt es aber dutzende von Ankerplätzen, die ich nutzen könnte, falls es nicht klappt.

Um 07:04 ziehe ich den Anker an Bord und rolle die Genua aus. Der Wind bringt Lucky erst mal auf gut  2,5 kn, das ist schon schneller als gestern und verspricht eine Ankunftszeit von kurz nach 19:00.

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12:00     Mit zunehmendem Wind steigt meine Geschwindigkeit auf jetzt 3,5 – 4 kn. Das Meer bleibt dabei ruhig, weil ich im Schutz der Inselkette fahre. ETA 17:00.

Der Wind hält durch und ich gehe um 16:53 östlich von Allens Cay vor Anker. Das Dinghi wird zu Wasser gelassen und ich setze zu der felsigen Inseln über. Das Anlanden an dem scharfkantigen, porösen Gestein ist nicht ganz leicht. Ich stolpere über den rauen Untergrund und durch niedriges Gestrüpp, kann aber, abgesehen von ein paar herrlich zwitschernden Vögeln, keine Tiere sehen. P1070781Ich klettere zurück in mein Beiboot und fahre ein Stück entlang der Küste nach Süden. In einer kleinen Sandbucht mache ich den zweiten Versuch, jedoch sehe ich auch hier keine Leguane.

Screenshot_20180408-004406 - KopieDie dritte Station ist die kleine, gegenüberliegende Robinsoninsel Leaf Cay mit großem Sandstrand.

Hier sonnen sich die kleinen Racker im warmen Sand.

Andere Menschen sind nicht hier. Die Tiere sind etwas scheu, aber dank Zoom-Objektiv komme ich zu meinen Bildern.

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Zum Sonnenuntergang bin ich wieder an Bord

Die Haie von Compass Cay

Freitag, 06.04.2018

Bei sehr schwachem Wind ziehe ich um 10:20 den Anker hoch und setze die Segel. Eigentlich wollte ich noch vor Staniel Cay ankern und einen kurzen Spaziergang machen, aber ich möchte weder motoren, noch gegen den leichten Windhauch aufkreuzen – das würde ewig dauern-. Also richte ich meinen Kurs nach NW. In der Marina von Compass Cay soll man mit Haien schwimmen können, hab‘ ich gelesen. Das möchte ich mir wenigstens mal ansehen.

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Unterwegs

Es wird eine sehr gemütliche Reise. Selten erreiche ich mehr als 2 kn Geschwindigkeit bei der Fahrt durch den „riesigen Swimming Pool“. Die flache Einfahrt zwischen den Sandbänken von Compass Cay mache ich dann doch unter Motor, weil sie sich teilweise gegen den Wind richtet. Um 14:40 werfe ich vor der kleinen Marina den Anker, lasse das Dinghi zu Wasser und fahre hinein. Das Marinabecken ist tief, leuchtet aber durch den weißen Sandgrund sehr hell in der Sonne. Hier liegen ein paar große Motoryachten, es gibt aber noch viel Platz. Ich steuere ins Zentrum, wo auf dem Steg ein kleiner Laden mit hübscher Terrasse steht und mache fest. Hier bin ich richtig. Es gibt einen seichten Zugang ins Wasser, wo sich zahlreiche „Bestien“ tummeln. Ein Einheimischer wirft ihnen laufend Fischstücke zu, um sie „bei der Stange zu halten“. Mittendrin räkelt sich eine attraktive Dame, während ihr Partner mittels der darüber schwebenden Drohne filmt.

Ich erkundige mich nach den „Baderegeln“ und erfahre, dass ich nach Zahlung von 10,00 $ einsteigen kann. Meine Kamera gebe ich einen Passanten, der das Treiben beobachtet und tauche ein.

Durch gezieltes Werfen des Futters lockt der Dompteur die Tiere immer in die Nähe der Badegäste, verbunden mit Kommentaren wie z. B.: „Oohh ya, here comes the big boy.“, oder der Warnung, den Mäulern nicht zu nahe zu kommen, da die Tiere das Futter einsaugen würden. Big Boy dürfe ungefähr meine Länge haben.P1070757b

Es handelt sich natürlich um harmlose Ammenhaie, die man ohne weiteres streicheln kann. Ich habe großen Spaß.

Um 16:00 bin ich zurück an Bord. Zu früh zum schlafen gehen, Anker auf! Weit komme ich aber heute nicht mehr. Den verbleibenden Windhauch habe ich überschätzt, es reicht nicht zum segeln. Ich fahre noch ein paar Meilen unter Motor bevor ich in der „Wasserwüste“ hinter White Bay Cay um 18:25 vor Anker gehe. Obwohl ich fast eine Meile von jeder Küste entfernt liege, ist das Wasser hier nur 2,3 Meter tief.

Staniel Cay

Donnerstag, 05.04.2018

Es ist windstill. Um 09:15 fahre ich unter Motor zur ca 8 nm entfernten „Schweinebucht“, an der Westküste von Big Majors Spot. Die hier wild lebenden Schweine sind berühmt, ein Touristenmagnet. Als ich um 11:00 in die große Bucht fahre, liegen dort ca. 15 sehr große Motor- und ebenso viele Segelyachten vor Anker. Zwischen den Booten ist viel Platz, es wirkt nicht voll. Ich fahre ganz durch und ankere strandnah. Am Strand sehe ich neben den Tieren auch jede Menge Menschen, die von einheimischen Unternehmern mit PS-starken Booten mit starken Musikanlagen hier abgesetzt werden. Die armen Schweine. P1070743Ich vertreibe mir die Zeit an Bord und warte bis sich der Trubel gelegt hat.

Um 14.15 habe ich die Idee, zwischenzeitlich schon mal in die Nachbarbucht zu fahren um die Thunderball Grotte zu besichtigen. Für das Schnorcheln in der Grotte wird stilles Niedrigwasser empfohlen, das soll heute nach 18:00 sein. So gesehen bin ich um 14:43 viel zu früh, aber  . . . mal sehen. Ich ankere, eigentlich zufällig, ungefähr 50 m vor dem Grotteneingang, den ich nicht erkennen kann. Noch näher am Eingang liegen zwei kleine Motorboote, und ich beobachte tatsächlich wie ein Paar mit Brillen und Schnorcheln unter die Felsen schwimmt und erst nach etlichen Minuten wieder erscheint. Ich mache mich fertig  und schwimme langsam in die Richtung. Mir fällt sofort auf, dass mich eine Strömung schiebt, deshalb kehre ich erst mal um, zu probieren ob ich dagegen anschwimmen kann. Es ist mühsam, aber fünf Meter hab ich geschafft. Also wieder Richtung Grotte. Dort hat gerade ein Einheimischer sein 1.000 PS Boot mit Gästen verankert. Ich schließe mich einfach der Gruppe an und schnorchel in die Höhle. Es gibt wirklich jede Menge große, bunte Fische zusehen.FHD0089 Das Fotografieren ist allerdings problematisch, weil die Strömung auch durch die Höhle fließt. Ich hab‘ alle Hände voll zu tun, übermäßigen Körperkontakt mit den anderen, zappelnden Gestalten zu vermeiden. Mein Besuch fällt entsprechend kurz aus, ich kämpfe mich zurück ins Freie. An den dicht über dem Wasser hängenden, scharfkantigen Felsen kann man sich gut festhalten, und draußen hat ein Betreuer eine Leine zum 1.000 PS Boot gespannt. Hier ist die Strömung viel stärker, als direkt bei meinem Schiff. Ich schaffe hier nicht mal die fünf Meter. Das Boot ist zur Abfahrt bereit und der große, sehr kräftige, schwarze  Fahrer bietet mir an, mich die 50 m mitzunehmen. Als ich zögere, ich dachte schon über die Kosten nach, beugt er sich über die Bordwand und  hält mir seine Pranke hin. Ich fasse zu, und er zieht mich mit einem Arm an Deck. Ich bin beeindruckt. Er bringt mich nah an Luckys Heck, ich bedanke mich und springe wieder ins Wasser. Nachdem ich auf meiner Badeplattform angekommen bin, verabschiedet sich die ganze Gruppe freundlich winkend.

Jetzt aber zurück zu den Schweinen. Um 16:22 habe ich meinen Ankerplatz vom Morgen wieder belegt. Am Strand ist jetzt deutlich weniger Betrieb. Um 18:00 ist nur noch ein Pärchen mit dem Dinghi dort und die Sonne gibt noch gutes Licht. Ich schneide einen Apfel in Stücke und setze über. Die meisten Tiere liegen schon im Sand und schlafen, aber dann zeigt sich doch Interesse für mich und mein Beiboot.

Ich verteile die erste Apfelstücke, das Interesse wächst. Um Fotos zu machen, stelle ich den Behälter mit den Apfelstücken ins Dinghi, und sofort steigt ein junger Held ein.

Die meisten Stücke bekommt am Schluss die große Sau, und als ich nach dem Füttern noch eine Nahaufnahme machen möchte, will sie auch die Kamera fressen.FHD0117

Rudder Cut Cay und Black Point

Dienstag, 03.04.2018

Da mit Günters Rückkehr vorerst nicht zu rechnen ist mache ich mich heute auf den Weg zurück nach Rudder Cut Cay. Andrea hat mir extra eine Unterwasserkamera geschenkt, damit ich Copperfields Piano mit Nixe fotografieren kann.

Ich ziehe den Anker zwar schon um 07:00 hoch, doch für die Tide bin ich schon spät dran. Beim Verlassen von Farmer’s Cay Cut steht mir eine kräftige Strömung entgegen. Ich muss den Motor ganz gegen meine Gewohnheit höher drehen lassen, um wenigstens 2 kn Fahrt zu behalten. Nach einer halben Stunde bin ich draußen, und da der Wind sich bald erst mal verabschieden wird, möchte ich heute mein Ziel segelnd erreichen, auch wenn es im Wind liegt. Ich kreuze mit Groß und Genua auf und erreiche Rudder Cut mit dem letzten auflaufenden Wasser um 10:30. 20 Minuten später liege ich vor einem Traumstrand mit kleiner Grotte.

Ich mache das Dinghi klar und fahre wenige hundert Meter zu der Bucht, auf dessen Grund das Edelstahlpiano steht. Auf einer weißen Sandfläche ist es leicht zu finden. Ich nehme meinen winzigen Dinghianker, stecke eine Leine an und werfe ihn über Bord. Sicherheitshalber gilt mein erster „Tauchgang“ dem Anker. Immerhin läuft schon ein leichter Ebbstrom. Ich staune nicht schlecht, als ich meine Leine einfach, ohne das Eisen im Wasser hängen sehe. Den Knoten muss ich wohl nochmal üben. Ich nehme also das Leinenende und schnorchel mit dem Dinghi im Schlepp über die flache Bucht. Nach ein paar Minuten finde ich den Anker im dünnen Gras. Diesmal sichere ich ihn mit einem Spierenstich. Das hält.

Ich „bewaffne“ mich mit der Action-Kamera und schwimme zur Nixe. Der Anblick begeistert mich regelrecht. Obwohl fast Hochwasser ist (+90 cm) steht der Flügel kaum fünf Meter unter Wasser. Das Ensemble kommt mir sehr groß vor, das mag aber auch die Wirkung des Wassers sein.

Auf dem Rückweg mache ich gleich ein paar Bilder von unserem Unterwasserschiff.

Da müssen wir auch mal ran.

Um 12:25 bin ich wieder an Bord der Lucky und mir fällt auf, dass ich ja noch einen halben Tag Zeit habe, ein weiteres Ziel anzulaufen. Die Tide passt, und mit dem heute noch herrschenden Wind kann ich die 22 nm bis Black Point im Hellen schaffen. Dort würde ich dann morgen Wäsche waschen und Wasser tanken. Um 12:35 ist der Anker wieder an Deck und ich fahre mit der Ebbe durch die Enge Passage zwischen den Cays. Im offenen Wasser schalte ich die Maschine ab und lasse mich von den Segeln ziehen. Es läuft super. Ich passiere wieder Farmer’s Cay.  Die Ankunftszeit (ETA) pendelt sich auf ca 17:30 ein, also werde ich mit der Flut nach Black Point einfahren. Leider verlässt mich der Wind um kurz vor 17:00 ca. 2 ½ nm vor dem Ziel. Ich starte die Maschine und berge die Segel. Um 17:20 fällt der Anker in einer großen flachen Bucht, direkt vor dem Waschsalon.

Ich mache das Dinghi klar, nehme meine sechs Wasserballons mit (zusammen 36 l) und fahre rüber. Ich bin völlig begeistert von den stabilen Dinghistegen und dem klaren, flachen Wasser.

Ich sehe wieder verschiedene Rochen und einen kleinen braunen Hai. Die Wäscherei öffnet morgen um 08:30. Der Wasserhahn ist durch gehend geöffnet. P1070697Bis zum Einbruch der Dunkelheit fülle ich gut 140 l Frischwasser in Luckys Tank.

 Jetzt hab ich mir das Abendessen verdient. Dummerweise ist die kardanische Aufhängung meines Herdes heute während der Reise auf einer Seite gebrochen. Es gelingt mir zwar den Herd durch unterlegen eines Holzklotzes wieder benutzbar zu machen, aber auf Kochen unterwegs muss ich wohl bis auf Weiteres verzichten.

Mittwoch, 04.04.2018

Nach ein paar Tassen Kaffee finde ich mich früh im Waschsalon ein. Im angeschlossenen Gemischtwarenladen kaufe ich die Münzen für die Maschinen und ein Stück hausgemachten Karottenkuchen zum Frühstück.

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Hier kann man auf seine Wäsche warten

Während die Maschinen arbeiten bringe ich wieder mit dem Dinghi Wasser von der Zapfstelle zum Boot. Als die Wäsche trocken ist, sind die Tanks voll.

Nachmittags mache ich einen Rundgang durch die sehr übersichtliche, aber sympathische Siedlung.

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Little Farmer’s Cay

Samstag, 31.03.2017

Auch auf dieser reizenden Insel weiß man offensichtlich nicht wohin mit den alten Autos.

Abends Bordfernsehen

Ostersonntag, 01.04.2018

Anna und Reinhard holen mich um 10:00 zum Kirchgang ab. 20180401_125947.jpgPünktlich um 10:30 betreten wir die gut klimatisierte St. Mary’s Union Baptist Church und der Gottesdienst beginnt. Ich bin etwas enttäuscht, über die sehr kleine Besucherzahl. Die Kirche ist ziemlich leer. Neben Frau Pastor tragen noch sechs bis acht weitere Frauen  wirklich festliche, weiße Kleider, meist rote Hüte und elegante Schuhe.

Hochwürden begrüßt Gemeinde und Gäste. Wir Segler werden ebenso genannt wie zwei Gruppen aus Musha Cay und Nassau. Jeder darf sich kurz mit Namen und Herkunft persönlich vorstellen. Die Musik kommt vom Band und ist manchmal etwas laut, da hört man ein paar falsche Stimmen sicher nicht. Die schönsten Lieder kommen natürlich von dem Frauenchor, aber auch wir geben unser Bestes.20180401_113744 Frau Pastor hält eine feurige Predigt über die Auferstehung Christi mit dem Kernsatz: „He is alive. He lives in our hearts.“ 20180401_125014Das Mikrofon hätte sie wirklich nicht gebraucht.

Im weiteren Verlauf werden die Anwesenden eingeladen, Morgen um 13:00 zu einem Picknick am Strand zu kommen.

Die Messe dauert mit 2 ½ Stunden etwas länger als wir erwartet haben, aber mir hat es sehr gefallen. Beim Verlassen der Kirche wird jeder  von den schicken Damen umarmt und von Frau Pastor gesegnet.

Während Anna und Reinhard später ihre Reise fortsetzen, verlege ich meinen Ankerplatz auf die andere Seite der Insel. Hier liege ich wieder 2 Meter über strahlend weißem Sand, allerdings auch im Tidenstrom, sodass Lucky alle sechs Stunden die Zugrichtung auf den Anker ändert.

Meine Fürbitten galten natürlich vor allem meinem kranken Mitsegler, der auch heute wieder behandelt wird. Nachmittags kommt dann leider der schockierende Anruf von Günter: Alle Spritzen können nicht helfen. Der Bandscheibenvorfall muss operiert werden. Wann der Eingriff gemacht werden kann, und wie lange die Heilung incl. Reha dauert ist noch nicht abzusehen. Sicher ist, dass er nicht am 8. April nach Georgetown fliegen wird.

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Dunkle Wolken im Paradies

 

Ostermontag, 04.04.208

Um 12:30 setze zum schönen Dinghisteg im Zentrum der Insel über. Beim Festmachen taucht direkt neben mir eine große Wasserschildkröte auf, holt kurz  Luft und taucht wieder unter mein Beiboot. Im gleichen, flachen Becker schweben ein Stück weiter Stachelrochen über den Grund.

Ich wandere zum Strand am Flughafen, wo das Picknick stattfindet. Die Vorbereitungen laufen gerade erst an. Ich bin der erste Gast, aber nach und nach kommen auch andere Segler und einige Einheimische mit kleinen Kindern an. Der flach abfallende feinsandige Strand ist ideal zum Baden.P1070687

Es gibt riesige Hot-Dogs (30 cm) mit den passenden Brötchen und jede Menge Hamburger mit Salat und allen dazugehörigen Soßen, sogar Frucht-Punsch und Wasser zum Trinken. Später backt  noch jemand Conch-Fritters über einem Holzfeuer in heißem Öl. Jetzt bin ich aber wirklich satt. Zu der saftigen Schokoladencremetorte muss ich mich fast schon zwingen.

Dieses Picknick veranstaltet St. Mary‘s jeden Ostermontag, nach Geld fragt niemand. Natürlich bedanke ich mich mit einer kleinen Spende für die Kirche.

Rudder Cut- und Little Famer’s Cay

Donnerstag, 29.03.2018

Günter ist in Deutschland angekommen. Er wurde bereits untersucht und behandelt. Er ist zuversichtlich, den gebuchten Rückflug nutzen, und am 09. April wieder an Bord kommen zu können.

Ich will nicht 10 Tage am gleichen Ankerplatz liegen, also ziehe ich das Eisen um 08:00 aus dem Sand und verlasse Stocking Harbour unter Segeln. Um 15:40 erreiche ich Rudder Cut Cay nach einem herrlichen Schlag nur unter Genua. Ich ankere natürlich neben der Sancara, die bereits gestern angekommen ist. Wir liegen wieder in kristallklarem Wasser bei ca. 2,5 m Tiefe. Nur wenige Schiffe ankern hier, es ist paradiesisch leer. Circa eine halbe Meile entfernt steht auf fünf Meter Wassertiefe ein Edelstahl Flügel (Piano) mit einer Meerjungfrau (Mermaid). Die Besichtigung mache ich zusammen mit Günter nach seiner Rückkehr.

Little Farmer‘s Cay

Freitag, 30.03.2018

Wir warten mit unserer Weiterreise bis kurz nach 11:00, damit die Tide passt. P1070663aWir wollen mit ablaufendem Wasser aus dem Rudder Cut raus- und drei Stunden später mit auflaufendem Wasser nach Little Farmer’s Cay reinfahren. Bei der Ausfahrt steht dem Ebbstrom zwar nur mäßiger Wind entgegen, aber das reicht schon für ausgeprägte Wellenbildung.

Wir erreichen das tiefe Wasser problemlos, merken aber schnell, dass wir viel zu früh ankommen werden. Die Genuas werden bis aufs 2. Reff eingerollt und wir schaukeln langsam mit Rückenwind nach Nord-Westen. Die Rechnung geht auf. Um 13:50 fahren wir ins Farmer’s Cay Cut. Dahinter strahlt uns das klare Wasser in allen Schattierungen von dunkelblau über türkis bis hellblau entgegen. P1070670Wir runden Little Farmer’s Cay südlich und ankern um 14:15 hinter der Insel auf zwei Meter. Nachmittags fahren wir mit dem Dinghi an Land und spazieren über das kleine Eiland.20180330_160941 Es ist Karfreitag, wir treffen nur wenige Menschen, die uns alle überaus freundlich begegnen. U. a. den Holzschnitzer J. R., der uns mit einer Schubkarre zu seinem Haus folgt – wir hatten die Richtung zufällig eingeschlagen – und aus seinem Leben erzählt. Er hat heute Geburtstag (67) und er ist ausverkauft. Wir haben aber auch ein Pech.

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Auf der Pudelmütze steht: Jesus is my my boss.

Vom Steg aus sehen wir im klaren Wasser zwei große Schildkröten und einen Stachelrochen.

Auch der Inhaber des Yachtclub Restaurants äußert sich zufrieden über sein Geschäft. Hier scheinen die Menschen glücklich zu sein. Leider hat das Fest, das wir Morgen zu erleben hofften, bereits am Mittwoch stattgefunden. Schade! Wir wollen aber auf jeden Fall Ostersonntag am hiesigen Gottesdienst teilnehmen.

Günter wird derweil in Deutschland weiter behandelt, er ist noch weit weg von schmerzfrei. Wir alle drücken die Daumen.

George Town, Bahamas

Sonntag, 25.03.2018

Nach einem frühen Kaffee ziehen wir bereits um 07:10 den Anker aus dem Sand und fahren langsam aus der flachen Bucht. Nach dem Passieren der Riffe rollen wir die Genua aus und segeln noch langsamer Richtung George Town. Die Leichtwindsegel können wir heute nicht setzen, da unser Großfall, die Leine mit der wir diese Segel hochziehen, beim letzten Einsatz stark beschädigt wurde. Wir müssen bei nächster Gelegenheit feststellen, was die Beschädigung verursacht hat, bevor wir ein neues Fall einziehen. Mit Erreichen des tiefen Wassers bringt Günter wie immer sofort die Schleppangel aus. Kaum hat er die Leine abgespult, spürt er Widerstand, und holt sie wieder ein. Am Haken hängt ein Barracuda. Heute Abend gibt es Fisch.

Wir segeln also den ganzen Tag mit 2 – 3 kn über absolut ruhiges Wasser und erreichen Georgetown um 17:45. Wir ankern neben der Sancara, die bereits gestern hier angekommen ist. Auch Leah und Josh von der Peacemaker, die wir vor Bayahibe kennengelernt haben, liegen hier. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Rechtzeitig vor Sonnenuntergang kommt eine weitere Crew deutscher Segler vorbei und lädt zum Sundowner am Strand ein. Nach dem Abendessen holen mich Anna und Reinhard mit dem Dinghi ab. Wir fahren zum Ufer, Günter schont seinen Rücken an Bord. Der Strand ist perfekt, bietet sogar eine Abbruchkante zum bequemen Sitzen. Lediglich die mit der Dämmerung erscheinenden Mücken sind lästig. Wir lernen Heike und Herwig von der Worlddancer II, und Beate und Reiner von der Balou kennen. Die vier sind schon länger unterwegs und können uns gute Tipps für die Reise geben.

Montag, 26.03.2018

Günter hatte wieder eine schlimme Nacht. Er muss zum Arzt. Wir ankern näher an der Stadt und setzen um 10:00 mit dem Dinghi über. Der Weg zum örtlichen Krankenhaus ist nur 1,8 km lang. Günter traut sich den Spaziergang zu. Ich brauche Bewegung, also laufen wir zusammen. 20180326_110053Nach seiner Anmeldung gehe ich allerdings zurück, fahre zur Lucky und frühstücke. Das hatten wir am Morgen vergessen.

Um 14:00 treffen wir uns vor dem Supermarkt wieder und kaufen ein paar Kleinigkeiten. Bei den hier aufgerufenen Preisen vergeht uns jede Lust die Vorräte aufzufüllen. Im Krankenhaus konnte Günter leider nicht geholfen werden. Wir sind erst mal ratlos, fahren zum alten Ankerplatz zurück. Hier liegen wir besser geschützt vor dem frischen Wind, der für Morgen angekündigt ist.P1070656

Dienstag, 27.03.2018

Wie versprochen hat der Wind in der Nacht ordentlich zugelegt. Wir liegen gut geschützt in Lee von Stocking Island. Ins Dinghi steigen wir heute freiwillig nicht. Wir vertreiben uns den Morgen mit kleinen Arbeiten unter Deck. Günter hat Schmerzen. Er kann sich kaum bewegen, aber es gibt auch keine Haltung, um sich schmerzfrei zu erholen. Nach langer, reiflicher Überlegung entscheidet er am Nachmittag schweren Herzens, zur Behandlung nach Deutschland zu fliegen. Zum Glück hat George Town einen Internationalen Flughafen.

Mittwoch, 28.03.2018

07:45 Wir fahren wieder rüber zum Ankerplatz vor der Stadt. Günters Flieger startet um 12:44. Mit einem 2 ½ stündigen Zwischenstopp in Atlanta wird er ca. 14 Stunden unterwegs sein. Ich wünsche ihm Glück! Vor dem Fernseher schafft er nicht mal eine Stunde, weder sitzend noch liegend. 20180328_090538