Von  Puerto Rico zur Dominkanischen Republik

Montag, 12.02.2018

18:00  Wir verlassen den Ankerplatz wie geplant

19:00 Von dem angesagten Starkwind spüren wir nicht viel. Mit knapp 3 kn entfernen wir uns von der Küste Puerto Rico’s. IMG_5009Erst am späten Abend frischt der Wind etwas auf, und die See wird sehr unruhig. Ohne klare Richtung wird Lucky von kleinen Wellen herumgestoßen. Gut, dass wir für Seekrankheit nicht mehr anfällig sind.

 

Dienstag, 13.02.2018

Nach Mitternacht ändert sich das Wetter völlig. Der Wind weht jetzt mit 20 bis 35 kn, und die See wird immer höher. Gewaltige Wellen mit weißen Kämmen rollen von schräg hinten unter uns durch. Es ist stockdunkel. Selbst wenn wir wollten, könnten wir die Kameraden nicht aussteuern. Wir fahren unter ganz kleinem Vorsegel. Damit hält der Autopilot den Kurs gut, abgesehen davon, dass Lucky ab und zu von Wellen etwas aus der Bahn geworfen wird.

Nach 02:00 liege ich in meiner Vorschiffskoje. An Schlaf ist vor lauter Abstützen nicht zu denken. Mehrfach höre ich, wie große Wellen an der Bordwand brechen. Plötzlich spüre ich, wie das Schiff zuerst angehoben wird. Dann wird das Boot von auftreffenden Wassermassen erschüttert und kräftig auf die Seite gedrückt. Lucky muss völlig überspült worden sein. Ich springe aus der Koje um zu sehen, wie Günter den Angriff überstanden hat. Erleichtert höre ich Ihn laut aus dem Cockpit fluchen.  Er hat die weiße Wand kurz vor dem Aufprall aus der Dunkelheit kommen sehen und voll bekleidet gebadet. Ihm reicht’s. Er schmeißt die nassen Klamotten in sein Bad und geht schlafen. Recht hat er! Ich übernehme, jetzt auch im Ölzeug. Zum Glück steuert der Autopilot zuverlässig. Nur bei solchen Angriffen greifen wir schon mal ein.

Um 06:30 wird es endlich hell. Es beruhigt zwar nicht, dass wir die Wellen jetzt sehen können, aber es ist schon lange keine mehr „eingestiegen“.

Um 08:00 sind wir der Küste der Dominikanischen Republik schon sehr nah und die Wassertiefe nimmt auf 60,   50,   30 Meter ab. Es kachelt unvermindert. Die Sonne scheint. Wir haben wieder auf Badebekleidung gewechselt. Das Wasser ist türkis, sieht mit den weißen Kronen sehr hübsch aus. Dann kommt der „Abschlussbrecher“. Hinter uns baut sich eine „grüne Glaswand mit weißer Krone“ auf. Und wächst, und wächst . . Lucky steigt und steigt . . . Die Schaumkrone hebt kurz das Dinghi in den Davids an und klatsch dann an unser Heck. Ich stehe am Ruder, springe aber rechtzeitig auf den Sitz und bekomme so nur nasse Beine. Dann bricht alles gurgelnd in sich zusammen. Eigentlich haben wir nur ein paar Spritzer abbekommen,  aber es sah beeindruckend aus.

Um 09:00 haben wir das betonnte Fahrwassser der Marina erreicht. Über Funk habe ich mich vergewissert, dass das Einfahren auch bei diesem Wetter problemlos möglich ist. Die Rinne ist schmal, und rechts und links rollen hohe Brecher über das flache Wasser. Die Wellen, die uns schieben sind zwar kleiner geworden, trotzdem muss ich ordentlich rudern um Kurs zu halten.

In den breiten Kanälen der kleinen Lagunenanlage ist die Wasseroberfläche völlig ruhig. P1070605Wir melden uns wieder bei der Capitainerie und finden nach einigen Hinweisen den für uns reservierten Liegeplatz. Dieser wäre prima passend für eine 18 Meter Yacht. Haben wir aber nicht. Der Wind bläst quer zum Liegeplatz. Ich gehe jetzt hier nicht ins Detail, aber das Anlegen war ein Desaster. Die sechs Marinieros die uns helfen wollten, konnten am Steg nicht viel tun.

Endlich festgemacht. Wir haben beide nicht geschlafen, da stellt sich die Frage: Kaffee oder Bier als Anleger? Wir entscheiden uns für Kaffee, weil ich ja noch zum Einklarieren muss.  In einem Golf-Kart  sitzt ein Security-Mitarbeiter, den frage ich nach Customs- und Immigration. Dabei stelle ich fest, dass hier spanisch gesprochen wird, und noch lange nicht jeder englisch versteht. Ich verstehe: Einklarieren, ½ Stunde. Mit diesem Wissen gehe ich zurück und koche Kaffee. Nach einer halben Stunde kommt ein sechsköpfiges Komitee an Bord.

Die freundlichen Beamten stellen die üblichen Fragen und füllen viele Formulare aus. Ich muss nur unterschreiben und am Ende 121,00 US$ bezahlen. Das war ja einfach.

Als nächstes melde ich uns im Marinabüro an. Auf dem großen Gelände sind die Wege lang. Die Mitarbeiter sind  alle sehr freundlich und hilfsbereit. Man kann sich für jeden Weg innerhalb der Anlage über Funk ein Golf-Kart rufen. Passt natürlich nicht in unseren Trainingsplan. WiFi gibt es kostenlos in der großzügigen Capitainerie. Ein Waschsalon fehlt. Nachmittags besichtigen wir den Strand und die Bar dort.  Wir bestellen zwei Bier (0,35 l Flasche) , obwohl der Preis mit 7,00 US$ recht hoch ist. Beim Bezahlen kommen dann noch ca. 30 % dazu. Wir runden auf  20,00 $ auf.

Juan, mit dem ich schon seit einer Woche über WhatsApp Kontakt habe, schickt uns später einen Segelmacher zum Schiff, der bis Morgen unsere Segeltasche näht.

Die Spaghetti gibt es heute sehr früh. Wir haben Schlaf nachzuholen.

 

Mittwoch, 14.02.2018                   Valentinstag

Nach dem Frühstück geht Günter zum Strand um zu joggen. Ich besuche den Anbieter, der hier in der Anlage Autos vermietet und nutze den Hotspot im Büro. Gegen Mittag fahren wir mit Taxi und Bus zum Einkaufszentrum am Flughafen. Bei Claro kaufen wir uns Telefonkarten, im Supermercado Nacional ein paar Kleinigkeiten für Abendessen. Die Reinigung, die auch Wäsche zum Waschen annimmt, würde bis Montag brauchen. Da ist Günter schon nicht mehr an Bord, am Samstag ist Crewwechsel. Zurück in der Marina stellt Juan den Kontakt zu einer Dame her, die hier arbeitet und Morgen früh unsere Wäsche zum Waschen am Schiff abholt. Während Günter die reparierte Segeltasche installiert, fange ich an, den Salon zu putzen.

Abends kochen wir eine sehr leckere Soße mit Meeresfrüchten zu den Spaghetti.

 

Puerto Rico II

Samstag, 10.02.2018

Wir haben aufgrund des anhaltend starken Windes beschlossen, den für heute geplanten Ankerplatz in der flachen Rifflandschaft vor Parguera auszulassen. Stattdessen segeln wir gleich zur großen Bucht von Boqueron an der Westküste von Puerto Rico. Die Strecke misst 28 nm.

Um 10:40 verlassen wir die geschützte Bucht von  Gunica. Wir setzen die Genua im 2. Reff und sind damit gut unterwegs. Im Laufe des Tages werden die Wellen, die uns folgen immer höher und der achterliche Wind nimmt bis auf 30, in Böen 35 kn, zu. Wir steuern meistens selbst. Der Autopilot ist doch manchmal durch die Wellen und Böen überfordert. Als wir das Süd-West Ende der Insel erreichen, verkleinern wir unsere Segelfläche noch mehr, um sicher steuern zu können.

Auch als wir um 15:00 das Kap gerundet haben, gibt es keine Entwarnung. Selbst auf den letzten 1,5 nm die wir in die, nur nach Westen offene Bucht motoren, bläst es uns mit 20 – 30 kn entgegen. Hier gibt es allerdings keine nennenswerten Wellen mehr. Im Scheitelpunkt der Bucht ankern wir 50 m vor dem gut besuchten, palmengesäumten Strand. Hier ist das Wasser glatt, und es weht nur mäßig vom Land herüber.

Nach dem Aufklaren setzen wir über. Boqueron ist ein bunter Ort mit vielen Bars und Restaurants.

Die Straßen sind  voller Leben. Verschiedene Stände bieten am Straßenrand Austern oder Gegrilltes an. P1070583Es ist Wochenende. Abends schallt ohrenbetäubender Lärm vom Land zu uns herüber. Jedes Lokal spielt andere Musik, alle sind laut. Die Mischung die an Bord ankommt hat wirklich nichts mehr mit Musik zu tun.

Sonntag, 11.02.2018

Günter schwimmt morgens zum Strand und joggt. Ich versuche in der Zeit einen der Risse in der Segeltasche zu nähen.

Um 12:05 ziehen wir den Anker an Bord und verlassen die Bucht. Gewarnt vom Starkwind des Vortrages, rollen wir die Genua nur bis zum 2. Reff aus und machen schon bald 4 kn Fahrt. Wir richten unseren Kurs nach Norden und segeln mit „halbem Wind“.  . . . ungefähr 15 Minuten! Dann weht uns der Wind plötzlich schwach entgegen. Das Meer ist spiegelglatt. Daran ändert sich auch in den nächsten 2 ½ Stunden nichts, während wir die 13 nm zu unserem Tagesziel Mayagues unter Motor zurücklegen. Dort angekommen suchen wir lange nach einem geeigneten Ankerplatz. Schließlich ankern wir um 15:30 als einziges Sportboot in der ganzen Bucht vor einer rostigen Stahlruine.

Mit dem Dinghi mache ich mich auf die Suche nach einer Anlegemöglichkeit, und werde direkt hinter der Ruine fündig. Wir setzen also über und machen uns daran, die Stadt zu erkunden. Auch hier stolpern wir immer wieder über Hurricane-Schäden.P1070595

Das Customsbüro haben wir schnell gefunden. Hier werden wir morgen für unsere Abreise am Dienstag ausklarieren. Auch einen tollen Supermarkt entdecken wir in zumutbarer Entfernung. Jetzt suchen wir noch ein schönes Stadtzentrum. Wir müssen lange laufen, bis wir zu einem sehr schönen Platz kommen. Hier gönnen wir uns einen leckeren Milchkaffee aus Pappbechern.

Der Rückweg zieht sich. Bei einer Karaoke-Veranstaltung auf einem ehemaligen Fischhandelgelände setzen wir uns noch auf ein Bier. P1070600Die Darbietungen sind von unterschiedlicher Qualität, die Menschen sehr freundlich.

An Bord gibt es Koteletts mit grünem Salat.

Montag, 12.02.2018

Mayagues hat keinen schönen Badestrand, und auch unser Ankerplatz bietet kein klares Wasser, deshalb beschließen wir, schon heute Abend zur Dominikanischen Republik zu segeln. Wir fahren an Land, klarieren aus und machen noch einen kleinen Einkauf im Supermarkt. Dann geht es zurück an Bord. Ich nähe wieder an der Segeltasche. Günter beschäftigt sich schon mit der Routenplanung.

Das Abendessen wird vorbereitet. Heute bläst der Wind wieder kräftig. Um 18.00 werden wir losfahren, um Morgen früh gegen 08:00 bei der Marina Cap Cana anzukommen.

Puerto Rico

Donnerstag, 08.02.2018

Am Morgen können wir am Ankerplatz drei Manatis (Seekühe) im trüben Wasser beobachten, leider ist über  Wasser immer nur kurz ein Kopf, oder die große Schwanzflosse zu sehen.

Manatee
Archivbild

Wir setzen zur ramponierten Marina über.

Vom Manager erhalten wir einige Informationen über das verheerende Ausmaß der Zerstörung und die Zukunft der Marina. Der Rundgang durch den Ort ist mehr bedrückend als schön.

Um 10:40 holen wir den Anker auf und segeln aus der ruhigen Bucht. Auf dem Weg nach Westen erreichen wir um 13:45 die kleine Isla de Muertos. Hier ankern wir im drei Meter tiefen, klaren Wasser und schwimmen an Land. Außer dem Parkranger, der nach jeweils einer Woche von einem Kollegen abgelöst wird, wohnt hier niemand.

Ein Ausflugsboot verlässt kurz nach unserer Ankunft den Strand. Auch wir fahren nach dem Bad weiter. Um 17:30 Ankern wir im Hafenbecken von Ponce. Wir erwarten eine größere Stadt, Einkaufsmöglichkeiten und würden gern mal wieder eine Pizza (auch ein typisch Karibisches Gericht) essen. Wir fahren an Land und laufen an einer Reihe von kleinen Open-Air-Restaurants vorbei, dahinter liegt ein großer Parkplatz.  Google-Maps weist uns den Weg zu Dominos Pizza, 5,1 km, 01:12 Std entfernt. Was soll‘s, wir haben ja weiter nichts vor. Der Weg führt erst mal durch ein großes Hafengelände, dann durch die angrenzenden Wohngebiete. Es wird dunkel, wir sehen kaum Menschen, aber die wenigen sind freundlich. Es ist eine triste Wanderung, und am Ende erreichen wir eine Service-Zone mit Wallgreens, Wendy’s, Dominos Pizza u. A.. Bei Dominos gibt es kein Bier zur Pizza, also überlegen wir kurz, beim Chinesen nebenan zu speisen. Wir wechseln das Lokal. Die Kellnerin bringt die Karten. Günter sieht die Preise für die Vorspeisen, ich die fürs Bier. Wir schauen uns kurz an: Pizza? Pizza! Und gehen zurück zu Dominos. Das Special des Tages: Eine Medium Pizza + zwei Getränke (Cola Light) 9,99 $. Deal!

Nach dem Essen laufen wir noch mal einen halben Kilometer zur gegenüberliegenden Mall. Tolles Zentrum, schöne Geschäfte. Es gibt alles, außer Lebensmittel. Wir laufen fast die gleiche Strecke wieder zurück zum Hafen. Das zieht sich. Die alten Knochen werden ordentlich gefordert.

Auf der Party-Meile am Hafen läuft inzwischen verschiedene Musik. Wir lassen uns vor einer Bar mit Salsa-Klänge nieder und gönnen uns ein Bier. An Bord beschäftigen wir uns später mit der Planung für den nächsten Tag

Freitag, 09.02.2018

Um 10:48 verlassen wir das Hafenbecken unter zweifach gerefftem Großsegel. Unser Ziel ist das Städtchen Guanica. Auf unserem Westkurs begleitet uns eine kräftige Dünung aus Ost, Ost-Wind 20 – 25 kn von achtern, alles scheint easy. Um 13:00 sagt Günter noch: „Ich glaub der Wind wird immer stärker.“

Fünf Minuten später fällt eine Sturmböe mit über 50 kn über uns her. Durch das Zusammentreffen verschiedener unglücklicher Umstände, bricht ein Teil der Baumnock ab, und zerreißt unsere Segeltasche (Lazy Bag). Das Großsegel können wir rechtzeitig bergen.

Hinter der Böe setzen wir die Reise unter stark gereffter Genua fort.

14:30 Wir laufen vor der nächsten Wetterfront in die Bucht vor Guanica ein und ankern. Hier klaren wir auf. Wir bauen die Segeltasche ab, die Reparatur wird schwierig. Umständlich tuchen wir das Groß auf dem Baum auf, jetzt ohne UV-Schutz. In den kommenden Tagen können wir sehr wahrscheinlich auf das Segel verzichten. Die Dominikanische Republik erreichen wir auch unter Genua.

Wir nehmen erst mal ein Ankerbier und telefonieren. Nachmittags setzen wir dann über, um einen Supermarkt zu suchen. Diesmal müssen wir nur 1,4 km laufen, und der Weg lohnt sich. Mit vollen Rucksäcken kehren wir zum Schiff zurück. Wir haben großen Hunger, deshalb gibt es heute nur Nudeln mit leckerer Fertigsoße,

Puerto Rico

Dienstag, 06.02.2018

Ich habe Bobby gestern Nachmittag nochmal angerufen, da ich ihn auf dem großen Marinagelände nicht finden konnte. Er war bereits gefahren um Teile zu besorgen. Auf die Frage, wie wir das mit der Bezahlung machen, sagte er: „Don’t worry about it. You did all the work.“ Ich bedanke mich, völlig überrascht und stark zweifelnd, ob ich das wohl richtig verstanden habe.

Heute Morgen mache ich mich nun nach dem ersten Kaffee auf den Weg zum Marinabüro um auszuchecken. Tatsächlich weist die Rechnung nur zwei Tage Liegeplatz á 53,00 US$ aus. Bob hat es ernst gemeint und auf eine Rechnungsstellung verzichtet. Es ist doch immer gut, einen Hundetrainer an Bord zu haben.

Wir nutzen den Wasseranschluss, um Lucky mal wieder gründlich zu waschen und die Tanks zu füllen. Von José, der hier am Steg einige Charteryachten betreut, erhalten wir wertvolle Tipps für unsere Reise von hier nach Punta Cana in der Dominikanischen Republik.

Um 12:30 verlassen wir die Marina. Unser Tagesziel ist, von José empfohlen,  die Westküste der südlich gelegenen Isla de Vieques, nur knapp 13 nm entfernt. Wir müssen erst mal gegen den Wind  und eine ruppige See motoren und ein kurzer Regenschauer lässt nicht lange auf sich warten. Nach einer Stunde können wir hoch am Wind auf unser Ziel zuhalten, und die Welt ist wieder in Ordnung. Wirklich schönes Segeln.

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Die Vegetation hat sich noch lange nicht vom letzten Hurricane erholt.

Um 15:30 ankern wir nahe Punta Bermudes im kristallklaren Wasser, vier Meter über Sandgrund. Nach dem Aufklaren sind wir schnell im Wasser und schwimmen zum gut 200 m entfernten Strand. Leider finden wir keinen Zugang zum Ufer, weil die letzten Meter von Korallen und Seeigelkolonien versperrt sind. Schwimmen wir eben wieder zurück, war trotzdem schön.

Das Abendessen besteht aus Bratkartoffeln, Salat und Schweinekotelett „Country Style“.

P1070542Haben wir gestern im Supermarkt gekauft. Die Teile haben jeweils zwei Rippen, sind also etwas dicker geschnitten, und wiegen je 400 g. Paniert gebraten sind sie super zart und lecker. Zum Glück haben wir noch zwei für Morgen.

 

Mittwoch, 07.02.2018

Nach dem Frühstück holen wir den Anker auf und fahren ein paar hundert Meter am Stand entlang. Hier ankern wir erneut, und Günter versucht an den Strand zu schwimmen. P1070547Diesmal gelingt die Landung und er kann einen kleinen Spaziergang machen. Der Rückweg wird durch eine querlaufende Strömung unerwartet anstrengend, aber er schwimmt ja, um sich fit zu halten.

09:50  Wir ziehen den Anker wieder hoch und segeln unter Genua nach Westen. Wind und Dünung nehmen stetig zu, während wir uns von der Isla de Vieques entfernen, und an Puerto Ricos Südküste entlang segeln. Um 17:00 fahren wir durch eine schmale Passage hinter ein Riff. Dort haben wir die letzte Stunde spiegelglattes Wasser bei unverändert frischem Wind. Um 18:10 ankern wir in der Bucht vor Salinas. Auch hier sind die Hurricaneschäden noch lange nicht beseitigt.

Abends essen wir die zweite Tranche „Schweinekotelett Country Style“.P1070560

Von Culebra nach Puerto Rico

Samstag, 03.02.2018

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Dinghi an Land und laufen zum Flughafen. Das ist nur ein kurzer Spaziergang bis zum Ende des kleinen Ortes. Auf der Straße haben sich große Pfützen gebildet, weil es letzte Nacht wieder ergiebig geregnet hat. Im Immigration-Büro erwartet uns eine sehr freundliche junge Dame und begrüßt uns mit der Frage: „Kommen sie von der Sunshine oder von der Lucky“. Überrascht antworten wir mit: „Lucky“. Mensch, da hat ja mal was funktioniert. Die Dame prüft unsere Pässe, während ich das nötige Formular ausfülle. Anschließend erhalten wir für Lucky eine Cruising-License für ein Jahr in amerikanischen Gewässern, zusammen mit einer mündlchen Anleitung für unsere Meldungen unterwegs.

Danach fahren wir erst mal wieder zurück an Bord. Günter muss dringend einen weiteren Anruf bei AT&T machen. Er kann zwar mit seiner neuen Telefonkarte telefonieren, aber ein persönlicher Hotspot fürs Laptop lässt sich auch nach der Reklamation bei der Hotline nicht einrichten. Auch diesmal endet das Gespräch mit der Zusage, die Einrichtung würde in wenigen Minuten klappen.

Wir ziehen den Anker um 11:30 aus dem Sand und verlassen die Ensenada Honda. Eine gute Stunde später machen wir an einer Boje in der Bajo de Almodobar, hinter einem Riff fest. P1070518Ein schöner Ort, um die versprochene Smartphone-Funktion auszuprobieren. Klappt aber leider immer noch nicht.

Um 13:33 lösen wir unsere Leine von der Boje und fahren zur gegenüberliegenden Insel Culebrita. Hier bringen wir den Anker aus und gehen im klaren Wasser schwimmen.

Um 15:30 fahren wir weiter zur Bahia Flamingo, die einen bekannt schönen Strand hat. Wir ankern vor dem Strand mit Bug- und Heckanker, damit sich das Boot nach dem „Einschlafen des Windes“ nicht quer in die Dünung legen und aufschaukeln kann. In der kommenden Nacht denkt der Wind aber garnicht daran einzuschlafen. Er frischt stattdessen nach Mitternacht kräftig auf, und Lucky reitet auf den zum Strand laufenden Wellen. Ich versuche mit einer zweiten Kralle den Zug der Ankerkette zu verteilen und finde erst viel später wieder Schlaf. Es muss dann irgendwann ruhiger geworden sein.

Sonntag, 04.02.2018

Als ich um 09:00 vom Duft des frischen Kaffees geweckt werde ist es zwar noch windig, aber die Wellen sind viel kleiner geworden und das Knarzen der Leinen ist verschwunden.

Nach dem ersten Kaffee schnappt sich Günter sein I-Phone und ruft bei AT&T an. Wieder erzählt er seine Geschichte. Mitten im Gespräche wird die Verbindung unterbrochen. Unglaublicherweise ruft der AT&T Operator binnen einer Minute nun Günter an, und sie arbeiten weiter. Am Ende sagt der Operator zu, sich gleich mit der Lösung des Problems noch mal zu melden. Wir frühstücken in Ruhe. Danach springt Günter ins Wasser und schwimmt zum schönen Sandstrand. Er muss dabei eine ordentliche Brandung überwinden. Nach einem kurzen Spaziergang schwimmt er zurück zur Lucky. Einen Rückruf von AT&T hat es zwar zwischenzeitlich nicht gegeben, aber bei der letzten Überprüfung vor unserer Weiterfahrt scheint das Problem gelöst zu sein.

11:10  Wir holen unsere Anker an Bord und verlassen die Bucht. Heute segeln wir zur Puerto del Rey Marina auf Puerto Rico. Dort haben wir Morgen um 11:00 einen Krantermin, um die tropfende Wellendichtung reparieren zu lassen. Unterwegs prüft Günter die Hotspot-Funktion seines Telefons und stellt fest, dass es wirklich wie versprochen funktioniert.

12:30 Günters Haken hat wieder zugeschlagen. Er holt einen Weißen-, auch Langflossen-Thunfisch genannt, an Bord.

530 g Filet landen in der Küche. Damit sind die Spaghetti in Tomatensoße auf Morgen verschoben.

Nach drei Stunden Segeln mit schönem Wind von achtern lässt dieser langsam nach und wechselt öfter die Richtung. Sowohl vor als auch hinter uns bilden sich dicke Regenwolken.

Als wir um 15:30 die Marina erreichen geht gerade ein Regenschauer mit starken Windböen nieder. Wir ankern kurzerhand vor dem Hafen und warten bis das Spektakel vorbei ist.P1070535Um 17:00 haben wir in der uns zugeteilten Box 1041 festgemacht.

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Montag, 05.02.2018

Wir stehen früh auf und schaffen Platz in den Achterkabinen, damit der Monteur zum Wechsel der Dichtmanschette sofort an die Schraubenwelle herankommt. Um 10:30 verlassen wir unsere Box und fahren durch die große Marina in Richtung Kran. Ich versuche mehrmals unser Ankommen über Funk anzukündigen, bekomme aber zunächst keine Antwort. Schon in Sichtweite  des Kranbeckens habe ich Erfolg: „Ja komm, wir erwarten Dich“. Ich sehe wie an Land ein fahrbarer Bootslift angefahren kommt und sich über dem Becken in Position bringt. Langsam fahren wir in das Becken, der Seitenwind drückt uns auf die rechte Betonpier, aber Günter ist mit Kraft und Fendern immer am richtigen Platz. Von Landseite kommt in diesem brenzligen Moment wenig Unterstützung. Die machen das wahrscheinlich auch nicht so oft. 🙂

Als Lucky sicher liegt, bittet mich der „Liftboy“ ins Büro zu gehen, man erwarte mich dort. Ich laufe erst mal ins falsche Büro, weil ich keine Ahnung habe, worum es geht. An der richtigen Adresse angekommen, fragt mich eine nette Dame freundlich, ob meine Kreditkarte bereits in der Marina registriert sei, und ob ich vorher oder nachher zahlen wolle. Ich zahle 185,00 US$ und sie gibt sofort über Funk durch: „Lucky is ready to go“. Dann weist sie mich, der Ordnung halber noch daraufhin, dass ich einen 2-Stunden-Termin habe. Sollte die Reparatur nicht in dieser Zeit erledigt sein, fallen weitere 185,00 US$ an. Danke für den Hinweis.

Ich laufe zurück zum Kran und sehe wie Lucky langsam aus dem Wasser gehoben wird. Auf halber Höhe stellen die Fachleute fest, dass das Vorstag mit der Rollgenua am Querträger des Krans anstößt.  . . .  Alles wieder zurück. Wir müssen rückwärts in den Lift fahren.

Kriegen wir auch noch hin. Neuer Versuch. Diesmal kommt beim Heben unser Windgenerator dem Träger gefährlich nah, aber nachdem wir die Flügel blockiert haben, bleiben noch 10 cm Luft. Lucky wird an Land gefahren und im Kran abgestellt. Bobby, unser beauftragter Fachmann hat das ganze Spiel mit seinem Gehilfen im Golf-Kart sitzend beobachtet und kommt jetzt dazu. Ein bisschen Smaltalk, wo kommt ihr her, welche Route seid ihr gesegelt, und plötzlich sind wir beim Thema Hunde angekommen (?), seine große Leidenschaft und Günters Beruf. Die erste halbe Stunde unserer kostbaren Zeit vergeht, ohne dass jemand an Bord geht. Bobbys Monteur ist allerdings inzwischen unterwegs, eine Leiter zu besorgen. Konnte ja keiner ahnen, dass man die brauchen würde. 🙂  Als die Leiter endlich eintrifft schaut sich das Team das Projekt an und bespricht sich kurz. Danach setzen sich beide ins Kart um Werkzeug zu holen. Das dauert. Uns reicht’s! Wir fangen an. Wir beginnen mit Ruhe und gewohnter Gründlichkeit mit der Demontage und Reinigung. Der Monteur kommt schließlich mit dem fehlenden Abzieher. Bob hat seinen Schäferhund mitgebracht, den Günter sich natürlich ansehen soll. Günter ist über das Zeitlimit und die Kosten im Bilde, und gibt das an Bob weiter. Der erwidert: „Jungs, ihr seid viel zu schnell. Ich regle das schon.“

Die Reparatur läuft unter unserer kritischen Blicken und mit unserer tatkräftigen Hilfe reibungslos und tatsächlich wird Lucky um 13:00 wieder zu Wasser gelassen. Wir fahren zur Tankstelle, Diesel auffüllen, dann zurück in die Box. Wir beschließen zum Aufklaren noch bis Morgen in der Marina zu bleiben.

Am späten Nachmittag machen wir eine Wanderung zum 1,7 km entfernten Geschäftszentrum. Nach dem Einkauf in einem tollen Supermarkt essen wir in einem Mexikanischen Imbiss.

 

Virgins

Mittwoch, 31.01.2018

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt. Uns sind doch tatsächlich die Spaghetti ausgegangen. Auf dem Rückweg gehen wir gleich beim Ausklarierungsbüro vorbei, denn wir müssen heute noch weiter.

Um 13:20 ziehen wir den Anker hoch und fahren in die Marina, die nur 50 nm entfernt ist, um Wasser zu tanken. Um 14:08 geht es los. Das Ziel ist Cruz Bay auf St. John, ein Einklarierungshafen für die US Virgin Islands. Der Wind ermöglicht uns, fast die gesamt Strecke von 100 nm zu segeln, wobei wir gegen Ende ziemlich langsam werden.

Donnerstag, 01.02.2018

Wir staunen nicht schlecht, als wir um kurz nach 12:00 in Cruz Bay das vom Hurricane völlig zerstörte Bürogebäude der Immigration & Borderprotection sehen. Hier klariert niemand mehr ein. Auch viele andere Gebäude sind stark beschädigt.

Auf Nachfrage erzählt mir ein Segler, dass es auf St. John seit dem Sturm kein Custums-Büro mehr gibt. Einklarieren für die US Virgins, nur noch in Charlotte-Amalie auf St. Thomas. Dafür müssen wir gut 11 nm weiter nach Westen fahren. Um 12:30 sind wir unterwegs dorthin. Wir nehmen den Motor zur Hilfe, denn der Wind ist schwach. Die Hoffnung, nachmittags schon  in der schönen Maho Bay zu sein, müssen wir aufgeben, denn die liegt östlich.

Bei der Ankunft in der Bucht von Charlotte-Amalie bin ich sehr unentschlossen bezüglich des Liegeplatzes. Nach einer Runde durch die Bucht entscheide ich mich endlich. Um 15:00 ankern wir vor dem Gelände der Coast Guard. Ich setze sofort mit dem Dinghi über, besorge etwas Bargeld und laufe zum Einklarieren zum Edward W. Blyden Marine Terminal. Das Büro schließt um 15:30. Ich werde als letzter Kunde abgefertigt. Danach mache ich mich auf die Suche nach einem 7-Eleven, einer kleinen Einzelhandelskette, bei der ich 2015 preiswert eine Karte für das amerikanische Telefonnetz gekauft habe. Leider ohne Erfolg. Abends gibt s mal wieder Schweinekoteletts mit Bratkartoffeln.

Freitag, 02.02.2018

Wir müssen weiter, deshalb fahren wir früh an Land, klarieren für 10:00 aus und machen uns gemeinsam auf die Jagd nach Telefonkarten. Durch den Hinweis eines netten Kioskbetreibers finden wir nach einem weiten Fußmarsch tatsächlich einen AT&T-Laden. Nach einer langen Wartezeit, in der wir das hauseigene Wlan kostenfrei nutzen können, werden wir hier versorgt. Glücklicherweise befindet sich gegenüber ein Supermarkt. Wir kaufen Brot fürs Frühstück, einen Kopf Salat und ein 1.350 g Steak fürs Abendessen. Zurück lassen wir uns von einem Bus fahren.

Es ist bereits 12:45, als wir den Anker heben und nach Culebra aufbrechen. Culebra liegt etwa 20 nm entfernt und somit auf halbem Weg nach Puerto Rico. Hier müssen wir wieder einklarieren und können eine Cruising-License für die USA beantragen. Der Wind ist zuerst schwach. Kaum ist er auf  eine brauchbare Stärke angewachsen, beginnt er zu drehen. Um 14:00 ziehen dicke Regenwolken auf. Der Seeraum um uns ist frei, wir bergen die Segel, starten die Maschine und gehen unter Deck. Es regnet ca. eine halbe Stunde, die umliegenden Inseln sind währenddessen nicht mehr zu sehen. Wir schaukeln durch die Wellen. Mit dem Ende des Regens stellt auch der Wind seine Aktivität völlig ein, der Himmel klart auf. Wir wischen das Cockpit trocken und motoren weiter.

Kurz vor der Einfahrt in die Ensenada Honda (Bucht auf Culebra) fängt Günter mit der Schleppangel noch eine kleine „Spanische Makrele“, gerade die richtige Vorspeise für unser Riesensteak.

Um 17:22 ankern wir in der Bucht. Auch hier sind noch viele Sturmschädigen nicht behoben.

Ich gehe ans Telefon, um unsere Ankunft, wie vorgeschrieben anzumelden. Günter bereitet die Sashimi-Vorspeise vor. Ich spreche mit einem Anrufbeantworter, der mir den Rückruf eines Beamten verspricht, sofern ich die gewünschten Angaben und meine Telefonnummer hinterlasse. Ich gebe alles ordnungsgemäß an, danach essen wir erst mal. Die Makrele ist nicht ganz so zart wir der Thun vom letzten Fang, aber immer noch erstklassig. Das Steak schneiden wir in drei Stücke, die wir in zwei Pfannen braten. OK, ist kein Filet, schmeckt aber jot.

Einen Rückruf erhalte ich natürlich nicht. Gegen 20:00 mache ich einen zweiten Versuch. Diesmal kann ich unsere Anmeldung einem Beamten vortragen. Als alle Fragen beantwortet sind, bittet er mich Morgen früh ab 08:00 bei der Immigration & Borderprotection  am Flughafen vorzusprechen, und das Schiff vorher nicht zu verlassen. Dort können wir auch die Cruising-License beantragen.

Antigua und Saint Christopher (St. Kitts)

Mittwoch, 24.01.2018

Nach dem Frühstück steigen wir ins Dinghi und besuchen einen nahe gelegenen Werftbetrieb, um unser Anliegen vorzutragen. Die Angesprochenen sind sehr freundlich und weisen uns den Weg zum Büro, mit dem Hinweis, wir sollten uns an Hellen wenden. Hellen ist nicht da, wird aber gegen 13:00/13:30 erwartet. Ok, das gibt uns reichlich Zeit, erst mal in das Café mit dem guten Wlan zu fahren, welches dummerweise auf der anderen Seite der Bucht liegt.

Mir schmeckt der Cappuccino, und die Daten fließen gut, während Günter in einem Laden erfolglos zu klären versucht, warum seine in Union Island für die Karibik gekaufte Telefonkarte auf Antigua nicht funktioniert.

Um 13:00 fahren wir wieder über die Bucht zur Werft. Hellen ist leider noch nicht eingetroffen. Direkt neben dem Büro liegt ein Restaurant mit einer schönen schattigen Terrasse am Wasser. Wir warten dort bei ein paar kühlen Bier zu karibischen Preisen. Hellen trifft auch bis 14:30 nicht ein, aber anhand ausliegender Flyer konnten wir uns inzwischen über die aufgerufenen Kranpreise informieren. Auch hier liegen diese fast 100% über einem Angebot, das uns inzwischen aus Puerto Rico vorliegt.

Zurück an Bord der Lucky rufen wir via Satelitentelefon – alles andere funktioniert ja nicht – bei einer Werkstatt in Puerto del Rey, Puerto Rico, an. Mein Gesprächspartner scheint mit der Arbeit vertraut zu sein. Er bittet mich, ihm ein Foto der Wellendichtung zu schicken und rät mir, den angebotenen Krantermin zu buchen, er wird dann schon Zeit haben, die Reparatur zu machen.

Prima, also wieder zum Cappucino-Laden ins Netz. Ich frage bei der Marina del Rey per Email nach einem festen Termin, möglichst am 05. oder 06. Februar.

Danach wandern wir zum Supermarkt, der auf einer angrenzenden Terrasse auch Wlan anbietet. Dort treffen wir Anna und Reinhard. Während wir uns bei ein paar kalten Getränken aus dem Markt unterhalten, bekomme ich schon die Bestätigung meiner Anfrage. Für die Buchung des Termins muss ich noch eine Kopie meiner Versicherungsbestätigung schicken. Ist an Bord, ein Foto schicke ich Morgen aus dem netten Café.

Abends sind wir wieder an Bord der Sancara, die morgen weiter fährt. Wir werden uns bestimmt bald wieder treffen.

Donnerstag, 25.01.2018

Nachdem wir aus dem Café das Bild der Wellendichtung und die Versicherungsbestätigung verschickt haben, fahren wir mit dem Bus nach St. John’s, der Hauptstadt von Antigua. P1070454In einem richtigen Digicel-Laden hofft Günter, Antwort auf seine Frage zu bekommen. Kriegt er: Die Karten gelten nicht, wie man uns auf Union Island gesagt hat, auf allen Inseln auf denen man mit East Caribbean $ bezahlt, sondern nur in einem sehr viel kleineren Bereich. Da wir quasi auf der Durchreise sind, lohnt es sich auch kaum, hier für zwei Tage eine neue Karte zu kaufen. Das bedeutet für uns: Telefonieren nur über WhatsApp, und: Ohne Bier kein Internet. Nach einer kleinen Runde durch St. John’s fahren wir mit dem Bus zurück nach Falmouth Harbour.

Nachmittags besuchen wir noch eine andere Crew, die in Nelson’s Dockyard an ihrem Schiff arbeitet. Wir nutzen auch dort nochmal die Gelegenheit nach einem Auskranen zu fragen, aber der Preis aus Puerto Rico ist deutlich günstiger.

Freitag, 26.01.2018

Wir ziehen früh den Anker aus dem Sand und segeln aus der Falmouth Harbour Bucht. P1070462.JPGFürs Wochenende ist starker Wind angesagt, und wir wollen uns einen schönen Ankerplatz an der geschützten Westküste von Antigua suchen. Um 11:00 gibt es erst mal eine ordentliche Regendusche am Süd-West-Ende der Inseln. Hier drehen wir nach Norden und segeln vorbei an Jolly Harbour zur Deep Bay, kurz vor St. John’s. Eine schöne Bucht mit klarem Wasser, aber keine Chance auf Internet. Wir segeln zurück und ankern um 14:30 vor Jolly Harbour. Mit dem Dinghi fahren wir durch die große Lagune zur Marina. Einen „kostenlosen“ Wlan-Zugang finden wir bei Maydays, einem Terrassen-Restaurant, das scheinbar unter österreichischer Leitung steht. Auf der Speisenkarte lesen wir Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn. Wir telefonieren, und in meinen Emails finde ich die Bestätigung des Krantermins in Puerto del Rey für den 05. Februar, 11:00.

Ich schicke eine Liegeplatzanfrage an die Marina Cap Cana in der Dominikanischen Republik, wo ich Andrea am 17.02. an Bord nehmen möchte. Für sechs Bier zahlen wir 33 €, eine Telefonkarte hätte nicht mehr gekostet.

Zum Essen sind wir zurück an Bord. Dabei überlegen wir laut, ob es für uns Sinn macht, länger hier zu bleiben. Wir beschließen am Samstagmorgen auszuklarieren und nach St. Kitts weiter zu fahren, sofern das Wetter es zulässt.

Samstag, 27.01.2018

Wir stehen früh auf. Das Wetter ist freundlich, also fahren wir um kurz vor 08:00 mit dem Dinghi zur Marina. Während ich ausklariere, bringt Günter den Müll weg und besorgt frisches Brot.

Um 09:00 heben wir den Anker, setzen die Genua und segeln nach Westen. Sobald wir den Windschatten von Antigua verlassen haben, schiebt der Wind kräftig. Die See ist mäßig bewegt. Wir brauchen kein weiteres Segel, um gut voran zu kommen. Unterwegs überholen uns viele Wolken, und ein Regenschauer fehlt auch heute nicht. Günters Angeln bleibt diesmal leider erfolglos. Schade, der Thun stand doch schon auf unserem Menüplan. Durch die guten Segelbedingungen gehen wir bereits um 17:35 in der South Friari Bay auf Saint Christopher (St. Kitts) vor Anker.

Hier liegen wir gut geschützt vor Wellen, der Wind bläst allerdings zunehmend kräftig, während wir uns eine Gulaschsuppe aufwärmen.

Sonntag, 28.01.2018

Um 09.30 segeln wir 2,5 nm, zur Hauptstadt Basse Terre und ankern vor der Einfahrt der Marina. Mit dem Dinghi tuckern wir hinein zum einklarieren. Die Beamten sind sehr freundlich, und nach weniger als einer Stunde und 60,00 EC$ (20,00 €) sind wir legal im Land. Wir laufen durch das kleine „Cruiser Dorf“ mit zahlreichen Souvenir-, Juwelier-, und anderen Dutyfree-Geschäften zum historischen Teil der Stadt.

Wir können hier zwar mit unseren Handys telefonieren, zum Datenaustausch müssen wir aber einen Wlan-Zugang haben. Also setzen wir uns nach dem Spaziergang im „Cruiser-Dorf“ vor eine Bar. Hier kostet der Internetzugang 5,00 EC$ pro Bier. Könnte schlimmer sein.

Danach machen wir noch zollfreie Einkäufe, bevor wir zurück an Bord fahren.

Schon um 15:00 ziehen wir den Anker wieder hoch, um ein Stück weiter nördlich die „Marina St. Kitts Works“ MSKW zu besuchen. Hier steht das Boot eines guten Bekannten von Günter an Land, und wir wollen „mal nach dem Rechten sehen“. P1070484.JPGUm 17:30 ankern wir vor der Anlage. Wir machen uns Bratkartoffel mit Pulled Pork aus der Dose. Lecker!

Montag, 29.01.2018

In der Nacht hat der Wind stark und böig geblasen, ein Regenschauer jagte den nächsten. Lucky zog kräftig an der Ankerkette und rollte von einer Seite auf die andere. Der neue Tag begrüßt uns mit dicken Wolken und einem Regenbogen.P1070487

Wir lassen das Wasser aus dem Dinghi laufen und setzen über. Die „Marina“ ist nicht viel mehr als ein Becken für den Kran, wo die Schiffe aus dem Wasser gekommen werden. Wir binden unser Beiboot an und gehen zum Abstellplatz auf der anderen Straßenseite. Hier befindet sich glücklicherweise auch das Custums- und Immigration Büro, dessen Suche ich mir schwierig vorgestellt hatte.P1070504.JPG

Auf dem Marinagelände, werden Schiffe hurricane-sicher „eingegraben“ und verzurrt. Günter läuft zielstrebig auf die blaue Yacht seines Bekannten zu und macht, wie verabredet, ein paar Bilder.

Da wir Morgen früh weiter segeln wollen, gehen wir sofort zum Customs-Office zum Ausklarieren. Dem freundlichen Beamten fällt auf, dass die Ausreise noch in unsere Pässe gestempelt werden muss. Dafür scheint die Polizei zuständig zu sein. Bevor er uns lange erklärt wo die Station ist, und vor allen Dingen, wie wir dorthin kommen, sagt er: „Ich fahr Euch hin“. Wir steigen in seinen Wagen und fahren geschätzt 4 km nach Sandy Point zur Polizei. Unsere Pässe werden gestempelt, wir können ausreisen.

Oberhalb der „Marina“ liegt das berühmte Brimstone Hill Fortress, ein Fort aus dem 18. Jahrhundert mit Museum und großartiger Aussicht. Der Weg dorthin soll heute für unsere nötige Bewegung sorgen. Der nette Zollbeamte setzt uns auf dem Rückweg an der Abzweigung zum Fort ab, und wir marschieren los.

Unterwegs regnet es beinahe ununterbrochen, aber es ist ja nicht kalt. Der Weg führt zunehmend steiler bergan, gerade richtig für unseren Bewegungsdrang.

Auf dem Weg bergab zur „Marina“ sind wir schon fast trocken, als sich die „Schleusen wieder öffnen“. Wir gehen noch mal beim Zollbüro vorbei. Günter darf hier das Internet für eine wichtige Nachricht nutzen. Um 14:00 sind wir wieder an Bord und gönnen uns ein wohlverdientes Bier.

Nachmittags verlegen wir unseren Ankerplatz eine Meile weiter nach Norden. Hier liegen wir für die kommende Nacht etwas geschützter. Ich backe noch ein Brot fürs Frühstück, danach schauen wir uns bei einem leckeren Rumpunsch eine DVD von der Atlantiküberquerung des Seglerkollegen Franz aus Osterath an. Schöner Film.

Dienstag, 30.01.2018

06:40 Wir setzen das Großsegel im zweiten Reff, holen den Anker auf und fahren nach Norden. Unser Ziel ist die Marigot Bucht auf der Insel Saint Martin. Vor uns liegen 50 nm am Wind.

07:00 Nachdem wir den Windschatten von St. Kitts verlassen haben, bläst es, wie angesagt recht kräftig, aber wir setzen die gereffte Genua und können unseren Kurs zielgerichtet segeln. Die See ist ruppig.

Am Ende der Enge zwischen St. Kitts und Sint Eustatius hat Günter um 08:30 einen Biss an der Angel. Beim Einholen der Schnur spür er, dass sich der Zug ganz kurz und sehr heftig verstärkt. Als die Beute schließlich an Bord ist, sieht man, dass wohl ein größeres Raubtier auch Interesse an Günters Fang hatte. Man hat uns quasi das Essen vom Teller geklaut.P1070506A.jpg

Leider bleibt es bei dem einen Biss und wir müssen uns wieder mit dem Gedanken an eine leckere Pizza anfreunden. Im Laufe des Tages wird die See ruhiger und der Wind lässt etwas nach. Wir reffen immer mehr aus und kommen gut voran. Lediglich die letzte Stunde muss der Motor uns gegen den Wind in die Bucht schieben. Um 16:30 ankern wir vor Marigot.

Nach dem Ankerbier setze ich zum Einklarieren über. Eine ausgezeichnete Pizza aus dem Holzfeuer essen wir abends am Pizza-Truck, direkt am Anleger. Ein anschließender Rundgang durch das dunkle Stadtzentrum ist bei geschlossenen Geschäften wenig ergiebig. So sind wir um kurz nach 20:00 bereits zurück an Bord und erledigen Büroarbeiten.

Von Guadeloupe nach Antigua

Sonntag, 21.01.2018

Nach dem Duschen und Bezahlen fahren wir um 08:20 noch kurz die Tankstelle an, um Wasser aufzunehmen. Um 09:00 sind wir bereits unter Großsegel und Genua unterwegs. Mit Erreichen des südwestlichen Endes von Guadeloupe bergen wir das Großsegel und runden das Kap unter Genua in verschiedenen Reffstufen. Um 13:15 bergen wir an der Westküste das Segel. Wir haben im Vorbeifahren in der Marina de Riviére Sens einen Bootslift entdeckt.

15:45 Wir ankern vor der Marina und fahren mit dem Dinghi hinein. Aus der Nähe betrachtet lässt der Anblick unsere Hoffnung auf Hilfe schnell schwinden. In dem gammeligen Kran hängt ein verrottetes Motorboot. Wir finden nicht mal ein Becken, in dem der Lift arbeiten könnte, von einer Fachwerkstatt ganz zu schweigen. Abgesehen von den Pelikanen im Hafen, hat der kleine Ort für uns nichts Interessantes zu bieten.

Zurück an Bord spritze ich frisches Fett in die Wellendichtung, die heute wieder deutlich mehr Wasser durchgelassen hat. Das wirkt! Sofort reduziert sich das Tropfen merklich.

15:10 Wir ziehen den Anker an Bord und fahren weiter nach Norden.

17:50 Wir ankern vor Malendura, direkt am Naturschutzgebiet Réserve Cousteau. Vom Strand hallt stundenlang Trommeln herüber. Karneval?

Es hat heute bisher nicht geregnet! Das ändert sich natürlich schlagartig, als um 18:50 unser Abendessen auf dem Cockpittisch steht. Wie so oft gehen wir zum Essen schnell nach unten in den viel zu warmen Salon.

 

Montag, 22.01.2018

Der Himmel ist wolkenverhangen und ab und zu nieselt es ein bisschen. Nicht einladend zum Schnorcheln.

10:00   Wir setzen die Segel, ziehen den Anker an Bord und segeln knapp 10 nm nach Deshaies. Während der Überfahrt widmen wir uns der Chrompflege im Cockpit. Am Ziel ankern wir und warten einen Regenschauer ab.

Um 12:30 fahren wir an Land. Wir brauchen eine Apotheke und müssen ausklarieren. Natürlich sind beide Geschäfte über Mittag bis 15:00 geschlossen.

Die in den Restaurants angebotenen Speisen sind uns zu teuer, also fahren wir nach einem Rundgang durch den kleinen Ort zurück an Bord. Hier gibt es Rührei mit Speck und frisch gebackenes Brot als zweites Frühstück.

Am Nachmittag erledige ich die nötigen Dinge an Land. Den Rest des Tages verbringen wir an Bord.

 

Dienstag, 23.01.2018

Um 07:00 setzen wir die Segel und heben den Anker. Vor uns liegen 43 nm bis Antigua. Durch die Landabdeckung ist der Wind am Anfang noch unstet. Weiter draußen sind wir der Atlantikdünung ausgesetzt, aber hier bläst es jetzt stärker und gleichmäßig. Wir reffen die Genua und kommen gut voran.

Günter hat, wie immer wenn Platz im Kühlschrank ist, die Schleppangel ausgebracht. Um 14:40 beißt etwas an. Er zieht einen schönen Thunfisch für vier Personen an Bord und verarbeitet ihn wie gewohnt.

Um 15:30 erreichen wir English Harbour.

 

Wir ankern in der Freeman Bay und ich setze zum Einklarieren über. Um 16:40 ziehen wir das Eisen wieder hoch, drehen eine kleine Runde durch Nelson’s Dockyard.

und fahren dann zur um die Ecke liegenden Falmouth Harbour Bucht. Hier ankern wir um 17:25 hinter der Sancara. Wir setzen kurz über und berichten uns gegenseitig über die jüngsten Ereignisse. Wir haben nicht viel Zeit. An Bord wartet der Thun, den wir heute teils roh mit Sojasoße und Wasabi als Vorspeise essen. Danach gibt es gebratene Filets mit Bratkartoffeln. Petri Dank!

Erst mal weiter

Freitag, 12.01.2018

Wir haben uns gestern Abend bei einem kühlen Bier die ganze Wellendichtungsgeschichte nochmal gründlich überlegt. Nachdem wir die Manschette gut gefettet haben, tropft es nur noch bei Motorfahrt. Das gibt uns Spielraum, erst mal weiterzusegeln. Wir sind der Meinung: Teurer kann es nirgendwo sein. 2014 haben wir in den USA weniger als die Hälfte fürs Kranen bezahlt.

Samstag, 13.01.2018

Nach dem Frühstück fahren wir zur Tankstelle um Wasser und Diesel zu ergänzen. Danach wollen wir unser Windinstrument abholen, das wir am Donnerstag in einer Elektronikwerkstatt abgegeben haben. Wir müssen so lange vor dem Tankponton warten, dass wir es nicht vor Ladenschluss schaffen. Also bleiben wir übers Wochenende noch hier.

Sonntag, 14.01.2018

Einheimische beim Sonntagssegeln
Einheimische beim Sonntagssegeln

 

Montag, 15.01.2018

09:30 Der Windanzeiger wurde noch nicht repariert. „Fragen sie doch in zwei Stunden noch mal nach.“

Wir sagen erst mal die vereinbarten Termine für den 24. ab und kaufen die erforderliche Wellendichtung, um sie an Bord zu haben, falls wir unterwegs auf eine günstige Werkstatt treffen.

Mittags erhalten wir tatsächlich das Windinstrument, das jetzt einwandfrei arbeitet. Die Abreise verschieben wir mal wieder auf Morgen. Nach einem Spaziergang belohnen wir uns mit einem köstlichen Döner im Kebap-House und nutzen auch gleich den daneben liegenden Waschsalon. Am Abend sind wir zum Bier auf der Electra eingeladen.

 

Dienstag, 16.01.2018

06:40 ziehen wir den Anker an Bord und segeln nach St. Pierre. Den größten Teil der Strecke können wir wirklich mit der Kraft des Windes zurücklegen, lediglich die letzten vier Meilen motoren wir gegenan. Um 14:05 ankern wir am Ziel.

Wir brauchen Bewegung, fahren mit dem Dinghi an Land und machen uns auf den langen Weg zur Rum-Brennerei. Zehn Minuten vor Erreichen der Anlage öffnen sich wieder die himmlischen Schleusen und wir treffen klatschnass dort ein. Auf dem Rückweg werden wir von der Sonne schnell wieder getrocknet. Einen kurzen Halt machen wir noch bei dem Bistro mit der schönen Aussicht, danach wird ausklariert. Wir wollen weiter.

21:30 Wir gehen Anker auf und segeln in die Nacht nach Norden. Beim Passieren der Insel Dominica ist wegen der Windabdeckung der Motor gefragt, aber sonst ist es wieder ein schöner Segeltörn.

Mittwoch, 17.01.2018

Um 12:45 machen wir an einer Boje vor der Insel Terre-de-Haut, Les Saintes fest.

Hier liegt man preiswert, und auf Bestellung werden zum Frühstück frische Croissants und Brot zum Schiff gebracht. Um 14:00 sind wir an Land. Ich brauche eine Apotheke und wir müssen natürlich einklarieren. Beide Geschäfte sind mittags geschlossen, öffnen um 15:00. So folgen wir erst mal unserem Bewegungsdrang.P1070397 Über dem hübschen, kleinen Ort liegt das Fort Napoléon. Über eine steile Straße laufe ich hoch und genieße die Aussicht über die Bucht. Selbstredend werde ich auf dem Rückweg gründlich geduscht und komme tropfnass im Ort an. Günter ergeht es beim Joggen nicht besser. Wir trösten uns mit einem kleinen Eis.

Donnerstag, 18.01.2018

Um 08:00 klopft es an der Bordwand. Die bestellten Croissants werden gebracht. Nach dem Frühstück fahren wir  zur Insel.

Wir laufen zu einem großen Strand an der gegenüberliegenden Ostküste, dort entlang bis zu einer kleinen Badebucht. Günter geht schwimmen, ich ruhe mich auf einer Wiese aus.  Natürlich gibt es auf dem Rückweg wieder eine ordentliche „Naturdusche“ mit anschließender „Sonnentrocknung“. P1070410Wir kehren bei „unserer“ Eisdiele ein. Danach fahren wir zurück aufs Schiff, gerade rechtzeitig vor dem nächsten Wolkenbruch.

Freitag, 19.01.2018

07:10 Wir werden vom Klopfen des Brötchenservices geweckt.

Um 08:45 lösen wir uns von der Boje und segeln nach Guadeloupe. Der Wind wird bald schwach, und auch die Richtung passt nicht richtig, deshalb lassen wir den Motor zeitweise helfen. Ab Mittag läuft es dann aber richtig schön unter Segeln. Heute wird Günters unermüdlicher Einsatz an der Schleppangel endlich belohnt. Während des Segelns fängt er eine prächtige „Spanische Makrele“.

Das Tier wird sofort getötet und neben dem Cockpit filetiert. Die Filets wandern in den Kühlschrank, der Rest zurück ins Meer. Das Fleisch ergibt zwei große Mahlzeiten für uns beide.

15:00  Wir machen in der Marina Bas-du-Fort bei Point-a-Pitre, Guadeloupe an einer Boje fest. Hier beobachten wir eine Vielzahl von Pelikanen bei der Jagd.

Abends gibt es Fisch.

Samstag, 20.01.2018

In der Nacht hat es nicht geregnet. Wir werden sogar beim Frühstück nicht nass. Die Suche nach einer Werkstatt, die unsere Wellendichtung wechseln kann, bleibt erfolglos, weil die in Frage kommenden Betriebe am Wochenende geschlossen sind. Gegen 10:00 nehmen wir einen Linienbus, der uns in fünf Minuten nach Point-a-Pitre bringt.

Vorbei an einem bunten Markt laufen wir ins Zentrum, wo wir auf die ersten Karnevalsgruppen treffen.

Wir trinken einen Kaffee vor einer Bar mit Life-Musik. Mittags essen wir einen Döner (typisches karibisches Gericht). Den Nachmittag verbringen wir bei Büroarbeiten an Bord.

Morgen fahren wir weiter. Der Kanal durch Guadeloupe ist nicht befahrbar, weil die Brücken nicht öffnen. Die gleiche Auskunft habe ich bereits 2015 bekommen. Wir müssen also den westlichen Flügel der Insel (Basse-Terre) südlich runden, um nach Norden zu fahren. Mal sehen wo wir einen Stopp einlegen können.

Martinique

Samstag, 06.01.2018      bedeckt, viele Regenschauer, warm

Wie jeden Morgen wischen wir unser Cockpit trocken bevor wir uns dort zum Frühstück niederlassen. Wie so oft bleibt auch heute nicht viel Zeit bis zum nächsten Schauer.

Während einer Trockenphase setzen wir nach St. Anne über und sehen uns das beschauliche Örtchen an.

Sonntag, 07.01.2018       wechselhaft mit Schauern, warm

Um 09:15 ziehen wir den Anker aus dem Sand und fahren nach Fort de France. Die Hauptstadt von Martinique liegt nur gut 20 nm entfernt.

Den größten Teil der Strecke legen wir unter Segeln zurück. Um 13:40 ankern wir am Ziel, wo auch die Sancara liegt. Günter „geht ins Büro“, ich mache bei leichtem Regen einen Spaziergang durch die Stadt, die an diesem Sonntagnachmittag wie ausgestorben wirkt. Abends sitzen wir mit Reinhard und Anna vor einem Restaurant, als eine gewaltige Windbö mehrere Gläser von den Tischen fegt und unbesetzte Stühle herumwirbelt. Wie zu erwarten folgt ein paar Minuten später ein ordentlicher Regenschauer. Wir stellen uns erst mal unter ein Vordach, und als das Gröbste vorbei ist, steigen wir in unsere Dinghis und lassen den Abend an Bord der Lucky ausklingen.

Montag, 08.01.2018       wechselhaft mit Schauern, warm

Reinhard und Anna fahren weiter. Wir setzen noch mal über und sehen uns gemeinsam die Stadt an, die jetzt, mit geöffneten Geschäften und bei Sonne, schon viel freundlicher aussieht. Auf dem Markt kaufen wir wieder frischen grünen Salat fürs Abendessen und Tomaten.

13:40 gehen wir Anker auf. Wir überqueren die große Bucht vor Fort de France und legen uns eine Stunde später auf der anderen Seite vor den Ort Trois Ilets.

Hinter einer hübschen Promenade finden wir ein sehr kleines Dorf. Beim Bäcker bekommen wir frisches Brot und Günter findet einen Arzt, der sich nochmal sein Ohr ansieht, welches immer noch nicht ganz frei scheint. Als gut erzogener Patient meldet er sich an und nimmt neben zwei anderen Patienten im Wartezimmer Platz. Nachdem die ersten behandelt sind, kommen immer neue Patienten, die ohne Warten direkt zum Doktor reingehen. Die haben wohl einen Termin, oder??? Viele Kunden später erfährt Günter, dass man hier nicht wartet bis man aufgerufen wird, sondern einfach ins Behandlungszimmer geht, sobald es frei wird. Die Diagnose ist die gleiche, aber durch eine etwas andere Behandlung und höhere Dosierung des Medikaments stellt sich in den nächsten Tagen schnell Besserung ein. Ich warte gefühlte zwei Stunden in der Bar am Anleger. Als wir zur Lucky zurückkehren ist es bereits dunkel.

Dienstag, 09.01.2018      warm, wechselhaft

Um 10:10 fahren wir weiter. Wir segeln entlang der Westküste von Martinique nach Norden. Der Wind ist durch die Abdeckung der Insel sehr unterschiedlich. Um 12:50 bergen wir die Segel, weil sich hinter uns dicke Regenwolken auftürmen, die oft unberechenbaren Wind mit sich bringen. Unser Ziel liegt nur eine Stunde voraus. Das Unwetter bleibt zu unserer Überraschung aus. Lediglich ein leichter Regen begleitet uns, als wir um 14:00 St. Pierre erreichten. Die Sancara liegt auch hier im Ankerfeld. Beim Landgang treffen wir Anna und Reinhard, die uns für den Abend zu einem Ti-Punch an Bord einladen. Wir kommen gerne.

St. Pierre, einst eine reiche Stadt, wurde bei einem Vulkanausbruch 1902 von einer superheißen Gaswolke zerstört. Dabei verbrannten fast alle der damals knapp 30.000 Einwohner.

Mittwoch, 10.01.2018                   wechselhaft, warm, Regenschauer

Wir wollen uns bewegen und laufen vormittags zur Besichtigung der drei Kilometer entfernten Depaz Rum Brennerei.

Nach dem Verlassen der Stadt folgen wir einer kleinen Straße leicht bergauf, vorbei an Zuckerrohrfeldern, immer erfrischt von leichtem Regen.

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Dicke Früchte am Weg

Auf dem Rückweg nehmen wir einen Imbiss in einem Bistro mit einer wunderschönen Aussicht auf das kleine Ankerfeld.IMG_4750 Danach klarieren wir aus. Morgen wollen wir Richtung Guadeloupe weiter.

Uns ist aufgefallen, dass wir in den letzten Tagen immer öfter kleine Mengen Wasser aus der Bilge abpumpen müssen. Da wir noch etwas Zeit haben, machen wir uns auf die Suche nach dem Leck. Wir haben die Schraubenwellendichtung im Verdacht und liegen damit goldrichtig. IMG_4748Aus der Gummimanschette tropft es munter ins Boot und sammelt sich in der Bilge. Davon geht das Schiff nicht unter, aber aus Tropfen wird irgendwann laufen. Soweit wollen wir es nicht kommen lassen. Zurück zur Werft in Le Marin sind es nur 33 nm. Dort wird man uns hoffentlich helfen.

Abends schlafen wir noch ein paar Stunden.IMG_4759

Donnerstag, 11.01.2018

Um 01:00 lichten wir den Anker und fahren zurück nach Le Marin im Süden von Martinique. Um 09:10 liegen wir dort vor Anker. Um 10:00 setzen wir mit dem Dinghi zur Werft über. Im dritten Büro sind wir endlich richtig, aber der Chef kommt erst um 12:00. Wir hinterlassen unsere Telefonnummer und unser Anliegen. Der Chef wird uns anrufen, wenn er kommt. Wir vertreten uns die Beine, kaufen neue Angelköder und lassen uns endlich um kurz nach 12:00 in der Nähe des Werftgeländes zu einem Bier nieder.

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Natürlich kommt kein Anruf, also stehen wir um 13:00 wieder in der Werkstatt. Der Chef ist jetzt da. Wir besprechen unser Problem und erfahren, dass der früheste Termin für die Reparatur der 24.01. ist. Das heißt zwei Wochen hier warten. Geschockt ziehen wir uns zur Beratung ins Bistro zurück: Obwohl die Reparatur denkbar einfach ist, fehlt uns ein Spezialwerkzeug. Außerdem muss das Boot aus dem Wasser, und eine gewisse Erfolgsgarantie wäre ja auch nützlich. Schweren Herzens gehen wir zurück zur Werkstatt.

13:30, der Chef ist zur Mittagspause, kommt um 14:00 wieder. Klar, dass man bei solchen Arbeitszeiten nicht viel geschafft kriegt. Nach 14:00 melden wir uns endlich für den 24. an. Jetzt müssen wir uns um einen Krantermin für den Tag kümmern. Das Büro dafür ist nur 100m entfernt. Es gibt noch ein paar Rückfragen, die die Chefs aber telefonisch klären können. Dann erhalten wir eine schriftliche Bestätigung des Termins, die auch die Kosten in Höhe vom 570,78 € ausweist. Das ist fürs Aus- und Einkranen und drei Stunden an Land stehen. Die Rechnung für die Reparatur kommt von der anderen Werkstatt. Piraten der Karibik!

Nach dem Einklarieren verlegen wir um 16:40 unseren Ankerplatz wieder nach St. Anne neben die Electra.