Madeira I

Sonntag, 17.09.2017       teilweise bedeckt, später sonnig

Wir schlafen erst mal aus und frühstücken in Ruhe.  Um kurz nach 11:00 machen wir uns auf den Weg zum Ausgang des Resorts, wo sich eine Bushaltstelle befindet. Dem angeschlagenen Plan entnehmen wir, dass der Bus Richtung Funchal um 12:00 hier halten wird. Sicherheitshalber sprechen wir noch mit einem offensichtlich ortskundigen Herrn, der ebenfalls hier wartet. Er bestätigt unsere Recherche und weist uns auch gleich darauf hin, dass heute der letzte Bus zurück um 16:30 in Funchal abfährt. Jetzt sind wir bestens informiert.

 

Bushaltestelle Quinta do Lordes

Der Bus kommt fast pünktlich und wir genießen die Fahrt über die grüne Insel. Ca. 1 ½ Stunden dauert die Reise. Dabei fahren wir über teilweise schmale Straßen mit engen Ortsdurchfahrten. Oft kann man von der Steilküste weit aufs Meer schauen.

 

Wir haben in Funchal genau drei Stunden Zeit bis zur Rückfahrt. Unser erster Weg führt uns zum Marinabüro, dass natürlich am Wochenende geschlossen ist. Der aufkeimende „kleine Hunger“ begleitet uns auf unserer Wanderung durch die hübschen Gassen von Funchal. P1060778Eines der Restaurants erscheint uns besonders reizvoll, weil mach durch den Gastraum in einen idyllischen Garten hinter dem Haus schauen kann, wo ebenfalls gegessen wird. Die Speisenkarte sagt uns zu, und wir kehren ein.

 

Wir essen leckere Drei-Gang-Menus, zu sehr günstigen Preisen. Der Nachtisch besteht aus  frischem Obstsalat, und auch der Rest war eine eher leichte Mahlzeit.

 

Sollte es etwa an den Getränken gelegen haben, dass wir etwas später beim Wiegen in einer Apotheke bitter enttäuscht werden. Die Waage zeigte ein jeweils 5% höheres Gewicht an, als bei der letzten Messung am 31.08. in Olhao. Ich nehme an, dass eine der Waagen defekt ist.

Günter verliert in dem Moment jede Hoffnung sein Diät-Ziel zu erreichen und kauft sich bei nächster Gelegenheit ein Eis. P1060792Darauf soll es jetzt auch nicht mehr ankommen.

Wir haben noch Zeit für’s Abendessen einzukaufen, bevor wir um 16:45 in den Bus steigen. Zurück in der Marina Quinta do Lorde  sehen wir, dass auch unsere Bekannten von der Sancara angekommen sind. P1060805Auf der Terrasse des Bistro’s am Hafen verbringen wir einen netten Abend zusammen. Essen vertagen wir auf Morgen.

 

Montag, 18.09.2017                       bedeckt, später sonnig

Lange geschlafen, spät gefrühstückt.

Gegen 10:30 rufen wir bei der Marina Funchal an. Hier erhalten wir die Telefonnummer von Rafael, der die neue, kleine Marina betreut. Rafael kann uns einen Liegeplatz für zwei Tage anbieten. Super! Um 12:30 verlassen wir den Hafen, nachdem wir noch mal aufgetankt haben und erreichen Funchal wie angekündigt kurz vor 15:00. Wir machen an einer sehr sauberen Steganlage fest, und Rafael begleitet mich zur Passkontrolle. Danach checke ich in seinem Büro ein. Auf dem Weg zeigt er mir wo die Duschen und Toiletten sind, die täglich von 08:00 bis 20:00 geöffnet sind. Er prüft nochmal seinen Terminkalender und bietet an, dass wir etwas länger bleiben könnten, wenn wir bereit wären, zweimal den Platz zu wechseln. Schauen wir mal.

Erwähnenswert ist noch die Lage der Duschen und Toiletten. Im Hafen wird immer noch gebaut. Die neue Marina liegt östlich der alten – die Duschen westlich davon. Spaßeshalber sind wir, nachdem alles erledigt war, mal hin gelaufen. Screenshot 2017-09-19 00.15.14Günters Schrittzähler zeigt uns einen Weg von 0,97 km. Das kann unter Umständen eng werden.

Beim weiteren Spaziergang machen wir einen Bogen um Apotheken. Auch Eisdielen werden sicher umschifft. Für Morgen haben wir uns zu einer Minibus-Reise über den Westteil der Insel angemeldet. Wir sollen um 08:45 am Touristeninformationszentrum einsteigen.

Wann müssen wir denn dann zur Dusche aufbrechen?

Auf nach Madeira

Samstag, 16.09.2017                      bewölkt

Unter den Böen hat Lucky die ganze Nacht an der Ankerkette gezerrt. Ich hatte mal wieder eine meiner schlaflosen Nächte und bin froh, als ich um 06:30 endlich zum Kaffeekochen aufstehen kann.P1060736Wir haben Brötchen von gestern an Bord, die wir uns für später schon mal belegen. Wer weiß, was heute auf uns zukommt. Die Grib-Files (Winddaten, die wir aus dem Internet beziehen) versprechen im Schnitt 2 kn weniger als gestern. Soweit, so gut. Gestern waren 18 kn angesagt, wir hatten in Böen 25, das mag auch an unserem Ankerplatz gelegen haben.

Um 07:45 lichten wir den Anker und rollen die Genua aus. Unser Kurs liegt genau vor dem Wind (Rückenwind). Nach wenigen Minuten erkennen wir bereits, dass wir bei so wenig Druck im Segel, Madeira heute nicht erreichen werden. Also erst mal weg mit dem Tuch und Motor an, bis wir aus der Bucht raus sind.

So motoren wir bis 13:25. Acht bis 12 kn Wind reichen bei den Wellen, die noch vom Vortag rollen, absolut nicht aus, unser Segel zu blähen.

Wir schaukeln nach Madeira und passieren mittags die Marina Quinta do Lorde, wo ich vor Jahren schon mit Rüdi war. Schöne Marina, aber weit ab vom Schuss und teuer. Wir lassen sie rechts liegen, weil ich ja per Email einen Liegeplatz in Funchal reserviert habe, dort liegt der Hafen mitten in der Stadt. Tatsächlich bekommen wir ab 13:25 mächtig Wind von achtern und segeln bis kurz vor Funchal. Versuche, der Marina unsere Ankunft telefonisch anzukündigen, bleiben unbeantwortet. Als wir um 15:30 die Stadt endlich erreichen, erhalten wir die Auskunft: „Kein Platz frei. Vielleicht in ein oder zwei Tagen.“ Alternative ??? „Ihr könnt vor dem gelben Castell ankern.“ Notgedrungen begeben wir uns zum empfohlenen Ankerplatz. Zwischen kleinen Fischerbooten bietet sich hier wenig Platz. Wir loten 13 m Wassertiefe und sehen auf der Karte felsigen Grund. ? ? ?  Vielen Dank, wir brauchen unseren Anker noch.

Wir sehen keinen anderen Ausweg, drehen um und halten auf die Marina Quinta do Lorde zu. Das bedeutet 12,5 nm gegen Wind, der uns eben noch kräftig geschoben hat, und Wellen. Eine Super-Gelegenheit die Dichtigkeit des Vorschiffs im Bereich des Ankerkastens zu prüfen. Tatsächlich taucht Luckys Bug auf der Strecke wiederholt ein und „schaufelt“ Wasser. Um 17:10 kommen wir endlich in der Marina an. Ein freundlicher Mariniero weist uns einen Platz zu, nimmt die Leinen an und erklärt uns, wo wir die Hafeneinrichtungen finden. Er erwähnt auch, dass wir uns erst am Montag anmelden können, weil das Hafenbüro am Wochenende geschlossen ist.

 

Wir sind froh an so einem herrlich ruhigen Platz zu liegen und machen uns an die Vorbereitung des Abendessens.

Bei einer Inspektion des Vorschiffs zeigen sich die kritischen Stellen „knochentrocken“.

Sehr spät am Abend gehe ich noch zum Duschen. Im geräumigen Sanitärbereich bin ich um die Zeit alleine.

Fast alleine!

Wir sind eben schon weit im Süden.

Porto Santo

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Nachtrag zum Bericht Von Lagos nach Porto Santo

Betrifft Schadenfeststellung: Günter hat Schmerzen beim Tief durch Atmen, Lachen, und sich umdrehen, nachdem er in einer der Nächte im Cockpit ausrutschte und unterstützt vom Schwung einer Welle, mit dem Rücken auf eine Kante der Kajüte knallte. Dank unserer medizinischen Ausbildung wissen wir, dass es weder für Rippenprellungen noch –brüche eine Therapie gibt. In sechs Wochen wird es nicht mehr so weh tun.

Gez. Dr. Ouzo

 

Freitag, 15.09.2017         sonnig, viel Wind

 

Obwohl wir gestern früh im Bett waren, schlafen wir erst mal lange aus. Der Wind bläst die ganze Nacht durch und lässt auch am Morgen kaum nach. Wir frühstücken gemütlich. Danach wechseln wir das Kabel des Plotters im Cockpit aus und warten alle Kabelverbindung im Steuerstand. Wir treffen Vorbereitungen für kleine Nachbesserungen der Dichtigkeit im Bereich des Ankerkastens.

Kurz nach Mittag scheint es uns endlich ruhig genug für ein Übersetzen mit dem Dingi in die Marina. Die kurze Fahrt verläuft wesentlich angenehmer als erwartet. Wir werden gar nicht nass.

Im ersten Café, noch auf dem Hafengelände, kehren wir erst mal auf einen Drink ein. Dabei lernen wir die Crew einer anderen deutschen Yacht kennen, die gestern kurz nach uns hier vor Anker ging. Nach kurzem Erfahrungsaustausch brechen die drei zum Einkaufen auf. Wir folgen ein paar Minuten später. Der aufgeräumte Ort ist teilweise für das Kolumbusfest, das hier vom 14. bis 16.09. stattfindet, geschmückt.

Ich bin wieder begeistert von dem langen Sandstrand, an dem sich nur wenige Gäste aufhalten und dem klaren, türkisfarbenen Meerwasser.

Bei einer kleinen Pause lernen wir in einem Bistro die weißen Bohnen kennen, die hier zum Bier gereicht werden. Der Kellner merkt sofort, dass es uns schmeckt und sorgt für reichlich Nachschub.20170915_161217

Zurück im Hafen probieren wir noch eine Inselspezialität, den Vinho de Porto Santo. Auch hier gibt es wieder die eingelegten Bohnen (Tremoços) dazu. 20170915_173453Der Wein trifft nicht 100%ig unseren Geschmack, aber wir müssen ja auch noch (Dingi) fahren.

Zurück an Bord kümmert sich Günter um die angesprochenen Dichtarbeiten, während ich zum Abendessen einen Salat vorbereite und ein paar Schnitzel brate.20170915_194523 Auch eine Diät braucht Pausen.

Von Lagos nach Porto Santo

Montag, 11.09.2017       sonnig

 

Wir erledigen morgens noch ein paar kleine Einkäufe. Um 10:20 lösen wir die Leinen vom Steg und fahren durch die geöffnete Brücke der Marina Lagos. 03_68007228Am Meldesteg legen wir nochmal kurz an, um unsere Zugangskarten abzugeben, vor allem aber um uns von Rüdi zu verabschieden, der uns dort bereits mit seiner Kamera erwartet. Ein bisschen bedauert er, diesmal nicht mit von der Party zu sein, aber er hat sein „Segelsoll“ für dieses Jahr mehr als erfüllt.

07_108007241Um 10:35 fahren wir los, begleitet von einem kräftigen Ton aus Rüdi’s Horn. Unser Ziel ist die kleine Atlantikinseln Porto Santo, kurz vor Madeira. Vor uns liegen ca. 450 nm, die wir bei gutem Wind, und den sollen wir haben, in ca 3 ½ Tagen bewältigen sollten.

Um 12:00 gibt es noch keine Spur von Wind, aber um 13:05 setzt er allmählich ein. Wir setzen die Segel und schalten die Maschine ab. Uns ist bewusst, dass wir uns noch in der Landabdeckung der Iberischen Halbinsel befinden, trotzdem überrascht es uns, dass wir bereits um 14:30 alle verfügbaren Reffs in die Segel gebunden haben. Wir hatten mit gut 15 kn Wind gerechnet, jetzt weht es mit 25 – 30. Er fällt als „halber Wind“ scheinbar genau von der Seite ein –eigentlich der ruhigste Kurs zum Segeln-, geht aber mit einem sehr ruppigem Wellenbild einher. Viel Gischt fliegt ins Cockpit.

Abends nehmen wir das Vorsegel ganz weg. Wir sind schon einigermaßen geschafft, als zu allem Überfluss um 22:00 der Autopilot wiedermal seinen Dienst quittiert. Wir steuern also abwechseln durch die Nacht.

Dienstag, 12.09.2017

04:00     Wir bergen das gereffte Großsegel und rollen stattdessen einen Teil der Genua aus. Das reicht bei dem Wind für zügige Fahrt, und so lässt sich das Boot leichter steuern. Im Laufe des Vormittags wird es auch etwas ruhiger (20 – 25 kn), und der Autopilot ist seiner Aufgabe wieder gewachsen. P1060725Mit dem kleineren Segel steuert er auch weiter, als der Wind am Nachmittag zur vorherigen Stärke zurückkehrt.

Mittwoch, 13.09.2017

12:30 baumen wir die Genua aus, da diese bei dem jetzt achterlichen Wind öfter einfällt.

Der Wind ist jetzt gleichmäßiger (20 – 25 kn), aber die ruhigere See wird im Halbstundenrhythmus von großen querlaufenden Wellen gestört. Das wirft unser Boot aus dem Kurs und führt wiederholt dazu, dass das ausgebaumte Vorsegel auf der falschen Seite steht. Welche ungünstigen Kräfte dabei entstehen, sollen wir nach der Ankunft auf Porto Santo feststellen.

Donnerstag, 14.09.2017

Um 14:45 ankern wir vor dem Strand von Porto Santo auf 5 m tiefem, türkisfarbenen Wasser. Leider fegen auch hier die Böen mit bis zu 30 kn entlang, aber das Wasser liegt einigermaßen ruhig.P1060732

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Kolumbus ist scheinbar kurz vor uns angekommen.

Nach dem verdienten Ankerbier begutachten wir die Schäden: Ein Beschläg des Spinnakerbaumes ist verbogen und der Beschlag am Mast ist stark gelockert. Das müssen wir vor dem Start nach Übersee noch beheben.

Günter hat Schmerzen beim Tief durch Atmen, Lachen, und sich umdrehen, nachdem er in einer der Nächte im Cockpit ausrutschte und unterstützt vom Schwung einer Welle, mit dem Rücken auf eine Kante der Kajüte knallte. Dank unserer medizinischen Ausbildung wissen wir, dass es weder für Rippenprellungen noch –brüche eine Therapie gibt. In sechs Wochen wird es nicht mehr so weh tun.

Gez. Dr. Ouzo

Freunde treffen an der Algarve

Freitag, 08.09.2017         sonnig, kein Wind

Wir heben den Anker um 08:30 und motoren bei absoluter Flaute nach Portimao. In der Marina dort füllen wir unseren Diesel- und Wasservorrat auf. Diesel ist teuer, wie fast immer in Marinas, aber 10,00 € für das Füllen unserer Wassertanks (gut 400 Liter) ist einfach unverschämt.

Um 15:35 ankern wir in der gegenüberliegenden Bucht. Hier liegt Walter mit seiner Fran Arc 2, ein Katamaran, den er Anfang der 90er Jahre selbst konstruiert und gebaut hat.P1060709 Ich habe Walter und seine Frau Claudia 2014 an der Algarve kennengelernt. Sie sind befreundet mit Nili und Julio, von denen ich meine Lucky gekauft habe. Walter setzt gleich mit dem Dingi über, um uns zu begrüßen und lädt uns ein, abends auf seinen Kat zu kommen. Wir nehmen die Einladung gerne an und verbringen einen tollen Abend an Bord der Fran Arc 2.

 

Samstag, 09.09.2017      bedeckt               West-Wind        kühler

11:50 Wir gehen Anker auf und fahren gegen den Wind ein paar Meilen nach Westen. Um 12:30 ankern wir bei Punta Joao de Arens.P1060722 Hier liegen Nili und Julio mit ihrem Katamaran Nilio. Die Beiden kommen sofort mit dem Dingi rüber und bringen sogar frisches Bio-Obst mit. Danke!

Wir können nur Kaffee anbieten. Es macht Spaß, über unsere Reisen zu plaudern. Anfang 2015 haben wir uns bereits in Norfolk/USA zufällig getroffen, und wir werden uns bestimmt wieder begegnen.P1060714

Um 14:30 fahren wir weiter Richtung Lagos. Auf diesen letzten Meilen weht uns Wind mit bis zu 35 kn vom nahen Strand entgegen. Zum ersten Mal auf dieser Reise spritz ordentlich Gischt übers Schiff. Um 15:50 ankern wir vor dem Strand von Lagos. Hier liegen wir sehr ruhig mit der „Nase im Wind“. Gegen 18:00 schläft der Wind ein. Wir lassen uns bereits unsere Spaghetti mit Tintenfisch schmecken.P1060723 Abends holen wir uns die neuesten Windvorhersagen und entscheiden, Montagmorgen nach Madeira aufzubrechen. Bei viel Wind rechnen wir mit einer Reisedauer von gut drei Tagen.

Sonntag, 10.09.2017       sonnig kühler

Um 08:25 verlassen wir unseren Ankerplatz am Strand und fahren in die Marina. Um 09:10 machen wir am Steiger F, Platz 11 fest. Wir stopfen unsere Wäsche in die Maschinen und erledigen einige Einkäufe. Nachmittags bauen wir die neue Servopumpe für den Autopiloten ein, keine einfache Aufgabe. Ich verliere die Ruhe sehr schnell, als die ersten Probleme auftreten, aber mit Günters Zuversicht und telefonischer Unterstützung von Herrn Steiner, dem Lieferanten der Pumpe, gelingt die Operation schließlich. Ausprobiert wird Morgen auf dem Weg nach Madeira.

Am frühen Abend folgt mein Freund Rüdi unserer Einladung, an Bord zu kommen. Wir verbringen wieder einen sehr netten Abend zu dritt.

Zurück nach Culatra

Montag, 04.09.2017       sonnig mit viel Wind

Unser Plan, früh mit dem Niedrigwasser unter der Brücke durchzufahren, wird von kräftigem Wind (25 – 30 kn) am Ankerplatz verworfen. Falls wir überhaupt mit unserem kleinen Außenborder dagegen angekommen wären, wären wir sehr nass geworden. Wir bleiben also erst mal an Bord.

Nachmittags wird es ruhiger und wir können unsere Einkäufe doch noch erledigen.

Dienstag, 05.09.2017      sonnig

Um 10:20 lichten wir den Anker, rollen die Genua aus und segeln sehr langsam den Fluss hinab. Leider verlässt uns der Wind schon um 11:15 und wir setzen die Reise nach Tavira unter Motor fort.

Um 13:50 ankern wir dort und frühstücken. Der Ankerplatz erscheint uns bei näherer Betrachtung nicht sicher genug, und so beschließen wir, nach Culatra weiterzufahren. Um 18:30 kommen wir bei der Einfahrt zur Lagune von Faro an. Natürlich haben wir auch hier wieder den falschen Zeitpunkt erwischt. Unser Versuch in die Lagune zu segeln scheitert kläglich am enormen Gegenstrom. Rechts und links neben uns brodelt das Wasser in wilden Strudeln. Unsere Geschwindigkeit sinkt, je mehr wir uns der engen Einfahrt nähern. Am Ende segeln wir in einem Hexenkessel zwischen den steinernen Molen, ohne uns vorwärts zu bewegen. Da muss dann doch wieder der Diesel helfen. Eine Stunde später fällt der Anker dort, wo wir bereits vor einer Woche gelegen haben.20170906_194400

Mittwoch, 06.09.2017    sonnig

Wir setzen mit dem Beiboot über und machen wieder unseren großen Strandspaziergang zur Bar unter dem Leuchtturm von Farol. Mittags laufen wir zur Fähre die uns von Farol nach Olhao bringen soll, die wir aber leider verpassen. Wir haben die Wahl, drei Stunden auf die nächste zu warten, oder zurück nach Culatra zu laufen. Wir entscheiden uns für die lange Wanderung durch die „Wüste“.

Nach dieser Strapaze gönnen wir uns ein leichtes Nachmittagsessen (gegrillte Sardinen) in einem Restaurant in Culatra. Beinahe zufällig stellt Günter beim Blick auf sein Handy fest, das seine HEALTH, Gesundheits-App unsere Wanderung aufgezeichnet hat.

IMG_4011Wir sind heute 12,4 km – 15.528 Schritte gelaufen.

Donnerstag, 07.09.2017               sonnig

Nach der großen Strandrunde fahren wir mit der Fähre nach Olhao, kaufen ein und bekommen sogar die bestellten Teile für den Außenborder. Um 18:30 sind wir zufrieden an Bord zurück und braten uns Fisch zum Abendessen.

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Ayamonte

Samstag, 02.09.2017                      sonnig

10:15  ziehen wir das Eisen an Bord und verlassen wie angeordnet den Ankerplatz. Wir wollten nicht erst auf den richtigen Wasserstand warten, und so haben wir ordentlich Gegenstrom, als wir um 11:25 die Ausfahrt der Lagune erreichen.

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Der Leuchtturm von Farol

Zwischen 12:00 und 13:15 segeln wir ein bisschen, aber das bringt uns dem Ziel kaum näher, also fahren wir unter Motor weiter. Bei der Einfahrt in den Guadiana, den Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien, haben wir wieder die Strömung gegen uns, weil wir zu früh sind. Um 17:30 fällt unser Anker im Fluss vor Ayamonte. Mit dem Dingi fahren wir in den Yachthafen. Es gibt für Ankerlieger wieder keine Möglichkeit mit dem Beiboot anzulanden. Am Ende des Beckens fahren wir unter einer vierspurigen Straße durch. Hier finden wir einen Steg für kleine Boote. Ein bisschen klettern müssen wir zwar, aber wir gelangen in die Stadt.

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Kurz vor Hochwasser

Einziger Nachteil: bei Hochwasser können wir nicht wieder raus, aber wir haben ja Zeit.

Ayamonte gefällt uns sehr gut. Ich war bereits bei meinem ersten Besuch 2014 begeistert.

Auch Sonntag setzen wir wieder über. Heute sind nur wenige Geschäfte offen und die Stadt wirkt morgens etwas verlassen.

Nette Straßencafés und ein geöffneter Supermarkt sind für uns aber Grund genug.

Lagos, Culatra, Olhao

Die nächsten Tage schauen wir uns Lagos an. Donnerstagabend laden wir Rüdi auf ein Eierlikörchen an Bord ein.P1060638 Der Einfachheit halber bleibt er über Nacht, und wir verholen uns Freitag Morgen gemeinsam in die Marina Lagos. Als erstes füllen wir unseren Getränkevorrat auf. 20170825_124114Alles was wir hier kaufen, müssen wir nicht später mit dem Dingi ranschaffen.

Abends kommt Eva an, um Günter zu besuchen. Ich verbringe das Wochenende an Bord der Santa Maria. Mit Rüdi habe ich viel Spaß und wir können auch ein paar Kleinigkeiten zusammen reparieren.

Samstag gibt es ein gemeinsames Abendessen mit Günter und Eva.

Montagmittag verabschieden wir uns von Rüdi und Eva. Wir verlassen um 15:45 die Marina und segeln zum nächsten Ankerplatz nahe Portimao. Der Anker fällt um 17:20 und nach dem Ankerbier machen wir uns eine Kleinigkeit zu essen.

Wir haben uns am Wochenende genug ausgeruht, also sitzen wir nach dem Essen sofort im Dingi, setzen nach Ferragudo über und machen einen Spaziergang durch das idyllische Dorf.

Wir wollen wenigstens einen Drink nehmen und machen uns die Entscheidung für ein Lokal nicht leicht.

Am Ende finden wir einen Platz vor einer eher bescheidenen Kneipe.20170828_192511 Zwei Bier = 1,60€.

Wir kehren zufrieden an Bord zurück.

Dienstag, 29.08.2017                     sonnig, kaum Wind

10:10  Wir heben den Anker und fahren bei ruhiger See nach Osten, Richtung Faro. Unser Ziel ist die Lagune von Faro, bzw. der Ankerlatz dort, hinter Culatra. Im Laufe des Vormittags kommt perfekter Wind für unsere Reise auf, und so segeln wir ab 12:00 ohne Anstrengung flott übers glatte Wasser. Erst um 16:30 bergen wir die Segel unmittelbar vor dem Ankerfeld. Nach dem Ankern machen wir das Dingi klar und setzen nach Culatra über. Bei kaum erkennbaren Straßen aus Sand –es gibt keine Autos hier- und Bürgersteigen aus Betonplatten hat man das Gefühl, bereits auf einer Karibikinsel gelandet zu sein.

Wegen eines drohenden Gewitters fahren wir um 18:30 zurück zur Lucky. Während des Abendessens geht tatsächlich ein kurzer, kräftiger Regenschauer nieder. Wir lassen uns die Spaghetti unter Deck schmecken.

Mittwoch, 30.08.2017                   sonnig

Nach ein paar Tassen Kaffee fahren wir wieder mit dem Dingi nach Culatra.

Wir wandern durch das Dorf und eine ausgedehnte Dünenlandschaft zum Atlantikstrand auf der anderen Seite der Insel. Hier wenden wir uns nach Westen und laufen zwei bis drei Kilometer auf den Leuchtturm von Farol zu. P1060644Am Fuße des Turms liegt eine sehr schöne Strandbar, wo wir uns erst mal eine Pause gönnen.

Mittags setzen wir mit der Fähre von Farol nach Olhao am Festland über. P1060648Wieder liegt ein langer Fußmarsch vor uns. Nach dem Einkauf bei Aldi stiefeln wir zurück zur Fähre, die uns wieder zu unserem Dingi nach Culatra bringt.P1060653 Um 19:30 sind wir an Bord und kochen unser Abendessen.

Donnerstag, 31.08.2017               sonnig

Um die Wege zum Einkaufen zu verkürzen, fahren wir nach einem Kaffee am Vormittag mit unserer Yacht nach Olhao und ankern direkt vor den Markthallen.

So sparen wir die Fähre, mit dem Dingi sind wir in einer Minute an Land. Heute schauen wir uns im Ort um und machen wieder ein paar Besorgungen.

Zum Mittag kehren wir bei einer kleinen Bodega ein. P1060667Wir bestellen das Tagesgericht, einen Fischeintopf, sieht gewöhnungsbedürftig aus, schmeckt aber, dazu eine Karaffe Wein.

 Nachmittags kümmern wir uns um den kleinen Außenborder, der seit gestern schlecht Gas annimmt. Nach ein paar Proberunden sind wir zuerst ganz begeistert von unserer Arbeit, allerdings stimmt der Leerlauf noch nicht 100 %ig.

Schauen wir Morgen nochmal.

Zum Abendessen braten wir uns Sardinen, die wir gestern von Aldi mitgebracht haben.P1060684 Lecker.

Freitag, 01.09.2017                         sonnig

Keine besonderen Vorkommnisse. Wir bestellen ein Ersatzteil für den Außenborder und schleppen weitere Proviantvorräte an Bord.

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Bei diesem Spezialgeschäft haben wir nicht gefunden, was wir suchten.

Es ist sehr warm, und wir kommen ordentlich ins Schwitzen. Mittags kommt Holger kurz mit seinem Dingi vorbei. Seine Yacht liegt am Ankerplatz vor Culatra. Er wundert sich, dass wir hier ankern. Seines Wissens ist das Ankern hier seit einiger Zeit verboten. Uns liegt diese Information nicht vor. Wir reden über Dies und Das und erfahren, dass wir vergessen haben die portugiesische Leuchtfeuersteuer zu entrichten. Beim nächsten Landgang führt uns der erste Wege zur Capitanerie, um das nachzuholen.

Abends braten wir uns Kalbskottelets, dazu essen wir einen kleinen Salat.

21:45   Während ich schreibe und Günter spült, kommt die Polizei in einem kleinen Boot längsseits und ruf uns raus. Günter geht an Deck und erfährt, dass das Ankern hier verboten ist. Wir werden höflich gebeten uns Morgen einen anderen Platz zu suchen. Klar, machen wir. Schönen Abend!

Morgen fahren wir nach Ayamonte in Spanien.

Lagos

Montag, 21.08.2017                       sonnig

Früh um 07:20 heben wir den Anker und fahren raus aufs ölglatte Meer.

Es bleibt den ganzen Tag windstill. Auf der sonst unspektakulären Motorfahrt haben wir immer wieder Besuch von Delfinen.

Nachmittags passieren wir das Cabo de Sao Vincente P1060599und gehen um 18:25 vor dem Strand von Baleeira vor Anker. Hier lockt das klare, fast 23° warme Wasser zum ersten Bad im Meer, und ich gebe der Versuchung spontan nach. P1060606Es ist herrlich!

Dienstag, 22.08.2017                     sonnig und warm

Nach dem Ausschlafen machen wir uns um 10:15 auf den Weg nach Lagos, was nur noch drei Stunden entfernt liegt. Natürlich unter Motor. Deshalb laufen wir bei der Ankunft am Ziel zuerst mal wieder die Tankstelle an. Neben Diesel brauchen wir auch Wasser. Wir wollen die kommenden Tage vor dem Strand von Lagos ankern, um die Bordkasse zu entlasten. Noch während wir die Tanks füllen, kommt mein Freund Rüdi zum Steg und begrüßt uns. Große Freude auf beiden Seiten. Rüdi lebt meistens an Bord seiner Santa Maria, und die Algarve ist sein „Heimatrevier“ zwischen seinen Reisen. Erst im Juni kehrte er nach seiner fünften Atlantiküberquerung, die er diesmal alleine machte, hierher zurück.

Wir verabreden, nach dem Ankern zur Santa Maria zu kommen. Wir haben viel zu erzählen und verbringen einen sehr netten Nachmittag an Bord. P1060614Abends gehen wir gemeinsam Essen und es ist bereits sehr spät als wir gut gelaunt mit dem Dingi zur Lucky zurückkehren.

Mittwoch, 23.08.2017                   sonnig und warm

Ich stehe um 07:30 auf und mache Kaffee. Um 8:00 wird Günter von seinem Handy geweckt. Während des geschäftlichen Anrufes wird er schnell hellwach.  Ich höre zwar nicht zu, aber es ist nicht zu überhören, dass es um ausstehende Zahlungen von säumigen Kunden geht. P1060620Günter führt seinerseits ein paar Anrufe. Mein Angebot, erst mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken, beantwortet er mit: „Ich hab hier längst den Kaffee auf.“

Schön ist, dass er nach „so einem Ausflug ins Büro“ ganz schnell wieder zur Bordroutine zurückkehrt und wir starten gut gelaunt in den Tag.

Wir beschließen zum Einkauf an Land zu fahren. Das heißt, ich fahre mit dem Dingi zur Tankstelle, um von dort zu laufen. Günter, unermüdlich auf körperliche Ertüchtigung aus, schwimmt zum Strand. Wir treffen uns auf dem Weg in den Ort.P1060615

Natürlich habe ich seine Kleidung und Schuhe dabei. Ich habe 2014 viele Wochen in Lagos verbracht, trotzdem lassen mich meine Ortskenntnisse etwas im Stich. Eine kleines Bistro zum frühstücken finden wir zwar schnell, aber auf dem Weg zu Aldi, machen wir doch einen gehörigen Umweg. Unterwegs erzählt mir Günter von seiner Landung am Strand: Er ist geschwommen, bist er an einem Mann vorbeikam, der, brusttief im Wasser stehend, gymnastische Übungen machte. Hier ließ auch er die Beine sinken und stellte sich in den Sand. Beim Luftholen schluckte er erst mal Salzwasser. Die Erklärung wurde sichtbar, als die Beiden das Wasser verließen. Der junge Mann war mit geschätzten 2,10 m gut 35 cm größer als er.

Mit schweren Rücksäcken kommen wir zurück zum Dingi und bringen die Beute erst mal an Bord der Lucky.

Hier steht die nächste Herausforderung an. Eva fliegt am Freitag nach Faro, um Günter hier zu besuchen. Er muss sich noch um den Transfer von Faro nach Lagos kümmern. Ich weiß, dass ich 2014 unter 20 € für einen Shuttlebus bezahlt habe, kann mich aber nicht an den Name des Unternehmens erinnern. Günter recherchiert im Netz, findet einen passenden Service und gibt nach und nach die gewünschten Daten ein. Dabei sind die Antwortzeiten im WWW endlos lang. Nach gefühlt einer Stunde hat er die finale Seite erreicht. Auf den letzten Bestätigungsklick erhält er die Antwort: „Ihre Buchung war nicht erfolgreich. Bitte versuchen Sie es später erneut.“ Ich sehe schwarze Zorneswolken über seinem Kopf aufsteigen, aber nach einer Zigarettenpause und einem Bier startet er von vorn. Mit den inzwischen bereitliegenden Daten und blitzschnellen Antwortzeiten erfolgt die Buchung diesmal binnen weniger Minuten. Eva kann kommen   . . . und auch der Rücktransport ist gesichert.

Wir steigen wieder ins Dingi und setzen nochmal zu Stadt über. diesmal schlendern wir durch die Altstadt, die uns mit ihren engen Gassen, unzähligen Geschäften und Restaurants sehr gut gefällt.

Zum Abendessen bereiten wir zum ersten Mal einen Kraken (Tintenfisch, Pulpo) zu, den wir tiefgefroren bei Aldi erstanden haben.P1060621 Ich bin selbst überrascht, von dem köstlichen Ergebnis.

Ruhige Fahrt nach Sines

Sonntag, 20.08.2017       sonnig  windstill

Wir genießen unser erstes Frühstück im sonnigen Cockpit.P1060561

Um 09:30 verlassen wir die Bucht mit Ziel Sines.P1060563 Wir unternehmen unterwegs ein paar Versuche zu segeln, aber länger als eine halbe Stunde hält der Wind nie durch. Dafür widmen wir uns ausgiebig unserem täglichen Sportprogramm.

Um 13:15 passieren wir das Cabo Espichel.P1060572

P1060573
Kleiner Snack zwischendurch.

Kurz vor dem Ziel besucht uns eine Gruppe Delfine bei völlig glatter See.

Um 19:30 fällt der Anker in der Bucht vor Sines.P1060582