Kampen erreichen wir um 21:00. Die kleinen Yachthäfen am Westufer sind beide voll belegt. Wir machen an einem freien Steg am Fluss fest. An Land laufen wir geradewegs in das Vereinsheim der örtlichen Ruderclubs. Wir werden freundlich aufgenommen und bleiben auf ein paar Bier. Essen gibt es dort nicht, um Mitternacht machen wir uns noch eine leckere Chinasuppe an Bord.
Donnerstag, 12. Juli 2018
Wir wollten bereits im Morgengrauen unterwegs sein. Das klappt leider wieder nicht. Um 08:31 werde ich vom Starten des Motors geweckt. Es geht los. Wir sind dann aber auf der Ijssel viel schneller als vermutet. So kommen wir trotz verspäteter Abfahrt weiter als angenommen. Um 19:30 machen wir bei dem kleinen Wasser Sport Verein Loowaard, am Pannerdensch Kanal fest.
Freitag der 13. Juli 2018
Trotz des bedrohlichen Datums verläuft auch die heutige Motorfahrt völlig problemlos. Um 15:40 legen wir wie geplant beim Yachtclub Wesel an. Hier sind wir dem Ziel schon sehr nah. Stephan bringt uns auf Wunsch zwei Blumensträuße, die wir Morgen unseren Frauen zur Begrüßung übergeben wollen. Auch Lothar, der Wetterstratege, und Helga schauen auf ihrer Abendrunde mit dem Cabrio schon mal vorbei.
Samstag, 14. Juli 2018
08:05 Abfahrt
Um 15:00 werden wir bei der Ankunft am Steg der Seglervereinigung Krefeld 33 e. V. von Freunden und Familienmitgliedern herzlich begrüßt. Große Freude auf allen Seiten.
Die Reise ist zu Ende!
Gestartet am 15. Juli 2017 sind wir nach ca. 13.910 Nm (25.761 Km) wie geplant im Ausgangshafen angekommen.
10:10 Wir motoren in den trüben Vormittag. Das Meer ist ruhig, kein Wind stört.
12:00 Position N 48° 19,823‘ W 004° 47,207‘ Etmal: 102 Nm Bar: 1034 Hpcal
Motorstunden: 843,3
Nach 16:00 wird es sonnig.
Abends rollen wir die Genua nochmal aus. Das bringt einen halben Knoten Fahrt zusätzlich.
Samstag, 07. Juli 2018
02:00 Bei völliger Flaute rollen wir das Segel ein.
05:20 Die Sonne strahlt, das Meer ist ruhig. Nur 5 Kn Gegenwind.
12:00 Position N 49° 38,026‘ W 002° 42,898‘ Etmal: 113 Nm Baro: 1036 Hpcal
Sonnig, Wind Nord-Ost 7 Kn, Die See liegt ruhig. Motorstunden: 867,3
Sonntag. 08. Juli 2018
Bis zum Mittag bleibt es eine absolut ruhige Motorfahrt bei herrlichem Sonnenschein.
12:00 Position N 50° 17,335‘ E 000° 26,178‘ Etmal: 128 Nm Baro: 1037 Hpcal
Motorstunden: 891,6
Jetzt wird der Gegenwind langsam stärker (NE 13 Kn), und es baut sich eine kleine Welle auf.
4,1 Kn 75°
Um 17:30 taucht ein großes Zoll-Boot auf. Man hat uns wiederholt über Funk gerufen. Wir haben‘s nicht gehört. Wir gehen auf den gewünschten Funkkanal und beantworten die gestellten Fragen. Um 17:50 werden dann vier Herren zu uns an Bord gebracht. Wir dürfen Kurs und Geschwindigkeit beibehalten, verlieren also keine Zeit. Während das Mutterschiff und das Beiboot hinter uns herfahren, durchsuchen zwei Beamte das Schiff, die anderen stellen Fragen zu unserer Reise und füllen Formulare aus.
Die Atmosphäre ist freundlich, locker. Natürlich wird nichts Verbotenes gefunden, und um 18:35 lassen sich die Herren wieder abholen. Gute Reise!
Montag, 09. Juli 2018
12:00 Position N 51° 30,570‘ E 002° 53,656‘ Etmal: 119 Nm Baro: 1037 Hpcal
Sonnig, ruhige See
Leider hat auch diese Passage ihren Kaffeefahrtcharakter nicht bis zum Schluss behalten. Im Lauf des Tages legt der Nord-Ost kräftig zu. Wir messen um die 20 Kn, beinah genau von vorn, also zum Segeln nicht zu gebrauchen. Im Zusammenspiel mit der Tide baut sich eine äußert unangenehme, kurze, steile Welle auf. Es kommt mal wieder ordentlich Bewegung ins Schiff. Das Cockpit wird regelmäßig mit Spritzwasser geduscht. Ohne die Stützwirkung des Segels schwankt Lucky schwer von Backbord nach Steuerbord. Kochen beschränkt sich auf schmackhafte China-Suppen, das Trinken aus Flaschen gelingt immerhin gut.
Dienstag, 10. Juli 2018
04:00 Meinen wohlverdienten Schlaf kann ich in der Vorschiffkabine natürlich nicht finden, viel zu oft hebe ich von der Matratze ab. Im Salon ist es deutlich ruhiger, ich schlafe trotzdem kaum.
Als hätte das Wetter uns die letzte Etappe nicht genug versaut; Das Schicksal hat noch einen Trumpf im Ärmel: In Camaret sur Mer haben wir 240 l Diesel an Bord genommen, das reicht bei unserem Verbrauch für 114 Motorstunden.
10:45 Wir halten parallel zur niederländischen Küste auf die Einfahrt des Nordsee-Kanals bei Ijmuiden zu. Die Wettersituation ist unverändert. Lucky legt sich abwechselnd rechts und links kräftig über. Bis zum Molenkopf sind es noch 1,2 Nm, als unser Motor plötzlich langsamer läuft. Uns fährt ein gehöriger Schreck in die Glieder, aber die Maschine beschleunigt wieder auf Normaldrehzahl.
10:53 Noch 0,5 Nm bis zur Einfahrt. Nach 96 Stunden geht der Diesel aus. Upps!
Nach einem Jahr auf See sind wir ein eingespieltes Team. Es dauert sicher weniger als eine Minute, bis wir das Vorsegel im zweiten Reff ausgerollt haben. Gaaaaanz hoch am Wind umsegelt Günter den Molenkopf und biegt dann nach Steuerbord in die breite, aber auch viel befahrene Einfahrt nach Ijmuiden ab. Sofort reduzieren wir die Segelfläche auf ein Minimum, denn jetzt schiebt der starke Wind kräftig. Bei diesem Wetter können wir unmöglich ohne Motor in den nahen Jachthafen fahren. Nach kurzer Besprechung beschließen wir, in der kleinen Bucht vor der Marina zu ankern. Viel Platz ist dort nicht, aber ein kleiner Strand lässt uns auf schnell haltenden Sandgrund hoffen. Außerdem haben wir keine Wahl und auch nur einen Versuch. Mit Erreichen der besprochenen Position fährt Günter einen Aufschießer, anschließend lasse ich bei einer Wassertiefe von sechs Metern den Anker gefolgt von 40 m Kette fallen. Wie immer greift der Rocna-Anker sofort und hält Lucky gegen den Wind sicher fest. 11:20 Abklatschen, das haben wir gut gemacht!
Wir befreien das Dinghi von den Haltegurten, montieren den Außenborder und lassen das Beiboot zu Wasser. Günter fährt mit einem unserer Kanister zur Marina um Diesel zu holen. Bei den Wellen ist das Dinghi ohne Schläuche etwas kippelig, aber er meistert auch diese Herausforderung.
Eigentlich wollte er zwei Kanister mitnehmen, aber ich konnte ihn überzeugen, dass das Befüllen einfacher ist wenn Lucky an der Tankstelle liegt. Er ist schnell zurück, muss aber leider berichten, dass die Tankstelle von zwei Schiffen belegt ist, die in absehbarer Zeit nicht ablegen. Ok, die 20 Liter bringen uns sicher zu einer anderen Tanke. Wir füllen den Diesel in den Haupttank und nach dem Entlüften der Einspritzanlage brummt der Motor wieder wie eh und je. Um 13:15 setzen wir die Reise fort.
Wir durchfahren die Seeschleuse Ijmuiden und folgen dem Nordseekanal nach Amsterdam. Ungefähr drei Stunden später entlässt uns die Orangesluis ins Ijsselmmer. Eine Tankstelle haben wir unterwegs nicht gesehen. Vor der folgenden Brücke lässt man uns fast eine Stunde mit laufendem Motor warten. Als wir um 17:40 endlich weiter können, machen wir uns schon wieder Gedanken, ob der Kraftstoff bis Lelystad reicht. Rechnerich sollte das kein Problem sein, aber nach der bösen Überraschung am Vormittag, ziehen wir die Genua raus und kreuzen Schlag um Schlag nach Nord-Ost. Um 22:00 (UTC) bemühen wir dann doch für die letzten sieben Meilen die Maschine. Kaputt aber zufrieden machen wir um 24:00 (UTC) in der Deko Marina, Lelystad fest.
Mittwoch, 11.Juli 2018
Hier stellen wir alle Uhren auf MESZ zurück. Es ist 02:00.
Wir wollen sehr früh aufstehen, weil wir für heute Vormittag einen Termin am Mastenkran zum Abriggen haben. Unsere „Besprechung“ geht trotzdem noch bis nach 03:00.
09:31 Das „Früh Aufstehen“ hat offensichtlich nicht geklappt. Günter kommt gerade vom Duschen, als ich aufwache. Nach einem Kaffee melde ich unsere Ankunft bei der Werkstatt und wir beginnen sofort mit der Arbeit. Segel abnehmen und verstauen. Baum demontieren und an der Reling anlaschen, Wanten und Stagen lösen usw. usw. Es ist wirklich viel Arbeit. Wir müssen erstmals auch die Radarschüssel abbauen. Zum guten Schluss werden die Salinge abgeklappt und alle Wanten, Stagen und Leinen fest mit dem Mast verschnürt.
Um 16:00 übergeben wir den Mast dem Lager und fahren zur benachbarten Flevo-Marina zum Tanken. Die schwimmende Tanke wird gerade betankt. Das gibt uns eine Stunde Zeit, endlich was zu essen und in Ruhe ein Bier zu trinken.
18:10 Mit vollem Tank und Kanistern brechen wir zur 240 km langen Flussfahrt nach Krefeld auf. Heute fahren wir noch bis Kampen.
Wir machen kleine Einkäufe, dann melden wir uns im Hafen ab. Wir duschen nochmal ausgiebig und trinken im Bistro der Marina einige Abschiedsbier zum Essen.
Um 15:30 verholen wir Lucky vom Ankerplatz im Hafenbecken zur Tankstelle. Wir brauchen frisches Wasser und wollen zwei weitere 20 L Reservekanister mit Diesel füllen. Andere wollen auch tanken, und so wird es 17:00, bis wir den Hafen verlassen und wirklich unterwegs sind. Wir führen jetzt gut 120 L Diesel in Kanistern mit, unser Haupttank fasst ebenfalls 120 Liter. Mit 240 L wird der Motor ca. 5 Tage arbeiten. Hoffen wir, dass das reicht.
20:30 Wir passieren das westliche Kap der Insel Sao Jorge. Sonnig, kein Wind, angenehm warm.
5,5 Kn, 53°
Dienstag, 26. Juni 2018
00:45 Die Insel Vila da Praia liegt an Backbord querab.
08:00 Wie angesagt ist es weiter windstill. Ein Meer wie Öl. 2. Tag
12:00 Position N 39° 37,197‘ W 026° 56,258‘ Seit Horta gefahren 102 Nm
Barometer 1029 Hpcal Sonnig, kein WindMotorstunden: 775,0
Nachmittags zieht Bewölkung auf. Bei schwachem Westwind setzen wir die Segel, brechen den Versuch aber nach einer Stunde erfolglos ab. Es reicht einfach noch nicht. Weiter unter Motor.
Mittwoch, 27.Juni 2018
00:10 Günter rollt die Genua aus und schaltet die Maschine ab. Der Wind reicht jetzt für eine Geschwindigkeit zwischen vier und fünf Knoten.
06:30 Es ist trüb. Nieselregen. 4 kn 52°
09:30 Nur noch 2,5 Knoten Fahrt. Ich starte den Motor.
3. Tag
12:00 Position N 40° 55,352‘ W 024° 49,953‘ Etmal 122 Nm
Barometer 1029 Hpcal bedeckt, ab und zu Nieselregen, kaum Wind aus Nord-West.Motorstunden: 789
Mittags wird es sonnig, brauchbarer Wind fehlt.
Erst um 18:15 setzen wir erneut die Segel und gönnen der Maschine eine Pause. Die Steuerung behält der Autopilot, aber jetzt mit Hilfe der Windfahne, d. h. unser Winkel zum Wind bleibt immer gleich, Lucky ändert den Kurs, dem Wind folgend. Die Segel trimmen wir passend auf maximale Höhe am Wind. Wir segeln anfangs mit knapp 4 Kn in Richtung 80°. Bis Mitternacht steigert sich die Geschwindigkeit bis auf gut 5 Kn, allerdings ändert sich die Richtung auf Ost, wir müssen nach Ost-Nord-Ost.
Donnerstag, 28. Juni 2018
4. Tag
12:00 Position N 41° 26,885‘ W 022° 29,382‘ Etmal: 106 Nm Barometer: 1032 Hpcal Mototrstunden: 795,5 sonnig Wind: NNO 15Kn ruhige See Kurs: 75° 4,5 Kn Fahrt
Alles Gute zum Geburtstag Väterchen
14:00 Der Wind dreht langsam zu unseren Gunsten. Wir fahren mit 4,9 Kn Kurs: 65°. So kann es weitergehen. Leider wissen wir, dass wir in den nächsten Tagen mit wesentlich mehr Wind und deshalb unruhigerer und nasserer Reise rechnen müssen.
Freitag, 29.Juni 2018
5. Tag
12:00 Position N 41° 55,041‘ W 020° 07,557‘ Etmal: 111 Nm Baro: 1029 Hpcal
5 Kn, 70° bedeckt, 20Kn Wind aus Nord, ruppige See
15:00 Bei 20 – 25 Kn Wind bergen wir das Großsegel, es soll ja noch mehr werden.
Das kleine Vorsegel zieht uns hoch am Wind mit knapp 4 Kn.
Die folgenden Tage werden, wie angesagt, sehr ungemütlich. Lucky wird von immer höher werdenden Wellen aus dem Kurs geworfen. Große Wassermassen knallen wieder und wieder an die Bordwand und ergießen sich übers Deck. Obwohl wir langsam unterwegs sind fallen wir regelmäßig in Wellentäler, meistens ist die Landung hart. Ab und zu überspülen größere Wasserberge einfach das ganze Schiff. An dieser Stelle möchte ich unseren Autopiloten mal loben. Er steuert das gut getrimmte Schiff scheinbar mühelos durch das Tohuwabohu, während wir gemütlich im Salon „Kaffee trinken“.
Ok, stimmt nicht ganz! Alles was nicht gut verstaut ist, setzt sich im Schiff in Bewegung. Wir müssen uns bei jedem Schritt mit beiden Händen festhalten. Essen wird zum Geschicklichkeitsspiel. Die wenigen Kochversuche, arten in Akrobatik aus. Zum Glück vergeht uns gleichzeitig der Appetit, wir essen und trinken nur noch das nötigste. Am sichersten ist es in der Koje, dort verbringen wir jetzt auch die meiste Zeit.
Samstag, 30.Juni 2018
6. Tag
12:00 Position N 42° 20,355‘ W 018° 07,807‘ Etmal: 94 Nm Baro: 1025 Hpcal
Eine Decksluke im Salon ist bei diesen Bedingungen nicht mehr dicht. Bei jeder Wellenattacke, die das Deck überspült (ca. viertelstündlich) rinnt auch hier ein Schluck vom salzigen Nass ins Boot. Nicht viel, aber das dauernde Wegwischen nervt, wie auch die gesamte Wettersituation. Zum Glück dreht der Wind etwas zu unseren Gunsten. Mit weniger Höhe läuft Lucky etwas schneller. Duschen und Bocksprünge bleiben.
Sonntag, 01.Juli 2018
7. Tag
12:00 Position N 42° 35,418‘ W 015° 29,972‘ Etmal: 122 Nm Baro: 1024 Hpcal
Weiter Starkwind und ruppige See.
Montag, 02. Juli 2018
03:00 Ganz allmählich beruhigt sich die See.
Um 09:00 können wir unser Vorsegel wieder komplett ausrollen. Es ist friedlich.
8. Tag
12:00 Position N 43° 14,512‘ W 013° 12,025 Etmal: 108 Nm Baro: 1024 Hpcal
Sonnig
13:00 Jetzt ist zwar endlich Ruhe eingekehrt, dafür bläst uns der schwache Nord-Ost Wind entgegen.
Lothars Wetterprognose zur Folge, wird der Wind die kommenden zwei Tage schwach bleiben, bevor in der Biskaya stärkerer Westwind einsetzt. Wir beschließen den Motor zu starten und in Richtung Brest (48°) durch die Flaute zu fahren. Unser Diesel reicht für drei Tage. Hoffen wir wieder mal, dass es langt.
Um 15:45 hat der Wind schon wieder gedreht. Wir segeln jetzt nach Brest, jedenfalls ungefähr (60°). Nach der nächsten Drehung um 17:50 fahren wir wieder unter Motor aufs Ziel zu (48°).
Endlich können wir wieder Kartoffeln braten
Dienstag, 03. Juli 2018
01:00 Eigentlich beginnt meine Wache erst um 04:00, aber da ich keinen Schlaf finde, machen wir uns um 02:00 ein Fläschchen Rotwein auf und essen Käse dazu. Ist das herrlich ruhig in der Flaute, lediglich das Hämmern des Diesels stört ein wenig.
08:00 Ein sonniger Morgen ohne Wind. 5 Kn, 48°.
Der starke Westwind für die Biskaya ist abgesagt, hoffentlich bleibt noch genug, uns bis Camaret sur Mer (liegt nahe Brest) zu bringen.
9. Tag
12:00 Position N 44° 29,773 W 011° 13,103 Etmal: 114,4 Nm Baro: 1026 Hpcal
Das Meer ist weit, das Meer ist blau, im Wasser schwimmt ein . . . ein Wal. Während Günter am Kartentisch die Mittagsposition notiert, kann ich vom Cockpit aus beobachten wie ein Wal wiederholt seinen Blas ausstößt. Er ist zwar nicht „zum Greifen nah“, aber ich glaube zu erkennen, dass es sich um ein großes Tier handelt.
Der sonnige Nachmittag lädt mich zum Faulenzen im Cockpit ein. Es kommt mal wieder echte Urlaubsstimmung auf. Günter zerlegt unterdessen die Pantry zur Reinigung in alle Einzelteile.
Groß Reinemachen
23:40 Ein Hauch von Wind stellt sich ein, die Richtung (SW) passt. Wir rollen die Genua aus und versuchen zu segeln. Wir bringen es auf 3 Kn Fahrt, besser als motoren. Schließlich reicht unser Diesel nicht bis zur Tankstelle in Camaret sur Mer.
Mittwoch, 04. Juli 2018
00:30 Bei 2,5 Kn schalte ich wieder um auf Motorantrieb: 4,8 Kn, 48°
02:00 Neuer Segelversuch. Der Wind bringt uns auf 3 Kn, steigert ganz allmählich auf 3,5.
05:36 Günter bekommt beim Ausguck im Cockpit einen gewaltigen Schreck, als neben dem Boot ein riesiger Wal auftaucht und bläst. Eine kleine Gruppe großer Wale begleitet uns ein Stück. Günter beschreibt mir am Morgen die lauten Geräusche und die Größe der Blaslöcher der Tiere.
Ich befinde mich gerade in einer Tiefschlafphase, höre sein Rufen nicht und verpasse so das ganze Schauspiel. Sehr ärgerlich!
08:00 Wir segeln immer noch mit 3,5 Kn zielgerichtet.
Um 10:00 setzen wir das Großsegel. Gleichzeitig nimmt der Wind etwas zu. Das beschleunigt uns auf 4,5 Kn. Die See bleibt ruhig, wir können wieder ordentlich frühstücken. 10. Tag
12:00 Position N 45° 44,734‘ W 009° 17,247‘ Etmal: 110 Nm Baro: 1026 Hpcal
Bedeckt, ganz ruhige See
13:00 Westwind 13 Kn. Wir kommen auf 5,6Kn, 49°
17:30 Wir rollen das 1. Reff ins Vorsegel. 5,5 – 6 Kn, 49°
Nach dem Abendessen gibt es mal wieder Bordkino.
Donnerstag, 05. Juli 2018
Um 01:20 rollen wir ein weiteres Reff in die Fock und drei Stunden später sind wir wieder bei sechs Beaufort angekommen. Hatten wir nicht Angst vor zu wenig Wind? Jedenfalls macht es großen Spaß, jetzt wider Erwarten zügig über den friedlichen Atlantik zu segeln.
Viel Verkehr in der Biskaya
Um 11:30 versucht die Sonne sich durch die Wolkendecke zu kämpfen, aber viel wird nicht draus. NW-Wind 15Kn.
Beim Mittagsfix messen wir das beste Etmal der gesamten Reise.
11. Tag
12:00 Position N 47° 13,499‘ W 006° 42,488‘ Etmal: 140,5 Nm Baro: 1030 Hpcal
Der Tag bleibt trüb und kühl. Nach dem Abendessen bergen wir das Großsegel. Auch mit der Genua allein kommen wir gut voran. Erst abends um 22:40 flaut der Wind ab und dreht sich etwas. Als wir nur noch 2,5 Kn Fahrt machen, rolle ich das Segel ein und motore durch die stockdunkle Nacht.
Freitag, 06.Juli 2018
07:45 Wir können nochmal eine Stunde segeln, dann wird es wieder ganz ruhig.Um 09:35 legen wir bei der Tankstelle von Camaret sur Mer an. Die zweite gemeinsame Atlantiküberquerung und die Biskaya liegen hinter uns. Das wollten wir eigentlich bei einer Portion Austern und einer Flasche Wein feiern.
Günter hat auf den letzten Meilen bereits Wetterdaten geladen und ausgewertet. Wir müssen in den kommenden Tagen damit rechnen, dass sich uns im Englischen Kanal zunehmender Nord-Ost Wind entgegenstellt. Es gilt also keine Zeit zu verlieren: Fahren solange der Gegenwind noch nicht stark ist.
Wir füllen unseren Dieseltank, alle Reservekanister, prüfen und ergänzen den Motorölstand. Danach entsorgen wir den Müll. Bereits um 10:10 legen wir ab. Der Wind schläft noch.
Wir verbringen ein paar Tage in Horta. Es ist meistens sonnig bei angenehmen Temperaturen.
Am Samstag (23.) machen wir mit einem gemieteten Smart eine Tour über die schöne Azoren-Insel.
Mit Hilfe des Wagens stocken wir gleich unsere Bestände an Wein und Trinkwasser auf.
Heute sieht die Windsituation m. E. für die folgenden Tage so aus, dass wir eine Chance haben, den europäischen Kontinent zu erreichen. Wahrscheinlich werden wir zwei Tage unter Motor fahren, bevor wir auf den Nordwind stoßen, mit welchem wir dann in Richtung Biskaya segeln. Für den Fall, dass der Wind nicht lang genug anhält, haben wir weitere Dieselreserven an Bord, um wenigstens A Coruna in Nordspanien zu erreichen.
Nach dem Volltanken machen wir um 18:00 in Northport die Leinen los und motoren mangels Wind den Long Island Sound nach Osten. Nach dem Sonnenuntergang wird es sehr schnell kalt.
Mittwoch, 30.05.2018
00:00 Wir fahren bei 13°C durch dichten Nebel. Zum Glück sind keine anderen Schiffe unterwegs . . . glaub‘ ich.
02:00 Diesig, kalt
03:30 Von der Tide geschoben kommen wir auf 8,3 Kn.
04:15 Wir drosseln den Motor, um nicht zu früh in Montauk anzukommen. Der Nebel ist zurück: Null Sicht, alles ist klatschnass.
07:00 Mit Hilfe des Plotters gelingt uns der Beinahe-Blindflug in den Hafen von Montauk. Wir machen in einer Marina am Steg fest. Hier gibt es aber kein Diesel. Wir tasten weiter durch die dicke Suppe und finden schließlich die Tankstelle. Hier ergänzen wir den Treibstoff, den wir heute Nacht verbraucht haben und etwas Wasser. Zu guter Letzt verzurren wir das Dinghi wieder am Heck und holen die Rettungsinsel aus der Backskiste. Während wir arbeiten kämpft sich die Sonne durch den Nebel.
Atlantküberquerung West – Ost
Tag
So verlassen wir um 09:00 bei strahlendem Sonnenschein den Hafen. Die Freude währt nur kurz, eine Viertelstunde später fahren wir wieder im dicken Nebel. Wir haben beschlossen, die ersten Reisetage auf den von Jimmy Cornell empfohlenen Wegepunkt AN 1413 (N 39°00,000‘, W 050° 00,000‘) zuzuhalten und erst danach der Großkreisroute zum Englischen Kanal zu folgen. Das verspricht angenehmeres Wetter, als der direkte Weg, der entlang der Küste von Nova Scotia und Neufundland in den hohen Norden führt. Täglich schicken wir unsere Position via Sattelitentelefon an meinen Bruder Lothar, der uns im Gegenzug per SMS mit Wetterdaten versorgt. Heute motoren wir gegen schwachen Wind, um bis Sonntag genug Strecke zu machen, dem dann aufziehenden Starkwind aus Ost zu entgehen. Gegen 11:00 kommt die Sonne wieder durch. Wir passieren Black Island südlich bei glatter See.
Unterwegs sehen wir jetzt sehr viele Fischerboote. Nicht alle werden von AIS angezeigt. Das mahnt zu regelmäßigem Ausguck und ist für das Fahren im Nebel alarmierend.
20:00 Der Tag bleibt bis zum Abend ruhig. Mit dem Sonnenuntergang wird es sehr kalt: 13 °C im geschützten Cockpit. Das Abendessen besteht aus Spaghetti mit Fleischbällchen in Tomatensoße, die wir schon in Angelas Küche vorgekocht haben.
Wir stellen die Bordzeit jetzt auf UTC um. Das bedeutet, dass schlagartig Mitternacht ist. Ein neuer Tag bricht an
Ich versuche wiederholt die Fahrt mit dem Vorsegel zu beschleunigen, aber die Richtung passt einfach nicht. Der Motor bringt uns nur auf 4,0 Kn.
09:40 Durch den Nebel wird die Sonne sichtbar.
10:50 Trotz Sonne immer noch Nebel. Sicht 50m. Kurs: 113° Fahrt: 4,5 Kn
6 – 8 Kn Gegenwind..
11:50 Dichter Nebel
Tag
12:00 Position: N 40° 45,576‘ W 069° 27,771‘ Seit Montauk 114 Nm gefahren
Baro: 1028 Motorstunden: 713,5
14° C im Salon 6,5°C Wasser Nebel + Sonne, Kurs: 115° Fahrt: 4,0 Kn
13:40 Aus Kanistern füllen wir 38 l Diesel in den Tank. 24 Stunden motort.
14:00 Sonnig, Sicht kaum 300 m
15:00 Sonnig, gute Sicht, kalt
17:00 Wir setzen die Segel, schalten den Motor aus. Der Wind bringt uns auf 5 Kn bei einem Kurs von 80°.
19:00 5,5 Kn Kurs: 101°
20:15 6,0 Kn Kurs: 95°
22:30 Geschwindigkeit bei 2,5 Kn. Starten den Motor und bergen die Genua 5,4 Kn Kurs: 95°
Ab 23:30 ziehen die Segel wieder. Motor aus.
24:00 Abendessen: Spaghetti mit Fleischbällchen in Tomatensoße.
Freitag, 01.06.2018
02:00 Klare Nacht, 13°C im Cockpit, 12°C Wassertemperatur. Der Wind bläst mit 9Kn aus SE
4 Kn Fahrt Kurs: 90°
04:30 Klare Sicht 4,1 Kn bei 90°
Tag
12:00 Position: N 40° 37,360‘ W 067° 01,974′ Etmal: 111 Nm
Baro: 1022 Motorstunden: 719,5 Sonnig, klar, kalt
13:00 4,5 Kn Kurs: 90° Im windgeschützten Cockpit wärmt die Sonne. Sehr angenehm.
14:00 5,3 Kn Kurs: 90° Wir genießen die ruhige Fahrt über die glatte Wasseroberfläche. Gegen die Kälte kann man sich schützen, nur das Aufstehen aus der warmen Koje kostet mich immer große Überwindung. Leider wissen wir schon, dass es am Sonntag mit der Ruhe vorbei sein wird. Wir werden uns wieder an Krängung und ruppige See gewöhnen müssen.
20:00 4,3 Kn Kurs: 91° Sonnig, ruhige See Cockpit 19,5°C Salon 23°C
Uns ist trotzdem nicht warm, es sei denn ich liege auf der Bank im Cockpit in der Sonne.
Ab 20:00 gilt wieder unser rotierender Acht-Stunden-Wachwechsel, jetzt 20:00 – 04:00 – 12:00 Uhr.
Zum Abendessen braten wir Kartoffeln mit Zwiebeln und Fleischbällchen.
Samstag, 02.06.2018
04:00 4,0 kn Kurs:95° Sehr ruhiges Segeln bei schwachem Wind. Die Luft ist klar. Es ist nicht mehr so kalt. Luft und Wasser haben jetzt 18°C.
Tag
12:00 Position N 40° 29,410‘ W 064° 25,764 Etmal 119 Nm
Baro: 1015 Motorstunden: 719,5 Bedeckt, warm, sehr feucht
5,5 Kn Kurs: 100°
15:00 Es regnet. Luft und Wassertemperatur sind auf 22°C gestiegen. Im Salon lesen wir 24°C ab.
5,2 Kn Kurs: 115° ruhige See, Wind SW 12-15 Kn
18:00 Der Wind dreht, wird schwächer. Die See wird rauer.
3,5 Kn Kurs: 130°
19:30 Der Nebel ist zurück. 3,9 Kn Kurs: 135°
Abendessen: Nudeln mit Fleischbällchen in Tomatensauce
23:00 Der Wind hat über West auf WNW gedreht. 12-16 Kn. Der Nebel hat sich verzogen.
Wir bergen das Großsegel um in der Nacht besser auf den auffrischenden Wind reagieren zu können.
5,5 Kn Kurs: 90°
Sonntag, 03.06.2018
01:35 Bei Böen bis 35 Kn reffen wir die Genua. Der Windgenerator lädt die Batterien mit 13 A.
04:00 Wind 25 Kn aus Nord Farhrt: 5 Kn Kurs: 105°
05:00 Wind 25-30 Kn Nord Fahrt: 5 Kn Kurs: 109°
07:30 Wind 30 Kn Nord Fahrt: 5 Kn Kurs: 90°
10:30 Wind 30 Kn NNO Fahrt: 6,8 Kn Kurs: 90°
Tag
12:00 Position N 39° 54,948‘ W 061° 59,764‘ Etmal: 117 Nm
Baro 1016 Motorstunden: 719,5 Bedeckt. Die Wellen werden höher.
14:30 Wind dreht auf West
20:30 Wind wieder Nord 20-30 Kn Fahrt: 5 Kn Kurs 95°
Das Kochen sparen wir uns auf Grund der holprigen Gangart. Ist schon schwer genug, eine Nudelsuppe zuzubereiten. Günter fühlt sich nicht wohl, verbringt den Tag im Bett.
23:30 NO 25Kn 3-4 Kn Fahrt Kurs: 98° ruhige Fahrt
Montag, 04.06.2018
In der Nacht lässt der Wind nach, wird unstet. Lucky holpert sehr langsam durch die Wellen. Ab und zu klatscht noch eine größere Welle vor die Bordwand und spritz Wasser übers Deck.
Tag
12:00 Position N 39° 41,481‘ W 059° 52,469‘ Etmal: 99 Nm
Baro: 1026 Motorstunden: 719,5 Wolken und Sonne Langsam beruhigt sich die See Luft 18° Wasser 23,5°
Wind N 12-16 Kn Wir setzen das Großsegel Kurs: 105° 5,5 Kn
14:00 Wind NE 10 Kn sonnig
Angelschnursalat – Wer keine Arbeit hat, . . .
16:15 Der Wind ist fast völlig eingeschlafen. Wir starten die Maschine. 90° 4,3 kn
19:05 Motor aus. 30° 4,5 kn
20:05 30 ° 5,8 kn
21:10 Herrlich, ruhiges Segeln, leider in die falsche Richtung.
Abendessen: Nudeln mit Steakhouse Chili
22:00 1. Reff Groß 1. Reff Genua
22:30 2. Reff Groß
Dienstag, 05.06.2018
01:15 Wind nimmt weiter zu bis 25 kn. 2. Reff Genua, Groß gefiert.
02:40 Genua geborgen
04:30 Groß geborgen, ganz kleine Genua ausgerollt Barometer fällt auf 1018 Hp Starkwind
08:00 Es wird hell grobe See. 6 kn 62°
Tag
12:00 Position N 40° 16,091‘ W 057° 17,836‘ Etmal: 123 Nm
Baro: 1014 Motorstunden: 722,0 Süd-Ost bis 41 kn, grobe See, dunkle Wolken, Regenschauer. Kurs: 62° 6 Kn
Im Laufe des Nachmittags fällt das Barometer weiter auf 1005 Hp. Die See wird immer grober. Wellen krachen mit brachialer Gewalt an die Bordwand und spülen ab und zu übers Deck. Bei der Härte der Schläge muss ich immer wieder daran denken, dass wir noch sieben Längengrade (hier ca. 330 Nm) vom Versicherungsschutz entfernt sind, aber LUCKY schlägt sich tapfer. Bisher keine nennenswerten Schäden an Bord.
18:00 Der Wind dreht auf SW – 44 Kn. Es wird sehr warm.
21:30 Wind dreht weiter auf West und lässt etwas nach. Unter winziger Genua laufen wir mit 8 Kn nach Osten ab. Ruhigere Fahrt.
23:30 Baro 1008 6 Kn 97°
Mittwoch, 06.06.2018
Kurz nach 00:00 brist es wieder auf Sturmstärke auf, beruhigt sich aber im Laufe der Nacht.
Tag
12:00 Position N 40° 30,225‘ W 054° 37,766‘ Etmal: 123 Nm
Baro: 1015 West 20 Kn noch 4,6 Längengrade bis zum Versicherungsschutz.
17:30 Ich spanne die Achterstagen jeweils eine Umdrehung. 4,7 kn 72°
Schönes Segeln vor dem Wind, die hohe Dünung läuft von achtern hinter uns her.
18:00 Baro 1021
20:30 Der Wind lässt nach. Nur noch 8 Kn. Wir gehen auf 65° um die Fahrt bei 3,5 Kn zu halten
Abendessen: Spaghetti mit Steakhouse Chili
22:30 Noch schwächerer Wind. Wir bergen die Genua und fahren unter Motor weiter. 90°
Donnerstag, 07.06.2018
03:00 Motor aus. Genua. Wind SSE 13 Kn.
04:00 6,5 kn Fahrt 80°
04:40 SSE 20 Kn Genua gerefft.
05:30 SSE 25 Kn ganz kleine Fock
Zwischen 08:00 und 10:00 fast ständig mit 8 Kn unterwegs. Kurs: 88°
11:00 Wind: S 18 Kn, Fahrt: 7Kn 87°
Tag
12:00 Position N 40° 50,987‘ W 051°51,793‘ Etmal: 128 Nm
Baro 1026 wolkig mit Aufheiterungen S 15 Kn 5,7 kn 82°
Am späten Nachmittag dreht der Wind auf West und wird schwächer. Wir setzen das Großsegel dazu und gehen auf Kurs 60°. Fahrt: 6,0 Kn. Nach langer Zeit besuchen uns wiedermal Delfine.
Abendessen: Bratkartoffeln mit Ei, dazu grüner Bohnensalat.
21:00 5,3 Kn 75°
22:00 Groß für die Nacht geborgen
Freitag, 08.06.2018
01:00 Wind N 10 Kn Fahrt: 3,0 Kn 76°
02:00 4,0 Kn 76°
07:40 Wind frischt auf 20 Kn. Genua 1. Reff
08:45 Ausgerefft
10:00 Nebel kalt
Tag
12:00 Position N 41° 16,744‘ W 049° 41,437‘ Etmal: 101 Nm
Baro: 1036 Bedeckt, Saukalt: Luft/Wasser 10° C, 16°C im Salon Wind: NNE 10Kn Fahrt: 4 Kn 76°
Mit Überfahren des 50. Längengrades sind wir wieder versichert !!!
Nachmittags lässt der Wind mehr und mehr nach. Der Empfehlung des „Strategiezentrums“ folgend ändern wir den Kurs auf 120° um einer längeren Flaute zu entgehen. Der Wind bleibt unstet. Die Fahrt wechselt zwischen 5 kn und „Fast Stillstand“ mit Segelschlagen. Es bleibt eisig kalt. Abends zieht dazu Nebel auf. Um 22:00 starten wir die Maschine. Wir machen kaum noch Fahrt und brauchen dringend Strom.
Samstag, 09.06.2018
08:00 Wir motoren weiter durch die Flaute 120°. Es ist immer noch kalt. Außen 10°C/Innen 15°C. Gegen 10:00 kommt leichter Wind auf. Unter Groß und Genua schaffen wir 4,4 kn.
Ab 11:00 richten wir den Kurs nach Nord-Osten. Wir verlassen uns hier wieder auf unseren Wetterstrategen daheim, der versucht, uns vor Sturm und Flaute zu schützen. Von ihm wissen wir, dass uns am Dienstag, 12. 06. ein Orkan südlich passieren wird. Es gilt jetzt, den Abstand dazu auszubauen. Der nächste Sturm soll dann nördlich an uns vorbeiziehen. Dazwischen sind Phasen mit 6 und 7 Windstärken nicht zu vermeiden.
Tag
12:00 Position N 40° 37,554‘ W 047° 12,869‘ Etmal: 119 Nm
Der Wind hält uns kaum noch in Fahrt. Starte Maschine Kurs 45°.
Ab 14:00 klart es auf und ein leichter ESE lässt uns wieder segeln. Im Lauf des Nachmittags wird es endlich wieder wärmer. Um 19:00 messen wir 22°C im Schiff. Wir bauen das Bimini ab und verzurren Anker und Spinnackerbaum fester, um für die kommenden Starkwindphasen gerüstet zu sein. Im sonnigen Cockpit beginne ich die Nähte des Bimini-Tuches nachzunähen, die der erste Sturm aufgerissen hat.
19:30 bergen wir das Großsegel für die Nacht. Innerhalb der nächsten Stunde brist es derart auf, dass wir die Genua bis auf einen kleinen Fetzen einrollen. Mit dieser Minimalbesegelung segeln wir über sehr grobe See dem Morgen entgegen.
Sonntag, 10.06.2016
03:15 Mit Windböen um 30Kn und Starkregen dreht der Wind auf SW. Fahrt durch ruppige See.
07:30 NW 18Kn Kurs 45° Fahrt: 5 Kn
Tag
12:00 Position N 42° 00,851‘ W 045° 31,596‘ Etmal: 113 Nm
Nachmittags sitzen wir im Cockpit in der Sonne. Ich nähe weiter am Bimini-Tuch. Danach bergen wir in einer Schwachwindphase die Segel. Die Genua wird heruntergezogen, weil ich auch hier nähen muss. Im oberen Bereich ist eine ca 25 cm lange Naht aufgerissen, das könnte im nächsten Sturm zu einem irreparablen Schaden führen. Wir haben das Segel in Wrightsville Beach von einem Segelmacher sichten und nachnähen lassen. Offensichtlich hat er nicht so genau geprüft, wie wir es für 250,00 US$ erwartet haben. Meine Arbeit wird nicht besonders schön, aber so wird das Tuch uns hoffentlich noch nach Hause ziehen.
Um 22:00 sind wir wieder unter Segeln auf Kurs.
Montag, 11.06.2016
Die See bleibt in dieser Nacht sehr ruhig. Der anfangs schwache Wind wird im Verlauf stärker und lässt uns gut voran kommen.
02:00 5,2 Kn Fahrt 45°
Tag
12:00 Position N 43° 13,659‘ W 043° 53,455‘ Etmal: 103 Nm
Baro 1025 Motorstunden: 743 bedeckt kühl 16°/20°C 16 Kn West ruhige See
Tolles Segeln bei gleichmäßigem Wind 5,0 Kn 45°
Ab 15:00 lässt der Wind kontinuierlich nach.
Um 20:00 stehen wir in der Flaute mit leichter Drift nach Ost.
Dienstag, 12.06.2018
00:00 Zaghaft kehrt der Wind zurück, nimmt langsam zu. Beim Wachwechsel um 04:00 segeln wir bereits mit über 5 Kn nach Norden 000° (empfohlener Kurs vom Wetterfrosch). Die See ist ruhig. Es regnet, ist kalt (17°C im Schiff).
07:00 Es dämmert. 4,5 Kn 000° Regen, kalt (17°C im Schiff)
10:15 Die feuchte Kälte geht durch und durch. 4,5 Kn 000°
Tag
12:00 Position N 44° 30,505‘ W 043° 12,470 Etmal: 82/60 Nm
Baro: 1025 Motorstunden: 743 stark bewölkt, leichter Regen, ruhige See Wind SE 13Kn
Wir sind in den letzten 24 Stunden 82 Nm durchs Wasser gefahren, dabei sind wir unserem Ziel aber nur 60 Nm näher gekommen. Aus strategischen Gründen können wir nicht gerade aufs Ziel zu fahren.
Kurs: 180° 3,9 Kn (Kurs empfohlen vom Frosch)
Lang . . . wei . . . lich
15:00 180° 3,0 Kn
15:30 Flaute
16:45 Das Barometer zeigt nur noch 1010 Hpcal
17:00 Schwacher Wind aus Nord kommt auf. Das Zeichen, auf das wir gewartet haben. Weisungsgemäß gehen wir auf Kurs: 120° (Strategie)
19:00 120° 4,3 Kn
Ab 20:00 legt der Wind ordentlich zu. Bald lesen wir wieder über 20 Kn ab, dabei wird die Bewölkung dunkel und bedrohlich. Um 21:00 schiebt die Luft bereits mit 20 – 25 Kn. Das Barometer steigt aber schon auf 1016 Hpcal. Um 23:00 sind wir bei 30 Kn Windgeschwindigkeit mit Ausschlägen bis 36 Kn angekommen. Mit einem winzigen Vorsegel machen wir 6 Kn Fahrt. Da der Wind von achtern kommt, läuft es halbwegs ruhig, solange die Wellen hinter uns her rollen. Trotzdem ist der Autopilot mehrmals überfordert, und wir müssen selbst ans Ruder. Die mondlose Nacht ist rabenschwarz.
Mittwoch, 13.06.2018
Der Wind tobt bis zum Morgengrauen, lässt dann nach.
Tag
12:00 Position N 43° 44,146‘ W 041° 43,916‘ Etmal: 79/36 Nm
Baro: 1032 Motorstunden: 744,4 leicht bewölkt etwas Sonne Saukalt 15°/15°
Es ist nur noch schwachwindig. Lucky dümpelt mit 3 Kn durch die Wellen. Unserem Ziel sind wir ganze 36 Nm näher gekommen. Wir müssen Abstand zum Orkan halten.
18:00 Seit Stunden segeln wir mit weniger als 2 Kn durch die Wellen, die der Wind der Nacht hinterlassen hat. Die Genua schlägt mehr, als zu ziehen. Von 20:30 bis 21:30 läuft der Motor um die schwachen Batterien aufzuladen. Wir besprechen unser bescheidenes Vorwärtskommen und beschließen, einen Tankstopp auf den Azoren einzulegen, auch wenn es einen Umweg bedeutet. Der Kurs liegt sowieso gerade an. Bis Fayal sind es ungefähr 650 Nm (1203 km).
Donnerstag, 14.06.2018
Wir schleichen durch die windarme Nacht.
07:30 Ich habe meinen Wachantritt verschlafen. Lucky liegt ohne Fahrt, weil der Wind gedreht hat. Der weht jetzt schwach aus SE. 120° können wir nicht mehr fahren. Wir legen 80° an und kommen langsam auf 4 Kn Fahrt. In den nächsten zwei Stunden dreht er zu unseren Gunsten, wir können wenigstens wieder 90° steuern. Noch besser läuft es auf Heimatkurs (76°), und wenn jetzt Starkwind aus SW käme, würde dieser die Reise nur beschleunigen. Das scheint ein guter Plan zu sein.
Tag
12:00 Position N 43° 32,736‘ W 040° 20,241 Etmal: 62/49 Nm
13:00 Kurs: 76° 5,5 Kn Großsegel und Genua. Wir freuen uns über das gute Vorankommen in die richtige Richtung. Die See ist ruhig, die Sonne strahlt. Günter dichtet nochmal die Deckskante mit Sikaflex ab, ist ja gerade so schön friedlich.
Unsere Zuversicht zerplatzt jäh, als Lothar uns nachmittags schreibt, dass wir auf diesem Kurs geradewegs in den nächsten Sturm segeln. Schweren Herzens gehen wir zurück auf 120°. Jetzt heißt das Ziel wieder Horta, Fayal, Azoren. Und Morgen?
17:00 Es brist wieder auf, bläst mit über 20 Kn aus SW. Das passt. Wir bergen das Großsegel und reffen die Fock.
Von 22:00 – 23:00 muss der Motor die Batterien laden.
Freitag, 15.06.2018
Schönes Segeln unter prächtigem Sternenhimmel. Nach dem Erhalt einer neuen Wetterprognose von Lothar, besprechen wir erneut die besch . . . Lage. Wir haben drei Möglichkeiten:
Vier Tage Sturm
Vier Tage viel zu viel Wind. In beiden Fällen wissen wir nicht, was danach kommt. Der Diesel wird knapp.
Vier Tage mit halbwegs gutem Wind zu den Azoren segeln und dort abwarten, neu planen. Das bedeutet für die Reise: Drei Tage Umweg.
Letztendlich bleiben wir auf Azoren Kurs. Dort können wir wenigstens tanken und eventuell mehr Reservekanister kaufen. Leicht fällt uns das nicht.
Von 04:00 – 06:00 lädt die Maschine die Batterien. Um 10:00 schläft der Wind völlig ein, es beginnt zu regnen. Der Motor hält uns auf Kurs.
11:30 Mit schwachem Wind segeln wir mit 3,5 Kn 119°
Tag
12:00 Position N 42° 43,592‘ W 037° 49,181‘ Etmal: 122/72 Nm
13:00 4,8 Kn 119° Die Sonne lässt sich kurz blicken
14:00 6,0 Kn 119° Bedeckt, mehr Wind.
15:10 5,5 Kn 119° SW-Wind 20 Kn I. Reff
18:00 5,7 Kn 116° relativ ruhige Fahrt
19:15 5,3 Kn II. Reff
22:35 5,5 Kn Fock noch kleiner gerefft.
Samstag, 16.06.2018
Tag
12:00 Position N 41° 39,473‘ W 035° 23,237‘ Etmal: 125 Nm
Baro: 1035 Motorstunden: 750 Sonnig SW-Wind 20 Kn
5,8 Kn 121°
Es wird ein traumhafter Tag. Unter kleiner Fock segeln wir bei mäßig bewegter See zügig in Richtung Fayal. Nachmittags genießen wir die Sonne im Cockpit. Endlich ist es wieder warm. Sogar das Abendessen nehmen wir in der Plicht ein.
22:00 Ganz ruhige See Wind: SW 4-5 Lucky läuft gut 6 Kn unter Genua
Sonntag. 17.06.2018
10:00 Wir setzen das Großsegel. 5,8 Kn 124°
10:37 Günter hat endlich Erfolg mit der Schleppangel. Er fängt drei Schwertfische mit Beilage.
Nur in Vergrößerung zu erkennen
Tag
12:00 Position N 40° 27,425‘ W 032°46,853‘ Etmal: 139 Nm
Baro: 1040 Sonnig, gleichmäßiger Wind, ruhige See
6,2 Kn 125°
Montag, 18.06.2018
04:30 Ich starte den Motor, für die Durchfahrt zwischen den Azoren-Inseln Flores und Corvo. In der Nähe der Inseln gelangen wir zum ersten Mal wieder in das europäische Mobilfunknetz und können Nachrichten per WhatsApp verschicken.
Flores, das erste Land nach drei Wochen
wenn es auch nur zwei kleine Inseln sind.
06:30 Unter Großsegel und Genua geht es hoch am Wind weiter. Es wird wieder sonnig und angenehm warm.
08:00 5,2 Kn 105°
09:00 6,0 Kn 105°
Das Ziel, die Südküste von Fayal, liegt allerdings in 123°. Wir hoffen, dass die versprochene Winddrehung rechtzeitig eintritt.
Tag
12:00 Position N 39° 25,537‘ W 030° 33,552‘ Etmal: 119 Nm
Wir segeln ganz hoch am Wind, dabei reitet Lucky munter über die kleine Welle. Fühlt sich viel schneller an, als es ist: 4,8 Kn 107°
17:00 Der Wind dreht. Mit 4,8 Kn und 130° nähern wir uns langsam der Sollkurslinie. Sonne satt.
23:00 6,0 Kn 128° Ruhige See, gleichmäßiger Wind, sternenklar. Seglerherz, was willst Du mehr?
Dienstag, 19.06.2016
09:30 Südlich der Insel Fayal bergen wir die Segel bei schwachem Wind und motoren die verbleibenden zehn Meilen zum Ziel.
Um 11:25 fahren in den Hafen von Horta ein und sind überrascht von der Vielzahl der Segelyachten die hier, teilweise über die Toppen geflaggt ankern oder an Stegen liegen.
Wir kreisen einige Zeit vor der belegten Tankstelle, bis uns der Skipper der dort festgemachten Yacht auffordert, bei ihm längsseits anzulegen. Die Franzosen müssen nicht nur tanken, sie haben auch ein Problem mit ihrer Maschine, können also nicht ablegen.
Es ist inzwischen
12:00 Position N 38° 31,874‘ W 028° 37512‘ Etmal: 105 Nm
Das Marinabüro ist bis 13:00 geschlossen, die Tankstelle nicht besetzt. Wir nutzen die Gelegenheit, Lucky gründlich mit Süßwasser vom Salz zu befreien und zu schrubben.
Der gesammelte Müll wird entsorgt
Nach 13:00 melden wir uns im Hafenbüro und bei der Einwanderungsbehörde an. Danach füllen wir unsere Dieseltanks. Einen Liegeplatz am Steg kann man uns nicht anbieten. Der weltberühmte Fahrtensegler-Treff Peter Café Sport feiert sein 100 jähriges Bestehen, dazu ist eine englische Seglervereinigung mit 40 Yachten angereist. Dementsprechend ist der Hafen völlig überfüllt. Die Feier soll bis Samstag dauern.
Um 15:30 fällt unser Anker im großen Hafenbecken. Wir befreien das Dinghi von seinen gut haltenden Gurten und montieren den Außenborder, um an Land gelangen zu können.
Nach den jüngsten Wetterinformationen werden wir wohl einige Tage hier verbringen müssen, bevor uns der Wind eine Reise in Richtung Englischer Kanal erlaubt.
Es gibt sicher schlechtere Orte zum Warten. Wir werden versuchen, das Beste daraus machen.
Es ist Zeit, zur Heimreise aufzubrechen. Gestern haben wir nochmal Proviant eingekauft, heute soll es losgehen. Um 11:40 rudere ich zur Lucky, ziehe den Anker aus dem Schlamm und motore zum Public Dock von Northport. Günter fährt mit Wilfrieds Jeep dorthin, den wir am Morgen mit unseren Vorräten beladen haben. Wir treffen uns um 12:50 am Dock. Ich glaube, wir haben mal wieder viel zu viel gekauft, aber man weiß ja nie, wie lang die Reise dauern wird. Es ist sonnig, sehr warm (30°C), und wir kommen beim Umladen ordentlich ins Schwitzen. Während ich mit dem Verstauen beginne, fährt Günter nochmal zurück um weiteren Proviant und Wilfried abzuholen.
Nachdem alles an Bord ist gönnen wir uns im Skipper‘s ein Abschiedsbier und einem kleinen Snack.
Um 17:00 wird es ernst. Wir verabschieden uns von unserem Freund und legen ab. Bei Seymour’s füllen wir die Wasser und Dieseltanks, aber dann sind wir wirklich unterwegs.
Über Nacht wollen wir die 75 Nm bis Montauk mangels Wind, unter Motor zurücklegen. Hier wird wieder getankt, und Morgen Vormittag geht es dann raus auf den Atlantik.
Vor uns liegen über 3.500 Nm, es ist schwer zu sagen, wann wir zu Hause sein werden. Wir haben geplant, die Reise nach einem Jahr dort zu beenden, wo wir am 15. Juli 2017 gestartet sind: Im Hafen der Krefelder Segler Vereinigung 33 e. V. Meinem Bruder Lothar werde ich unterwegs täglich, sofern möglich, unsere Position schicken, die er hier veröffentlichen wird.
Wir haben eine tolle Zeit bei unseren Freunden auf der Insel. Wir sind komfortabel untergebracht und werden ausgezeichnet bewirtet. Obwohl das Wetter Anfangs miserabel ist, finden wir genug Zeit, Wilfrieds Motorräder zu bewegen.
02:00 Ich wache auf, weil mich etwas stört, als ich versuche, mich im Halbschlaf umzudrehen. Statt entspannt auf der Matratze, liege ich fest an der Bordwand, die Ablage neben dem Bett drückt mir ins Kreuz. Da stimmt doch was nicht.
Umständlich krieche ich aus dem Bett. Als ich endlich stehe, stelle ich fest, dass wir, dafür dass wir vor Anker liegen, ungewöhnlich viel Krängung haben. Ich hangle mich ins Cockpit. Der Strand ist deutlich näher gekommen, ein Blick ins Rigg macht deutlich, wie schräg wir liegen.
Ich wecke meinen Mitsegler, weil ich befürchte er könnte die Situation gänzlich verschlafen. Auch Günter braucht einen Moment zur Orientierung und hievt sich dann umständlich aus der Koje. Gemeinsam rekapitulieren wir, was passiert ist: Unser Anker fiel bei 3,5 m Wassertiefe, Lucky lag nach dem Ankern 2,9 m über dem Grund. Unabhängig von einander haben wir ermittelt, dass die Tiefe bis zum Niedrigwasser noch 0,6 m abnehmen würde, also alles im grünen Bereich.
Wir überprüfen unsere Ergebnisse und stellen fest, dass Günter im Tidenkalender den falschen Ort aufgerufen hat. Ich habe zwar in der richtigen Gegend gesucht, aber die Stromgeschwindigkeit von 0,6 Kn mit dem Tidenhub wechselt.
Zwei Stunden vor Niedrigwasser
Inzwischen ist es 02:30. Wir stellen fest, dass erst um 04:30 Niedrigwasser ist, das Wasser also noch zwei weitere Stunden abfließt. Tun können wir jetzt nichts, wir gehen zurück in die Koje, wobei ich zum Schlafen das Salonsofa mit den Rückenpolstern nutze. Günter findet erst Schlaf, als der Pegel gegen Morgen wieder steigt. Aufgrund seiner Beobachtung rekonstruieren wir am nächsten Tag, dass wir bei Niedrigwasser eine Krängung von 55° hatten, wir haben also komplett auf dem Strand gelegen. Kann ja mal passieren.
Zum Glück war es dunkel, keiner hat’s gesehen.
Mit der Flut suchen wir uns einen neuen Ankerplatz, machen das Dinghi klar und setzen zum Strand über. Wilfried erwartet uns dort schon mit dem Wagen.
Die kommenden zwei Wochen wollen wir bei unseren Freunden an Land verbringen. Spätestens Anfang Juni starten wir von hier zur Heimreise.
Nach dem Aufstehen lese ich die Wetterprognose für den Tag: „6°C kälter als gestern.“ Als hätten wir nicht genug gefroren. Der Himmel ist grau, wolkenverhangen, es regnet schon seit Stunden. Wenigstens die Tide passt heute zu unseren Plänen.
Um 09:15 gehen wir Anker auf und motoren zur Freiheitsstatue. Unterwegs versucht die Sonne kurz zu scheinen, wird aber nach kürzester Zeit wieder von Wolken verdeckt. Es bleibt danach allerdings erst mal trocken.
Wir ankern um 12:15 bei „Miss Liberty“. Hier wird ausgiebig gefrühstückt.
Günter feiert die Ankunft mit Bier und Zigarre.
Mit einsetzen der Flut lichten wir um 14:30 erneut den Anker, runden die Südspitze Manhattans und fahren in den East River.
Hinter Brooklyn- und Manhattan Bridge schiebt uns die Strömung kräftig. Wir erreichen zeitweise mehr als neun Knoten über Grund und sind bereits um 15:45 am Hell Gate.
Durch Bronx Whitestone– und Throgs Neck Bridge gelangen wir schließlich gegen 17:00 in den Long Island Sound.
Hier verliert der Schub seinen Schwung. Durch leichten Gegenwind und kurze Wellen sinkt unsere Geschwindigkeit zeitweise unter 4 Kn. Die voraussichtliche Ankunftszeit bei Eaton´s Neck verschiebt sich immer weiter nach hinten. Wir benachrichtigen unsere Freunde, dass wir heute Abend nicht mehr an Land kommen werden.
Um 18:00 gibt es zum Abendessen Kalbsleber mit geschmorten Zwiebeln und Kartoffelpüree. Danach setzt bei 12°C (gefühlt 10) erneut ergiebiger Regen ein. Statt Bier trinken wir heute heiße Sangria, also Glühwein.
Es ist 22:00, als wir endlich Sand City, die Bucht von Eaton’s Neck erreichen. Vorsichtig tasten wir uns durch die Dunkelheit zu einem geeigneten Ankerplatz in Strandnähe. Nach dem Ankern um 22:15 sitzen wir noch bis nach Mitternacht bei Salzstangen und verschiedenen Getränken zusammen und plaudern über unsere Reiseerlebnisse.
Um 18:30 treffen wir uns mit Vanessa und Wayne in der Brauerei am Hafen zum Abschiedsbier, drei Stunden später werfen wir die Leinen los und starten unsere Fahrt nach New York.
Nachdem wir das riesige Hafengebiet von Norfolk verlassen haben wird es immer diesiger. Ab 23:00 fahren wir durch dicken Nebel. Ich höre die Nebelhörner der Großschifffahrt, bin froh, die Schiffe auch via AIS auf meinem Plotter zu sehen. Es sind nur drei Schiffe in der Nähe unterwegs, keines bekomme ich in Natura zu sehen. Trotzdem bin ich froh, als wir endlich im offenen Atlantik sind, aber der Nebel und die Kälte „kriechen unter die Haut“. Alles ist nass.
10. Mai 2018
03:00 Immer noch Nebel
07:00 Durch den Nebel scheint etwas Sonne, brauchbarer Wind fehlt.
09:45 Der Nebel hat sich gelichtet. Trotz Sonnenschein bleibt es sehr kalt.
12:20 Sonnig und kalt.
Ab 13:00 können wir unter Genua segeln. Den Motor schalten wir ab.
Um 21:00 gibt es leichten Regen, hört aber bald wieder auf. Der Wind schwächt sich etwas ab.
22:30 Der Wind ist zurück. Wir laufen 5,7 Kn. Der Plotter rechnet mit einer Ankunft an der Freiheitsstatue am Freitag um 21:00.
11. Mai 2018
Um kurz vor 05:00 müssen wir wieder den Motor starten, um in Fahrt zu bleiben.
06:00 Sonnig und kalt. 17°C im Salon. Wir passieren Atlantik City, New Jersey
11:30 Wir fahren am Barnegat Inlet vorbei.
13:00 Durch Gegenwind und „Strom mit“ baut sich eine kurze See auf. Lucky stampft gegen Wind und Wellen.
Um 17:00 beruhigt es sich. Wir bereiten Dinner vor und essen anschließend.
Es ist wieder mal dunkel, als unser Anker um 20:55 hinter Sandy Hook fällt, aber wir haben viel geschafft und sind zufrieden. Nach einem Ankerbier dürfen wir beide die ganze Nacht schlafen.