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Raus aufs Meer

Mittwoch, 19.07.2017                   sonnig

Wir fahren um 09:40 aus dem Hafen und nehmen Kurs auf die Nordsee. Günter muss wieder einige geschäftliche Telefonate führen und hat auch am Laptop zu tun, wobei die Sonne doch sehr stark blendet.P1060006

Um 12:05 erreichen wir die Warteposition vor der Seeschleuse in Ijmuiden. Um 12:45 sind wir durch, und um 13:05 legen wir kurz in der Marina Ijmuiden an, um wieder nach Ersatzteilen zu suchen. Teile bekommen wir keine, aber Günter kann Zigaretten kaufen. Als dann noch ein Gewitter durchzieht, freuen wir uns im ruhigen Hafen unter Deck sitzen zu können. Um 14:10 fahren wir weiter. Als auf der Nordsee unser Kurs anliegt, bläst der Wind uns fast genau entgegen. Wir halten auf Katwijk zu, wo wir mit Kim, Christian, Elias und Justus zum „Winken“ verabredet sind. Um 16:45 hat der Wind so weit gedreht, dass wir unter Genua hoch am Wind segeln können. Wir genießen die himmlische Ruhe für eine Stunde, dann haben wir Katwijk erreicht. Dank Telefonkontakt und Christians Blinklampe machen wir die gesuchten Urlauber am Strand aus. Ich hatte erwartet näher an den Strand fahren zu können, aber weniger als 1,9 Meter Wassertiefe wollten wir nicht riskieren, und da waren wir noch sehr weit entfernt. Trotzdem das Highlight des Tages.

Jetzt nehmen wir direkten Kurs auf die Einfahrt zur Marina Scheveningen, vorbei an prächtigen Bauten. 05_IMG_360201_IMG_3601 Um 19:00 machen wir längsseits an einer anderen Fahrtenyacht fest. IMG_3606Wir machen noch einen Erkundungsspaziergang um den Hafen und essen unterwegs leckere Matjesbrötchen. Kochen gespart!

 

 

 

Start 2017

Am 15.07.2017 haben wir um kurz vor 08:00 vom Steg der Segler Vereinigung Krefeld 33 e. V. abgelegt. Eigentlich sollte es ja schon am 01. 07. losgehen, aber da waren die Vorbereitungen bei weitem nicht abgeschlossen.

Viele Mitglieder unserer Familien waren zur Verabschiedung zum Hafen gekommen, oder winkten mit großen Fahnen zum Abschied von der historischen Drehbrücke.

Wir fuhren zuerst den Rhein flussabwärts, dabei verhalf uns die Strömung zu einer Geschwindigkeit von 16 km/h über Grund. Hinter Emmerich ging es rechts ab in den Pannerdens Kanal und später nochmal rechts in die Ijssel. Das anvisierte Tagesziel Doesburg passierten wir bereits um 16:20, also fuhren wir weiter und machten schließlich um 19:30 im Hafen der Zeil- en Motorboot Vereinigung Deventer für die Nacht fest.

Am Sonntag fuhren wir ab 08:15 weiter die Ijssel hinunter und erreichten Kampen um 11:30. Um 14:50 kamen wir in der Deko Marine, Lelystad an, wo unser Mast lagerte. Der Rest des Tages gehörte der Bootspflege.

Montag, 17.07.2017 stellte die Firma CS Rigging bei traumhaftem Wetter unseren Mast mit neuen Wanten und Stagen, nachdem wir die Verankerungen im Rumpf installiert hatten. P1040990Die Fachleute waren um 12:00 fertig. Jetzt waren wir gefordert. Baum anbringen, Segel anschlagen. Fallen, Schoten und Reffleinen einziehen, Lazy Jacks befestigen, Kabel durchs Deck führen und anschließen. IMG_3584Bei der Inspektion des Mastes sah ich, dass die Fachleute versehentlich eine Bedienleine der Lazy Jacks zwischen Want und Mast eingeklemmt hatten. Die Nachbesserung wird uns wieder Zeit kosten. Mal sehen, wann die Herren Ihren Fehler beheben können.P1040996

Um 21:00 wollten wir uns bei Jan Goos, dem Restaurant im Hafen, ausruhen und essen, aber: „Montag Ruhetag“.  Schade! Es gab dann Nürnberger Rostbratwürste mit Nudel- und Kartoffelsalat an Bord. Auch lecker!

Dienstag, 18.07.2017      sonnig

Schon vor 09:00 kommt Herr Ruiters von CS Rigging und bemüht sich die eingeklemmte Leine zu „befreien“. Als das nicht gelingt, schneidet er das eingeklemmte Stück raus, und knotet die losen Enden aneinander. Ich meine, wie er, dass das plattgedrückte Seilstück keinen Einfluss auf die Funktionalität des Riggs haben sollte. Er bringt uns auf Nachfrage noch 20 Meter Ersatzleine, die wir bei Gelegenheit einziehen können.

Wir fahren fort, das Schiff seeklar zu machen, denn wir wollen heute noch einen Probeschlag, möglichst bis zur Nordseeküste machen. Dabei stellen wir fest, dass nun das Achterstag auf der Steuerbordseite deutlich loser ist als das an Backbord. Bevor wir uns selbst in das Trimmen des Riggs einmischen, rufen wir wieder Herrn Ruiters an, der sich nach eigener Aussage schon auf dem Weg in den Urlaub befindet. Ich kann ihn schließlich überzeugen um 12:00 noch mal für eine halbe Stunde vorbeizukommen. Danach ist seiner Meinung nach alles in Ordnung.

Wir räumen auf und verlassen tatsächlich um 12:45 als Segelschiff die Marina. Die ersten Segelversuche verlaufen problemlos. Es ist wenig Wind und wir gleiten über ruhiges Wasser bei Sonnenschein Richtung Amsterdam. Durch lange Wartezeiten vor den Brücken und Schleusen kommen wir auch nicht weiter. Um 20:20 machen wir im gut gefüllten Sixhaven, Amsterdam fest.18.07.

Ayamonte

Samstag, 02.09.2017                      sonnig

10:15  ziehen wir das Eisen an Bord und verlassen wie angeordnet den Ankerplatz. Wir wollten nicht erst auf den richtigen Wasserstand warten, und so haben wir ordentlich Gegenstrom, als wir um 11:25 die Ausfahrt der Lagune erreichen.

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Der Leuchtturm von Farol

Zwischen 12:00 und 13:15 segeln wir ein bisschen, aber das bringt uns dem Ziel kaum näher, also fahren wir unter Motor weiter. Bei der Einfahrt in den Guadiana, dem Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien, haben wir wieder die Strömung gegen uns, weil wir zu früh sind. Um 17:30 fällt unser Anker im Fluss vor Ayamonte. Mit dem Dingi fahren wir in den Yachthafen. Es gibt für Ankerlieger wieder keine Möglichkeit mit dem Beiboot anzulanden. Am Ende des Beckens fahren wir unter einer vierspurigen Straße durch. Hier finden wir einen Steg für kleine Boote. Ein bisschen klettern müssen wir zwar, aber wir gelangen in die Stadt.

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Kurz vor Hochwasser

Einziger Nachteil: bei Hochwasser können wir nicht wieder raus, aber wir haben ja Zeit.

Ayamonte gefällt uns sehr gut. Ich war bereits bei meinem ersten Besuch 2014 begeistert.

Auch Sonntag setzen wir wieder über. Heute sind nur wenige Geschäfte offen und die Stadt wirkt morgens etwas verlassen.

Nette Straßencafés und ein geöffneter Supermarkt sind für uns aber Grund genug.

Endlich geschafft!

01:00 Wir fahren in die „Kleine Schleuse“ Ijmuiden und folgen dem breiten Kanal Richtung Amsterdam. Das ist auch Nachts problemlos möglich. Um 04:00 durchfahren wir die Schleuse zum Marker Meer und um 07:55 die Houtrib Schleuse zum Ijsselmeer. 08:10 Wir legen am Meldesteg der Deko Marine bei Lelystad an. Wir haben es geschafft.

Track seit New York 4.189 nm.

Auf nach Holland

00:50 Wir nehmen Kurs auf Dunkerque, um dort zu tanken. 05:00 es regnet. Hier füllen wir unseren Tank an einer Automatentankstelle. Um 05:30 sind wir schon wieder unterwegs. Der Vormittag ist noch grau und nass, nachmittags wird es sonnig. Bei der Ausfahrt des Hafens Rotterdam treffen wir wieder auf viel Querverkehr, passen aber bei unveränderter Fahrt bequem durch eine Lücke zwischen den ausfahrenden Tankern. Dem AIS sei Dank.

Beamte & Kraftstoff

Wolkig. Sehr schwacher Westwind. Motorfahrt.

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Nachmittags nähert sich uns ein großes graues „Kriegsschiff“ und der französische Zoll meldet sich über Funk. Wir dürfen unsere Fahrt mit gleicher Geschwindigkeit fortsetzen. Dann folgen vielen Fragen zu unserem Schiff, der Besatzung und der Reise, und in mir keimt schon die Hoffnung, dass die Kontrolle mit dem Funkgespräch erledigt wäre, bis mein Gesprächspartner sagt: „Ok, dann kommen wir jetzt an Bord“. Drei Herren werden von einem vierten im Schlauchboot zur „Lucky“ gebracht. Die freundlichen Beamten schauen in alle Fächer und Schränke, stellen viele Fragen und füllen ihre Formulare aus. Am Schluss verabschieden sie sich und kehren zu ihrem Mutterschiff zurück. Alles OK.

23:00 Während ich schlafe beobachtet Lothar gewissenhaft das wiederholte Auftauchen und passieren schneller Fähren auf dem AIS-Bildschirm. Wir befinden uns jetzt vor Calais, hier ist viel Verkehr. Um 23:50 geht der Dieselmotor aus, der seit 15 Monaten sein Dienst ohne Mucken verrichtet hatte. Die Tankanzeige zeigte schon lange „leer“ an, aber mein 150 Liter Tank, konnte unmöglich leer sein. Den Widerspruch konnte ich am nächsten Tag aufklären: „Der Dieseltank fasst nur 120 l“. OK, wieder was gelernt. 25 l Kraftstoff waren schnell aus dem Reservekanister nachgefüllt, und ich versuchte die Leitungen zu entlüften, wie ich es schon oft nach dem Filterwechsel gemacht hatte, während Lothar beobachtete wie die Fähren um „das Hindernis“ herum steuerten. Ich hatte die Maschine noch nie „trocken“ gefahren, deshalb musste ich die Bedienungsanleitung des Volvo zur Hand nehmen, um nach einer geschlagenen Stunde den Motor wieder starten zu können. Viel gelernt!