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Durch den Dismal Swamp Canal nach Portsmouth

Montag, 07. Mai 2018

Um 07:30 starten wir während der Öffnung der Klappbrücken von Elizabeth City mit einigen anderen Booten unsere Tagesreise. Es ist ein sehr trüber, kalter Tag. Der Morgennebel geht manchmal in leichten Nieselregen über. Sonne sehen wir heute nicht.

Der Intra Coastel Waterway (ICW) Route II  zeigt sich heute schmaler als bisher, wir fahren ja auch auf der historischen Alternativroute, die nur von Sportfahrzeugen genutzt wird.

Um 10:15 kommen wir vor der ersten Schleuse, South Mills Lock an, die uns in den Dismal Swamp Canal hebt.

Allerdings ist die nächste Schleusung erst um 11:00. Bis wir die Schleuse und die im Verlauf folgende Klappbrücke passiert haben ist es schon 12:00. Der jetzt folgende Abschnitt ist meist schnurgerade, aber sehr schmal.P1080071

Der Wald reicht bis ans Ufer, wir sind immer auf der Hut, nicht mit dem Mast an die überhängenden Zweige zu stoßen.

12:30 fahren wir am Visitor Center des Kanals vorbei, sparen uns aber einen Aufenthalt, um heute noch Portsmouth zu erreichen.

Um 13:00 passieren wir die Grenze nach Virginia, das heißt, wir müssen uns heute Abend wieder telefonisch bei Customs und Border Protection melden.

15:10     Wir warten wieder vor einer Klappbrücke, dahinter folgt die Schleuse die den historischen Kanalabschnitt beendet. Ausfahrt 16:10.

16:50     Warten vor der Gilmerton Hwy Hebe- und der direkt davor kreuzenden Eisenbahn-Klappbrücke.

Es dauert zwei Stunden, bis uns hier geöffnet wird, aber jetzt sind es nur noch ungefähr fünf Meilen durch das riesige Hafengebiet von Portsmouth und Norfolk bis zu den kostenlosen Liegeplätzen am Fuß des Harbour Tower, einem Apartmenthaus am Westufer des Elizabeth River.20180508_113533Hier machen wir um 20:00 ganz in der Nähe der Olde Towne Portsmouth  fest. Ich bin durchgefroren und freue mich aufs Abendessen, was wir schnell zubereiten. Danach folgen wir der Einladung von Vanessa und Wayne, die ihre Windancer ganz in der Nähe festgemacht haben. IMG_5355Bei leckeren Rum-Drinks verbringen wir einen netten Abend zusammen.

Dienstag, 08. Mai 2018

Es ist immer noch trüb, nass und kalt. Wir laufen trotzdem ein wenig durch die Olde Town Portsmouth mit ihren wunderschönen Häusern. Es gibt etliche Restaurants, Cafés, Geschäfte und jede Menge Kirchen.

Ein schöner Ort. Zum Abendessen sind wir mit Vanessa und Wayne im Deutschen Biergarten verabredet. IMG_0905Wir haben viel Spaß.

Mittwoch, 09. Mai 2018

Endlich zeigt sich die Sonne wieder, es wird wärmer. Morgens fahren wir in die benachbarte Marina und tanken Diesel und Wasser. Nach der Rückkehr zu unserem kostenfreien Platz laufen wir zum Food Lion um unsere Lebensmittelvorräte zu ergänzen. Heute Abend werden wir mit unseren Freunden ein Abschiedsbier trinken und im Laufe der kommenden Nacht zum Endspurt nach New York aufbrechen. Mit etwas Glück sollten wir am Samstag bei Miss Liberty sein. Spätestens Dienstag wollen wir in Northport, bei Angela und Wilfried ankommen.

Elizabeth City , North Carolina

5. Mai 2018

Unser Tagesziel ist Elizabeth City, Harbor of Hospitality und liegt 76 Nm entfernt. Das ist eine lange Etappe, aber wir haben auf der Strecke kein anderes, attraktives Ziel entdeckt. Wir fahren um 06:00 los, um bei Tageslicht anzukommen. Die Fahrt verläuft recht eintönig.

Wir versuchen immer wieder den Wind zu nutzen, ohne Erfolg. Um 13:40 passieren wir die Swing Bridge am Alligator River, die sich ohne Anruf rechtzeitig für unsere Durchfahrt öffnet. Nach 13 stündiger Motorfahrt machen wir bei einem der kostenlosen Liegeplätze am Mariner’s Warf City Dock von Elizabeth City fest.

Abends gibt es ein leckeres Steak im Cypress Creek Grill.

06. Mai 2018

Gegen 04:00 beginnt es zu regnen, hatten wir lange nicht. In einer Regenpause gehe ich gegen 08:00 zum Visiter Center im Museum of Albermarle, das sonntags leider geschlossen ist, ebenso wie das Flour Girls Café and Bakery. Wir warten an Bord den wieder einsetzenden Regen ab, um 11:00 soll er enden.

11:00 Es schüttet wie aus Eimern.

14:00 Der Regen lässt endlich nach. Um 14:30 machen wir uns auf den Weg zum Food Lion. Zwei Meilen (die Landmeilen sind ja nur 1,6 km lang) sind uns ein willkommener Spaziergang. Nach dem Einkauf machen wir eine kleine Pause vor Ort und belohnen uns mit ein paar Cookies and Cream Muffins, dann laufen wir zurück.

19:00    Nach dem Abendessen denkt unser Stegnachbar Wayne laut über einen Besuch der hiesigen Brauerei nach. Uns gefällt die Idee, zu dritt ziehen wir los. Auch die Brauerei ist sonntags leider nicht geöffnet, aber an der Bar im Grouper‘s  verbringen einen netten Abend zusammen.

Morgen früh um 07:00 brechen wir gemeinsam zur Weiterfahrt nach Portsmouth/Norfolk auf.

Belhaven, North Carolina

04.Mai.2018

Morgens fahren wir erst mal mit dem Dinghi in die Marina und gönnen uns für 5,00 $ eine Dusche. Danach gibt es einen leckeren Kaffee mit Muffin im The Bean.

09:20     Auf unserem Weg nach Norden fahren wir heute nach Belhaven. Die Entfernung von 41 Nm ist ein angenehmes Tagespensum auf dem Intracoastal Waterway. Wir haben Glück mit der Windrichtung und brauchen während unserer Tagesreise von acht Stunden, weniger als drei, die Hilfe des Diesels. Die meiste Zeit gleiten wir lautlos über die absolut ruhige Wasseroberfläche. Wir ändern öfter die Besegelung. Dabei nutzen wir Genua und Blister, in der zweiten Stunde sogar beide zusammen.20180504_102501 Das Revier wechselt zwischen weiten Flächen und kanalähnlichen Passagen.

17:35     Wir ankern vor Belhaven.

Mit großem Appetit setzen wir sofort mit dem Dinghi über. An Land finden wir schnell The Tavern at Jack’s Neck.

Das Lokal sieht einladend aus und hält was es verspricht. Gute Wahl!

Darüber hinaus gibt es eigentlich nicht viel zu sehen in Belhaven. Zum Supermarkt sind es vier Meilen, und die Bäckerei ist bereits geschlossen. Wir fahren zurück zur Lucky.

Morgen werden wir sehr früh aufbrechen um eine längere Strecke zu schaffen.

Oriental, North Carolina

Donnerstag, 03.Mai 2018

Um 10:00 heben wir den Anker. Heute ist Oriental, NC unser Ziel. Die kleine Siedlung am Neuse River mit gut 600 Einwohnern habe ich bereits bei meinem ersten Besuch 2015  ins Herz geschlossen. Wir folgen einem sehr schönen Abschnitt des Intracoastel Waterways. Zeitweise säumen schicke Anwesen den Kanal, dann fahren wir wieder an wilden, natürlichen Ufern entlang.

Die günstige Windrichtung erlaubt uns, fast ein Drittel der Strecke zu segeln. Um 14:30 fahren wir in den Hafen von Oriental ein.20180503_142806 Leider sind die drei kostenlosen Liegeplätze für 48 Stunden Gäste bereits belegt, also kehren wir um und ankern vor der Einfahrt. Nach dem Ankerbier machen wir das Dinghi klar und setzen über. Nach einer kleinen Runde durch das gepflegte Wohngebiet gönnen wir uns erst mal ein leckeres Eis im The Bean dem Café am Hafen, und weil es so gut war, direkt noch eins.

Der weitere Spaziergang führt uns zu The Silos, einem urigen Kneipenrestaurant in zwei alten Silos.

Zu unserer Überraschung und Freude kostet heute, Donnerstags, leckeres Fassbier nur 1,00 $ pro Glas. Wir genießen die Atmosphäre, Bier und Onion Rings, ohne zu vergessen, dass wir auf dem Weg an einer kleinen Brauerei vorbeigekommen sind, die wir auf jeden Fall noch besichtigen wollen.

Als wir auf dem Rückweg die Gaststube der New Village Brewery betreten, haben wir zunächst das Gefühl, eine Familienfeier zu stören, werden aber freundlich aufgefordert einzutreten. Das ehemalige Wohnhaus ist kaum umgebaut. Der Schankraum befindet sich im „Wohnzimmer“, nebenan gibt es ein Zimmer mit Sofa, Kicker und Flipper. Auf der Straßenseite kann man auf der Terrasse in Schaukelstühlen sitzen, und hinter dem Haus liegt ein kleiner Biergarten. Idylle pur.

Es gibt eine große Auswahl spezieller Biersorten, wir fühlen uns richtig wohl.  Wir lernen Lili und Frank, die Eigentümer kennen und tauschen unsere Karten aus.

Zufrieden fahren wir abends zur Lucky zurück.

Beaufort, North Carolina

Mittwoch, 02.Mai 2018

Wie geplant, gehen wir um 02:00 morgens Anker auf und verlassen Wrightsville durch das Masonboro Inlet. Unser Ziel, Cape Lookout liegt ca. 70 Nm entfernt, der Kurs dorthin ist fast schnurgerade, ungefähre Richtung 70°. Was fehlt ist Wind zum Segeln. Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Strecke unter Motor in Angriff zu nehmen. Mir ist kalt, und ich bin müde. Um 04:00 krieche ich zurück in die Koje, Günter hat alles im Griff. Während ich fest schlafe, angelt er im Morgengrauen einen kleinen Thunfisch fürs Abendessen. Petri Dank!

Wir kommen um 14:00 beim Cape Lookout an, eine große geschützte Bucht eingerahmt von endlosen Sandstränden. Sicher sehr schön, was uns fehlt ist türkisfarbenes, kristallklares Wasser und 10° höhere Temperaturen.

Wir wenden, setzen die Genua und segeln zum 9,5 Nm entfernten Beaufort. Obwohl wir im Inlet wieder etwas Gegenstrom haben, kommen wir  ohne Motorunterstützung bis zum Taylor Creek, direkt vor der Stadt. Hier gehen wir um 16:25 vor Anker.20180502_183014

Beaufort ist ein sehr netter Ort, mit hübschen, alten Wohnhäusern, vielen Geschäften und Restaurants entlang der Front Street. Die Kleinstadt hatte im Jahr 2000 3.771 Einwohner und ist die drittälteste in North Carolina.

Die Bordküche bietet abends Thunfisch als Vorspeise, danach Hamburger.

Wrightsville

Montag, 30.04.2018

Nach dem Frühstück verholen wir uns wieder zur Tankstelle des Yachtclubs. Ein freundlicher Mitarbeiter nimmt die Leinen an und versorgt uns mit Diesel. Während des Tankens fragen wir nach einem Liegeplatz für einen Tag, weil wir Lucky gründlich entsalzen und Wäsche waschen wollen. Mit Bedauern teilt er uns mit, dass alle Plätze belegt bzw. reserviert seien, aber er hat nichts dagegen, wenn wir unser Schiff hier am Tankdock abspülen. Auch Waschmaschine und Trockner der Marina dürfen wir gegen eine geringe Gebühr benutzen und später können wir ja in der Nähe ankern.

Es ist ein herrlich sonniger Tag, wir machen uns sofort an die Arbeit. Während wir das Schiff „baden“, waschen wir drei Maschinen Wäsche. Da der Trockner noch belegt ist, hängen wir einen Teil an Bord auf.20180430_132200

Ein freundlicher Segler kommt vorbei, fragt uns, wie alle hier, wie es uns geht, und ob mit unserem Rigg und den Segeln alles in Ordnung wäre. Wir erzählen ihm, dass an unserer Genua eine kleine Reparatur gemacht werden müsste, erfahren, dass sein Name Jim ist und er bei einem Segelmacher arbeitet. Er bietet an, das Segel gleich mitzunehmen und Morgen Nachmittag repariert zurückzubringen. Wir nehmen dankend an und tauschen noch unsere Telefonnummern aus.

Es ist nach Mittag, als wir endlich die Leinen losmachen und mit geheißter Wäsche zum Ankerplatz zurück fahren. Kurz vor dem Erreichen der Stelle vom Morgen werden wir sanft, aber bestimmt durch eine Grundberührung zum Stehen gebracht. Die Ebbe hat seit heute Morgen 1,30 Meter Wassertiefe mitgenommen. Wir fahren zurück ins Fahrwasser und finden ein paar hundert Meter weiter, zwischen anderen Ankerliegern einen geeigneten Platz. Mit dem Dinghi geht es jetzt zurück zur Marina. Wir wollen uns an Land umsehen, Einkäufe machen und auf dem Rückweg Essen gehen. Ein kanadischer Segler hat mir den Weg zu einem Geschäftszentrum mit einem Supermarkt und einem Bootsausrüster beschrieben.

Die Beschreibung passt nicht immer genau, und wir laufen meilenweit, bis wir endlich einen Supermarkt finden. Es ist schön, wieder die freie Auswahl beim Einkaufen zu haben, allerdings müssen wir bei der Auswahl immer bedenken, dass wir alles meilenweit tragen müssen. Wir sind schon auf dem Weg zur Kasse, als mein Telefon klingelt. Es ist Jim, unser Segel ist schon fertig und er möchte es zurückbringen. Ich berichte, dass wir gerade im Supermarkt sind. „In welchem?“ „Food Lion.“ „Ok, ich hole Euch ab. Ich bin in 15 Minuten da.“

Das ist ja super, dann kann der Einkauf ja noch etwas größer werden. Fürs Abendessen nehmen wir zusätzlich noch ein Grillhähnchen mit, weil es ja jetzt kein Einkehren auf dem Rückweg gibt, wir aber inzwischen einen Bärenhunger haben. Den Bootsausrüster haben wir nicht gefunden. Schade, wäre wichtig gewesen.

Auf der Rückfahrt erzählt Jim, dass es noch einen anderen Supermarkt gibt, der wäre nur halb so weit entfernt gewesen. „Wir kommen gleich vorbei. Daneben ist West Marine, ein großer Bootsausrüster.“

Dankenswerterweise macht er auch hier noch einen Stopp, damit wir die benötigten Teile fürs Boot kaufen können. Beim Weiterfahren gibt er uns Tipps für die Reise. Wir sollen von hier unbedingt nach Cape Lookout fahren, dem „schönsten Ankerplatz der Welt“. Er wird auch am Donnerstag wieder dorthin segeln.

Mit dem schweren Segel und den Einkäufen liegt unser kleines Dinghi tief im Wasser, als wir zu Lucky zurückfahren. An Bord nehmen wir erst mal die restliche Wäsche ab, dann ziehen wir das reparierte Segel und neue Schoten ein, bevor wir endlich über das riesige Hähnchen herfallen. In Amerika ist alles größer. Die Reste reichen für ein üppiges Frühstück.

 

Dienstag, 01.Mai 2018

Wir bleiben heute noch hier. Um Cape Lookout zu erreichen, hätten wir schon in der Nacht losfahren müssen, wir wollen aber noch ein paar Besorgungen machen.

Nach einem leckeren Frühstück mit Hähnchen, Chiabatta und Kaffee machen wir uns wieder an die Arbeit. Im Masttop wird eine neue Rolle installiert, das neue Spinnakerfall eingezogen.

Dann fahren wir wieder an Land. Heute ist es ja nur noch halb so weit, bis zum Supermarkt. Es ist wieder sehr sonnig, und soll laut Vorhersage mit 26°, 5° wärmer werden als gestern. Unterwegs fällt uns heute am Wegesrand ein Brauhaus auf, in dem man unter zahlreichen Bieren aus eigener Herstellung wählen kann. Es ist schon so warm, dass wir statt auf der sonnigen Terrasse, an der Bar im klimatisierten Lokal Platz nehmen. Bei freundlicher Bedienung und einem Fernsehbericht über Fischen in Alaska verbringen wir eine angenehme Pause.

In den Geschäften machen wir keine „lebenswichtigen“ Einkäufe, aber das Laufen ist bitter nötig, schließlich waren wir gerade wieder fast eine Woche ununterbrochen an Bord.

Zurück auf Lucky lassen wir uns frischen Obstsalat schmecken, den wir morgens vorbereitet haben. Abends gibt es dicke Schweinekoteletts, mit Bratkartoffeln und Salat. Lecker!20180501_195010

In der kommenden Nacht werden wir lossegeln, um Morgen Nachmittag am „schönsten Ankerplatz der Welt“ zu sein.

Golfstrom

Donnerstag, 26.04.2018

12:30     Wir haben in der West End Marina auf Grand Bahama Island ausklariert und den Dieseltank aufgefüllt. Jetzt geht es Richtung USA weiter. Ich habe mir eine Karte des Golfstroms mit Richtung und  Stärke entlang der amerikanischen Küste angesehen, es allerdings versäumt, einen Screenshot zu speichern. Den Scheitelpunkt vor Georgia habe ich mir mit N 31° 00,000‘ und W 080° 00,000‘ gemerkt.

Wir segeln also bei gleichmäßigem Wind in nordwestlicher Richtung, bis fast zum 80. Längengrad, dabei werden wir nach und nach bereits von der Strömung nördlicher versetzt. Hier die Kurs- und Geschwindigkeitsentwicklung des ersten Tages:

15:30     300°         4,5 Kn

19:00     300°         5,8 Kn

20:00     310°         8,0 Kn

21:10     317°        8,5 Kn

22:10     340°       10,0 Kn

23:15     357°       10,5 Kn

23:30     358°       11,4 Kn

 

Freitag, 27.04.2018

06:00     Ruppige See      358°       9,0 Kn

07:00     Wir sind jetzt ungefähr in Höhe Canaveral

10:00                                    359°       10,0 Kn

13:00     Der Wind wird schwächer.          000°   6,0 Kn

14:00     Wir starten den Motor zur Unterstützung

15:15     Auf Höhe von St. Augustine bergen wir die Segel und motoren den Rest des Tages.20180427_195223Im Laufe des Abends ändere ich den Kurs in kleinen Schritten östlich. Wir nähern uns dem Scheitelpunkt vor Georgia

 

Samstag, 28.04.2018

00:30     Wir motoren immer noch.

01:00     Lassen den Scheitelpunkt 13 nm an Backbord liegen.

03:15     Segeln unter Genua. Dank Golfstrom mit 8,5 Kn.

05:15     Der Wind dreht. Segel geborgen. Weiter mit Maschine.

07:00     5,5 – 6,5 Kn

10:00     5,5 – 6,0 Kn        Leichter Gegenwind

10:20     5,0 Kn                 Offensichtlich haben wir den Golfstrom verloren.

13:00     4,8 Kn

14:15     Der Wind dreht, wir setzen die Segel, bringt aber kaum Geschwindigkeit. Unter diesen Voraussetzungen haben wir die Hoffnung aufgegeben Morehead City bei Beaufort zu erreichen, bevor stärkerer Gegenwind einsetzt. Wir steuern jetzt Cape Fear an, um Morgen in Willmington einzuklarieren.

18:00     Großsegel geborgen.

20:15     Motor aus. Segel unter Genua mit knapp 5,0 Kn.

22:20     023°       4,7 Kn

 

Sonntag, 29. April 2018

01:15     23°         5,2 Kn

06:15     Der Wind frischt auf, dreht aber auf Nord, da müssen wir jetzt hin. Wir bergen die Genua und starten den Motor.

08:45     Lucky stampft gegen Wind und Tide 2,0 Kn. Voraussichtliche Einfahrt bei Cape Fear 17:00

13:20     Einfahrt Cape Fear River. Ging dann doch schneller als erwartet, weil es etwas ruhiger wurde und wir die Motordrehzahl erhöht haben. Ich habe inzwischen mit der Zoll- und Einwanderungsbehörde telefoniert und unsere Ankunft avisiert. Der Beamte hat vorgeschlagen, dass wir dem Intracoastel Waterway Richtung Norden folgen sollen. Wir werden ihn dann in Wrightsville Beach, Willmington zum Einklarieren treffen. Erschrocken stelle ich nach dem Ende des Gesprächs fest, dass es bis zum Treffpunkt noch über 22 Nm sind. Hier im Fluss stehen uns allerdings wieder 3 Kn Ebbstrom entgegen, wir kommen also nur 3,5 Kn über Grund vorwärts. Es könnte Abend werden bis wir dort sind.

17:20     Der Gegenstrom hat nachgelassen wir fahren 6,5 Kn über Grund.

19:20     Wir machen an der Tankstelle des Seapath Yacht Clubs, Wrightville fest. Ich habe dem Officer der Einwanderungsbehörde unser Eintreffen angekündigt, nachdem ich am Telefon 15 Minuten lang seine Fragen beantwortet hatte. Er erscheint eine Viertelstunde später in der Marina. An Bord füllen Günter und ich zwei kleine Formulare für den Zoll aus, der Beamte stempelt unsere Pässe, und das war es auch schon. Wir sind legal in die USA eingereist.

Seit George Town, Exuma waren wir 5 Tage und 22 Stunden unterwegs und haben 812 Nm zurückgelegt.20180429_194727Von der Marina haben wir niemanden zu Gesicht bekommen. Nach dem Abendessen machen wir die Leinen wieder los und ankern 300 Meter entfernt im flachen Wasser vor sehr schönen alten Gebäuden. Morgen früh werden wir uns nach dem Tanken um einen Platz in der Marine bemühen. Wir müssen das Schiff entsalzen, Wäsche waschen und einkaufen.

Bye, bye Bahamas

Montag, 23.04.2018

Günter landet um kurz nach 12:00 auf George Town International Airport und fährt mit dem Taxi zum Dinghisteg hinter dem Supermarkt.  Dort hole ich ihn ab. Wir zapfen noch ein paar Kanister Wasser und setzen zur Lucky über. Mit dem Schiff segeln wir zum Ankerplatz unter dem Monument von Stocking Island, wo ich auch die letzten Tage gelegen habe.

Wir besprechen die Wettersituation und beschließen, trotz schwacher Windaussichten sobald wie möglich aufzubrechen. New York ruft.

Natürlich wollen wir uns vorher von den supernetten Freunden verabschieden, die auch hier vor Anker liegen, und so ist es 21:20 als unsere Fahrt beginnt. Nur mit der Genua segeln wir durch die Nacht. Wir wollen Bimini binnen zwei Tagen erreichen und dort ausklarieren.

 

Dienstag, 24.04.2018

Mit Wind von achtern kommen wir bei ruhiger See gut voran. Morgens wird der Wind schwächer, wir langsamer (3,5 kn). Um 10:30 fahren wir bei Hochwasser durch den Cut südlich von Cambridge Cay vom Exuma Sound auf die Exuma Bank. Der Wind wird immer schwächer. Wir probieren verschiedene Besegelungen aus, und ab und zu muss auch der Motor helfen.

Um 19:10 nähert sich ein Marineschiff. Wenig später kommt von dort ein Schlauchboot mit vierköpfiger Besatzung zur Lucky. Ein Beamter und seine bildhübsche Kollegin kommen an Bord, stellen ein paar Fragen zu unserer Reise und überprüfen unsere Papiere. Sie füllt ein Formular aus. Er schaut sich flüchtig unter Deck um. Nein, wir sind keine Drogenschmuggler, dürfen weiterfahren.  Gute Reise.

Um 20:30 stellt sich wieder leichter, gleichmäßiger Segelwind ein.

 

Mittwoch, 25.04.2018

02:00 wir segeln immer noch.

04:15 Wieder nähert sich ein Schiff der Marine, und wieder kommen vier Mann im Schlauchboot längsseits. P1080026Nach Vorlage des Protokolls vom ersten Besuch, nehmen die Herren diesmal Abstand von einem Besuch auf der Lucky und kehren zum Mutterschiff zurück.

Nach 05:00  muss wiederholt der Motor helfen um Lucky in Fahrt zu halten

7:00 Wir passieren das Süd-West Ende von New Providence, Goulding Cay.

08:00 Besuch von einem Gewitter mit starkem Regen, danach Flaute.P1080029

Wir machen noch ein paar Segelversuche, aber nach 13:20 läuft die Maschine erst mal durch. Unser Ziel haben wir geändert, wir  wollen jetzt nach dem Überqueren der Tongue of the Ocean, westlich des North-West-Shoal, direkt auf Grand Bahama Island (330°) zuhalten und Morgen dort ausklarieren. Den Wendepunkt erreichen wir um 15:50,  hier sind es noch 84 nm bis zu unserem Etappenziel auf Grand Bahama Island. Der Plotter errechnet eine voraussichtliche Ankunftszeit (ETA) von  08:30.

Der Wind kehrt nicht zurück, wir motoren in die Nacht.20180425_193439

 

Donnerstag, 26.04.2018

Es muss wohl am Tidenstrom liegen, dass wir im Laufe der Nacht immer langsamer werden. Macht nichts, kommen wir eben später an.

05:40 Der Wind kommt zurück, wir setzen die Segel. Lange habe wir keine Freude daran, bereits ab 08:00 läuft der Diesel wieder, diesmal passt die Windrichtung nicht mehr. Letztendlich kommen wir um 12:15 an der Tankstelle der West End Marina auf Grand Bahama Island an. Wir füllen unseren Dieseltank voll, und während Günter bezahlt klariere ich im Customs Office aus.

Um 12:30 sind wir schon wieder unterwegs. Bye, bye Bahamas.

Nächster Halt: USA.

Zurück nach George Town

Sonntag, 15.04.2018

Auch heute nehme ich es wieder mit dem Wind auf. Ich starte um 07:15 und lasse den Anker um 16.15 vor einem kleinen Strand südlich von Rock Sound fallen. Ich hatte sehr viel Wind, dem ich mit zweifach gerefftem Großsegel und kleiner Fock begegnet bin. Lucky ist prima gelaufen. Aus einer Strecke von ca. 15 nm wurden gesegelt 42.  Damit habe ich das südliche Ende von Eleuthera erreicht. Morgen mache ich den Schlag zurück zu den Exumas.

Montag, 16.04.2018

07:15 geht es los. Vor mir liegen 39 nm nach Highborne Cay, wenn alles glatt läuft.

Läuft es aber nicht. Kaum habe ich die Sandbänke von Eleuthera hinter mir gelassen und den Exuma Sound erreicht, dreht der Wind von Süd auf West. Da wollte ich eigentlich hin. Da es gleichzeitig lebhaft auffrischt, reffe ich die Segel und fahre nach Süd.

Um 11:00 öffnen sich die himmlischen Schleusen zum Wolkenbruch. Ich gehe unter Deck, es ist weit und breit kein anderes Schiff zu sehen.

11:50 es ist wieder trocken. Sehr schwacher Wind aus Süd-West, ich reffe aus und schleiche nach Süd-Ost.

13:00     Die Bewölkung lockert auf, ab und zu zeigt sich die Sonne.

14:20     Die nächste Attacke. Dunkle Wolken, Reffen, Böen, Regen . . . Winddrehung.

14:35     Kurs  Süd-West. Highborn Cay kann ich nicht mehr erreichen. Ich, bzw. der Wind ändert das Ziel auf das südlicher gelegene und weiter entfernte Halls Pond Cay. Die Einfahrt in die Exuma-Kette ist westlich dieser Insel sehr breit und kann auch bei Nacht angefahren werden. Ankerplätze finden sich direkt dahinter.

Der Wind wird nochmal sehr schwach, ich reffe aus. Im Laufe des Nachmittags gibt es ein paar Tropfen Regen, aber ab 17:00 segele ich bei gleichmäßigem Wind auf mein Ziel zu.

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Versöhnlicher Tagesausklang

20:00     Ich habe die Einfahrt (Cut) erreicht. Es ist bereits dunkel, ich steuere ausschließlich nach der elektronischen Seekarte.

20:45     Ich ankere östlich der winzigen Insel Sandy Cay, 24° 20,265‘ N, 076° 35,492‘ W

Gute Nacht!

 

Dienstag, 17.04.2018

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Eines von vielen „Sandy Cays“

Es ist etwas kühler geworden, als ich um 07:30 den Anker aus dem Sand ziehe und die Genua ausrolle. Ein schöner gleichmäßiger Wind aus dem nördlichen Quadranten schiebt mich zum 19 nm entfernten Black Point. Unterwegs ist es durchweg sonnig und warm. Um 12:30 komme ich an.

Nachmittags fülle ich den Wassertank mit Kanistern auf, die ich bei der Zapfstelle befülle.

 

Mittwoch, 18.04.2018

Nach George Town sind es von hier aus 52 nm. Die Tide passt heute an den relevanten Stellen, und wenn der Wind mich unterstützt, sollte das an einem Tag zu schaffen sein. Wenn nicht, suche ich mir unterwegs einen schönen Platz für die Nacht.P1080017

Um 06:25 ziehe ich den Anker hoch und rolle die Genua aus. Eine Viertelstunde später steht auch das Groß, ich segele gemütlich an der Leeküste der Exumas entlang.

Um 09:50 quere ich die Inselkette durch den Farmers Cay Cut und setze die Reise auf der Luv- also der Ostseite der Inseln fort. Hoch am stabilen Ostwind (15-20 kn) macht Lucky meist zwischen fünf und sechs kn. Dabei scheint die Sonne, das Meer ist relativ ruhig. Kurz, Champagnersegeln.

Ich kann mein Glück kaum fassen, der Wind steht durch. Am Nachmittag muss ich sogar die Segel etwas reffen, aber es bleibt angenehm.

Um 17:10 erreiche ich unter Segeln die Stelle, von der ich am 29.03. losgesegelt bin, Stocking Harbour, gegenüber Georgetown. Das war eine schöne Reise durch die Bahamas, und ich habe wieder nur einen ganz kleinen Teil des Inselstaates gesehen.P1080021

Ich freue mich, dass mein reparierter Mitsegler am Montag (23.04.) wieder an Bord kommt.

Governors Harbour

Samstag, 14.04.2018

Das heutige Tagesziel liegt nur 5,7 nm entfernt, aber wieder genau im Wind.  Ich breche um 07:45 auf, um zeitig dort zu sein. Mein Anker fällt um 10:45 nach 14 gesegelten Meilen. 14APR18_1636_00a

Hier liegt bereits die Worlddancer, Balou kommt gegen 14:00 an.

Ein freundlicher Amerikaner hat mir in der tollen Wäscherei in Black Point erzählt, dass der „weltbeste“ Waschsalon in Governors Harbour auf Eleuthera steht. Ich packe Wäsche und Müll ins Dinghi und fahre an den flachen Strand. Den Müll werde ich sofort los, zur Laundry muss ich ein Stück laufen. Der Segler hat nicht übertrieben, ich finde eine blitzsaubere Einrichtung mit neuwertigen Maschinen.

Freundliche Damen stehen mit dem passenden Münzgeld bereit, es gibt sogar einen Tisch zum Zusammenlegen der Wäsche. Alles in Allem bin ich nach einer guten Stunde fertig.

Ich habe Appetit, deshalb kommt mir Sterlings Conch-Salat-Stand gerade recht. Ich bestelle mir eine Portion, und Sterling bereitet vor meinen Augen alles frisch zu. Zwiebel, Paprika, Tomate werden gehackt. Sogar die Riesenschnecke holt er aus einem Wasserbecken, zieht sie aus der Schale, entfernt was nicht in den Salat gehört und schneidet den Rest in kleine Stücke. Alles wird vermengt und gewürzt und anschließende in eine Plastikschale getürmt. Jetzt presst er noch den Saft einer Limette und etwas Orangensaft darüber.

Das Ergebnis schmeckt frisch, scharf, köstlich und macht bestimmt nicht dick.

Ich kaufe noch Eier im Lebensmittelmarkt und gehe zum Strand zurück.

Die Ebbe hat den Wasserstand fallen lassen, die Dinghis liegen auf dem Trocknen. Nicht weiter schlimm, ich ziehe mein Beiboot zwei Meter bis ins Wasser. Jetzt schwimmt es zwar, aber ich muss noch 50 m schieben, bis die Tiefe ausreicht, um den Außenborder abzuklappen. An Bord der Lucky stelle ich die Wäsche ab, dann fahre ich weiter zur Worlddancer. Es macht Spaß wieder mit Heike und Herwig zu plaudern.