Lagos

Montag, 21.08.2017                       sonnig

Früh um 07:20 heben wir den Anker und fahren raus aufs ölglatte Meer.

Es bleibt den ganzen Tag windstill. Auf der sonst unspektakulären Motorfahrt haben wir immer wieder Besuch von Delfinen.

Nachmittags passieren wir das Cabo de Sao Vincente P1060599und gehen um 18:25 vor dem Strand von Baleeira vor Anker. Hier lockt das klare, fast 23° warme Wasser zum ersten Bad im Meer, und ich gebe der Versuchung spontan nach. P1060606Es ist herrlich!

Dienstag, 22.08.2017                     sonnig und warm

Nach dem Ausschlafen machen wir uns um 10:15 auf den Weg nach Lagos, was nur noch drei Stunden entfernt liegt. Natürlich unter Motor. Deshalb laufen wir bei der Ankunft am Ziel zuerst mal wieder die Tankstelle an. Neben Diesel brauchen wir auch Wasser. Wir wollen die kommenden Tage vor dem Strand von Lagos ankern, um die Bordkasse zu entlasten. Noch während wir die Tanks füllen, kommt mein Freund Rüdi zum Steg und begrüßt uns. Große Freude auf beiden Seiten. Rüdi lebt meistens an Bord seiner Santa Maria, und die Algarve ist sein „Heimatrevier“ zwischen seinen Reisen. Erst im Juni kehrte er nach seiner fünften Atlantiküberquerung, die er diesmal alleine machte, hierher zurück.

Wir verabreden, nach dem Ankern zur Santa Maria zu kommen. Wir haben viel zu erzählen und verbringen einen sehr netten Nachmittag an Bord. P1060614Abends gehen wir gemeinsam Essen und es ist bereits sehr spät als wir gut gelaunt mit dem Dingi zur Lucky zurückkehren.

Mittwoch, 23.08.2017                   sonnig und warm

Ich stehe um 07:30 auf und mache Kaffee. Um 8:00 wird Günter von seinem Handy geweckt. Während des geschäftlichen Anrufes wird er schnell hellwach.  Ich höre zwar nicht zu, aber es ist nicht zu überhören, dass es um ausstehende Zahlungen von säumigen Kunden geht. P1060620Günter führt seinerseits ein paar Anrufe. Mein Angebot, erst mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken, beantwortet er mit: „Ich hab hier längst den Kaffee auf.“

Schön ist, dass er nach „so einem Ausflug ins Büro“ ganz schnell wieder zur Bordroutine zurückkehrt und wir starten gut gelaunt in den Tag.

Wir beschließen zum Einkauf an Land zu fahren. Das heißt, ich fahre mit dem Dingi zur Tankstelle, um von dort zu laufen. Günter, unermüdlich auf körperliche Ertüchtigung aus, schwimmt zum Strand. Wir treffen uns auf dem Weg in den Ort.P1060615

Natürlich habe ich seine Kleidung und Schuhe dabei. Ich habe 2014 viele Wochen in Lagos verbracht, trotzdem lassen mich meine Ortskenntnisse etwas im Stich. Eine kleines Bistro zum frühstücken finden wir zwar schnell, aber auf dem Weg zu Aldi, machen wir doch einen gehörigen Umweg. Unterwegs erzählt mir Günter von seiner Landung am Strand: Er ist geschwommen, bist er an einem Mann vorbeikam, der, brusttief im Wasser stehend, gymnastische Übungen machte. Hier ließ auch er die Beine sinken und stellte sich in den Sand. Beim Luftholen schluckte er erst mal Salzwasser. Die Erklärung wurde sichtbar, als die Beiden das Wasser verließen. Der junge Mann war mit geschätzten 2,10 m gut 35 cm größer als er.

Mit schweren Rücksäcken kommen wir zurück zum Dingi und bringen die Beute erst mal an Bord der Lucky.

Hier steht die nächste Herausforderung an. Eva fliegt am Freitag nach Faro, um Günter hier zu besuchen. Er muss sich noch um den Transfer von Faro nach Lagos kümmern. Ich weiß, dass ich 2014 unter 20 € für einen Shuttlebus bezahlt habe, kann mich aber nicht an den Name des Unternehmens erinnern. Günter recherchiert im Netz, findet einen passenden Service und gibt nach und nach die gewünschten Daten ein. Dabei sind die Antwortzeiten im WWW endlos lang. Nach gefühlt einer Stunde hat er die finale Seite erreicht. Auf den letzten Bestätigungsklick erhält er die Antwort: „Ihre Buchung war nicht erfolgreich. Bitte versuchen Sie es später erneut.“ Ich sehe schwarze Zorneswolken über seinem Kopf aufsteigen, aber nach einer Zigarettenpause und einem Bier startet er von vorn. Mit den inzwischen bereitliegenden Daten und blitzschnellen Antwortzeiten erfolgt die Buchung diesmal binnen weniger Minuten. Eva kann kommen   . . . und auch der Rücktransport ist gesichert.

Wir steigen wieder ins Dingi und setzen nochmal zu Stadt über. diesmal schlendern wir durch die Altstadt, die uns mit ihren engen Gassen, unzähligen Geschäften und Restaurants sehr gut gefällt.

Zum Abendessen bereiten wir zum ersten Mal einen Kraken (Tintenfisch, Pulpo) zu, den wir tiefgefroren bei Aldi erstanden haben.P1060621 Ich bin selbst überrascht, von dem köstlichen Ergebnis.

Ruhige Fahrt nach Sines

Sonntag, 20.08.2017       sonnig  windstill

Wir genießen unser erstes Frühstück im sonnigen Cockpit.P1060561

Um 09:30 verlassen wir die Bucht mit Ziel Sines.P1060563 Wir unternehmen unterwegs ein paar Versuche zu segeln, aber länger als eine halbe Stunde hält der Wind nie durch. Dafür widmen wir uns ausgiebig unserem täglichen Sportprogramm.

Um 13:15 passieren wir das Cabo Espichel.P1060572

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Kleiner Snack zwischendurch.

Kurz vor dem Ziel besucht uns eine Gruppe Delfine bei völlig glatter See.

Um 19:30 fällt der Anker in der Bucht vor Sines.P1060582

Weiter nach Lissabon

Donnerstag, 17.08.2017               sonnig

Um 08:45 verholen wir uns zur Tankstelle der Marina und füllen unseren Dieselvorrat auf.  Um 09:20 legen wir dort ab mit Ziel Figueira da Foz.P1060525 Eine halbe Stunde später stehen die Segel. Zuerst ist wenig Wind, aber ab 11:00 segeln wir ohne Motorunterstützung unter Großsegel und Genua. Um 12:45 tauschen wir die Genua gegen unser Leichtwindsegel.

13:50 Trotz Sonnenschein ist es wieder sehr kalt. Wir genehmigen uns einen Grog. Am Nachmittag nimmt der Wind wieder zu und wir kehren zur Standardbesegelung zurück. Und plötzlich ist auch der Nebel wieder da. Jetzt wird es richtig nass und kalt. Ungeachtet der Kälte haben wir beschlossen Figueira da Foz nicht anzulaufen und bis Cascais vor Lissabon durchzufahren.

20:45 Schwacher Wind, wir starten den Motor und fahren in die nasskalte Nacht.

Freitag, 18.08.2017         Diesig

03:45 Günter rollt die Genua aus und stoppt die Maschine. Während meiner Wache von 04:00 bis 08:00 nimmt der Nebel wieder zu. Um 08:15 können wir bei wenig Wind in Ruhe frühstücken, danach lege ich mich in die Koje.

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Günter hat wieder Nebel

Als ich um 12:00 ins Cockpit zurückkehre, hat Günter das Vorsegel bereits zweimal gerefft. Wir stehen kurz vor dem Cabo Riso. Es bläst jetzt mit bis zu 35 kn aus Nord, der Nebel löst sich auf. Wir runden das Kap, und eine Stunde später wird es ruhig. Zum ersten Mal weht ein warmer Wind von der Küste zu uns herüber. Herrlich!

13:40 Wir liegen in der Bucht von Cascais vor Anker. P1060560Es ist warm. Wir machen das Dingi klar und setzen für einen Bummel durch den schönen Ort über.

Samstag, 19.08.2017      Sonnig und warm

Mit dem Zug fahren wir entlang der Küste nach Lissabon. Hier folgt zuerst eine Yellow Bus Tour, und dann wandern wir durch die schöne Innenstadt.

Porto

Montag, 14.08.2017       Nebel, später diesig, nachmittags etwas Sonne.

Wir stehen um 08:00 auf und sehen uns von dichtem Nebel umgeben. Als wir um 10:30 den Hafen verlassen, haben wir ca. 300 m Sicht. P1060401Wir halten sehr gründlich Ausguck auf unserer Motorfahrt nach Porto. Auf dem Bildschirm sehen wir Fischer in sicherem Abstand passieren. Einer fährt mit 400 m Abstand vorüber, ist aber im Nebel nur schemenhaft auszumachen. Es sind zum Glück nur 17 nm bis zum Ziel. Um 13:30 fahren wir in die Douro Marina in Afurada, gegenüber von Porto ein. An den modernen Yachthafen grenzt das Fischerdorf Afurada de Baixa.P1060404 Hier gibt es kleine Geschäfte und Restaurants. Sardinen und andere Fische werden auf offener Straße vor den Lokalen gegrillt.

P1060425Nach einem kilometerlangen Spaziergang am Ufer des Rio Duoro zur Altstadt von Porto und zurück, lassen wir uns abends auch mal wieder bewirten. Es schmeckt großartig.

Dienstag, 15.08.2017

Um 09.35 kommen wir vom Duschen zurück und finden im Cockpit vier frische Brötchen. Das ist hier so üblich und im Liegegeld enthalten, hatte mir die freundliche Dame beim Einchecken bereits mitgeteilt.

Gestern haben wir schon Tickets für den Yellow Bus gekauft, mit dem wir nun zwei Tage lang Stadtrundfahrten machen können.

Um 10:00 setzten wir mit einer Fähre wieder im Nebel über den Rio Duoro und besteigen auf der anderen Seite den Bus. Während der Fahrt erhalten wir jede Menge Information über die Stadt Porto und sehen viele der imposanten Gebäude.

Porto ist eine wirklich schöne, alte Stadt, ganz bestimmt sehenswert, aber die Menge der Touristen, die sich verständlicherweise dafür interessiert, hat unseren Spaß doch erheblich getrübt.

 

Mittwoch, 16.08.2017    sonnig

Schon als wir  aufstehen strahlt der Himmel in wunderbarem blau.P1060476Wir frühstücken gemütlich und machen uns auf, zur nächsten Runde durch die Stadt. Yellow Bus kutschiert uns heute durch die Innenstadt von Porto. Wir sehen wieder viele beeindruckende Gebäude und erfreuen uns auf dem Oberdeck an dem herrlichen Wetter.

Nachmittags machen wir einen Spaziergang zu Churchills Weinkeller und genießen eine Portweinprobe mit Führung durch die Fasskeller.

Anschließend wandern wir mit unserer Beute zurück zur Marina. P1060524Zum Abendessen wollen wir uns wieder einladen. Morgen fahren wir weiter nach Süden. Figueira da Foz könnte der nächste Hafen sein.

Der Weg nach Porto

Freitag, 11.08.017    sonnig

Um 06:30 machen wir im Real Club Nautico, La Coruna die Leinen los. Unser Ziel ist die Bucht hinter dem Kap Finisterre. Der Wind schläft noch, deshalb schiebt uns die ersten drei Stunden der Diesel. Wir passieren den HerkulesturmP1060372 (Weltkulturerbe: Ältester Leuchtturm der Welt) während es langsam hell wird.

Um 09:40 hat der Wind genug Kraft die Segel zu blähen. Anfangs fallen die Tücher wegen der starken Dünung noch ab und zu ein, aber mit der Zeit segeln wir stabil unseren Kurs. Nachdem wir an der  Isla la Malente vorbei sind (10:50), fahren wir nur noch mit dem Vorsegel, welches wir für besseren Stand ausbaumen. P1060375Spätmachmittag nehmen wir den Baum weg und reffen das Segel, weil der Wind wieder kräftig aufbrist. Unter dem jetzt sehr kleinen Vorsegel passieren wir gegen 18:00 das Kap Finisterre. P1060383Wir kreuzen von hier aus noch über eine Stunde in die Bucht auf. Um 19:40 fällt der Anker vor einem leeren Strand nahe Finisterre. Es war ein Tag mit hohem Segelanteil, fast immer sonnig, aber sehr kalt. Mittags  hatten wir eine heiße Suppe, als Nachtisch heiße Schokolade, nachmittags einen Grog, und zum Abendessen Sauerkraut mit Schweinshaxe und Kartoffelpüree. Viva Espana!P1060392

 

Samstag, 12.08.2017      sonnig

Um 08:00 hieven wir den Anker und gleiten mit achterlichem Wind aus der Bucht. Das ruhige Wasser erlaubt uns in Ruhe zu frühstücken. Um 10:15 müssen wir sogar den Motor zur Hilfe nehmen, weil der Wind schwach wird. Wir machen um 15:30 noch mal einen Versuch zu segeln, aber ab 16:30 muss der Motor wieder ran. Die Vorhersage hatte uns viel Wind versprochen, aber der Tag bleibt ruhig. Um 18:00 ankern wir in der Bucht vor Bayona. 20170812_203915Es ist wärmer geworden. Mit dem Dingi setzen wir über und schlendern ein bisschen an der Promenade entlang. Wir laufen bis zum gut besuchten Badestrand und kehren dort um.IMG_3759 Auf dem Rückweg suchen wir eine kleine Kneipe an der Promenade auf. „Kleines Bierchen, bevor wir uns an Bord Nudeln kochen.“ Mit den bestellten Bieren kommt als Zugabe eine Schüssel Chips und ein Teller mit zwei gerösteten Weissbrotscheiben, darauf gebratenes Hackfleisch und eine zerlaufene Scheibe Käse. Ist wohl „Happy Hour“. Wir lassen uns die Häppchen schmecken, und da man auf einem Bein schlecht steht, bestellen wir zwei weitere Bier. Diesmal gibt es eine Schale Erdnüsse dazu und wieder die Brotscheiben, diesmal ist unter dem zerlaufenen Käse eine Scheibe Chorizo. Zur dritten Runde reicht man uns die gleichen Schnittchen wie zur ersten.

. . .  Das Nudeln kochen hat sich erledigt.

Auf dem Weg zum Dingi finden wir noch ein sehr hübsches, verwinkelten Altstadtviertel mit zahlreichen Restaurants, aber wir sind satt.

 

Sonntag, 13.08.2017       Sonnig

Es ist 08:00 als wir „Anker auf“ gehen. P1060393aP1060394Wir fahren langsam aus der Bucht und richten unseren Kurs zuerst nach West, später nach Süden. Um den leichten Nordwind zu nutzen haben wir bald das Großsegel und die Genua gesetzt. Allerdings lässt die Windkraft schnell nach und wir wollen unseren Gennaker setzen. Noch während der Vorbereitungen dreht der Wind um 180°, und bläst uns nun sanft entgegen. Wir brechen die Aktion ab, lassen das Großsegel stehen und starten den Diesel.

Mittags scheint der Wind von Richtung und Stärke her wieder ganz brauchbar. Wir trimmen das Groß-, setzen das Vorsegel und schalten den Motor ab. Nach einer Viertelstunde hat sich unsere Geschwindigkeit bei 2,5 kn eingependelt. Das reicht dann doch nicht. Wir packen die Segel ein und erreichen nach weiteren zwei Stunden Motorfahrt um 17:00 die Marina von Povoa de Varzim.

Der Spaziergang zum Ortskern, der fast eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt ist, lohnt sich für uns nicht wirklich. Wir finden nichts, was uns gefällt, abgesehen von einem Supermarkt, wo wir unsere Vorräte ergänzen können. Gegessen wird an Bord. Heute gibt es Tomatensalat mit Thunfisch

Morgen sollten wir nach kurzer Fahrt Porto erreichen

La Coruna

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Donnerstag, 10.08.2017                    sonnig

Vier Tage in dieser schönen Stadt in Galizien sind schnell vergangen. Bei unserer Ankunft wurden wir immer noch nicht mit sommerlichen Temperaturen verwöhnt,P1060300 aber wir waren ja sowieso größtenteils mit Instandsetzung, Wartung und Fehlersuche beschäftigt.

Dank Anti Gilb strahlt LUCKY wieder weiß.

Auf unseren langen Spaziergängen auf der Suche nach Ersatzteilen haben wir auch viel von der Stadt gesehen.

Ein Segelmacher hat die Nähte unseres Biminis (Sonnendach) und der Sprayhood für einen guten Preis nachgenäht. Heute konnten wir alles wieder montieren, Morgen wollen wir weiter zum Kap Finisterre. Das Wetter ist inzwischen sehr sonnig, aber wir empfinden den Wind immer noch als kalt. Nach Sonnenuntergang brauchen wir eine Jacke.

Die Hafengebühren belasten die Bordkasse, also werden wir in Zukunft öfter ankern. Deshalb haben wir die Schläuche an unser Dingi montiert, das Beiboot mit Außenborder im Hafen getestet,

und den Anker überprüft.P1060370

Im Morgengrauen brechen wir auf.

Biskaya

Freitag, 04.08.2017         bedeckt, später sonnig

Wir nutzen noch mal die Möglichkeit ausgiebig zu duschen, frühstücken in Ruhe und verholen uns um 10:15 zur Tankstelle. Wir müssen etwas warten, und so ist es 11:00, als wir den Hafen verlassen. Vor uns liegen knapp 340 nm bis La Coruna. Der Wind soll schwach bis mäßig sein, aber seine Richtung sollte passen. Die ersten fünf Stunden motoren wir noch in Landnähe, vorbei an verschiedenen Untiefen und Leuchttürmen, bevor wir offenes Wasser erreichen.P1060266

Um 17:00 schalten wir den Motor ab und fahren unter Großsegel und Genua  hoch am Wind. Der Wind passt immer besser, und ab 18:00 können wir direkt auf unser Ziel zu halten.

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Da kommen wir her, . .
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. . . und ich denke, da müssen wir hin.

 

 

 

 

 

 

 

 

Um 18:50 sichten wir die ersten Delfine auf unserer Reise, sie sind nicht sehr groß und haben weiße Bäuche. Im Laufe des Abends tauchen immer wieder einige Exemplare der hübschen Tiere auf.

Um 19:45 essen wir eine Haxe (vorgegart) aus dem Backofen, dazu Bratkartoffeln. Lecker!

Meine erste Wache geht bis Mitternacht, dann löst Günter mich ab.

 

Samstag, 05.08.2017      Wolkig mit großen Lücken, später wieder sonnig

 

Wir segeln die ganze Nacht zielgerichtet, aber am Vormittag lässt der Wind nach und die Segel fallen ein. Da wir noch ungeübt sind, brauchen wir mehr als eine Stunde um unseren Blister (auch Gennaker genannt) zu setzen. P1060293Leider bringt das nicht den gewünschten Erfolg. Auch das Leichtwindsegel fällt ein und bringt uns kaum über zwei Knoten. So arbeitet ab 14:15 wieder der Diesel. Durch die bisher gesegelte Strecke, würde der Treibstoffvorrat jetzt zu Not sogar bis zum Ziel reichen.

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In Vorfreude auf die Spanische Sonne setzen wir frühzeitig die Spanische Gastlandflagge

Um 19:00 kochen wir zur Abwechslung mal Spaghetti. Köstlich, mit den leckeren Pesti von Dagmars Feinkost. Ab 20:00 segeln wir wieder unter Vollzeug, zuerst mit wenig Wind, der dann aber ganz brauchbar wird.

Sonntag, 06.08.2017       sonnig

Um 01:00 berge ich die Genua, die vom Großsegel abgedeckt, keine Leistung mehr bringt. Nur unter Groß segeln wir vor dem Wind in einen sonnigen, aber weiter kühlen Vormittag. Mittags tauschen wir Großsgel gegen Genua, um leichter auf den im Laufe des Tage zunehmenden Wind reagieren zu können. Am Nachmittag, so gegen 15:00 freuen wir uns schon, dass wir die Biskaya beinahe geschafft haben und das, mit einem erstaunlich hohen Segelanteil. Unsere Ankunft wird vom Plotter bereits mit 06:00 am nächsten Morgen berechnet. Der Wind bläst gleichmäßig. Die See ist ruhig.

Um 16:00 brist es auf und wir verkleinern unsere Segelfläche. Offensichtlich haben wir uns zu früh über die entspannte Überquerung der Biskaya gefreut. Jetzt will uns Rasmus scheinbar zeigen, wer hier der Herr im Haus ist. Keine halbe Stunde später drehen wir das Segel ins zweite Reff. Hohe Wellen bauen sich auf, und es zeigen sich erste Schaumkronen auf dem Wasser. Kurz, es ist vorbei mit der Ruhe. Um 18:00 erleben wir den vorläufigen Höhepunkt mit Windböen über 30 kn. Der Wind neigt Lucky in Zusammenarbeit mit den Wellen, die jetzt abwechselnd von hinten und backbord kommen, immer wieder stark zur Seite, nicht gefährlich, aber äußerst ungemütlich. Wir verkleinern das Segel weiter, bis nur noch knapp 5 m² stehen. Selbst unter dieser Minimalbesegelung fahren wir noch mit gut 7 kn unserem Ziel entgegen. Die Ankunftszeit rechnet der Plotter zeitweise auf 02:00 herunter.

Das Abendessen verschieben wir erst mal, bis es um 22:00 tatsächlich etwas ruhiger wird.

Es gibt frisch aufgebackene Brötchen, dazu Hering in Tomatensauce.

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Über den Bildschirm beobachten wir unsere Fahrt auf der Seekarte.

Montag, 07.08.2017

Es ist bereits nach Mitternacht, als wir unser Vorsegel zuerst halb und später ganz ausrollen können. Der Wind hat nachgelassen und wir wollen jetzt möglichst bald ankommen.

Um 01:00 haben wir die Bucht von La Coruna erreicht. Langsam wird die See ruhig.  Um 01:45 starten wir die Maschine, weil auch der Wind schwach geworden ist, und rollen das Segel ein. Mit Hilfe der elektronischen Seekarte finden wir die Einfahrt zum Real Club Nautico ohne Probleme.

Um 02:30 werden wir am Meldesteg von einem Mariniero empfangen, der uns einen Liegeplatz zuweist. Um 02:45 liegen wir festgemacht in einer Box und haben einen Schlüssel zur Hafenanlage und zu den Sanitäranlagen. Anmelden: Morgen im Büro.

Wir feiern unsere Ankunft mit einer Dose Bier im Cockpit. Darauf folgt ausgiebiges Duschen.

Gute Nacht!

Camaret Sur Mer

Montag, 31.07.2017       Sonnig

Nach dem Frühstück gehe ich noch mal kurz in den Ort, um kleine Besorgungen zu machen und dabei die letzten englischen Pfund unter die Leute zu bringen. Als ich zurückkomme hat Günter bereits die Backbord-Fallwinsch zerlegt und ist dabei, die Einzelteile zu reinigen. Ich mache mit, und nach einer Stunde sind alle Teile sauber, gefettet und wieder zusammengebaut.

Die Tide hat inzwischen den erforderlichen Wasserstand erreicht, und um 11:20 Ortszeit (12:20 MESZ) verlassen wir das Hafenbecken mit Ziel Camaret Sur Mer. P1060172Der kleine Ort liegt in der Bucht vor Brest und wir rechnen mit einer 24 stündigen Fahrt, vorwiegend unter Motor. Wir folgen dazu zuerst der Ostküste von Guernsey Richtung Süden und später der Südküste.

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Montagmittag: Günter ist auch heute im Büro sehr gefragt.

Danach fahren wir ca. 100 nm nach Südwesten zur Nord-West-Spitze von Frankreich. Es ist schwachwindig, aber uns läuft eine hohe Dünung entgegen. Für die Jahreszeit ist es sehr kalt. Gegen Abend wird die See unruhiger, deshalb begnügen wir uns zum Abendessen auch mit Nudeln. Dazu eine Dose Gulasch mit Chilischoten nachgewürzt. Das Feuer soll uns wärmen.

So gestärkt sitzt Günter bis 01:00 im Cockpit. Die See wird ruhiger. Über uns funkeln Millionen von Sternen.

Dienstag, 01.08.2017        sonnig

Ich leiste die Wache bis 05:00 und gehe danach bis 09:00 in die Koje. Es ist noch dunkel und jetzt wirklich sehr ruhig. Ich schlafe gut. Günter versucht derweil den Sonnenaufgang in verschiedenen Phasen festzuhalten und wird dabei von einem Regenschauer überrascht. IMG_3696Danach wird es aber wieder sonnig.

10:00 Wir frühstücken mit frischem Kaffee und einer Dose Baked Beans mit Brot. Lecker!

Um 12:40 ändern wir unseren Kurs auf Ost um in die Bucht von Brest einzufahren. Jetzt können wir nach 24 Stunden Motorfahrt die letzten 1 ½ Stunden doch noch segeln. Um 14:30 legen wir in Camaret Sur Mer an.

Nachmittags schlendern wir ein wenig durch den Ort,

und da wir in Frankreich am Meer sind, dürfen beim Abendessen die Austern nicht fehlen.

Danach etwas Leichtes: Muscheln und Salat.

Mittwoch, 02.08.2017                   Regen, Regen, Regen  . . und sehr viel Wind

Mein Wecker klingelt um 08:00. Draußen pfeift der Wind und der Regen prasselt aufs Deck. Warum sollte ich jetzt aufstehen?

11:30   Ich werde ohne Wecker wach. Günter hat Frühstück gemacht. Es duftet nach frischem Kaffee. Ein guter Grund aufzustehen, obwohl Wind und Regen immer noch den Ton angeben.

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Günters Zigaretten nach einer Nacht auf dem Cockpittisch

Geplant war für heute die Wartung der restlichen drei Winschen im Cockpit. Dort ist es aber nass, kalt und sehr windig. Wir müssen uns also unter Deck beschäftigen und machen uns an die Installation der automatischen Bilgenpumpe. Einbauen, Kabel einziehen und anschließen.

Während  ich die Schlauchverbindungen herstelle, arbeitet Günter wieder per Telefon in Deutschland.

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Der Probelauf ist vielversprechend, aber nach ausgiebigen Tests entpuppt sich die Pumpe als ungeeignet für unseren Zweck. Also bauen wir alles zurück auf die manuelle Version. Netter Versuch, aber so funktioniert es ja auch.

Es ist inzwischen 18:30, der Regen macht eine Pause, und damit wir heute mehr als nur die Duschen sehen, ziehen wir mal los zum Supermarkt. Wir brauchen Brot, und das Bier wird knapp.

Neben ein paar anderen Kleinigkeiten erstehen wir ein Dutzend Austern, als Vorspeise für unser Abendessen. Auf dem Rückweg zum Schiff werden wir wieder mit reichlich Regen bedacht.

Freudig bereiten wir das Essen zu. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.

 Es schmeckt herrlich!

Donnerstag, 03.08.2017                               Trocken

Es regnet nicht mehr,  ist aber immer noch sehr windig und recht frisch, als wir uns nach dem Frühstück wieder an die Wartung der Winschen machen.

Wir zerlegen die zweite Fallwinsch, und während ich die Einzelteile reinige, arbeitet Günter wieder im Büro. Gemeinsam fetten wir alle Lager und Zahnräder und bauen alles wieder zusammen. Obwohl seit 10:30 die Sonne scheint, ist uns bei der ca. einstündigen Aktion dermaßen kalt geworden, dass wir die Pflege der beiden verbleibenden Winden auf einen Tag unter spanischer Sonne verschieben.

Mit den neuesten Wetterdaten können wir unseren Plan, am Freitag zur Überquerung der Biskaya zu starten, bestätigen. Viel Wind werden wir nicht haben, aber wenigstens stimmt die Richtung.

Wir machen wieder einen Spaziergang,

dann scheibe ich den Bericht und Günter geht einkaufen.

Neben Bier, hat er auch wieder Austern gekauft und macht sich sofort an die Zubereitung.

Wir genießen die herrliche Vorspeise. Als Hauptgericht kochen wir uns Spaghetti mit einer vegetarischen Soße.

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Die Diät wirkt, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Morgen fahren wir weiter. Wir melden uns nächste Woche aus Spanien. Hoffentlich wird es dort endlich wärmer!