Freitag, 04.08.2017 bedeckt, später sonnig
Wir nutzen noch mal die Möglichkeit ausgiebig zu duschen, frühstücken in Ruhe und verholen uns um 10:15 zur Tankstelle. Wir müssen etwas warten, und so ist es 11:00, als wir den Hafen verlassen. Vor uns liegen knapp 340 nm bis La Coruna. Der Wind soll schwach bis mäßig sein, aber seine Richtung sollte passen. Die ersten fünf Stunden motoren wir noch in Landnähe, vorbei an verschiedenen Untiefen und Leuchttürmen, bevor wir offenes Wasser erreichen.
Um 17:00 schalten wir den Motor ab und fahren unter Großsegel und Genua hoch am Wind. Der Wind passt immer besser, und ab 18:00 können wir direkt auf unser Ziel zu halten.


Um 18:50 sichten wir die ersten Delfine auf unserer Reise, sie sind nicht sehr groß und haben weiße Bäuche. Im Laufe des Abends tauchen immer wieder einige Exemplare der hübschen Tiere auf.
Um 19:45 essen wir eine Haxe (vorgegart) aus dem Backofen, dazu Bratkartoffeln. Lecker!
Meine erste Wache geht bis Mitternacht, dann löst Günter mich ab.
Samstag, 05.08.2017 Wolkig mit großen Lücken, später wieder sonnig
Wir segeln die ganze Nacht zielgerichtet, aber am Vormittag lässt der Wind nach und die Segel fallen ein. Da wir noch ungeübt sind, brauchen wir mehr als eine Stunde um unseren Blister (auch Gennaker genannt) zu setzen.
Leider bringt das nicht den gewünschten Erfolg. Auch das Leichtwindsegel fällt ein und bringt uns kaum über zwei Knoten. So arbeitet ab 14:15 wieder der Diesel. Durch die bisher gesegelte Strecke, würde der Treibstoffvorrat jetzt zu Not sogar bis zum Ziel reichen.

Um 19:00 kochen wir zur Abwechslung mal Spaghetti. Köstlich, mit den leckeren Pesti von Dagmars Feinkost. Ab 20:00 segeln wir wieder unter Vollzeug, zuerst mit wenig Wind, der dann aber ganz brauchbar wird.
Sonntag, 06.08.2017 sonnig
Um 01:00 berge ich die Genua, die vom Großsegel abgedeckt, keine Leistung mehr bringt. Nur unter Groß segeln wir vor dem Wind in einen sonnigen, aber weiter kühlen Vormittag. Mittags tauschen wir Großsgel gegen Genua, um leichter auf den im Laufe des Tage zunehmenden Wind reagieren zu können. Am Nachmittag, so gegen 15:00 freuen wir uns schon, dass wir die Biskaya beinahe geschafft haben und das, mit einem erstaunlich hohen Segelanteil. Unsere Ankunft wird vom Plotter bereits mit 06:00 am nächsten Morgen berechnet. Der Wind bläst gleichmäßig. Die See ist ruhig.
Um 16:00 brist es auf und wir verkleinern unsere Segelfläche. Offensichtlich haben wir uns zu früh über die entspannte Überquerung der Biskaya gefreut. Jetzt will uns Rasmus scheinbar zeigen, wer hier der Herr im Haus ist. Keine halbe Stunde später drehen wir das Segel ins zweite Reff. Hohe Wellen bauen sich auf, und es zeigen sich erste Schaumkronen auf dem Wasser. Kurz, es ist vorbei mit der Ruhe. Um 18:00 erleben wir den vorläufigen Höhepunkt mit Windböen über 30 kn. Der Wind neigt Lucky in Zusammenarbeit mit den Wellen, die jetzt abwechselnd von hinten und backbord kommen, immer wieder stark zur Seite, nicht gefährlich, aber äußerst ungemütlich. Wir verkleinern das Segel weiter, bis nur noch knapp 5 m² stehen. Selbst unter dieser Minimalbesegelung fahren wir noch mit gut 7 kn unserem Ziel entgegen. Die Ankunftszeit rechnet der Plotter zeitweise auf 02:00 herunter.
Das Abendessen verschieben wir erst mal, bis es um 22:00 tatsächlich etwas ruhiger wird.
Es gibt frisch aufgebackene Brötchen, dazu Hering in Tomatensauce.

Montag, 07.08.2017
Es ist bereits nach Mitternacht, als wir unser Vorsegel zuerst halb und später ganz ausrollen können. Der Wind hat nachgelassen und wir wollen jetzt möglichst bald ankommen.
Um 01:00 haben wir die Bucht von La Coruna erreicht. Langsam wird die See ruhig. Um 01:45 starten wir die Maschine, weil auch der Wind schwach geworden ist, und rollen das Segel ein. Mit Hilfe der elektronischen Seekarte finden wir die Einfahrt zum Real Club Nautico ohne Probleme.
Um 02:30 werden wir am Meldesteg von einem Mariniero empfangen, der uns einen Liegeplatz zuweist. Um 02:45 liegen wir festgemacht in einer Box und haben einen Schlüssel zur Hafenanlage und zu den Sanitäranlagen. Anmelden: Morgen im Büro.
Wir feiern unsere Ankunft mit einer Dose Bier im Cockpit. Darauf folgt ausgiebiges Duschen.
Gute Nacht!