Montag, 31.07.2017 Sonnig
Nach dem Frühstück gehe ich noch mal kurz in den Ort, um kleine Besorgungen zu machen und dabei die letzten englischen Pfund unter die Leute zu bringen. Als ich zurückkomme hat Günter bereits die Backbord-Fallwinsch zerlegt und ist dabei, die Einzelteile zu reinigen. Ich mache mit, und nach einer Stunde sind alle Teile sauber, gefettet und wieder zusammengebaut.
Die Tide hat inzwischen den erforderlichen Wasserstand erreicht, und um 11:20 Ortszeit (12:20 MESZ) verlassen wir das Hafenbecken mit Ziel Camaret Sur Mer.
Der kleine Ort liegt in der Bucht vor Brest und wir rechnen mit einer 24 stündigen Fahrt, vorwiegend unter Motor. Wir folgen dazu zuerst der Ostküste von Guernsey Richtung Süden und später der Südküste.

Danach fahren wir ca. 100 nm nach Südwesten zur Nord-West-Spitze von Frankreich. Es ist schwachwindig, aber uns läuft eine hohe Dünung entgegen. Für die Jahreszeit ist es sehr kalt. Gegen Abend wird die See unruhiger, deshalb begnügen wir uns zum Abendessen auch mit Nudeln. Dazu eine Dose Gulasch mit Chilischoten nachgewürzt. Das Feuer soll uns wärmen.
So gestärkt sitzt Günter bis 01:00 im Cockpit. Die See wird ruhiger. Über uns funkeln Millionen von Sternen.
Dienstag, 01.08.2017 sonnig
Ich leiste die Wache bis 05:00 und gehe danach bis 09:00 in die Koje. Es ist noch dunkel und jetzt wirklich sehr ruhig. Ich schlafe gut. Günter versucht derweil den Sonnenaufgang in verschiedenen Phasen festzuhalten und wird dabei von einem Regenschauer überrascht.
Danach wird es aber wieder sonnig.
10:00 Wir frühstücken mit frischem Kaffee und einer Dose Baked Beans mit Brot. Lecker!
Um 12:40 ändern wir unseren Kurs auf Ost um in die Bucht von Brest einzufahren. Jetzt können wir nach 24 Stunden Motorfahrt die letzten 1 ½ Stunden doch noch segeln. Um 14:30 legen wir in Camaret Sur Mer an.
Nachmittags schlendern wir ein wenig durch den Ort,
und da wir in Frankreich am Meer sind, dürfen beim Abendessen die Austern nicht fehlen.
Danach etwas Leichtes: Muscheln und Salat.
Mittwoch, 02.08.2017 Regen, Regen, Regen . . und sehr viel Wind
Mein Wecker klingelt um 08:00. Draußen pfeift der Wind und der Regen prasselt aufs Deck. Warum sollte ich jetzt aufstehen?
11:30 Ich werde ohne Wecker wach. Günter hat Frühstück gemacht. Es duftet nach frischem Kaffee. Ein guter Grund aufzustehen, obwohl Wind und Regen immer noch den Ton angeben.

- Günters Zigaretten nach einer Nacht auf dem Cockpittisch
Geplant war für heute die Wartung der restlichen drei Winschen im Cockpit. Dort ist es aber nass, kalt und sehr windig. Wir müssen uns also unter Deck beschäftigen und machen uns an die Installation der automatischen Bilgenpumpe. Einbauen, Kabel einziehen und anschließen.
Während ich die Schlauchverbindungen herstelle, arbeitet Günter wieder per Telefon in Deutschland.

Der Probelauf ist vielversprechend, aber nach ausgiebigen Tests entpuppt sich die Pumpe als ungeeignet für unseren Zweck. Also bauen wir alles zurück auf die manuelle Version. Netter Versuch, aber so funktioniert es ja auch.
Es ist inzwischen 18:30, der Regen macht eine Pause, und damit wir heute mehr als nur die Duschen sehen, ziehen wir mal los zum Supermarkt. Wir brauchen Brot, und das Bier wird knapp.
Neben ein paar anderen Kleinigkeiten erstehen wir ein Dutzend Austern, als Vorspeise für unser Abendessen. Auf dem Rückweg zum Schiff werden wir wieder mit reichlich Regen bedacht.
Freudig bereiten wir das Essen zu. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.
Es schmeckt herrlich!
Donnerstag, 03.08.2017 Trocken
Es regnet nicht mehr, ist aber immer noch sehr windig und recht frisch, als wir uns nach dem Frühstück wieder an die Wartung der Winschen machen.
Wir zerlegen die zweite Fallwinsch, und während ich die Einzelteile reinige, arbeitet Günter wieder im Büro. Gemeinsam fetten wir alle Lager und Zahnräder und bauen alles wieder zusammen. Obwohl seit 10:30 die Sonne scheint, ist uns bei der ca. einstündigen Aktion dermaßen kalt geworden, dass wir die Pflege der beiden verbleibenden Winden auf einen Tag unter spanischer Sonne verschieben.
Mit den neuesten Wetterdaten können wir unseren Plan, am Freitag zur Überquerung der Biskaya zu starten, bestätigen. Viel Wind werden wir nicht haben, aber wenigstens stimmt die Richtung.
Wir machen wieder einen Spaziergang,
dann scheibe ich den Bericht und Günter geht einkaufen.
Neben Bier, hat er auch wieder Austern gekauft und macht sich sofort an die Zubereitung.
Wir genießen die herrliche Vorspeise. Als Hauptgericht kochen wir uns Spaghetti mit einer vegetarischen Soße.

Morgen fahren wir weiter. Wir melden uns nächste Woche aus Spanien. Hoffentlich wird es dort endlich wärmer!
„Spaghetti mit vegetarischer Soße“ haben wir schon als Kinder gegessen. Damals hieß das Gericht aber noch „Nudeln mit Ketchup“ 🙂
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Na dann viel Vergnügen in hoffentlich warmen Temperaturen Bernd
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