Lagos

Montag, 21.08.2017                       sonnig

Früh um 07:20 heben wir den Anker und fahren raus aufs ölglatte Meer.

Es bleibt den ganzen Tag windstill. Auf der sonst unspektakulären Motorfahrt haben wir immer wieder Besuch von Delfinen.

Nachmittags passieren wir das Cabo de Sao Vincente P1060599und gehen um 18:25 vor dem Strand von Baleeira vor Anker. Hier lockt das klare, fast 23° warme Wasser zum ersten Bad im Meer, und ich gebe der Versuchung spontan nach. P1060606Es ist herrlich!

Dienstag, 22.08.2017                     sonnig und warm

Nach dem Ausschlafen machen wir uns um 10:15 auf den Weg nach Lagos, was nur noch drei Stunden entfernt liegt. Natürlich unter Motor. Deshalb laufen wir bei der Ankunft am Ziel zuerst mal wieder die Tankstelle an. Neben Diesel brauchen wir auch Wasser. Wir wollen die kommenden Tage vor dem Strand von Lagos ankern, um die Bordkasse zu entlasten. Noch während wir die Tanks füllen, kommt mein Freund Rüdi zum Steg und begrüßt uns. Große Freude auf beiden Seiten. Rüdi lebt meistens an Bord seiner Santa Maria, und die Algarve ist sein „Heimatrevier“ zwischen seinen Reisen. Erst im Juni kehrte er nach seiner fünften Atlantiküberquerung, die er diesmal alleine machte, hierher zurück.

Wir verabreden, nach dem Ankern zur Santa Maria zu kommen. Wir haben viel zu erzählen und verbringen einen sehr netten Nachmittag an Bord. P1060614Abends gehen wir gemeinsam Essen und es ist bereits sehr spät als wir gut gelaunt mit dem Dingi zur Lucky zurückkehren.

Mittwoch, 23.08.2017                   sonnig und warm

Ich stehe um 07:30 auf und mache Kaffee. Um 8:00 wird Günter von seinem Handy geweckt. Während des geschäftlichen Anrufes wird er schnell hellwach.  Ich höre zwar nicht zu, aber es ist nicht zu überhören, dass es um ausstehende Zahlungen von säumigen Kunden geht. P1060620Günter führt seinerseits ein paar Anrufe. Mein Angebot, erst mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken, beantwortet er mit: „Ich hab hier längst den Kaffee auf.“

Schön ist, dass er nach „so einem Ausflug ins Büro“ ganz schnell wieder zur Bordroutine zurückkehrt und wir starten gut gelaunt in den Tag.

Wir beschließen zum Einkauf an Land zu fahren. Das heißt, ich fahre mit dem Dingi zur Tankstelle, um von dort zu laufen. Günter, unermüdlich auf körperliche Ertüchtigung aus, schwimmt zum Strand. Wir treffen uns auf dem Weg in den Ort.P1060615

Natürlich habe ich seine Kleidung und Schuhe dabei. Ich habe 2014 viele Wochen in Lagos verbracht, trotzdem lassen mich meine Ortskenntnisse etwas im Stich. Eine kleines Bistro zum frühstücken finden wir zwar schnell, aber auf dem Weg zu Aldi, machen wir doch einen gehörigen Umweg. Unterwegs erzählt mir Günter von seiner Landung am Strand: Er ist geschwommen, bist er an einem Mann vorbeikam, der, brusttief im Wasser stehend, gymnastische Übungen machte. Hier ließ auch er die Beine sinken und stellte sich in den Sand. Beim Luftholen schluckte er erst mal Salzwasser. Die Erklärung wurde sichtbar, als die Beiden das Wasser verließen. Der junge Mann war mit geschätzten 2,10 m gut 35 cm größer als er.

Mit schweren Rücksäcken kommen wir zurück zum Dingi und bringen die Beute erst mal an Bord der Lucky.

Hier steht die nächste Herausforderung an. Eva fliegt am Freitag nach Faro, um Günter hier zu besuchen. Er muss sich noch um den Transfer von Faro nach Lagos kümmern. Ich weiß, dass ich 2014 unter 20 € für einen Shuttlebus bezahlt habe, kann mich aber nicht an den Name des Unternehmens erinnern. Günter recherchiert im Netz, findet einen passenden Service und gibt nach und nach die gewünschten Daten ein. Dabei sind die Antwortzeiten im WWW endlos lang. Nach gefühlt einer Stunde hat er die finale Seite erreicht. Auf den letzten Bestätigungsklick erhält er die Antwort: „Ihre Buchung war nicht erfolgreich. Bitte versuchen Sie es später erneut.“ Ich sehe schwarze Zorneswolken über seinem Kopf aufsteigen, aber nach einer Zigarettenpause und einem Bier startet er von vorn. Mit den inzwischen bereitliegenden Daten und blitzschnellen Antwortzeiten erfolgt die Buchung diesmal binnen weniger Minuten. Eva kann kommen   . . . und auch der Rücktransport ist gesichert.

Wir steigen wieder ins Dingi und setzen nochmal zu Stadt über. diesmal schlendern wir durch die Altstadt, die uns mit ihren engen Gassen, unzähligen Geschäften und Restaurants sehr gut gefällt.

Zum Abendessen bereiten wir zum ersten Mal einen Kraken (Tintenfisch, Pulpo) zu, den wir tiefgefroren bei Aldi erstanden haben.P1060621 Ich bin selbst überrascht, von dem köstlichen Ergebnis.

2 Kommentare zu „Lagos

  1. Hallo Ihr beiden, schön, dass ihr schonmal gut soweit gekommen seid. Viel Glück weiterhin, Mat- und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser im Schiff… Jochen

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