Dienstag, 26.09.2017 bedeckt, warm
Sehr früh mache ich mich auf den Weg und lasse unsere große Gasflasche füllen. Danach hole ich frisches Obst und andere Kleinigkeiten, während Günter noch kleine Reparaturen vollendet und wieder Deck und Cockpit schrubbt. Der gelbe Staub lässt sich nicht einfach abspülen. Gegen Mittag checken wir aus.
Um 13:10 legen wir ab. Noch im Hafen setzen wir die Segel und fahren raus aufs Meer. Ungefähr eine Stunde schleichen wir bei äußerst schwachem Wind nach Süden. Dann bergen wir Großsegel und Genua und versuchen den letzten Windhauch mit dem Gennaker einzufangen.
Um 15:00 packen wir das Leichtwindsegel wieder ein. Zu mehr als 2,1 kn konnte es uns auch nicht verhelfen. Wir starten die Maschine und erreichen um 17:10 die nach Süden offene Bucht vor dem Playa de las Mujeres im Süden von Lanzarote. Hier ankern wir auf 6,5 m klarem Wasser über Sandgrund.
Wir haben großen Hunger. Eine halbe Stunde nach dem Ankern stehen die Spaghetti auf dem Tisch. Dank der telefonischen Beratung aus Deutschland wird der Tintenfisch heute viel zarter. Danke!
Mittwoch, 27.09.2017 sonnig
Nach einer ruhigen Nacht, können wir am Morgen sogar unseren Anker am Grund sehen. Günter geht schon vor dem Frühstück schwimmen.
11:30 Wir gehen Anker auf und nehmen Kurs auf Teneriffa.
11:45 Die Genua wird ausgerollt.
Wir segeln langsam entlang der Südküste Lanzarotes.
13:30 Bei beständigem Nordwind setzten wir das Großsegel dazu.
Es wird ein herrlicher Tag ohne Störungen. Günter findet unterwegs Zeit seinen Kopf zu rasieren. Ich baue eine neue Leselampe im Vorschiff ein. Abends braten wir Fischfilets, dazu gibt es Kartoffeln und Salat. Nach dem Essen segeln wir in eine ruhige Nacht.
Donnerstag, 28.09.2017 teilweise bedeckt
Um 02:50 verlässt uns der Wind. Günter startet die Maschine und packt die Segel ein. 08:25 Der Wind ist zurück. Ich setze die Segel. Um 10:45 brist es nochmal kräftig auf. Wir nehmen das Großsegel weg und lassen uns auf den letzten Meilen allein von der Genua ziehen. Bei der Annäherung an die Insel, fällt uns eine Vielzahl von Ölbohrinseln auf, die vor der Nord-Ost-Küste von Teneriffa vor Anker liegen.
Um12:10 fahren wir in den Hafen von Santa Cruz ein. Auch hier führt der Weg zur Marina an mächtigen Bohrplattformen vorbei.
Ein bisschen romantischer hatte ich mir Santa Cruz schon vorgestellt, aber die Überfahrt war bisher die angenehmste Strecke, die wir segelnd zurückgelegt haben.
Wir packen unsere leeren Gasflaschen in die Rucksäcke und machen uns auf den Weg zur Füllstation. Dabei laufen wir ca. eine halbe Stunde und fahren dann noch eine Station mit dem Bus. Leider sind wir um 16:40 zu spät am Ziel, aber Morgen wird ab 07:30 wieder gefüllt.

Eines der Restaurants erscheint uns besonders reizvoll, weil mach durch den Gastraum in einen idyllischen Garten hinter dem Haus schauen kann, wo ebenfalls gegessen wird. Die Speisenkarte sagt uns zu, und wir kehren ein.
Darauf soll es jetzt auch nicht mehr ankommen.
Auf der Terrasse des Bistro’s am Hafen verbringen wir einen netten Abend zusammen. Essen vertagen wir auf Morgen.
Günters Schrittzähler zeigt uns einen Weg von 0,97 km. Das kann unter Umständen eng werden.
Wir haben Brötchen von gestern an Bord, die wir uns für später schon mal belegen. Wer weiß, was heute auf uns zukommt. Die Grib-Files (Winddaten, die wir aus dem Internet beziehen) versprechen im Schnitt 2 kn weniger als gestern. Soweit, so gut. Gestern waren 18 kn angesagt, wir hatten in Böen 25, das mag auch an unserem Ankerplatz gelegen haben.


Der Wein trifft nicht 100%ig unseren Geschmack, aber wir müssen ja auch noch (Dingi) fahren.
Auch eine Diät braucht Pausen.
Am Meldesteg legen wir nochmal kurz an, um unsere Zugangskarten abzugeben, vor allem aber um uns von Rüdi zu verabschieden, der uns dort bereits mit seiner Kamera erwartet. Ein bisschen bedauert er, diesmal nicht mit von der Party zu sein, aber er hat sein „Segelsoll“ für dieses Jahr mehr als erfüllt.
Um 10:35 fahren wir los, begleitet von einem kräftigen Ton aus Rüdi’s Horn. Unser Ziel ist die kleine Atlantikinseln Porto Santo, kurz vor Madeira. Vor uns liegen ca. 450 nm, die wir bei gutem Wind, und den sollen wir haben, in ca 3 ½ Tagen bewältigen sollten.
Mit dem kleineren Segel steuert er auch weiter, als der Wind am Nachmittag zur vorherigen Stärke zurückkehrt.

Ich habe Walter und seine Frau Claudia 2014 an der Algarve kennengelernt. Sie sind befreundet mit Nili und Julio, von denen ich meine Lucky gekauft habe. Walter setzt gleich mit dem Dingi über, um uns zu begrüßen und lädt uns ein, abends auf seinen Kat zu kommen. Wir nehmen die Einladung gerne an und verbringen einen tollen Abend an Bord der Fran Arc 2.
Hier liegen Nili und Julio mit ihrem Katamaran Nilio. Die Beiden kommen sofort mit dem Dingi rüber und bringen sogar frisches Bio-Obst mit. Danke!
Abends holen wir uns die neuesten Windvorhersagen und entscheiden, Montagmorgen nach Madeira aufzubrechen. Bei viel Wind rechnen wir mit einer Reisedauer von gut drei Tagen.
Wir sind heute 12,4 km – 15.528 Schritte gelaufen.