Spanish Wells und Harbour Island

Dienstag, 10.04.2018

08:10   Anker auf, Segel raus. Ich fahre 9 nm fast geradeaus nach Spanish Wells. Dort gehe ich um 11:24 vor Anker. Am frühen Nachmittag setze ich mit dem Dinghi über und schaue mir den Ort an. Auch diese Siedlung ist klein, wirkt aber auf den ersten Blick schon freundlich. Saubere Straßen werden von blühenden Büschen gesäumt.

Die Häuser sind durchweg bunt gestrichen und die meisten Gärten sehen gepflegt aus.

Viele Menschen sind hier mit Golf-Karts unterwegs und jeder grüßt mich beim Vorbeifahren, zweimal werde ich sogar gefragt, ob ich ein Stück mitgenommen werden möchte. Ich laufe lieber, weil ich an Bord viel zu wenig Bewegung habe. Ich finde einen Supermarkt, der seinen Namen verdient. P1070868In dem herrlich gekühlten Laden schaue ich mir das umfangreiche Sortiment ganz genau an, denn draußen ist es heute sehr warm und schwül.

Nach dem Einkauf setze ich meinen Rundgang fort und finde auch noch eine Autowerkstatt mit Laden, wo ich Öl für unseren fälligen Wechsel bekomme.

 

Mittwoch, 11.04.2018

Heute soll es nach Harbour Island gehen. Der Weg dorthin ist zwar nur 11 nm lang, führt aber größtenteils zwischen Korallenbänken oder anderen Untiefen durch. Desweiteren könnte der Gezeitenstrom eine Rolle spielen. Die Aussage von André, er habe gelesen, dass man diese Reise nur mit einem ortskundigen Führer machen sollte, hat mich zwar verunsichert, aber diese Empfehlung kommt sicher noch aus der Zeit vor dem Kartenplotter. Im Internet besorge ich mir die Tidenzeiten.

Um 07:50 geht es los. Ich will mit der Flut im Rücken segeln und Harbour Island gegen 11:00 bei Hochwasser erreichen. Der Wind passt, ich fahre unter Genua mit achterlichem Wind. Eigentlich müsste mir die Flut auf der ersten Meile entgegenlaufen, aber ich spüre keine Strömung. Allerdings auch nicht, nachdem ich schon zielgerichtet abgebogen bin und eigentlich beschleunigt werden sollte. Macht nichts, der Wind ist heute etwas frischer und mit kleinem Vorsegel mache ich 3,5 kn durch das breite, nicht markierte Fahrwasser. An einer Stelle wird es mal sehr schmal, aber Dank der wirklich guten Garmin Karte im Plotter, gelingt die Durchfahrt bei gleichmäßigem Wind und ohne Stromversatz problemlos. Etwas später werde ich tatsächlich von einer unter Motor fahrenden Oceanis 461 überholt. Im Schlepp: Das Motorboot des ortskundigen Taxifahrers. Auf den letzten drei Meilen habe ich den Wind dann doch genau auf der Nase, aber das nutzbare Fahrwasser ist hier breit und ich habe Zeit. Nach acht Kreuzschlägen bin ich um 11:30 am Ziel.

Nach einem kleinen Frühstück fahre ich an Land. Auch hier bewegen sich die Leute überwiegend mit Golf-Carts.

Ich komme beim Tourismus Büro vorbei und erkundige mich nach den genauen Zeiten für Hoch- und Niedrigwasser von heute, denn an den Landungsstegen konnte ich deutlich sehen, dass die Flut weit weg von ihrem Höchststand war, mit dem ich hier ankommen wollte. Die bildhübsche Angestellte bestätigt meinen Verdacht: 11:44 war Niedrigwasser, jetzt steigt es wieder. Ich bin statt mit der Flut, gegen die Ebbe gefahren und ziemlich genau bei Niedrig- statt bei Hochwasser angekommen. Läuft doch. Jedenfalls weiß ich jetzt, dass es sich nicht um außergewöhnlich hohe Stromgeschwindigkeiten handelt.

Harbour Island ist auch hübsch. Bunte Häuser mit blühenden Hecken.

Es fehlt der große Supermarkt, aber ich finde schöne Restaurants und kleine Geschäfte.

Essen zum mitnehmen wird vielerorts angeboten.

Als ich zurück an Bord bin läuft wieder eine große Segelyacht mit Taxiboot im Schlepp ein.

P1070927
Was der wohl hier im knöcheltiefen Wasser angelt

 

Ein Kommentar zu „Spanish Wells und Harbour Island

  1. Hallo mein Bester, das mit dem Herd ist ja `n Ding, – wo gibt es noch solche drehbeanspruchten Teile, Wirbelschäkel Fock, Befestigung Fockroller, Lümmelbeschlag…. ? Auf den Herd wäre ich nicht gekommen. Gut, dass da kein Topf mit kochendem Wasser draufstand… Gruß Stobi

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