Blog

Weiter nach Lissabon

Donnerstag, 17.08.2017               sonnig

Um 08:45 verholen wir uns zur Tankstelle der Marina und füllen unseren Dieselvorrat auf.  Um 09:20 legen wir dort ab mit Ziel Figueira da Foz.P1060525 Eine halbe Stunde später stehen die Segel. Zuerst ist wenig Wind, aber ab 11:00 segeln wir ohne Motorunterstützung unter Großsegel und Genua. Um 12:45 tauschen wir die Genua gegen unser Leichtwindsegel.

13:50 Trotz Sonnenschein ist es wieder sehr kalt. Wir genehmigen uns einen Grog. Am Nachmittag nimmt der Wind wieder zu und wir kehren zur Standardbesegelung zurück. Und plötzlich ist auch der Nebel wieder da. Jetzt wird es richtig nass und kalt. Ungeachtet der Kälte haben wir beschlossen Figueira da Foz nicht anzulaufen und bis Cascais vor Lissabon durchzufahren.

20:45 Schwacher Wind, wir starten den Motor und fahren in die nasskalte Nacht.

Freitag, 18.08.2017         Diesig

03:45 Günter rollt die Genua aus und stoppt die Maschine. Während meiner Wache von 04:00 bis 08:00 nimmt der Nebel wieder zu. Um 08:15 können wir bei wenig Wind in Ruhe frühstücken, danach lege ich mich in die Koje.

IMG_3825
Günter hat wieder Nebel

Als ich um 12:00 ins Cockpit zurückkehre, hat Günter das Vorsegel bereits zweimal gerefft. Wir stehen kurz vor dem Cabo Riso. Es bläst jetzt mit bis zu 35 kn aus Nord, der Nebel löst sich auf. Wir runden das Kap, und eine Stunde später wird es ruhig. Zum ersten Mal weht ein warmer Wind von der Küste zu uns herüber. Herrlich!

13:40 Wir liegen in der Bucht von Cascais vor Anker. P1060560Es ist warm. Wir machen das Dingi klar und setzen für einen Bummel durch den schönen Ort über.

Samstag, 19.08.2017      Sonnig und warm

Mit dem Zug fahren wir entlang der Küste nach Lissabon. Hier folgt zuerst eine Yellow Bus Tour, und dann wandern wir durch die schöne Innenstadt.

Porto

Montag, 14.08.2017       Nebel, später diesig, nachmittags etwas Sonne.

Wir stehen um 08:00 auf und sehen uns von dichtem Nebel umgeben. Als wir um 10:30 den Hafen verlassen, haben wir ca. 300 m Sicht. P1060401Wir halten sehr gründlich Ausguck auf unserer Motorfahrt nach Porto. Auf dem Bildschirm sehen wir Fischer in sicherem Abstand passieren. Einer fährt mit 400 m Abstand vorüber, ist aber im Nebel nur schemenhaft auszumachen. Es sind zum Glück nur 17 nm bis zum Ziel. Um 13:30 fahren wir in die Douro Marina in Afurada, gegenüber von Porto ein. An den modernen Yachthafen grenzt das Fischerdorf Afurada de Baixa.P1060404 Hier gibt es kleine Geschäfte und Restaurants. Sardinen und andere Fische werden auf offener Straße vor den Lokalen gegrillt.

P1060425Nach einem kilometerlangen Spaziergang am Ufer des Rio Duoro zur Altstadt von Porto und zurück, lassen wir uns abends auch mal wieder bewirten. Es schmeckt großartig.

Dienstag, 15.08.2017

Um 09.35 kommen wir vom Duschen zurück und finden im Cockpit vier frische Brötchen. Das ist hier so üblich und im Liegegeld enthalten, hatte mir die freundliche Dame beim Einchecken bereits mitgeteilt.

Gestern haben wir schon Tickets für den Yellow Bus gekauft, mit dem wir nun zwei Tage lang Stadtrundfahrten machen können.

Um 10:00 setzten wir mit einer Fähre wieder im Nebel über den Rio Duoro und besteigen auf der anderen Seite den Bus. Während der Fahrt erhalten wir jede Menge Information über die Stadt Porto und sehen viele der imposanten Gebäude.

Porto ist eine wirklich schöne, alte Stadt, ganz bestimmt sehenswert, aber die Menge der Touristen, die sich verständlicherweise dafür interessiert, hat unseren Spaß doch erheblich getrübt.

 

Mittwoch, 16.08.2017    sonnig

Schon als wir  aufstehen strahlt der Himmel in wunderbarem blau.P1060476Wir frühstücken gemütlich und machen uns auf, zur nächsten Runde durch die Stadt. Yellow Bus kutschiert uns heute durch die Innenstadt von Porto. Wir sehen wieder viele beeindruckende Gebäude und erfreuen uns auf dem Oberdeck an dem herrlichen Wetter.

Nachmittags machen wir einen Spaziergang zu Churchills Weinkeller und genießen eine Portweinprobe mit Führung durch die Fasskeller.

Anschließend wandern wir mit unserer Beute zurück zur Marina. P1060524Zum Abendessen wollen wir uns wieder einladen. Morgen fahren wir weiter nach Süden. Figueira da Foz könnte der nächste Hafen sein.

Der Weg nach Porto

Freitag, 11.08.017    sonnig

Um 06:30 machen wir im Real Club Nautico, La Coruna die Leinen los. Unser Ziel ist die Bucht hinter dem Kap Finisterre. Der Wind schläft noch, deshalb schiebt uns die ersten drei Stunden der Diesel. Wir passieren den HerkulesturmP1060372 (Weltkulturerbe: Ältester Leuchtturm der Welt) während es langsam hell wird.

Um 09:40 hat der Wind genug Kraft die Segel zu blähen. Anfangs fallen die Tücher wegen der starken Dünung noch ab und zu ein, aber mit der Zeit segeln wir stabil unseren Kurs. Nachdem wir an der  Isla la Malente vorbei sind (10:50), fahren wir nur noch mit dem Vorsegel, welches wir für besseren Stand ausbaumen. P1060375Spätmachmittag nehmen wir den Baum weg und reffen das Segel, weil der Wind wieder kräftig aufbrist. Unter dem jetzt sehr kleinen Vorsegel passieren wir gegen 18:00 das Kap Finisterre. P1060383Wir kreuzen von hier aus noch über eine Stunde in die Bucht auf. Um 19:40 fällt der Anker vor einem leeren Strand nahe Finisterre. Es war ein Tag mit hohem Segelanteil, fast immer sonnig, aber sehr kalt. Mittags  hatten wir eine heiße Suppe, als Nachtisch heiße Schokolade, nachmittags einen Grog, und zum Abendessen Sauerkraut mit Schweinshaxe und Kartoffelpüree. Viva Espana!P1060392

 

Samstag, 12.08.2017      sonnig

Um 08:00 hieven wir den Anker und gleiten mit achterlichem Wind aus der Bucht. Das ruhige Wasser erlaubt uns in Ruhe zu frühstücken. Um 10:15 müssen wir sogar den Motor zur Hilfe nehmen, weil der Wind schwach wird. Wir machen um 15:30 noch mal einen Versuch zu segeln, aber ab 16:30 muss der Motor wieder ran. Die Vorhersage hatte uns viel Wind versprochen, aber der Tag bleibt ruhig. Um 18:00 ankern wir in der Bucht vor Bayona. 20170812_203915Es ist wärmer geworden. Mit dem Dingi setzen wir über und schlendern ein bisschen an der Promenade entlang. Wir laufen bis zum gut besuchten Badestrand und kehren dort um.IMG_3759 Auf dem Rückweg suchen wir eine kleine Kneipe an der Promenade auf. „Kleines Bierchen, bevor wir uns an Bord Nudeln kochen.“ Mit den bestellten Bieren kommt als Zugabe eine Schüssel Chips und ein Teller mit zwei gerösteten Weissbrotscheiben, darauf gebratenes Hackfleisch und eine zerlaufene Scheibe Käse. Ist wohl „Happy Hour“. Wir lassen uns die Häppchen schmecken, und da man auf einem Bein schlecht steht, bestellen wir zwei weitere Bier. Diesmal gibt es eine Schale Erdnüsse dazu und wieder die Brotscheiben, diesmal ist unter dem zerlaufenen Käse eine Scheibe Chorizo. Zur dritten Runde reicht man uns die gleichen Schnittchen wie zur ersten.

. . .  Das Nudeln kochen hat sich erledigt.

Auf dem Weg zum Dingi finden wir noch ein sehr hübsches, verwinkelten Altstadtviertel mit zahlreichen Restaurants, aber wir sind satt.

 

Sonntag, 13.08.2017       Sonnig

Es ist 08:00 als wir „Anker auf“ gehen. P1060393aP1060394Wir fahren langsam aus der Bucht und richten unseren Kurs zuerst nach West, später nach Süden. Um den leichten Nordwind zu nutzen haben wir bald das Großsegel und die Genua gesetzt. Allerdings lässt die Windkraft schnell nach und wir wollen unseren Gennaker setzen. Noch während der Vorbereitungen dreht der Wind um 180°, und bläst uns nun sanft entgegen. Wir brechen die Aktion ab, lassen das Großsegel stehen und starten den Diesel.

Mittags scheint der Wind von Richtung und Stärke her wieder ganz brauchbar. Wir trimmen das Groß-, setzen das Vorsegel und schalten den Motor ab. Nach einer Viertelstunde hat sich unsere Geschwindigkeit bei 2,5 kn eingependelt. Das reicht dann doch nicht. Wir packen die Segel ein und erreichen nach weiteren zwei Stunden Motorfahrt um 17:00 die Marina von Povoa de Varzim.

Der Spaziergang zum Ortskern, der fast eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt ist, lohnt sich für uns nicht wirklich. Wir finden nichts, was uns gefällt, abgesehen von einem Supermarkt, wo wir unsere Vorräte ergänzen können. Gegessen wird an Bord. Heute gibt es Tomatensalat mit Thunfisch

Morgen sollten wir nach kurzer Fahrt Porto erreichen

La Coruna

P1060322

Donnerstag, 10.08.2017                    sonnig

Vier Tage in dieser schönen Stadt in Galizien sind schnell vergangen. Bei unserer Ankunft wurden wir immer noch nicht mit sommerlichen Temperaturen verwöhnt,P1060300 aber wir waren ja sowieso größtenteils mit Instandsetzung, Wartung und Fehlersuche beschäftigt.

Dank Anti Gilb strahlt LUCKY wieder weiß.

Auf unseren langen Spaziergängen auf der Suche nach Ersatzteilen haben wir auch viel von der Stadt gesehen.

Ein Segelmacher hat die Nähte unseres Biminis (Sonnendach) und der Sprayhood für einen guten Preis nachgenäht. Heute konnten wir alles wieder montieren, Morgen wollen wir weiter zum Kap Finisterre. Das Wetter ist inzwischen sehr sonnig, aber wir empfinden den Wind immer noch als kalt. Nach Sonnenuntergang brauchen wir eine Jacke.

Die Hafengebühren belasten die Bordkasse, also werden wir in Zukunft öfter ankern. Deshalb haben wir die Schläuche an unser Dingi montiert, das Beiboot mit Außenborder im Hafen getestet,

und den Anker überprüft.P1060370

Im Morgengrauen brechen wir auf.

Biskaya

Freitag, 04.08.2017         bedeckt, später sonnig

Wir nutzen noch mal die Möglichkeit ausgiebig zu duschen, frühstücken in Ruhe und verholen uns um 10:15 zur Tankstelle. Wir müssen etwas warten, und so ist es 11:00, als wir den Hafen verlassen. Vor uns liegen knapp 340 nm bis La Coruna. Der Wind soll schwach bis mäßig sein, aber seine Richtung sollte passen. Die ersten fünf Stunden motoren wir noch in Landnähe, vorbei an verschiedenen Untiefen und Leuchttürmen, bevor wir offenes Wasser erreichen.P1060266

Um 17:00 schalten wir den Motor ab und fahren unter Großsegel und Genua  hoch am Wind. Der Wind passt immer besser, und ab 18:00 können wir direkt auf unser Ziel zu halten.

P1060259
Da kommen wir her, . .
P1060269
. . . und ich denke, da müssen wir hin.

 

 

 

 

 

 

 

 

Um 18:50 sichten wir die ersten Delfine auf unserer Reise, sie sind nicht sehr groß und haben weiße Bäuche. Im Laufe des Abends tauchen immer wieder einige Exemplare der hübschen Tiere auf.

Um 19:45 essen wir eine Haxe (vorgegart) aus dem Backofen, dazu Bratkartoffeln. Lecker!

Meine erste Wache geht bis Mitternacht, dann löst Günter mich ab.

 

Samstag, 05.08.2017      Wolkig mit großen Lücken, später wieder sonnig

 

Wir segeln die ganze Nacht zielgerichtet, aber am Vormittag lässt der Wind nach und die Segel fallen ein. Da wir noch ungeübt sind, brauchen wir mehr als eine Stunde um unseren Blister (auch Gennaker genannt) zu setzen. P1060293Leider bringt das nicht den gewünschten Erfolg. Auch das Leichtwindsegel fällt ein und bringt uns kaum über zwei Knoten. So arbeitet ab 14:15 wieder der Diesel. Durch die bisher gesegelte Strecke, würde der Treibstoffvorrat jetzt zu Not sogar bis zum Ziel reichen.

P1060294
In Vorfreude auf die Spanische Sonne setzen wir frühzeitig die Spanische Gastlandflagge

Um 19:00 kochen wir zur Abwechslung mal Spaghetti. Köstlich, mit den leckeren Pesti von Dagmars Feinkost. Ab 20:00 segeln wir wieder unter Vollzeug, zuerst mit wenig Wind, der dann aber ganz brauchbar wird.

Sonntag, 06.08.2017       sonnig

Um 01:00 berge ich die Genua, die vom Großsegel abgedeckt, keine Leistung mehr bringt. Nur unter Groß segeln wir vor dem Wind in einen sonnigen, aber weiter kühlen Vormittag. Mittags tauschen wir Großsgel gegen Genua, um leichter auf den im Laufe des Tage zunehmenden Wind reagieren zu können. Am Nachmittag, so gegen 15:00 freuen wir uns schon, dass wir die Biskaya beinahe geschafft haben und das, mit einem erstaunlich hohen Segelanteil. Unsere Ankunft wird vom Plotter bereits mit 06:00 am nächsten Morgen berechnet. Der Wind bläst gleichmäßig. Die See ist ruhig.

Um 16:00 brist es auf und wir verkleinern unsere Segelfläche. Offensichtlich haben wir uns zu früh über die entspannte Überquerung der Biskaya gefreut. Jetzt will uns Rasmus scheinbar zeigen, wer hier der Herr im Haus ist. Keine halbe Stunde später drehen wir das Segel ins zweite Reff. Hohe Wellen bauen sich auf, und es zeigen sich erste Schaumkronen auf dem Wasser. Kurz, es ist vorbei mit der Ruhe. Um 18:00 erleben wir den vorläufigen Höhepunkt mit Windböen über 30 kn. Der Wind neigt Lucky in Zusammenarbeit mit den Wellen, die jetzt abwechselnd von hinten und backbord kommen, immer wieder stark zur Seite, nicht gefährlich, aber äußerst ungemütlich. Wir verkleinern das Segel weiter, bis nur noch knapp 5 m² stehen. Selbst unter dieser Minimalbesegelung fahren wir noch mit gut 7 kn unserem Ziel entgegen. Die Ankunftszeit rechnet der Plotter zeitweise auf 02:00 herunter.

Das Abendessen verschieben wir erst mal, bis es um 22:00 tatsächlich etwas ruhiger wird.

Es gibt frisch aufgebackene Brötchen, dazu Hering in Tomatensauce.

P1060299
Über den Bildschirm beobachten wir unsere Fahrt auf der Seekarte.

Montag, 07.08.2017

Es ist bereits nach Mitternacht, als wir unser Vorsegel zuerst halb und später ganz ausrollen können. Der Wind hat nachgelassen und wir wollen jetzt möglichst bald ankommen.

Um 01:00 haben wir die Bucht von La Coruna erreicht. Langsam wird die See ruhig.  Um 01:45 starten wir die Maschine, weil auch der Wind schwach geworden ist, und rollen das Segel ein. Mit Hilfe der elektronischen Seekarte finden wir die Einfahrt zum Real Club Nautico ohne Probleme.

Um 02:30 werden wir am Meldesteg von einem Mariniero empfangen, der uns einen Liegeplatz zuweist. Um 02:45 liegen wir festgemacht in einer Box und haben einen Schlüssel zur Hafenanlage und zu den Sanitäranlagen. Anmelden: Morgen im Büro.

Wir feiern unsere Ankunft mit einer Dose Bier im Cockpit. Darauf folgt ausgiebiges Duschen.

Gute Nacht!

Camaret Sur Mer

Montag, 31.07.2017       Sonnig

Nach dem Frühstück gehe ich noch mal kurz in den Ort, um kleine Besorgungen zu machen und dabei die letzten englischen Pfund unter die Leute zu bringen. Als ich zurückkomme hat Günter bereits die Backbord-Fallwinsch zerlegt und ist dabei, die Einzelteile zu reinigen. Ich mache mit, und nach einer Stunde sind alle Teile sauber, gefettet und wieder zusammengebaut.

Die Tide hat inzwischen den erforderlichen Wasserstand erreicht, und um 11:20 Ortszeit (12:20 MESZ) verlassen wir das Hafenbecken mit Ziel Camaret Sur Mer. P1060172Der kleine Ort liegt in der Bucht vor Brest und wir rechnen mit einer 24 stündigen Fahrt, vorwiegend unter Motor. Wir folgen dazu zuerst der Ostküste von Guernsey Richtung Süden und später der Südküste.

P1060176
Montagmittag: Günter ist auch heute im Büro sehr gefragt.

Danach fahren wir ca. 100 nm nach Südwesten zur Nord-West-Spitze von Frankreich. Es ist schwachwindig, aber uns läuft eine hohe Dünung entgegen. Für die Jahreszeit ist es sehr kalt. Gegen Abend wird die See unruhiger, deshalb begnügen wir uns zum Abendessen auch mit Nudeln. Dazu eine Dose Gulasch mit Chilischoten nachgewürzt. Das Feuer soll uns wärmen.

So gestärkt sitzt Günter bis 01:00 im Cockpit. Die See wird ruhiger. Über uns funkeln Millionen von Sternen.

Dienstag, 01.08.2017        sonnig

Ich leiste die Wache bis 05:00 und gehe danach bis 09:00 in die Koje. Es ist noch dunkel und jetzt wirklich sehr ruhig. Ich schlafe gut. Günter versucht derweil den Sonnenaufgang in verschiedenen Phasen festzuhalten und wird dabei von einem Regenschauer überrascht. IMG_3696Danach wird es aber wieder sonnig.

10:00 Wir frühstücken mit frischem Kaffee und einer Dose Baked Beans mit Brot. Lecker!

Um 12:40 ändern wir unseren Kurs auf Ost um in die Bucht von Brest einzufahren. Jetzt können wir nach 24 Stunden Motorfahrt die letzten 1 ½ Stunden doch noch segeln. Um 14:30 legen wir in Camaret Sur Mer an.

Nachmittags schlendern wir ein wenig durch den Ort,

und da wir in Frankreich am Meer sind, dürfen beim Abendessen die Austern nicht fehlen.

Danach etwas Leichtes: Muscheln und Salat.

Mittwoch, 02.08.2017                   Regen, Regen, Regen  . . und sehr viel Wind

Mein Wecker klingelt um 08:00. Draußen pfeift der Wind und der Regen prasselt aufs Deck. Warum sollte ich jetzt aufstehen?

11:30   Ich werde ohne Wecker wach. Günter hat Frühstück gemacht. Es duftet nach frischem Kaffee. Ein guter Grund aufzustehen, obwohl Wind und Regen immer noch den Ton angeben.

P1060193
Günters Zigaretten nach einer Nacht auf dem Cockpittisch

Geplant war für heute die Wartung der restlichen drei Winschen im Cockpit. Dort ist es aber nass, kalt und sehr windig. Wir müssen uns also unter Deck beschäftigen und machen uns an die Installation der automatischen Bilgenpumpe. Einbauen, Kabel einziehen und anschließen.

Während  ich die Schlauchverbindungen herstelle, arbeitet Günter wieder per Telefon in Deutschland.

P1060205

Der Probelauf ist vielversprechend, aber nach ausgiebigen Tests entpuppt sich die Pumpe als ungeeignet für unseren Zweck. Also bauen wir alles zurück auf die manuelle Version. Netter Versuch, aber so funktioniert es ja auch.

Es ist inzwischen 18:30, der Regen macht eine Pause, und damit wir heute mehr als nur die Duschen sehen, ziehen wir mal los zum Supermarkt. Wir brauchen Brot, und das Bier wird knapp.

Neben ein paar anderen Kleinigkeiten erstehen wir ein Dutzend Austern, als Vorspeise für unser Abendessen. Auf dem Rückweg zum Schiff werden wir wieder mit reichlich Regen bedacht.

Freudig bereiten wir das Essen zu. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.

 Es schmeckt herrlich!

Donnerstag, 03.08.2017                               Trocken

Es regnet nicht mehr,  ist aber immer noch sehr windig und recht frisch, als wir uns nach dem Frühstück wieder an die Wartung der Winschen machen.

Wir zerlegen die zweite Fallwinsch, und während ich die Einzelteile reinige, arbeitet Günter wieder im Büro. Gemeinsam fetten wir alle Lager und Zahnräder und bauen alles wieder zusammen. Obwohl seit 10:30 die Sonne scheint, ist uns bei der ca. einstündigen Aktion dermaßen kalt geworden, dass wir die Pflege der beiden verbleibenden Winden auf einen Tag unter spanischer Sonne verschieben.

Mit den neuesten Wetterdaten können wir unseren Plan, am Freitag zur Überquerung der Biskaya zu starten, bestätigen. Viel Wind werden wir nicht haben, aber wenigstens stimmt die Richtung.

Wir machen wieder einen Spaziergang,

dann scheibe ich den Bericht und Günter geht einkaufen.

Neben Bier, hat er auch wieder Austern gekauft und macht sich sofort an die Zubereitung.

Wir genießen die herrliche Vorspeise. Als Hauptgericht kochen wir uns Spaghetti mit einer vegetarischen Soße.

P1060255
Die Diät wirkt, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Morgen fahren wir weiter. Wir melden uns nächste Woche aus Spanien. Hoffentlich wird es dort endlich wärmer!

Letzter Tag auf Guernsey

30.07.2017                Wolkig, aber trocken. Später sonnig!

Wir haben uns zu einer 3 ½ stündigen Inselrundfahrt angemeldet. Abfahrt ist um 10:30 am Herm Kai, den Bus sollen wir dort um 10:15 treffen. Wir sind etwas eher da und warten. Ab 10:17 machen wir uns Gedanken, was wir wohl falsch verstanden haben könnten. Zufällig bleibt mein Blick an einer Turmuhr hängen, die die Ortszeit anzeigt: p1060138.jpg09:19.  . . . Ach, ja. Hier weicht die Uhrzeit eine Stunde von der MESZ ab. Jetzt haben wir wieder Zeit noch eine Runde durch den hübschen Ort zu drehen.

Der kleine Bus kommt pünktlich und wir bekommen zwei herrliche Fensterplätze. IMG_3680Ken, der Fahrer, stellt sich vor, verteilt Landkarten und fährt pünktlich ab. Während der Fahrt kommentiert er gut verständlich, was es zu sehen gibt. Die vorbeiziehende Landschaft, Häuser und Gärten, wecken in mir spontan den Wunsch, hier mal mit einem eigenen Fahrzeug entlang zu fahren. Wäre da nicht der Linksverkehr. Wir lernen viel über die Insel und halten an einigen mehr oder weniger interessanten Sehenswürdigkeiten.

IMG_3685

Neben seinen Ausführungen über Landschaft und Geschichte, erzählt Ken auch den folgenden Witz:

Prinz Charles überfährt bei der Ankunft auf Mutters Landsitz versehentlich einen der Corgies der Queen. Er ist schockiert. Da er nicht weiß, wie er es seiner Mutter beibringen soll, nimmt er einen Klappspaten aus dem Kofferraum, um das Tier neben der Straße zu vergraben. Nach ein paar Spatenstichen stößt er auf einen metallenen Gegenstand, eine alte Öllampe. Er reibt sie an seiner Jacke sauber und zischend erhebt sich ein Genie aus der Lampe.

Der Geist sagt: „Charles, du hast mich befreit. Aus Dankbarkeit erfülle ich dir deinen größten Wunsch“.

Freudig wünscht sich Charles: „Bitte mach den kleinen Hund, den ich überfahren habe, wieder lebendig.“

Der Geist wendet sich dem Corgie zu, dreht sich aber nach ein paar Minuten wieder um und sagt: „Da kann ich leider nichts mehr machen. Aber weil ich dir diesen Wunsch nicht erfüllen kann, hast du einen anderen frei“.

„OK“, sagt Charles: „dann mach, dass Camilla hübsch ist“.

Der Geist zuckt zusammen und sagt: „Ach, lass mich doch noch mal nach dem Hund sehen“.

Es war eine sehr schöne Tour.

 

Nachmittags besorgen wir uns die neuesten Wetterdaten und planen unsere Abreise für Morgen. Der Hafenmeister bestätigt, dass der Wasserstand unser Auslaufen ab 11:00 Ortszeit zulassen wird. Wir beschließen, Morgen nach Brest oder ins daneben liegende Camaret sur mer zu fahren. Wir rechnen mit einer 24 stündigen Motorfahrt mit leichtem Gegenwind. Hauptsache weiter nach Süden.

P1060170
Diät

Guernsey

26.07.2017          Regen

Die Wetterlage wird uns einige Tage hier festhalten, aber auf den ersten Blick scheint St Peter Port ein schöner Ort zu sein, der Prospekt spricht von der hübschesten Hafenstadt Europas.

Um die Mittagszeit brechen wir trotz Regen zu einem ersten Rundgang auf. IMG_3649In den schmalen Gassen des Zentrums stehen an allen Ecken Musiker unter Pavillons und erfreuen die Gäste mit verschiedensten Klängen.P1060083 Dixie, karibische Steeldrums, Saxophon, bis hin zu Songs aus Musicals werden geboten. Wir lesen, dass hier noch bis zum 29.07. der Town Carnival stattfindet.

Zum Mittag lassen wir uns in einem der gemütlichen Pubs nieder.IMG_3655

Nachmittags wenden wir uns wieder den Arbeiten an Bord zu. P1060091Zuerst nehmen wir den Windgenerator ab, der nach seiner 20 monatigen Pause keinen Strom mehr produziert, und zerlegen ihn so weit wie möglich. P1060093Die Lager scheinen etwas schwerer zu laufen, allerdings zweifeln wir daran, dass das der Grund für sein Versagen ist. Trotzdem versuchen wir, neue Lager aufzutreiben. Der hiesige Händler hat sie nicht da, empfiehlt uns aber einen Laden in einem Ort weiter nördlich.

Am Abend wird wieder am PC gearbeitet.

27.07.2017          überwiegend sonnig

P1060099Nach dem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf die Suche nach der Undichtigkeit im Bereich der Ankerwinde. P1060116Nach dem Trennen aller Kabel lösen wir die Haltebolzen und heben die Winde von Bord.P1060100 Die serienmäßige Dichtung um den Fuß ist völlig verformt und mit einer Mischung aus Salz und Aluminiumoxid überzogen, das Windengehäuse von unten „angefressen“. Hier dichtet nichts mehr, und über den Kabelkanal gelangt nun Wasser ins Schiff, wenn man so durch die Wellen stampft, wie wir auf unserem Weg nach Cherbourg. Bis wir alles gründlichst gereinigt haben, ist es bereits Nachmittag, und in dem Glauben es wäre Freitag machen wir uns auf den Weg die Lager für den Windgenerator noch vor dem Wochenende zu besorgen. Die Dame in Touristeninformationszentrum erklärt uns, mit welchen Buslinien wir unserem Ziel nahekommen und wie man hier die Busse benutzt. Nach kurzem Warten an der Haltestelle sind wir unterwegs. Schon bald bemerken wir, dass der Bus nur hält, wenn jemand an einem Stop wartet oder aussteigen will. An unserer Haltestelle ist das nicht der Fall, und wir haben sie nicht rechtzeitig erkannt. Beim nächsten Halt steigen wir auf Anraten des Fahrers aus und laufen zurück. P1060105Die schmale Straße hat keinen Bürgersteig, ist mit Mauern eingefasst und gut befahren.

Dank Google Maps finden wir das gesuchte Geschäft nach einem längeren Spaziergang. Es ist genau der richtige Laden, nur die von uns gewünschten Lager fehlen gerade im Bestand. Die äußerst hilfsbereiten Männer hinter dem Ladentisch rufen noch bei einem Motorradhändler in der Nachbarschaft an, aber der hat bereits geschlossen. Letztendlich bestellen sie die Teile, in der Hoffnung sie schon Morgen zu bekommen, ohne uns zur Abnahme zu verpflichten, denn es könnte auch bis Montag dauern, und da sind wir ja nicht mehr hier. Zurück nehmen wir einen anderen Weg, der uns in das Örtchen Bridge führt. Bis zur Abfahrt des Busses ist noch eine halbe Stunde Zeit, also suchen wir nach einem netten Pub. Wir kommen wieder bei einem Schiffsausrüster vorbei und fragen auch hier wieder nach den Lagern. „Nein, wir haben nur Teile für Volvo. Aber warte mal: „Gerry, wie heißt noch mal der verrückte Alte, der jedes Lager hat?“ Die beiden überlegen zusammen und finden schließlich Namen und Telefonnummer von Henry Martin. Den sollen wir mal anrufen, aber uns nicht wundern, er wäre etwas verrückt.

P1060110

Wir finden dann schnell einen Pub und während das Bier gezapft wurde, rufe ich Henry an. Ich weiß nicht ob er auch schwerhörig ist, aber das Gespräch beginnt mit „Hello?“ Ich erwiderte „Hello“ und stellte mich kurz vor. Zurück kommt „Hello?“ Ich meldete mich erneut. Antwort: Hello?

Beim dritten Anlauf frage ich: „Can you hear me?“ und erhalte ein „Yes“. Auch die Frage, ob er Lager in der gesuchten Größe habe beantwortete er mit: „Yes, howmany do you need?“ Wir brauchten zwei. Jetzt bitte ich Ihn um seine Anschrift, um die Teile abzuholen. Er gibt sich wirklich große Mühe, buchstabiert viele Wörter mehrmals, weil ich sie nicht verstanden habe und zwischendurch gibt es immer wieder kleine Pausen die von einem „Hello?“ unterbrochen werden. Zum Schluss verabreden wir uns zur Übergabe bei ihm, in ca. einer halben Stunde. Er würde vor dem Haus stehen.

Meine Notizen gebe ich dem ebenfalls sehr freundlichen Barmann. Mit Fantasie und der Hilfe eines anderen Gastes formuliert er daraus eine Anschrift. Er ruft uns auch gleich ein Taxi, dafür muss er  sechsmal telefonieren. „Taxi kommt in 10 Minuten.“ Das reicht für ein weiteres Bier. Als er zwei frisch gezapfte Pints serviert, steht das Taxi schon vor der Tür. Gut, dass Austrinken schneller geht als Zapfen.

Wir fahren also wieder über enge Landstraßen an hübschen Häusern mit schönen Gärten vorbei und erreichen eine gewundene Straße auf der sich das Ziel befindet. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Häuser auf dieser Straße keine Nummern, sondern Namen haben. Langsam schleicht unser Taxi von Haus zu Haus, aber keines trägt einen Namen der dem gesuchten ähnlich ist. Ich rufe Henry wieder an und gebe das Handy an den Taxifahrer weiter. Wenig später fahren wir in einen unbefestigten Privatweg zu einem zurückliegenden Haus. Ein kleiner, alter Mann mit weißen Haaren kommt an mein Autofenster, hält mir zwei Lager hin und sagt: „Hier ist, was Du brauchst.“ Es sind tatsächlich die richtigen Lager. Wir erstehen beide für je fünf Pfund. Super!

„Und wohin jetzt?“ fragt der Fahrer. Ich antworte in meinem lupenreinen Englisch: „Back to town. Saint Peter Port“. „Das ist ja gleich um die Ecke“, erwidert der Fahrer und fährt los. Es dauert doch eine ganze Zeit, bis wir wieder über schöne Straßen in die Einfahrt zu einem eleganten Hotel einbiegen. „Da wären wir“ höre ich den Fahrer sagen und lese am Eingang: Saint Pierre Park.    . . .  Ich werde an meiner Aussprache arbeiten müssen.

Wir klären das Missverständnis auf und fahren zur Marine in St Peter Port. Zurück an Bord bauen wir die gereinigte Ankerwinde mit großer Sorgfalt und viel Sikaflex wieder ein und stellen zufrieden fest, dass sie immer noch funktioniert. Jetzt sehe ich schlechtem Wetter etwas gelassener entgegen.

28.07.2017          wolkig mit kurzen Schauern

P1060117Nach dem Frühstück ist wieder der Windgenerator dran. P1060118Wir bauen die neuen Lager ein und reinigen das Gehäuse, montieren die Flügel, ziehen die Kabel wieder in den Haltemast und befestigen den Generator auf dessen Ende. P1060120Nach unserem Ermessen läuft der Rotor jetzt etwas sauberer. Die Flügel drehen sich aber bei dem leichten Wind im Hafen kaum. Mal abwarten wie es bei mehr Wind aussieht.

Der nächste Punkt auf unserer Liste ist die Funkantenne. Das Kabel ist nahe der Decksdurchführung angebrochen, dadurch meldet unser AIS immer öfter „Antennenfehler“. Bevor wir neue Teile kaufen, möchte ich mir erst die gesamte Anlage ansehen, also lasse ich mich zur Mastspitze winden. Ein freundlicher Nachbar bietet Günter nach der ersten Weghälfte eine akkubetriebene Maschine von Hilti an, die das drehen der Winch übernehmen soll. Die Kraft des Gerätes reicht leider nicht aus. Scheinbar steht der Erfolg unserer Diät noch ganz am Anfang. Günter kurbelt weiter. Ich baue die Antenne ab. Es geht wieder abwärts. Während Günter die Schrauben der Ankerwinde nachzieht erstehe ich beim Schiffsausrüster eine neue Antenne (baugleich mit der alten!) samt Kabel und Stecker. Für ein nicht vorrätiges Verbindungsstück empfiehlt mir der Verkäufer ein Geschäft am anderen Ende des Hafens. Wieder schlägt mir die unglaubliche Freundlichkeit der Menschen hier entgegen. Neben mir an der Kasse steht ein älterer Herr, und bietet mir an, mich zu dem Laden zu bringen, denn es regnet gerade ergiebig und er führe in die Richtung. Ich nehme dankend an. Das Teil bekomme ich auch dort nicht, aber es geht auch ohne.

Zurück an Bord: Wir sichten alle Teile und befestigen den Windpfeil an der Antenne. Jetzt müssen wir das neue Kabel an der Mastspitze mit dem alten verbinden und im Mast nach unten ziehen.

Günter zieht mich wieder in den Mast, ich nehme etwas Werkzeug und das Ende des neuen Kabels mit. Das Einführen des Kabels in den Mast gestaltet sich problematisch, weil auch das Kabel des Anemometers durch das gleiche Loch läuft. Es ist sehr eng. IMG_3671IMG_3672

Ich schiebe oben Zentimeter für Zentimeter in den Mast, während Günter unten vorsichtig zieht, ohne die Verbindung der Kabel zu überlasten. Bei 14 Meter Masthöhe dauert das seine Zeit, aber es klappt. Jetzt ziehe ich an einem Fall die Antenne mit Windex hoch um sie zu montieren. Schade, dass der Hersteller die Nut, die in die Halterung greift um zwei Millimeter verbreitert hat. Passt nicht. Günter schickt neues Werkzeug. Die Schrauben der Halterung vermag ich nicht zu lösen. Mittels Säge verbreitere ich den Schlitz der alten Halterung. Endlich klappt die Montage. Ich schraube das Kabel an und Günter lässt mich nach gefühlten drei Stunden wieder nach unten. Das reicht für heute. Wir laden uns zum Essen im Pub ein. Prost.

29.07.2017          Es regnet wie aus Eimern.

Auf dem Weg zur Dusche nehme ich gleich meine Wäsche und die erforderlichen 1 Pfund Münzen mit. Ich lade die Maschine, fülle Waschmittel ein und stelle fest, dass meine 1 Pfund Münzen nicht in die Maschine passen, neben mir ein Schild: „Nur 1 Pfund Münzen einwerfen.“ In Badeschlappen mache ich mich auf die Suche nach einem Verantwortlichen. Ich habe Glück und erfahre, dass es neben meinen neuen, auch alte 1 Pfund Münzen gibt, und die passen in die Maschine. Er hat leider keine bei sich. Super! Zurück an Bord finde ich die passenden-.

Wenig später sieht Günter zum ersten Mal im Leben eine Waschmaschine, die er weder tragen noch anschließen, sondern benutzen soll. Klappt aber auf Anhieb.

Er schließt später auch die neue Antenne ans Funkgerät und AIS an.P1060130 Keine Fehlermeldung mehr. Klasse!

Wir verbringen den Tag unter Deck, denn es hört erst um 18:00 auf zu regnen.

P1060132P1060136

Wir haben hier z. Zt. einen Tidenhub von 8 -9 Metern. Eine Barre in der Hafeneinfahrt sichert einen Mindestwasserstand im Hafenbecken des Yachthafens bei Niedrigwasser, aber nur im Yachthafen.P1060077P1060056P1060133IMG_3644P1060134P1060102P1060112P1060087

Kleine Schritte

Freitag, 21.07.2017         sonnig und kühl

Wie geplant, haben wir den Hafen um 08:00 verlassen. Um 08:30 segelten wir schon. Kurz vor Hoek van Holland begegnete uns die z. Zt. größte Segelyacht der Welt, P1060011 „Oceanico Y712“

Wenig später lief dieP1060020Aida Prima“ hinter uns durch. Für das Queren dieser viel befahren Einfahrt hatten wir die Segel geborgen. Um 10:30 lag Hoek van Holland hinter uns, und ab 12:45 konnten wir unter Segeln auf unser Ziel Zeebrügge zuhalten.P1060027 Davon abgesehen, dass um 16:20 der Autopilot wieder vorübergehend ausfiel, hatten wir einen herrlichen Segelnachmittag. Um 20:45 machen wir am Gästesteg des P1060029Royal Belgian Sailing Club, Brügge fest.

 

Samstag, 22.07.2017 sonnig

Nach dem Tanken machen wir uns um 09:00 auf den Weg nach Dunkerque. Um 10:00 hat es sich bereits stark bewölkt, und der SW-Wind bläst uns mit 17 kn entgegen. Um 12:00 dreht der Wind etwas, und wir können unter Genua segeln, aber eine halbe Stunde später läuft die Maschine wieder, mangels Wind. Stattdesssen bekommen wir den ersten Regenschauer des Tages ab. Es bleibt wechselhaft mit kleinen Schauern, bis wir um 17:00 bei strahlendem Sonnenschein im Yachtclub De La Mer Du Nord, Dunkerque festmachen.P1060030 Wir erledigen wieder kleine Reparaturen an Bord. Zum Abendessen gibt es marinierte Schweinenackensteaks mit Bratkartoffeln und Tomatensalat.

Jetzt geht es wieder an die Törnplanung. Der Wind ist wirklich gegen uns, aber hier ist es kalt geworden und wir wollen möglichst schnell nach Süden. In der Vorhersage finden wir ein Wetterfenster, dass es uns erlauben sollte zwischen Sonntagabend und Dienstag von hier nach Cherbourg zu fahren.

Sonntag, 23.07.2017

Noch vor dem Frühstück mit frischem Baguette und Lachs sind wieder kleine Nachbesserungen am Schiff zu machen. Danach schlendern wir bei sonnigem Wetter durch die Innenstadt von Dunkerque.P1060042 Nachmittags widmen wir uns dem Autopiloten. Die Hydraulikpumpe wird ausgebaut und zerlegt, ohne dass wir einen gravierenden Fehler finden können. Wir bauen alles wieder ein, bestellen aber sicherheitshalber eine neue Pumpe beim deutschen Importeur, um an dieser Front endlich Ruhe zu haben. Die nächste Herausforderung stellt ein Knopf an Günters Hose, der versetzt werden muss.

IMG_3625(Die Richtung tut nichts zu Sache.) Wir meistern das in ein einer knappen halben Stunde.

Bevor wir abends zum nächsten Seestück starten, essen wir noch schön weiche Spirellis mit Schweingulasch aus der Dose.

Um 22:00 werfen wir die Leinen los und fahren unter Maschine nach Westen. Der Gegenwind bläst wie vorausgesagt zuerst mit 15-18 kn und die See ist ruppig.

 

Montag, 24.07.2017

Nach zwei Stunden wird es ruhiger, aber der Tidenstrom setzt uns entgegen. Unsere Geschwindigkeit liegt unter 3 kn über Grund. Erst als der Strom um 03:00 kippt sehen wir die 3 wieder und als Günter um 04:30 die Wache übernimmt laufen wir schon 4 kn, was sich bis zum nächsten Wachwechsel um 08:00 auf 8kn steigern sollte.

Um 10:40 können wir endlich das Vorsegel ausrollen und die Maschine abstellen. Da sich die Windstärke durch vorüberziehende Schauerböen ständig gravierend ändert müssen wir im Halbstundentackt reffen bzw. wieder ausreffen. Die See ist dabei sehr ruppig und der Bug schaufelt kräftig Wasser. Um 19:00 wird es endlich ruhiger. Allerdings ist damit auch das Segeln zu Ende. Um 20:30 lässt sich sogar kurz die Sonne blicken. Es folgt eine ruhige Nachtfahrt unter Motor.

 

Dienstag, 25.07.2017

P106005206:00 Die Sonne steigt aus dem Meer und die Wolken verziehen sich. Um 08:00 legen wir in Cherbourg zum Tanken an. Die Luft ist kalt aber die Sonne wärmt. Wir verholen uns in eine freie Box und schlendern durch das Stadtviertel um den Hafen. Der Ort mit vielen Geschäften und Restaurants, die zum draußen sitzen einladen, gefällt uns gut. Wir erstehen Brot und Croissants und lassen uns auch auf einen Kaffee nieder.

Um kurz vor 11:00 sind wir zurück an Bord. Wir haben beschlossen, den vorausgesagten Gegenwind auf Guernsey, eine der Kanalinseln, abzuwarten. Also nutzen wir die günstige Tide und fahren um 11:15 wieder ab. Schon nach einer Stunde erfasst uns der Tidenstrom und wir motoren (heute kommt schwacher Wind von vorn) mit 8,5 – 9 kn unserem Ziel entgegen. Um 17:45 werden wir von einem freundlichen „Hafenlotsen“ begrüßt und an einen Wartesteg begleitet, wo er auch gleich für die Nacht kassiert.IMG_3636 Danach warten wir mit ca. 100 anderen Booten darauf, einen Liegeplatz im Hafen zugewiesen zu bekommen. Tatsächlich wird ab 20:00 Schiff für Schiff in den Hafen gelotst. Wir liegen um 20:30 direkt am Steg zur Stadt.P1060056

Schluck Öl?
Nach 75 Stunden hat unser Motor ein Schluck Öl verdient

Hafentag

Donnerstag, 20.07.2017

Wir hatten abends schon festgestellt, dass wir heute auf unserem Weg nach Süden mit Gegenwind und Regenschauern rechnen müssten, deshalb haben wir beschlossen einen Tag in Scheveningen zu bleiben, was letztendlich sehr erfolgreich war.

Kurz nach dem Aufstehen ging erst mal ein kräftiger Schauer nieder. Das Wasser konnten wir zum Deckschrubben nutzen. Danach wurde es wechselnd bewölkt mit Schauern und kräftigen Windböen aus Süd-West. Als nächstes haben wir die Flügel an unseren Windgenerator geschraubt, bevor wir zum Einkaufen gingen. Wir erstanden in den sehr gut sortierten Läden ein Leuchtmittel, einen passenden Gasschlauch, eine Seekarte und Kleinteile. Auf dem Rückweg haben wir eine Kleinigkeit gegessen, also brauchten wir wieder nicht kochen. Der Einbau des Gasschlauches machte viel Arbeit, aber am Ende passte alles und die Anlage war dicht. Es war inzwischen Abend und wir machten uns an die Törnplanung für morgen.